GWG-Mitgliederversammlung: Es droht eine Schlammschlacht!

Aus der Traum! Die Oppen­hei­mer Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft GWG und ihre Toch­ter­ge­sell­schaft HGO wer­den im geplan­ten Gra­din­ger-Wohn­block defi­ni­tiv kei­ne Miet­woh­nun­gen zu sozi­al­ver­träg­li­chen Prei­sen anbie­ten. Alle Woh­nun­gen sol­len ver­kauft wer­den, und zwar so teu­er wie mög­lich. Das ist längst beschlos­se­ne Sache, wur­de bis­her aller­dings unter der Decke gehal­ten: Die Wahr­heit soll erst am Diens­tag auf den Tisch – bei der GWG-Mit­glie­der­ver­samm­lung. Dort droht eine üble Schlamm­schlacht, im Hin­ter­grund steht ein­mal mehr ein Name: Mar­cus Held…

In Oppen­hei­mer Geschäf­ten und Büros, in Cafés und Wein­stu­ben wird seit Wochen getu­schelt und gemun­kelt: Der geschass­te Ex-SPD-Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held und sein „Ket­ten­hund“ Marc Sit­tig wür­den „wie ver­rückt her­um­te­le­fo­nie­ren“. Angeb­lich ver­such­ten sie, GWG-Mit­glie­dern ihre Stimm­rech­te abzu­schwat­zen. Ziel der Under­co­ver-Mis­si­on: „Hel­dia­ner“ sol­len die nächs­te Mit­glie­der­ver­samm­lung der Gemein­nüt­zi­gen Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft (GWG) domi­nie­ren kön­nen und dann die Ent­las­tung des bis­he­ri­gen GWG-Vor­stands durch­drü­cken – im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes: um jeden Preis.

Wenn das Vor­ha­ben gelin­gen soll­te, wenn der alte Vor­stand wirk­lich vor­be­halt­los ent­las­tet wür­de, hät­te Mar­cus Held ein paar Sor­gen weni­ger. Die Mit­glie­der der Genos­sen­schaft hät­ten aller­dings ein Rie­sen-Pro­blem: Ansprü­che auf Scha­dens­er­satz – die Rede ist von Beträ­gen in sechs­stel­li­ger Höhe – wären gegen den frü­he­ren SPD-Stadt­bür­ger­meis­ter und GWG/H­GO-Chef kaum noch durch­zu­set­zen.

Die Ver­samm­lung der GWG-Mit­glie­der ist für über­mor­gen, Diens­tag, um 18 Uhr, im Oppen­hei­mer Alten­zen­trum ter­mi­niert. Frü­her war das ein ent­spann­tes Bei­sam­men­sit­zen unter Feder­füh­rung von Mar­cus Held: Schnel­les Abstim­men, gegen­sei­ti­ges Schul­ter­klop­fen – alles gut!

Dies­mal dürf­te es rich­tig span­nend wer­den. The­men gibt’s genug:

  • Der geplan­te Neu­bau des Gra­din­ger-Wohn­blocks droht zum Mil­lio­nen-Desas­ter für die GWG-Toch­ter HGO zu wer­den. Was lief da wirk­lich schief? Wie teu­er wird’s am Ende noch? Und wel­che Ein­stands­ver­pflich­tun­gen tref­fen die GWG?
  • Die Staats­an­walt­schaft Mainz ermit­telt gegen den bis­he­ri­gen GWG/H­GO-Chef Mar­cus Held wegen des Ver­dachts der Untreue: Er soll Ver­trä­ge zum Nach­teil der HGO abge­schlos­sen haben. Wird ihn die GWG/HGO wegen erlit­te­ner Ver­mö­gens­schä­den auf Scha­dens­er­satz ver­kla­gen – oder wol­len die neu­en GWG/H­GO-Chefs Mar­cus Held in alter Ver­bun­den­heit schüt­zen?
  • Noch völ­lig offen: Held hat­te als Pri­vat­mann klamm­heim­lich und eigen­nüt­zig ein äußerst lukra­ti­ves Immo­bi­li­en­ge­schäft im Bau­ge­biet Ket­te-Saar getä­tigt und damit ver­mut­lich Geschäfts­chan­cen „sei­ner“ GWG/HGO ver­ei­telt. Auch hier müss­ten jetzt eigent­lich Scha­den­er­satz­for­de­run­gen geprüft wer­den: Was haben die Ver­ant­wort­li­chen bei GWG/HGO in die­ser Sache unter­nom­men, wie geden­ken sie vor­zu­ge­hen?

GWG verschickt Brief im Stile von Marcus Held

Es hat sich inzwi­schen eine Grup­pe oppo­si­tio­nel­ler GWG-Mit­glie­der zusam­men­ge­fun­den, die sich die Arbeit von Vor­stand und Auf­sichts­rat genau­er anschaut und kri­ti­sche Fra­gen stel­len will. Eine ganz neue Erfah­rung in Oppen­heim! Zu Zei­ten von Mar­cus Held – und das ist noch gar nicht so lan­ge her! – wäre ein sol­ches Vor­ge­hen als unbot­mä­ßi­ger Akt von Obrig­keits­brüs­kie­rung bewer­tet wor­den, als eine Art Majes­täts­be­lei­di­gung, die umge­hend mit per­sön­li­cher Dif­fa­mie­rung und gesell­schaft­li­cher Aus­gren­zung geahn­det wor­den wäre.

Inzwi­schen hat die Stadt die Wen­de voll­zo­gen, Mar­cus Held wur­de aus allen (erst ein­mal: loka­len) Ämtern getrie­ben, und mit Wal­ter Jertz wur­de ein unab­hän­gi­ger, über­par­tei­li­cher Bür­ger­meis­ter gewählt, der dem­nächst sein Amt antritt.

Nur in der GWG/HGO, da regiert offen­bar noch immer der alte Corps-Geist:

Das Unter­neh­men ist dem Wäh­ler­wil­len nicht zugäng­lich, wes­halb sich hier etli­che Held-Anhän­ger ver­schan­zen konn­ten: Sie nut­zen die gemein­nüt­zi­ge Genos­sen­schaft wie bis­her zur Selbst­ver­sor­gung mit lukra­ti­ven Pos­ten und fet­ten Pfrün­den. Zudem dient ihnen das zumeist intrans­pa­rent agie­ren­de Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men als per­sön­li­che Macht­bas­ti­on, von der aus sie eines Tages, und das auch noch abseits jeder demo­kra­ti­schen Kon­trol­le, Ein­fluss neh­men könn­ten auf Stadt­po­li­tik und Stadt­ent­wick­lung.

Der Brief der GWG vom 7. Juni 2018 an alle Mit­glie­der.

