Neue Ermittlungen gegen Held! Auch Penzer unter Verdacht!

Im Oppen­heim-Skan­dal schlägt die Main­zer Staats­an­walt­schaft voll zu: Die Ermitt­lun­gen gegen Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held wur­den deut­lich aus­ge­wei­tet! Es geht um jede Men­ge wei­te­rer Fäl­le von Untreue, außer­dem wird dem Ver­dacht der Bestech­lich­keit nach­ge­gan­gen. Und auch Klaus Pen­zer, der Bür­ger­meis­ter der Ver­bands­ge­mein­de Rhein-Selz, ist in das Visier der Straf­ver­fol­ger gera­ten: Auch gegen ihn wird jetzt ermit­telt.

Die offi­zi­el­le Mit­tei­lung der Main­zer Staats­an­walt­schaft vom 26.01.2018.

Die Pres­se­mit­tei­lung der Staats­an­walt­schaft ist lapi­dar über­schrie­ben mit „Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen den Bür­ger­meis­ter der Stadt Oppen­heim und ande­re – Fol­ge­mit­tei­lung“. Dar­un­ter steht, ganz klein: „Aus­wei­tung der Ermitt­lun­gen“. Und genau die­ser Satz birgt hoch­ex­plo­si­ven Spreng­stoff. Denn gegen Oppen­heims Stadt­bür­ger­meis­ter wird nun­mehr zusätz­lich wegen fol­gen­der Sach­ver­hal­te ermit­telt:

  1. Mar­cus Held soll in den Jah­ren 2013 und 2014 einen von der Stadt geleas­ten Dienst­wa­gen pri­vat genutzt haben, und zwar in einem noch nicht fest­ge­stell­ten Umfang. Außer­dem soll er nach einem Ver­kehrs­un­fall bei einer Pri­vat­fahrt die Kos­ten­selbst­be­tei­li­gung in Höhe von 1.236,14 Euro nicht selbst gezahlt, son­dern aus der Stadt­kas­se begli­chen haben. Der Ver­dacht der Staats­an­walt­schaft lau­tet: Untreue. (alle Details hier)
  2. Mar­cus Held unter­zeich­ne­te am 4. März 2016 und am 17. Okto­ber 2016 die Kauf­ver­trä­ge für zwei Grund­stü­cke in Krä­mer­eck-Süd an den Inha­ber eines Gewer­be­be­trie­bes. Beim Ver­kaufs­preis blieb der Stadt­bür­ger­meis­ter unter dem vom Stadt­rat fest­ge­leg­ten Min­dest­preis; der Scha­den für die Stadt: ins­ge­samt 52.979 Euro. Auch hier lau­tet der Ver­dacht: Untreue. (Alle Details hier)
  3. Im zeit­li­chen Zusam­men­hang mit die­sen Grund­stücks-Kauf­ver­trä­gen ließ Mar­cus Held am 15. Febru­ar 2016 über sei­ne Ehe­frau bei den Grund­stücks­käu­fern den Ankauf eines Mer­ce­des abwi­ckeln. Dabei soll er güns­ti­ge­re Kon­di­tio­nen erhal­ten haben. Hier lau­tet der Ver­dacht: Bestech­lich­keit. (Alle Details hier)
  4. Mar­cus Held erließ sei­ner SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den zu Las­ten der Stadt die Zah­lung von 22.500 Euro: Die­se Sum­me wäre als Stell­platz­ab­lö­se für Feri­en­woh­nun­gen fäl­lig gewor­den, die Ste­pha­nie Kloos in ihrem Haus in der Burg­stra­ße ein­ge­rich­tet hat­te, ohne Stell­plät­ze aus­zu­wei­sen. Der Erlass die­ser For­de­rung aus dem Stell­platz­ab­lö­se­ver­trag vom 9. Dezem­ber 2016 wur­de von Held am Stadt­rat vor­bei bewirkt; der Ver­dacht der Staats­an­walt­schaft: Untreue. (Alle Details hier)
  5. Als Geschäfts­füh­rer der HGO über­nahm Mar­cus Held – unter Ver­stoß gegen sei­ne Treue­pflich­ten als Geschäfts­füh­rer nach dem GmbH-Gesetz – zusätz­li­che Abriss­kos­ten beim Gra­din­ger-Objekt. Dadurch ent­stand der GmbH ein Ver­mö­gens­nach­teil von der­zeit min­des­tens 205.640 Euro. Ver­dacht der Staats­an­walt­schaft: Untreue. (Alle Details hier)
  6. Im Krä­mer­eck ver­ein­bar­te Mar­cus Held ohne Grund die Über­nah­me von Mak­ler­ge­büh­ren für die Ver­mitt­lung von Grund­stü­cken. Es han­delt sich offen­bar um einen wei­te­ren Sach­ver­halt, der bis­lang nicht Gegen­stand des anhän­gi­gen Ermitt­lungs­ver­fah­rens war. Hier lau­tet der Ver­dacht der Staats­an­walt­schaft. Untreue.