Ange­sichts des sich for­mie­ren­den Wider­stands müs­sen die Ver­ant­wort­li­chen in der GWG/HGO befürch­ten, dass es dies­mal eng wer­den könn­te. Sie reagier­ten prompt: Erst ver­wei­ger­ten sie den Oppo­si­tio­nel­len Ein­blick in die Mit­glie­der­lis­te, um ihnen Kon­takt­auf­nah­me und Schul­ter­schluss mit ande­ren Mit­glie­dern zu erschwe­ren. Letz­tens unter­zeich­ne­ten sie gemein­sam einen Brief, der in der ver­gan­ge­nen Woche an alle GWG-Mit­glie­der geschickt wur­de:

Ganz im Stil der alten Zeit wer­den dort wie­der Fron­ten gegen even­tu­el­le Kri­ti­ker auf­ge­baut: „Seit eini­gen Wochen wird zu Unrecht ver­sucht, unse­re GWG in ein schlech­tes Licht zu rücken“, heißt es in dem Schrei­ben. „Wir bit­ten Sie, las­sen Sie sich nicht durch Paro­len ver­un­si­chern, die in letz­ter Zeit ver­brei­tet wur­den. Las­sen Sie uns gemein­sam wei­ter für ein ech­tes Juwel in der Stadt Oppen­heim zusam­men­ste­hen – unse­re Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft.“

Wor­an erin­nert uns nur die­ses Schrei­ben und die­se Spra­che? Genau: Exakt im glei­chen Stil for­mu­lier­te frü­her Mar­cus Held, wenn er sich in die Enge getrie­ben wähn­te. Ein Bei­spiel aus sei­ner SPD-Pos­til­le, die er vor weni­gen Mona­ten ver­öf­fent­lich­te (damals ging’s um die Tou­ris­mus GmbH):

Mehr als nur unsach­li­che und zum Teil auch geschäfts­schä­di­gen­de sowie per­sön­lich dif­fa­mie­ren­de Dar­stel­lun­gen, die in den sozia­len Medi­en durch einen angeb­lich neu­tra­len Jour­na­lis­ten seit Wochen in Oppen­heim und Umge­bung ver­brei­tet wer­den…“

Die Ver­mu­tung, dass Mar­cus Held – noch dazu erkrankt – den jüngs­ten GWG-Brief mit­for­mu­liert haben könn­te, wer­den die Unter­zeich­ner sicher­lich als abstrus bezeich­nen. Aber sagen sie uns denn immer die Wahr­heit?

Neuer GWG-Chef: Erst 29, unerfahren, dafür immerzu Held-Fan

Schau­en wir uns doch mal etwas genau­er an, wer heu­te dort sitzt, wo bis­lang Mar­cus Held thron­te:

Mar­co Mei­din­ger, noch kei­ne 30 Jah­re alt, ist der neue GWG-Chef und schmückt sich seit­her mit dem prot­zi­gen Titel „Vor­stands­vor­sit­zen­der“. Die loka­le Zei­tung berief sich auf eine GWG-Pres­se­mit­tei­lung, als sie Mei­din­gers Qua­li­fi­ka­ti­on für die­ses ver­ant­wor­tungs­vol­le Amt mit sei­ner Aus­bil­dung zum Bank­kauf­mann benann­te. Kri­ti­sches Hin­ter­fra­gen und ein paar Recher­chen hät­ten auch dies­mal wie­der inter­es­san­te Details auf­ge­deckt:

Im Inter­net stellt sich Mar­co Mei­din­ger als Per­sön­li­cher Refe­rent von Mar­cus Held vor.

Mei­din­ger hat in sei­ner kur­zen Berufs­lauf­bahn eine mehr als wech­sel­vol­le Kar­rie­re hin­ter sich gebracht: Gleich nach einer Leh­re bei der loka­len Volks­bank, so ver­brei­te­te er selbst in sozia­len Netz­wer­ken, absol­vier­te er ein Prak­ti­kum bei einem Inter­net-Anbie­ter namens EDVnotruf24 (den gibt’s nicht mehr). Danach mach­te er sich mit einer Fir­ma namens „MM Büro­ser­vice“ selb­stän­dig, die wohl auch nicht rich­tig lief. Nächs­te Stu­fe der „Karriere“-Leiter: Er wur­de stell­ver­tre­ten­der Abtei­lungs­lei­ter des Tou­rist- und Fest­spiel­bü­ros in Oppen­heim. Danach nann­te er sich voll­mun­dig „Ver­triebs­re­prä­sen­tant“, als sol­cher arbei­te­te für die Eis­mann Tief­kühl-Heim­ser­vice GmbH.

Sei­nen aktu­el­len Beruf gibt der paus­bä­cki­ge 29-Jäh­ri­ge in diver­sen Inter­net-Netz­wer­ken noch immer mit „Per­sön­li­cher Refe­rent bei Mar­cus Held, MdB“ an. Seit 2013 sei er das, schreibt er dazu. Dem SPD-Bun­des­po­li­ti­ker zeig­te er sich in all den Jah­ren stets engs­tens ver­bun­den: Mei­din­ger saß im so genann­ten Held-Kom­pe­tenz­team, er lei­te­te das Wahl­kreis­bü­ro des Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten, er saß neben ihm im SPD-Vor­stand Rhein-Selz…

Viel gehört hat man von Mei­din­ger in all den Jah­ren nicht. Seit der Auf­de­ckung des Oppen­heim-Skan­dals auf die­ser Web­sei­te mach­te er nur ein ein­zi­ges Mal von sich reden: Held hat­te sich Anfang die­ses Jah­res krank­ge­mel­det, und SPD-Mann Tors­ten Kram bean­trag­te in einer Par­tei­ver­samm­lung, dass die SPD-Stadt­rats­frak­ti­on Scha­dens­er­satz­an­sprü­che gegen den Poli­ti­ker prü­fen sol­le. Das wur­de mehr­heit­lich abge­lehnt, wor­auf­hin Mar­co Mei­din­ger einen neu­en Antrag stell­te: Man möge dem erkrank­ten Held gute Gene­sung wün­schen. Die­ser Antrag wur­de ange­nom­men.

Die Fra­ge muss erlaubt sein: Was – außer einer unter­wür­fig anmu­ten­den Held-Anhäng­lich­keit – befä­higt und berech­tigt den uner­fah­re­nen 29-Jäh­ri­gen zum Vor­stands­vor­sitz eines Immo­bi­li­en-Unter­neh­mens, das sich in gro­ßen, viel­leicht sogar exis­ten­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten befin­det? In sei­ner Vita sind jeden­falls kei­ner­lei Hin­wei­se auf eine beson­de­re Befä­hi­gung zu fin­den, und auch Bekann­te und Freun­de schüt­teln rat­los den Kopf: null Ahnung!

Kann so ein Jung­spund wirk­lich Macher und Kri­sen­ma­na­ger eines Woh­nungs­bau­kon­zerns mit mehr als 250 Woh­nun­gen sein? Oder ist er viel­leicht nur eine Mario­net­te?

Krethe ist da – und versucht üblen Taschenspielertrick

An Mei­din­gers Sei­te steht seit weni­gen Wochen ein Mann, der erst vor kur­zem und auch ganz über­ra­schend in Oppen­heim auf­tauch­te: Gerald Küm­mer­le lös­te als Vor­stands­mit­glied den schon recht betag­ten Franz Kram ab, der sein Amt nach dem Held-Rück­tritt abgab.