Auch VG-Bür­ger­meis­ter Klaus Pen­zer ist im Zusam­men­hang mit dem Oppen­heim-Skan­dal jetzt ein Fall für die Jus­tiz gewor­den: Es bestün­den „zurei­chen­de tat­säch­li­che Anhalts­punk­te für ein straf­ba­res Ver­hal­ten“ der Untreue in sie­ben Fäl­len. „Die Staats­an­walt­schaft hat daher ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen ihn ein­ge­lei­tet.“

In sechs Fäl­len soll Pen­zer „trotz Kennt­nis des feh­len­den Nach­wei­ses der Rechts­grund­la­gen“ die Rech­nun­gen von Mak­lern gegen­ge­zeich­net haben „und so deren Beglei­chung ohne Rechts­grund ver­an­lasst haben, wodurch der Stadt Oppen­heim ein Scha­den in Höhe von 90.783 Euro ent­stan­den sein soll“.

Außer­dem hat auch Pen­zer sei­nen Dienst­wa­gen pri­vat genutzt, „ohne dass eine Dienst­wa­gen­ver­ein­ba­rung getrof­fen war“. Die Staats­an­walt­schaft: „Dadurch soll der Ver­bands­ge­mein­de ein Ver­mö­gens­nach­teil in Höhe von min­des­tens 6.526 Euro ent­stan­den sein.“ (Alle Details hier)

Schließ­lich wur­de noch ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Unbe­kannt ein­ge­lei­tet: Für drei Beschäf­tig­te im Tou­ris­mus­bü­ro wur­den in den Jah­ren 2013 bis 2016 ins­ge­samt 81.300 Euro gezahlt. Offen­bar wur­de die­ser Betrag zu Las­ten der Stadt­klas­se bestrit­ten, ohne dass er anschlie­ßend der Tou­ris­mus GmbH in Rech­nung gestellt wor­den war. Für die Staats­an­walt­schaft ist das ein wei­te­rer Fall von Untreue.

Gegen Mar­cus Held lau­fen bereits Ermitt­lun­gen wegen des Ver­dachts der Untreue in neun Fäl­len. Die Ein­lei­tung wei­te­rer Ver­fah­ren war nicht ganz unkom­pli­ziert: Als Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter genießt er Immu­ni­tät. Das Vor­ge­hen der Staats­an­walt­schaft unter­lag des­halb genau­en Vor­ga­ben:

Die Main­zer Behör­de hat­te den Prä­si­den­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges bereits am 9. und 16. Janu­ar ange­schrie­ben, dass man die Ermitt­lun­gen gegen den SPD-Poli­ti­ker erwei­tern wol­le. Held selbst wur­de dar­über, ent­spre­chend den Vor­schrif­ten, eben­falls umge­hend infor­miert. Das bedeu­tet: Oppen­heims Stadt­bür­ger­meis­ter weiß bereits seit gut zwei Wochen, dass die Staats­an­walt­schaft mas­siv gegen ihn vor­geht.