Küm­mer­le war auch zuvor schon im Immo­bi­li­en­sek­tor tätig, er arbei­te­te zuletzt für einen Kon­zern, dem 85.000 Woh­nun­gen in Deutsch­land gehö­ren. Dass die­ses Unter­neh­men in ein­schlä­gi­gen Inter­net­por­ta­len nicht gera­de bes­tens abschnei­det (ein Kom­men­ta­tor: „Ver­mie­tung des Grau­ens“), ist sicher­lich nicht Küm­mer­le anzu­las­ten. Der soll­te aber den GWG-Mit­glie­dern wenigs­tens die­se Fra­gen beant­wor­ten: War­um gibt ein Mann sei­nen Job im gro­ßen Ber­lin bei einem welt­weit agie­ren­den Kon­zern auf – für die Pro­blem-Bau­stel­le HGO im klei­nen Oppen­heim? Wer hat ihn gelockt – und mit wel­chen Ver­spre­chun­gen?

Das unglei­che Gespann Meidinger/Kümmerle sorg­te zuletzt mit einer äußerst dubio­sen Per­so­nal-Ent­schei­dung für Auf­se­hen: Es hol­te im Ver­bund mit dem Auf­sichts­rat Hel­mut Kre­the als drit­tes Mit­glied in den Vor­stand.

Aus­ge­rech­net Kre­the! Der zwei­te Bei­geord­ne­te im Rat­haus, der vor weni­gen Jah­ren vom enga­gier­ten CDU-Vor­sit­zen­den (und als sol­cher sogar aus­ge­späht über den Schufa-Account der GWG) zum inni­gen Held-Fan mutiert war, hat in der Ver­gan­gen­heit wie­der­holt mit aller­lei juris­ti­schen Ver­laut­ba­run­gen für schwe­re Irri­ta­tio­nen gesorgt: Tou­ris­mus GmbH, Betei­li­gungs­be­rich­te, pri­va­ti­sier­te Park­plät­ze und eini­ges mehr – es bleibt erstaun­lich, wie der spät­be­ru­fe­ne Jurist es immer wie­der schafft, mit sei­nen vor­geb­lich fach­kun­di­gen Exper­ti­sen regel­mä­ßig total krass dane­ben zu lie­gen.

Unlängst, bei der Pro­kla­ma­ti­on sei­nes neu­en 450-Euro-Jobs bei der GWG, stol­per­te er schon wie­der: Via Lokal­zei­tung teil­te er mit, dass man über Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen gegen Held noch nicht ent­schie­den habe. Kre­thes über­ra­schen­de Begrün­dung: HGO und GWG unter­lä­gen der „gesetz­li­chen Prü­fungs­pflicht durch einen genos­sen­schaft­li­chen Prüf­ver­band, der die Geschäf­te der Woh­nungs­bau­un­ter­neh­men unab­hän­gig zu unter­su­chen hat“. Erst wenn der Prüf­be­richt vor­lie­ge, wür­den GWG und HGO über das wei­te­re Vor­ge­hen ent­schei­den.

Juris­ti­sche Exper­ten lasen das und ver­mu­ten ange­sichts der hek­tisch anbe­raum­ten Mit­glie­der­ver­samm­lung Taschen­spie­ler­tricks der übels­ten Sor­te:

In der Tat, die Pflicht­prü­fung nach § 53 Abs. 1 Satz 2 Genos­sen­schafts­ge­setz umfasst neben der Ver­mö­gens­la­ge auch die Geschäfts­füh­rung der Genos­sen­schaft. Frei­lich: „Ansprü­che aber kön­nen nicht nur, son­dern sie müs­sen – vor allem vor dem Hin­ter­grund eines dro­hen­den Ver­jäh­rungs­ein­tritts – unver­züg­lich gel­tend gemacht wer­den, wenn sie, wie hier, indi­ziert sind“, sagt ein Fach­mann, „da braucht man kei­ne Prü­fung abzu­war­ten“.

Gänz­lich scho­ckie­rend für Fach­leu­te aber ist fol­gen­des: Wäh­rend der nicht vor­lie­gen­de Prü­fungs­be­richt einer­seits als Ali­bi dafür her­hal­ten soll, dass über die Gel­tend­ma­chung von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen nicht ent­schie­den wer­den kön­ne, wird gleich­zei­tig – trotz feh­len­den Prü­fungs­be­richts – die Ent­las­tung von Vor­stand und Auf­sichts­rat vor­ge­schla­gen! Dazu muss man wis­sen:

Es fehlt damit nicht nur an einer für die Ent­las­tungs­ent­schei­dung maß­ge­ben­den Grund­la­ge. Nein! Die begehr­te Ent­las­tung wür­de die Chan­cen der Genos­sen­schaft auf die spä­te­re Gel­tend­ma­chung von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen prak­tisch voll­stän­dig ver­ei­teln!

Der Exper­te macht dar­auf auf­merk­sam: Bei der Ent­las­tung von Vorstand/Geschäftsführung soll­te aller­größ­te Zurück­hal­tung gebo­ten sein! Die Ent­las­tung sei ent­we­der zu ver­wei­gern – oder aber die Ent­schei­dung dar­über sei solan­ge aus­zu­set­zen, bis der Prü­fungs­be­richt vor­lie­ge: Ansons­ten wür­de Mar­cus Held für all sei­ne Unta­ten „ein Per­sil­schein aus­ge­stellt“.

Held soll, geht’s nach den Vor­stel­lun­gen der neu­en Ver­ant­wort­li­chen, ent­las­tet wer­den, und das wohl auch noch mög­lichst schnell: Für die­sen Plan spricht auch die unge­wöhn­li­che Hast bei der Ter­mi­nie­rung der Mit­glie­der­ver­samm­lung. Nicht ein­mal die Amts­ein­füh­rung des neu­en Stadt­bür­ger­meis­ters Wal­ter Jertz war­te­te man ab, obwohl der als Ver­tre­ter der Stadt sicher ger­ne gekom­men wäre (und ver­mut­lich auch ein paar inter­es­sier­te Fra­gen gestellt hät­te). „Mut­maß­lich wol­len Kre­the und Kon­sor­ten hier mit der schnel­len Ent­las­tung von Vor­stand und Auf­sichts­rat Fak­ten schaf­fen“, sagt ein Beob­ach­ter.

Beim Thema HGO zeigt sich die GWG sehr wortkarg

Dass die GWG/HGO in unru­hi­ges, viel­leicht sogar gefähr­li­ches Fahr­was­ser gera­ten sind, ist natür­lich zu aller­erst ein Ver­sa­gen von Mar­cus Held, der als GWG-Vor­stand und HGO-Geschäfts­füh­rer alle Macht und Ent­schei­dun­gen an sich geris­sen hat­te. Es lässt aber dar­über hin­aus auch Rück­schlüs­se auf die Qua­li­tät des Auf­sichts­ra­tes zu:

In dem Gre­mi­um, das die ope­ra­ti­ve Arbeit des Vor­stands kon­trol­lie­ren und über­wa­chen müss­te, fin­den wir die Namen von Klaus Wald­schmidt (Vor­sit­zen­der), Rudolf Baum­gar­ten, Andrea Bunk und Mar­kus Krä­mer. Die­se Herr­schaf­ten sind uns alle­samt bes­tens bekannt durch diver­se SPD-Akti­vi­tä­ten, eine schier unver­brüch­li­che Treue zum frü­he­ren SPD-Bür­ger­meis­ter – sowie ein fes­tes, bis­wei­len auch lukra­ti­ves beruf­li­ches Ein­ge­bun­den­sein in das Sys­tem Held. Rich­tig ver­blüf­fend ist es also nicht, dass sie Held bei der GWG/HGO unge­hin­dert wal­ten und schal­ten lie­ßen, wie es ihm gefiel.

Und jetzt sol­len die­se Herr­schaf­ten den GWG/H­GO-Kar­ren aus dem moras­ti­gen Dreck zie­hen? Wie soll das funk­tio­nie­ren? Vor allem die HGO steckt ganz tief drin: Ihr Enga­ge­ment im Fall Gra­din­ger hat die aktu­el­len Kri­se aus­ge­löst. Wenn sich am Diens­tag die GWG-Mit­glie­der zusam­men­fin­den, sol­len sie gleich­wohl über die HGO offen­bar mög­lichst wenig erfah­ren. Im GWG-Geschäfts­be­richt 2017 heißt es kurz und knapp:

Das Geschäfts­jahr 2017 war für die HGO, die im Jahr 2011 gegrün­de­te Toch­ter­ge­sell­schaft der Gemein­nüt­zi­gen Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft eG, erneut ein sehr arbeits­in­ten­si­ves Jahr. Des wei­te­ren war die HGO auch im Geschäfts­jahr als Haus­ver­wal­ter für sie­ben Wohn­ob­jek­te in Oppen­heim tätig.“

So wort­karg gibt sich nur, wer mit der gan­zen Wahr­heit nicht her­aus­rü­cken will. Dabei hat sich längst her­um­ge­spro­chen: Die HGO steckt bis zum Hals in Schwie­rig­kei­ten. Das Unter­neh­men (Lei­tung damals: Mar­cus Held) hat­te sich gegen­über der Stadt (Lei­tung damals: Mar­cus Held) ver­pflich­tet, das Gra­din­ger-Grund­stück zu kau­fen – und zwar zu einem Preis, der sich aus zwei Tei­len zusam­men­setzt: Ein­mal 580.000 Euro – die­se Sum­me (ein­schließ­lich Cour­ta­ge für Mak­ler Erich Men­ger) zahl­te die Stadt dem alten Gra­din­ger für sein her­un­ter­ge­kom­me­nes Möbel­haus im Kautz­brun­nen­weg. Dazu soll­te die HGO die Abriss­kos­ten über­neh­men, die laut einer frü­he­ren Aus­sa­ge von Held nur rund 300.000 Euro betra­gen soll­ten, vom beauf­trag­ten Unter­neh­men dann mit 590.000 Euro taxiert wur­den – und inzwi­schen auf über eine Mil­li­on Euro ange­wach­sen sind (wobei die End­ab­rech­nung noch nicht vor­liegt).

Wir haben die gan­ze Gra­din­ger-Geschich­te wie­der­holt aus­führ­lich doku­men­tiert (hier zum Bei­spiel, hier und auch hier). 44 Woh­nun­gen hat­te der frü­he­re Stadt­bür­ger­meis­ter noch vor weni­gen Jah­ren ver­spro­chen, der größ­te Teil soll­te sozi­al­ver­träg­lich ver­mie­tet wer­den. Bereits im letz­ten Jahr hat­ten wir geschrie­ben: Helds Reden vom sozia­len Woh­nungs­bau sei nur Polit-Getö­se; wahr­schein­li­cher sei, dass ein Groß­teil der geplan­ten Woh­nun­gen ver­kauft wer­de – was Held wohl erst nach der Bun­des­tags­wahl ein­ge­ste­hen wer­de.

Held hat’s nie ein­ge­stan­den, im Gegen­teil: Er ging Kri­ti­ker und Zweif­ler, wie gewohnt, fron­tal an. Noch in sei­nem letz­ten SPD-Stadt­ma­ga­zin, das vor gut sechs Mona­ten erschien, schrieb er:

Damit (mit dem Gra­din­ger-Neu­bau) ent­steht am Ende für die Vor­stadt ein wei­te­rer neu­er Blick­punkt, der die Attrak­ti­vi­tät des Umfel­des deut­lich stei­gern wird. Außer­dem pas­siert dies, ohne dass der Stadt Oppen­heim auch nur ein ein­zi­ger Euro Kos­ten ent­steht. Es wäre wirk­lich fair und ange­mes­sen, wenn dies ein­mal von den poli­ti­schen Geg­nern zur Kennt­nis genom­men und aner­kannt wür­de.

Kei­ne drei Mona­te spä­ter ver­schwand der SPD-Stadt­bür­ger­meis­ter in der Ver­sen­kung – und jetzt lesen wir im neu­en GWG-Geschäfts­be­richt:

Die jet­zi­ge Geschäfts­füh­rung hat sich aber dazu ent­schlos­sen, alle Wohn­ein­hei­ten dem Markt zur Ver­fü­gung zustel­len und nicht wie bis­her geplant die unte­ren bei­den Stock­wer­ke der Mut­ter­ge­sell­schaft zur Bil­dung von Miet­woh­nun­gen zu über­ge­ben. Die­se Pro­jekt­va­ri­an­te sehen wir als bes­te Ver­si­on zu einer Rea­li­sie­rung an.“

Heißt: Helds voll­mun­di­ge Reden von sozia­lem Woh­nungs­bau sind zer­platzt wie Sei­fen­bla­sen. Preis­güns­ti­ge Miet­woh­nun­gen in Oppen­heims Vor­stadt? Ja, damit hat­te der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Mar­cus Held jah­re­lang die Men­schen gekö­dert. Und nein, es wird die­se Woh­nun­gen nie und nim­mer geben: Wenn die HGO eines Tages das Mehr­fa­mi­li­en­haus mit 32 (statt ursprüng­lich geplan­ter 44) Woh­nun­gen gebaut haben soll­te, wird sie sämt­li­che Woh­nun­gen ver­kau­fen. Ver­kau­fen müs­sen: Ansons­ten ist eine Kos­ten­de­ckung offen­bar völ­lig aus­sichts­los, und die HGO müss­te hohe Ver­lus­te hin­neh­men.

Und dabei ist noch gar nicht sicher, ob der Ver­kauf selbst aller Woh­nun­gen die exor­bi­tan­ten Aus­ga­ben der HGO über­haupt wie­der ein­spielt. Zeit­wei­lig hat­te ein Main­zer Mak­ler­bü­ro (Peter Ammann, sei­ner­zeit stell­ver­tre­ten­der Oppen­hei­mer SPD-Vor­sit­zen­der und guter Held-Freund, arbei­tet dort) die Woh­nun­gen im Inter­net ange­bo­ten – für sagen­haf­te 3500 Euro pro Qua­drat­me­ter. Ange­sichts des Bau­plat­zes direkt neben einer viel befah­re­nen und zuneh­mend von Güter­ver­kehr fre­quen­tier­ten Bahn­stre­cke war das ein hor­ren­der Preis, der von Fach­leu­ten als völ­lig über­zo­gen ein­ge­schätzt wur­de. Nach­dem wir dar­über berich­tet hat­ten, nahm Ammann sein Ange­bot schleu­nigst aus dem Inter­net…

Der GWG-Geschäftsbericht: Viele Sprüche, wenig Substanz

Doku­men­tiert: Der Geschäfts­be­richt 2017 der GWG Oppen­heim.