Das wei­te­re Pro­ce­de­re: Der Prä­si­dent des Deut­schen Bun­des­ta­ges bestä­tig­te am 15. Janu­ar bzw. am 23. Janu­ar den Ein­gang der Schrei­ben aus Mainz. Danach muss­te 48 Stun­den gewar­tet wer­den. In der Pres­se­mit­tei­lung heißt es: „Nach Ablauf die­ser Frist hat die Staats­an­walt­schaft am 25. 01.18 das Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen das Mit­glied des Deut­schen Bun­des­ta­ges auf die­se Fäl­le aus­ge­wei­tet.“

Die Ver­tei­di­ge­rin von Mar­cus Held habe am 16 Janu­ar um Akten­ein­sicht gebe­ten, schreibt die Staats­an­walt­schaft schließ­lich. Die Anwäl­tin habe mit­ge­teilt, dass eine voll­um­fäng­li­che Stel­lung­nah­me beab­sich­tigt sei: Herr Held wol­le best­mög­li­che Auf­klä­rung leis­ten. Wört­lich habe die Juris­tin geschrie­ben: „Es sol­len koope­ra­tiv und trans­pa­rent sowohl das Gesamt­ge­sche­hen, die Hin­ter­grund als auch die ein­zel­nen Fall­ge­stal­tun­gen dar­legt und auf­klä­rend erör­tert wer­den.“

23 Gedanken zu „Neue Ermittlungen gegen Held! Auch Penzer unter Verdacht!

  1. D. B.

    Klaus Pen­zer (SPD) hat eine har­te Woche hin­ter sich. Am Mon­tag ver­kün­de­te die Staats­an­walt­schaft, dass im Fall Held auch gegen ihn, den Oppen­hei­mer Ver­bands­bür­ger­meis­ter, ermit­telt wird. Par­al­lel sicker­ten Infor­ma­tio­nen durch zu sei­nen Neben­jobs. So hat Pen­zer, offen­bar als Fol­ge von Ver­öf­fent­li­chun­gen die­ser Zei­tung, im Dezem­ber eine Sum­me von 17.600 Euro für die Jah­re 2014 bis 2016 an die Kas­se der Ver­bands­ge­mein­de nach­ge­zahlt. Es geht um Ein­nah­men, die er als Mit­glied von Auf­sichts­rä­ten in der Was­ser­ver­sor­gung Rhein­hes­sen (WVR), der Ener­gie­dienst­leis­tungs­ge­sell­schaft Rhein­hes­sen-Nahe (EDG) sowie der Rhein-Selz-Park GmbH hat­te. Pen­zer bestä­tig­te am Frei­tag ent­spre­chen­de Infor­ma­tio­nen die­ser Zei­tung.

    Aller­dings sitzt Pen­zer schon viel län­ger in die­sen Gre­mi­en, in der WVR etwa seit 1994 und in der EDG seit etwa 2000, wie der VG-Bür­ger­meis­ter berich­tet.

  2. E.G.

    @T-A-M-O:

    Natür­lich glau­be ich dem nix!
    Ich hat­te das hier nur noch­mals ange­führt, weil ich es lus­tig fand wie Mag­gus ver­sucht hat, die­ses Mär­chen glaub­haft, über die Pres­se unter das (Wahl-)Volk zu brin­gen.

    Da woll­te er allen Erns­tes! nach dem der Auto­kauf bereits ein hal­bes Jahr! in aller Öffent­lich­keit bekannt war, und die Fami­lie S. bereits meh­re­re Besu­che etc. von ver­schie­de­nen Jour­na­lis­ten hat über sich erge­hen las­sen.…
    pas­sen zu der damals anste­hen­den Bun­des­tags­wahl, das Volk für blöd ver­kau­fen.