Blät­tern wir noch ein wenig im 21-sei­ti­gen Geschäfts­be­richt 2017: Wir lesen, dass die GWG der­zeit über 257 Woh­nun­gen, 30 Gara­gen und 105 Park­plät­zen ver­fügt. Dass im letz­ten Jahr 172.639 Euro in die Moder­ni­sie­rung gesteckt wur­den, was rein rech­ne­risch rund 670 Euro pro Woh­nung macht und im Geschäfts­be­richt so kom­men­tiert wird:

Durch die­se umfas­sen­den Maß­nah­men erfah­ren die Immo­bi­li­en der GWG wei­te­re Wert­stei­ge­run­gen in ihrer Bau­sub­stanz.“

An ande­rer Stel­le heißt es:

Durch die ste­ti­gen Inves­ti­tio­nen und Ver­bes­se­run­gen des Woh­nungs­be­stan­des erfah­ren die Immo­bi­li­en unse­rer Genos­sen­schaft nach­hal­ti­gen Wert­zu­wachs ver­bun­den mit einem Ertrags­zu­wachs bei Neu­ver­mie­tung.“

Naja, Papier ist bekannt­lich gedul­dig, das sind wohl eher die übli­chen Sprü­che. Bei genaue­rem Hin­se­hen stel­len sich dann doch eini­ge Fra­gen:

  • Wie kön­nen Inves­ti­tio­nen von 670 Euro je Wohn­ein­heit einen „nach­hal­ti­gen Wert­zu­wachs“ tra­gen?
  • Wie kann man von „Ertrags­zu­wachs“ reden, wenn an ande­rer Stel­le die durch­schnitt­li­che Net­to­kalt­mie­te für GWG-Woh­nun­gen mit nur sechs Euro pro Qua­drat­me­ter ange­ge­ben wird?
  • Der Jah­res­ge­winn ging deut­lich zurück – von 118.537 (in 2016) auf nur noch 35.363 Euro (in 2017). Ein Teil der Erklä­rung fin­det sich in der Rubrik „Löh­ne und Gehäl­ter“, die um fast 50.000 Euro (auf 364.474 Euro) ange­stie­gen sind. 2017 war Küm­mer­le, der sei­nen Job bestimmt nicht für 450 Euro macht, noch gar nicht an Bord: Wer hat denn da plötz­lich abkas­siert?
  • Unter „Aus­lei­hun­gen an ver­bun­de­nen Unter­neh­men“ (damit kann nur die HGO gemeint sein) wer­den 359.500 Euro genannt. Wofür braucht die HGO plötz­lich so viel Geld von der Mut­ter­ge­sell­schaft? Kein Wort dazu in Lage­be­richt und Anhang: Viel­sa­gen­des Nichts­sa­gen!
  • War­um weist der Geschäfts­be­richt 25.455,38 Euro als Prü­fungs­kos­ten aus, wenn der Geschäfts­be­richt doch gar kei­nen Hin­weis auf das Ergeb­nis einer Prü­fung ent­hält und kei­nem Mit­glied ein Prü­fungs­be­richt zu Ver­fü­gung steht?
  • Gera­de ange­sichts des feh­len­den Hin­wei­ses auf den Prü­fungs­be­richt stellt sich die Fra­ge: War­um sol­len die GWG-Mit­glie­der jetzt hopp­la-hopp für eine Ent­las­tung des Vor­stands und des Auf­sichts­rats votie­ren? Wäre es nicht gebo­ten, mit der Ent­schei­dung über die Ent­las­tung zu war­ten, bis der Prüf­be­richt für das Geschäfts­jahr 2017 vor­liegt?

Hunderttausende könnte sich die GWG von Held holen

Es gibt also noch vie­le Fra­gen, die das neue Füh­rungs­duo/-trio beant­wor­ten müss­te. Und dann natür­lich auch die Fra­ge, wie die Sache mit Mar­cus Held wei­ter­ge­hen soll: Soll er gera­de­ste­hen für das, was er bei der GWG/HGO alles ange­rich­tet hat? Muss er den Scha­den, der in die Hun­dert­tau­sen­de geht, wie­der­gut­ma­chen? Oder will die GWG/H­GO-Füh­rung dar­auf ver­zich­ten – durch eine schnel­le Ent­las­tung, aus alter Ver­bun­den­heit mit Held, aber zum Scha­den der Genos­sen­schaft, ihrer Toch­ter­ge­sell­schaft HGO und zum Nach­teil der vie­len Mit­glie­der?

Es hat sich, Stand heu­te, schon so eini­ges ange­sam­melt, was man bei Held ein­for­dern könn­te und müss­te:

Als SPD-Stadt­bür­ger­meis­ter kauf­te Held das Gra­din­ger-Grund­stück und ver­kün­de­te stets, alle Kos­ten wür­de beim Wei­ter­ver­kauf von der GWG/HGO (Chef: Mar­cus Held) über­nom­men. Als die Abriss­kos­ten des alten Möbel­la­gers uner­war­tet explo­dier­ten, ent­hüll­ten wir auf die­ser Web­sei­te, dass die Stadt auf einen Teil der Kos­ten sit­zen­blei­ben wer­de: Die Ver­trä­ge, die Held abge­schlos­sen hat­te und streng unter Ver­schluss hielt, wie­sen gra­vie­ren­de Lücken auf.

In einer Geheim­ak­ti­on jus­tier­te Held bei der Kos­ten­tra­gung nach, was wir aller­dings eben­falls erfuh­ren und auf­deck­ten. Das rief spä­ter die Staats­an­walt­schaft Mainz auf den Plan: Held hat­te zu Las­ten der HGO die unli­mi­tier­te Über­nah­me zusätz­li­cher Kos­ten beim Gra­din­ger-Objekt ein­fach akzeptiert­ – ein­deu­tig ein Ver­stoß gegen sei­ne Treue­pflich­ten als Geschäfts­füh­rer nach dem GmbH-Gesetz. Der GWG/HGO ist dadurch ein Ver­mö­gens­nach­teil von bis­lang min­des­tens 200.000 Euro ent­stan­den. Die Staats­an­walt­schaft zu die­ser Ver­mö­gens­be­schä­di­gung: Ver­dacht der Untreue. Zivil­recht­li­che Fol­ge: Scha­dens­er­satz!

Spä­ter kauf­te Held im Gewer­be­ge­biet Ket­te-Saar eine leer­ste­hen­de Gewer­be­im­mo­bi­lie, ließ im Bebau­ungs­plan ein Misch­ge­biet aus­wei­sen – und ver­kauf­te Grund­stück und Gebäu­de nur weni­ge Mona­te spä­ter an das Hilfs­werk Zoar mit einem Gewinn von rund 400.000 Euro (hier).