    Und leg­te los:
    Hat­te mei­ne Unter­la­gen durch­ge­se­hen, und da ent­deck­te ich den Kauf­ver­trag von unse­rem Fami­li­en­van. Da ist mir direkt ein­ge­fal­len, dass wir den Mer­ce­des gar nicht in Diehn­heim gekauft hat­ten son­dern in Bran­den­burg. Ledig­lich hat der Sohn von Fami­lie S. das Fahr­zeug für Fami­lie Held über­führt (bestimmt ehren­amt­lich und wur­de dafür noch nicht mal auf dem Neu­jahrs­emp­fang geehrt) .

    Da müss­te ich damals wirk­lich lachen…

    • O.S.

      Sie haben völ­lig recht mit ihrer Reak­ti­on.
      Kein Nor­mal­bür­ger kauft sich ein Auto und ver­gisst dann, wo er es gekauft hat.
      Kein Nor­mal­bür­ger die­ser Regi­on kauft sich über­haupt ein rela­tiv nor­ma­les Auto aus­ge­rech­net im weit ent­fern­ten Bran­den­burg.
      Kein Nor­mal­bür­ger bit­tet dann aus­ge­rech­net den Sohn eines loka­len Auto­hau­ses, das Auto dort abzu­ho­len.
      Und kein Nor­mal­bür­ger holt dann den Wagen wirk­lich dort ab und bringt auch noch die Kenn­zei­chen­hal­ter des eige­nen Auto­hau­ses dar­an an.
      Und selbst, wenn das alles so gewe­sen sein soll­te: Kein Nor­mal­bür­ger macht dann anschlie­ßend so, als sei das alles auch noch völ­lig nor­mal.

      • A. S.

        Lei­der machen das sogar sehr vie­le Leu­te, dass sie über das Inter­net kau­fen, in ganz Deutsch­land. Und da ist es nicht sel­ten, dass sie auch in Bay­ern oder Bran­den­burg oder sonst wo in Deutsch­land eben fün­dig wer­den. dies geschieht gera­de beim Kauf von Autos sehr häu­fig. Lei­der zu Las­ten der Auto­händ­ler vor Ort.

        • D. Mayer

          Aber wo ich mei­nen Mer­ce­des gekauft habe, weiß ich doch sofort auch ohne Wochen spä­ter in mei­nen Akten nach­ge­schla­gen zu haben. Ist ja kein all­täg­li­cher Kauf eines Apfels oder Bröt­chens (und selbst da kön­nen wir unse­re Ein­käu­fe über von uns regel­mä­ßig auf­ge­such­te Geschäf­te ein­gren­zen).

          Ver­wun­der­lich ist auch, dass sei­ne Ehe­frau die Vor­wür­fe lau­fen ließ und als aus dem Urlaub gut erhol­tes Blond­chen sich an nichts mehr erin­nern konn­te, um ihren Ehe­mann ans „Urlaubs­sou­ve­nir“ zu erin­nern? Statt­des­sen muss­te er sei­ne Akten bemü­hen…

          O.S. und E.G. tref­fen einen wun­den Punkt:

          Das alles klingt nach einer unver­schämt absur­den Schutz­be­haup­tung, die erst­mal über Wochen (oder fünf Minu­ten) intel­lek­tu­ell aus­ge­tüf­telt wer­den muss­te.

  3. W.K.H.

    Die SPD könn­te die­sem Thea­ter­spiel ganz schnell ein Ende machen und ich glau­be, das wird auch nicht mehr lan­ge dau­ern. Um sich, zwar zu spät, aber noch vor dem end­gül­ti­gen Kol­laps irgend­wie aus der Affä­re zu zie­hen, wird sie M.H. dem­nächst fal­len las­sen. Man wird ihn dann als allei­ni­gen Sün­den­bock anpran­gern, sich als getäusch­te SPD dar­stel­len und sich ent­schul­di­gen. Held wird sei­nen Hut neh­men müs­sen und die Wähler/innen wer­den 2019 trotz­dem mit die­ser SPD abrech­nen.

    • home@home

      @W.K.H.

      Es gibt kei­nen Grund das „Thea­ter­spiel“ schnell zu been­den!

      Hier steht die Auf­klä­rung im Vor­der­grund und umso län­ger die­se andau­ert, um so tie­fer wer­den wir Erkennt­nis­se über die SPD und das Sys­tem erhal­ten. Der Oppen­heim-Skan­dal ist viel­leicht erst der Anfang.

      Dan­ke an Tho­mas Ruhmöl­ler für die sau­be­re Arbeit.

  4. Roland Bürger

    Habe ich rich­tig gezählt – Ermitt­lun­gen in 15 Fäl­len, 14 Mal wg. Untreue? Mein lie­ber Schol­li , da kommt er nicht mehr raus. Kei­ne Staats­an­walt­schaft der Welt ermit­telt in so vie­len Fäl­len gegen eine Per­son und klagt sie dann nicht an. Und kein Gericht der Welt urteilt auf Frei­spruch bei erwie­se­ner Untreue. Inter­es­sant ist nur noch das Straf­maß. Ist es mehr als 1 Jahr auf Bewäh­rung, dann habe fer­tig. In mei­nen Augen hat er auch dann kein Mit­leid mehr ver­dient. Für Held ist es jetzt in jeder Hin­sicht zu spät.

    • J.

      @RB einer von uns Bei­den hat sich ver­zählt – ich hof­fe, dass ich es bin.
      Ich kom­me auf:
      * 9 Fäl­le von Untreue in denen bereits ermit­telt wur­de
      * 6 neue Fäl­le von Untreue
      * 1 Ermitt­lung wegen des Ver­dachts der Bestech­lich­keit

      p.s. Hat mal irgend­je­mand etwas von einer Reak­ti­on des Finanz­am­tes gehört?