Als Pri­vat­mann durf­te Held die­ses Geschäft machen. Als Poli­ti­ker war die blitz­schnel­le Geld­ver­meh­rung zumin­dest anrü­chig, noch dazu zu Las­ten einer gemein­nüt­zi­gen Ein­rich­tung. Als dem Wett­be­werbs­ver­bot unter­lie­gen­der Geschäfts­füh­rer der HGO aber hat Mar­cus Held – so sieht es ein Jurist – sei­ner eige­nen Gesell­schaft „Scha­den in Form einer ver­hin­der­ten Ver­mö­gens­ver­meh­rung“ zuge­fügt. Die Staats­an­walt­schaft hat den Fall geprüft und sieht vor­erst kei­nen straf­recht­li­chen Ansatz. Aber: Zivil­recht­lich müss­te die HGO auch in die­sem Fall gegen Held vor­ge­hen, weil er pflicht­wid­rig sei­ne pri­va­ten Inter­es­sen denen der HGO vor­an­ge­stellt hat, indem er gegen das Wett­be­werbs­ver­bot ver­stieß, dem er als Geschäfts­füh­rer unter­lag.

Wenn der Vor­stand – Mei­din­ger, Küm­mer­le und Kre­the – auf eine Scha­dens­er­satz­kla­ge ver­zich­ten, müss­te der GWG-Auf­sichts­rat ein­grei­fen. Reagiert auch der nicht, könn­ten GWG-Mit­glie­der ihren Auf­sichts­rat ver­kla­gen…

Dann wird’s eben­so bri­sant wie pikant: Die Stadt ist Anteils­eig­ner der GWG, ihr ist ein Scha­den in Form eines antei­li­gen gerin­ge­ren Bilanz­ge­winns ent­stan­den. Der neue Stadt­bür­ger­meis­ter Wal­ter Jertz, der ver­spro­chen hat, im Rat­haus auf­zu­räu­men, müss­te ein­grei­fen – und unter ande­rem gegen den GWG-Auf­sichts­rat vor­ge­hen.

Oppen­hei­mer Ver­hält­nis­se. Es bleibt span­nend in die­ser Stadt!

12 Gedanken zu „GWG-Mitgliederversammlung: Es droht eine Schlammschlacht!

  1. BMS

    M.H. kann man wahr­schein­lich nur dann stop­pen, wenn die Men­schen wie­der auf die Stra­ße gehen und ihn öffent­lich­keits­wirk­sam in ste­ter Regel­mä­ßig­keit auf­for­dern, end­lich sein Bun­des­tags­man­dat nie­der­zu­le­gen. Mei­ne Per­son, und geht man mit offe­nem Ohr durch unse­ren Wahl­be­zirk, auch vie­le Ande­re möch­ten nicht durch die­se Per­son im Bun­des­tag ver­tre­ten wer­den. Auch soll­te man die SPD fra­gen, wann das „Auf­räu­men“ und der „sau­be­re Neu­an­fang“ beginnt und was sie dazu bei­tra­gen will. Eine Wie­der­wahl der SPD wird es unter den gege­be­nen Umstän­den in unse­rer Fami­lie nicht geben.

  2. Frieder Zimmermann

    Er ist wie­der da“ heißt ein 2012 erschie­ne­ner Roman von Timur Ver­mes. In Oppen­heim ange­sie­delt müss­te eine ent­spre­chen­de Sto­ry „Er ist noch da“ hei­ßen. Haupt­fi­gur wäre Mar­cus Held. Die Geschich­te wür­de von einem demis­sio­nier­ten Allein­herr­scher han­deln, der sich zwar in die inne­re Emi­gra­ti­on zurück gezo­gen hat, der­weil aber unver­än­dert das Spiel kon­trol­liert. Eine Real­sa­ti­re, weil das Gan­ze nicht ver­deckt geschieht, nicht heim­lich, son­dern offen, trot­zig, dreist, ohne dass die For­de­run­gen nach Auf­klä­rung, Trans­pa­renz, Rechen­schaft, Süh­ne und Wie­der­gut­ma­chung auch nur ansatz­wei­se erfüllt wür­den.

    Im Gegen­teil: Es wird eine Art Vor­ver­ur­tei­lung im posi­ti­ven Sin­ne vor­ge­nom­men. Der Mann gegen den die Staats­an­walt­schaft ermit­telt, der mut­maß­lich für Geschäf­te ver­ant­wort­lich ist, die HGO und in der Kon­se­quenz GWG in arge Bedrä#ngnis brin­gen kön­nen, wird in demo­kra­ti­scher Abstim­mung ent­las­tet. Mehr noch: Sein treu­es­ter Vasall und Zuschlä­ger wird in den GWG-Auf­sichts­rat gewählt. „Unfass­bar“ nennt das der geläu­ter­te AZ-Lands­kro­ne-Kom­men­ta­tor, der Helds Macht­ap­pa­rat vor noch nicht all­zu lan­ger Zeit ger­ne durch die rosa­ro­te Bril­le sah. End­lich, möch­te man stöh­nen. Doch der Vor­gang zeigt, dass das Sys­tem Held auch die Beob­ach­tung durch eine kri­ti­sche Press­se nicht scheut. Sit­tig im Auf­sichtrs­rat, Mei­din­ger und Kre­the im Vor­stand – da ist Mar­cus Held gleich drei­mal ver­tre­ten. Wobei der Auf­sichts­rat, der sei­nen Namen nicht ver­dient, sowie­so schon auf den ehe­ma­li­gen Gro­ßen Vor­sit­zen­den ein­ge­schwo­ren war und ist.

    Er ist noch da“, das ist auch eine War­nung vor der Illu­si­on, das Demo­kra­tie per se immer gut und rich­tig ist, dass Mehr­heits­ent­schei­dun­gen immer gut und rich­tig sind und dass Mehr­heit vor Recht geht. „Die dümms­ten Käl­ber wäh­len ihre Metz­ger sel­ber“ ist ein alter Sinn­spruch, der die­se War­nung auf­greift. Der Unter­schied zwi­schen Oppen­heim und der Augs­bur­ger Pup­pen­kis­te ist, dass man in Augs­burg nicht weiß, wer das Spiel­kreuz, an dem die Fäden mit den Mario­net­ten dran hän­gen. in der Hand hat. In Oppen­heim weiß man das und lässt den Strppen­zie­her gewäh­ren. Unfass­bar!

  3. Markus Mahlerwein

    Gera­de las ich in der AZ Lands­kro­ne den Bericht über die GWG-Ver­samm­lung am Diens­tag und die Ergeb­nis­se.

    Mei­ne Erwar­tun­gen wur­den, ehr­lich gesagt, voll und ganz erfüllt.
    Über die wie auch immer gear­te­ten Mit­tel und Metho­den, mit denen Held und Kon­sor­ten die­se Num­mer in wohl alt­be­kann­ter Manier abge­zo­gen haben, um sich selbst zu „ent­las­ten“, mag ich nicht ein­mal spe­ku­lie­ren. Aller­dings wer­de ich das Gefühl nicht los, wenn das „Wie“ bekannt wird (und das wird es), müß­te ich mich ganz erheb­lich ekeln.

    Gegen die­se – man­che sagen „mafiö­sen“ – Struk­tu­ren anzu­tre­ten, erfor­dert Schneid und ein gewis­ses Selbst­ver­ständ­nis, über das Held und sei­ne Jün­ger im Leben nicht ver­fü­gen wer­den.
    Daher mein Respekt für jene, die sich gegen die­ses neu­er­li­che „Sys­tem“ völ­lig zu Recht auf­ge­lehnt haben. Und ein auf­mun­tern­des „Wei­ter so!“, denn die jüngs­te Oppen­hei­mer Geschich­te zeigt, daß man mit einer gewis­sen Hart­nä­ckig­keit, Kon­se­quenz und einem lan­gen Atem auch das ver­filz­tes­te Geflecht auf­zu­bre­chen ver­mag.

    Scha­de nur, daß auch die­je­ni­gen, die sich gewehrt haben, den Preis für die Irrun­gen und Wir­run­gen ihrer „Genos­sen“ wer­den mit­be­zah­len müs­sen, wenn die bekannt eli­tä­re Cli­que in Vor­stand und Auf­sichts­rat der GWG/HGO die gan­ze Num­mer an die Wand fährt. Was ange­sichts der Akteu­re und deren Qua­li­fi­ka­tio­nen durch­aus abzu­se­hen ist.
    Die­sen „Genos­sen“ kann man nur ins Stamm­buch schrei­ben:
    Nur die aller­dümms­ten Käl­ber wäh­len ihren Metz­ger sel­ber.
    Und das habt ihr ganz fein hin­ge­kriegt. Glück­wunsch.

    • Markus Haase

      Hof­fen wir mal, daß uns M. H. 2019 nicht wie­der von den Wahl­pla­ka­ten anlä­chelt. Es scheint ja noch genug, von den „aller­dümms­ten Käl­ber“, die ihren Metz­ger selbst wäh­len, zu geben.

  4. Peter Bemmann

    Nach­dem jetzt die Abstim­mungs­er­geb­nis­se der GWG Mit­glie­der­ver­samm­lung bekannt sind, muss man wohl davon aus­ge­hen, dass am Ende in der Sache GWG, Gra­din­ger-Abriss etc. alles im Sand ver­läuft. Es scheint wirk­lich so, dass Filz und Vet­tern­wirt­schaft kaum aus­zu­mer­zen sind.

    Vor Mona­ten ließ die SPD Mainz-Bin­gen noch ver­lau­ten, dass sie so sehr ent­setzt sei. Ich mei­ne mich auch dar­an zu erin­nern, dass man „auf­räu­men“ und für einen sau­be­ren Neu­an­fang sor­gen woll­te. Für mich sieht das aber weder nach ordent­li­chem Auf­räu­men noch nach einem sau­be­ren Neu­an­fang aus.

    Am Ende bewahr­hei­tet sich, was der Bote des Bun­des­ta­ges (Jür­gen Dietz) immer zum Abschluß sei­ner Reden sprach:

    Deutsch­land, Deutsch­land über alles,
    über alles wächst mal Gras.
    Ist das Gras so’n Stück gewach­sen,
    frisst’s ein Schaf und sagt: Das war’s.“

  5. CHE

    Von Herrn Mah­l­er­wein neh­me ich die Bezeich­nung „Maul­held“ auf und wei­se auf den Inter­net­auf­tritt des MdB Mar­kus Held hin:
    Über die App des Bun­des­ta­ges kommt der inter­es­sier­te Wäh­ler zu Held, Mar­kus. Dann in sei­ne Bio­gra­fie, wei­ter zu Punkt 2, Anga­ben: Hier erfährt der Leser, dass MdB MH bei der GWG immer noch Mit­glied des Vor­stan­des ist, immer noch Geschäfts­füh­rer der HGO. Für die Stadt Oppen­heim immer noch Bür­ger­meis­ter, Stu­fe 1, beim Zivil­hos­pi­tal immer noch Vor­sit­zen­der der Stif­tungs­kom­mis­si­on, und für die VG ist MH noch Hal­len­bad­be­auf­trag­ter!
    Das ist der Inter­net­auf­tritt des Maul­hel­den und ich füge hin­zu und des Hoch­stap­lers MH, MdB!
    Auch etwas für Juris­ten…?

  6. Frieder Zimmermann

    Machen wir uns nichts vor. Die Kara­wa­ne zieht wei­ter. Der Bür­ger­pro­test hat in Oppen­heim zwar den selbst­herr­li­chen Mar­cus Held aus den ört­li­chen Ämtern geho­ben. Er ist nicht mehr offi­zi­ell und amt­lich, aber phy­sisch noch da. Er mag krank sein, aber nicht so krank, dass er nicht die Strip­pen zie­hen könn­te, an denen nach wie vor sei­ne Mario­net­ten hän­gen. Die Kon­stel­la­tio­nen bei GWG und HGO sind dafür sym­pto­ma­tisch.

    Das, was Mar­cus Held dem AZ-Lands­kron-Redak­teur für die Aus­ga­be vom 12.02.2016 in den Schreib­block notier­te, besteht bis heu­te: Gre­mi­en, die „nie Par­tei­po­li­tik“ betrei­ben und „ganz basis­de­mo­kra­tisch“ orga­ni­siert sind, eine Kon­stel­la­ti­on, zu der der Redak­teur in sei­nem freund­li­chen Kom­men­tar dann auch kei­ne Alter­na­ti­ve erken­nen konn­te. Das gesam­te Kon­strukt aus Alt-SPD, Held, Hel­dia­nern, Günst­lin­gen und Abhän­gi­gen macht GWG und HGO zu einem Kon­glo­me­rat aus Vet­tern­wirt­schaft, Mau­sche­lei, Filz und Pro­tek­ti­on, dem nur das sozia­le Männ­tel­chen umge­hängt wird, und schon ver­stummt jede Kri­tik. Wer woll­te etwas sozi­al gebun­de­ne Woh­nun­gen sagen?

    Dabei ist aktu­ell das Pri­m­ärz­iel des Strip­pen­zie­hers, ent­las­tet zu wer­den und nicht zum Objekt von Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen zu wer­den. Und weil an den Schalt­he­beln, mit denen GWG und HGO gesteu­ert wer­den, Helds alte Vasal­len sit­zen und ihm unver­än­dert treu erge­ben sind, ste­hen die Chan­cen für ihn nicht so schlecht.

    Zu ver­mu­ten steht auch, dass die SPD-geführ­te Lan­des­re­gie­rung die Berech­ti­gung für den Lan­des­zu­schuss zum Gra­din­ger­bau­ab­riss nicht noch ein­mal prü­fen wird. Aber es gibt ja auch Oppo­si­ti­ons­frak­tio­nen im Land­tag, die in Ver­ant­wor­tung für die Steu­er­zah­ler im Land viel­leicht doch noch nach­fra­gen.

    Ich habe mir die Sei­te 9 der AZ-Lands­kro­ne vom 12.02.2016 gut auf­ge­ho­ben. Heu­te weiß ich war­um. Der Kom­men­ta­tor damals zu HGO und GWG: „legal und trans­pa­rent“, „gibt es in ande­ren Städ­ten genau­so“ und das sozio-roman­ti­sche Fazit: „Den sen­si­blen Woh­nungs­markt dem frei­en Spiel der Markt­kräf­te zu über­las­sen, das kann in Zei­ten, in denen Wohn­raum zu sozi­al­ver­träg­li­chen Prei­sen an allen Ecken und Enden fehlt, auch kei­ne Lösung sein.“

    Dann über­las­sen wir den Woh­nungs­markt doch lie­ber den Pala­di­nen eines Meis­ters der per­sön­li­chen Ver­mö­gens­bil­dung, auch wenn es auf dem Gra­din­ger­ge­län­de zu kei­ner ein­zi­gen der ver­spro­che­nen Sozi­al­woh­nun­gen kom­men wird. Shit hap­pens.

  7. Uwe Gebhardt

    Es gibt ein Urteil des LG Wies­ba­den vom 12.05.2009 (- 6 KLs – 1160 Js 26113/05), das einen ähn­li­chen Fall wie den Zoar-Deal ent­schie­den hat:
    Titel: Die Loya­li­täts­pflicht ver­bie­tet es dem Geschäfts­füh­rer grund­sätz­lich, Geschäfts­chan­cen, die der Gesell­schaft gebüh­ren, als ver­deck­tes Eigen­ge­schäft wahr­zu­neh­men.

    Viel­leicht soll­te man Herrn Kre­the auf die­se Ent­schei­dung hin­wei­sen, damit er die Inter­es­sen der Stadt in der Mit­glie­der­ver­samm­lung wahr­neh­men kann.

    In der ver­gan­ge­nen Woche war zu lesen, dass die Scha­den­er­satz­for­de­run­gen auf­grund der lau­fen­den Ermitt­lun­gen auf Eis lie­gen. Hin­sicht­lich der Ent­las­tung von Geschäfts­füh­rung und Vor­stand sol­len die lau­fen­den Ermitt­lun­gen aber kei­ne Rol­le spie­len. War­um will man in die­sem Punkt das Ergeb­nis nicht abwar­ten ?
    Ist eine Beschluss­fas­sung über die Ent­las­tung ange­sichts der lau­fen­den Ermitt­lun­gen über­haupt zuläs­sig ?

  8. Markus Haase

    Wenn kein sozia­ler Woh­nungs­bau ent­steht, wird das Land den Zuschuss zu den Abriss­kos­ten auch zurück haben wol­len.
    Oder sehe ich das falsch?

    • Markus Mahlerwein

      Das sehe ich genau­so.
      Ich wür­de sogar noch einen Schritt wei­ter gehen und Über­le­gun­gen anstel­len im Hin­blick auf einen wei­te­ren Straf­tat­be­stand, näm­lich den des Sub­ven­ti­ons­be­tru­ges.
      Die Stadt Oppen­heim, bes­ser: der Held, hat sei­ner­zeit die­sen omi­nö­sen Lan­des­zu­schuß zu den Abriß­kos­ten bean­tragt mit der Begrün­dung, daß auf dem Gra­din­ger-Gelän­de in ganz erheb­li­chem, sogar über­wie­gen­dem Umfang Sozi­al­woh­nun­gen ent­ste­hen sol­len. Das Land wie­der­um hat wohl im Wesent­li­chen unter die­sem Aspekt einen Zuschuß zumin­dest ange­kün­digt.
      Ein sol­ches Vor­ge­hen selbst hal­te ich schon für frag­wür­dig, weil ja nicht etwa die Stadt, son­dern die rein pri­va­te und gewinn­ori­en­tier­te HGO in den Genuß die­ses Zuschus­ses kom­men soll­te, obwohl die HGO selbst die­sen Zuschuß weder hät­te bean­tra­gen noch gar erhal­ten kön­nen.
      Der Held hat als BGM also im Namen der Stadt Oppen­heim beim Land Gel­der bean­tragt, die aus­schließ­lich dem Held und sei­ner HGO Vor­tei­le brin­gen.
      Und jetzt kommt – nach meh­re­ren abge­speck­ten Ver­sio­nen – her­aus, daß die HGO nicht nur den Lan­des­zu­schuß aus Steu­er­mit­teln ein­heim­sen, son­dern dar­über hin­aus auch noch kei­ne ein­zi­ge Sozi­al­woh­nung auf dem Gra­din­ger-Gelän­de mehr bau­en will.
      Das kommt der krebs­ge­schwür­ar­tig wuchern­den Ten­denz von Fir­men sicher ent­ge­gen, die Gewin­ne zu pri­va­ti­sie­ren, die Kos­ten und Las­ten aber zu sozia­li­sie­ren.
      Ein Mus­ter, das der Held nicht nur bei der HGO prak­ti­zier­te, son­dern bspw. auch bei der Tou­ris­tik GmbH, der Stadt Oppen­heim etc. . Er ist halt ein ech­ter Sozi­al­de­mo­krat und sei­ne Genos­sen in Lan­des­re­gie­rung, Staats­an­walt­schaft und Auf­sichts­be­hör­den wer­den es – wie gewohnt – schon rich­ten. Schon allein wegen der gan­zen Par­tei­spen­den, die der Held für die Par­tei aqui­riert hat.

      Dem Herrn Ruhmöl­ler kann ich im Übri­gen nur bei­pflich­ten, wenn er ins Auge sprin­gen­de Par­al­le­len zwi­schen den frü­he­ren Pam­phle­ten von Held und dem zitier­ten Schrei­ben der GWG-Gran­den und Held-Jün­ger aus­macht.
      Das ist bis in die For­mu­lie­run­gen hin­ein gleich­blei­bend nichts­sa­gend, inhalts­los und erbärm­lich. Wie der Herr, so´s Gescherr. Oder wie soll­ten die völ­lig abhän­gi­gen und höri­gen Jün­ger eines aus­ge­wie­se­nen Maul­hel­den etwas Ande­res sein oder zustan­de brin­gen?

      Apro­pos Maul­held:
      Hat­te der Held nicht in sei­ner dama­li­gen Pri­vat­pos­til­le (= AZ Lands­kro­ne) groß getönt, wenn an der Stadt Oppen­heim für das Gra­din­ger-Objekt irgend­wel­che Kos­ten hän­gen blie­ben (obwohl er ja so toll agiert hat­te), wür­de ER die­se Kos­ten der Stadt Oppen­heim erstat­ten?
      Ich sage dazu: Ein­mal Maul­held, immer Maul­held. Bis zum Beweis des Gegen­teils.

    • Werner Harth

      Es bleibt abzu­war­ten, wie wirk­sam die par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­funk­tio­nen wahr­ge­nom­men und sowohl vom Gemein­de­prü­fungs­amt bei der Kreis­ver­wal­tung als auch vom Lan­des­rech­nungs­hof unter­stützt wer­den. Könn­ten sich Wett­be­wer­ber auf das UWG beru­fen?

      BVerwG, Urteil vom 25. 4. 2012 – 8 C 18.11
      „… [31] b) Aus der Unver­ein­bar­keit der För­de­rung mit den För­der­richt­li­ni­en des beklag­ten Lan­des folgt jedoch nicht, dass sie auch rechts­wid­rig war. Die Abwei­chung von den För­der­richt­li­ni­en führt nur dann zur Rechts­wid­rig­keit des För­der­be­schei­des, wenn dar­in zugleich ein Ver­stoß gegen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz aus Art. 3 Abs. 1 GG liegt. …“

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