      • Roland Bürger

        SIE haben Recht! Mathe­ma­tik war nie mei­ne Stär­ke… 😀

  5. Frieder Zimmermann

    Es ist eine wirk­li­che Tra­gö­die, dass in einem Fall von objek­tiv fest­ge­stell­tem Fehl­ver­hal­ten an der Spit­ze von Stadt und Ver­bands­ge­mein­de auch nach Mona­ten sich kei­ner­lei Kon­se­quen­zen abzeich­nen und der Bür­ger sei­ne gan­ze Hoff­nung auf die Staats­an­walt­schaft set­zen muss.
    Die bei­den beschul­dig­ten Bür­ger­meis­ter sehen auch ange­sichts der Fül­le und der Schwe­re der Ihnen zur Last geleg­ten Rechts­ver­stö­ße nicht ein­mal eine Ver­an­las­sung, ihre Ämter vor­läu­fig ruhen zu las­sen, geschwei­ge denn zurück zu tre­ten. Das wür­de eigent­lich der Respekt vor dem Amt und der Anstand gebie­ten.
    Die Par­la­men­te, hier der Stadt­rat und der Ver­bands­ge­mein­de­rat neh­men ihre Kon­troll­fuk­ti­on nicht wirk­lich wahr. Im Stadt­rat folgt die Mehr­heits­frak­ti­on kri­tik­los dem bedin­gungs­lo­sen Unter­stüt­zungs­kurs für den von ihr gestell­ten Bür­ger­meis­ter. Die Vor­sit­zen­de hat offen­bar direkt von der Ver­güns­ti­gungs­po­li­tik pro­fi­tiert und sich damit in eine per­sön­li­che Abhän­gig­keit bege­ben. Im VG-Rat hält die Gro­ße Koali­ti­on wohl alles aus. Auf die CDU wirft dass kein gutes Bild, weil der Ein­druck ent­steht, dass ihr die Teil­ha­be an der Macht (Ämter und Pos­ten) wich­ti­ger ist als Recht und Trans­pa­renz.
    Die Aus­schüs­se des Stadt­rats haben in der ver­gan­ge­nen Woche ihre Hand­lungs­un­fä­hig­keit in beein­dru­cken­der Form nach­ge­wie­sen. Im Rech­nungs­prü­fungs­aus­schuss wer­den auch ohne die Vor­la­ge erfor­der­li­cher Bele­ge Bezahl­vor­gän­ge von der Mehr­heit durch­ge­wun­ken und fun­dier­te Beden­ken von Aus­schuss­mit­glie­dern vom Tisch gewischt. Im Haupt- und Finanz­aus­schuss kom­men über­haupt nur aus­ge­such­te Baga­tel­len und Pea­nuts auf die Tages­ord­nung. Nach leb­haf­ter Aus­spra­che gibt es kei­ne Beschlüs­se, son­dern Ver­weis in Unter­aus­schüs­se und Arbeits­krei­se. (Wenn ich nicht mehr wei­ter weiß, …).
    Die Kom­mu­nal­auf­sicht beim Land­kreis Mainz-Bin­gen hat sich in der ver­gan­ge­nen Woche als zahn­lo­ser Tiger prä­sen­tiert. Der Haus­halt der Stadt wer­de „jähr­lich bean­stan­det“. Man habe mit der Stadt „hef­ti­ge Dis­kus­sio­nen“ über deren maro­den Haus­halt geführt. Das ist nichts ande­res als das ver­ba­le Auf­bla­sen des Wer­fens von Wat­te­bäusch­chen. Die Kom­mu­nal­auf­sicht beauf­sich­tigt nicht, son­dern beglei­tet allen­falls kri­tisch. Auch auf­ge­deck­te Unre­gel­mä­ßig­kei­ten blei­ben ohne Fol­gen, weil der Kreis nicht ein­mal ein stump­fes Schwert in der Hand hat, son­dern höchs­tens eine Tril­ler­pfei­fe.
    Die Pres­se kommt nur sehr lang­sam in die Gän­ge. Kri­ti­scher Jour­na­lis­mus blitzt bei der Regio­nal­zei­tung AZ-Lands­kro­ne lei­der nur gele­gent­lich auf, bei den Wochen­blät­tern über­haupt nicht. Der SWR nähert sich der Wahr­neh­mung von Ver­ant­wor­tung inzwi­schen deut­lich an. Scho­nungs­los und voll­stän­dig auf den Tisch kom­men Fak­ten und Bewer­tung nur in die­sem Blog.
    Und die Bür­ger? Die Bür­ger erken­nen in Oppen­heim, dass Demo­kra­tie kein Kon­sum­pro­gramm ist, dass sie sich letzt­lich auf sich selbst und ihre Rol­le als Sou­ve­rän in die­sem Staat besin­nen müs­sen. Des­halb tref­fen sich vie­le von ihnen mon­tags um 18.00 Uhr auf dem Markt­platz, auch heu­te wie­der! Des­halb sagen vie­le von Ihnen hier und an ande­rer Stel­le offen ihre Mei­nung und stel­len ihre For­de­run­gen, und viel mehr von ihnen soll­ten das mit der Nen­nung ihres Namens tun. Denn sie tun nichts, was ver­steckt getan wer­den muss, son­dern sie neh­men nur ihr grund­ge­setz­lich ver­brief­tes Recht wahr.
    Die Beschul­dig­ten reagie­ren nicht. Die Par­la­men­te bewe­gen nichts. Die Aus­schüs­se sind lahm­ge­legt. Die Kom­mu­nal­auf­sicht gibt nur State­ments ab.
    Ernst macht dan­kens­wer­ter Wei­se die Staats­an­walt­schaft.
    Und die Bür­ger müs­sen dran blei­ben, damit die Demo­kra­tie sich hier am Ende durch­setzt!

    • R. Bürger

      Herr Zim­mer­mann, ich kann Ihre Aus­füh­run­gen nur unter­strei­chen. Was wir hier in Oppen­heim und der VG Rhein-Selz erle­ben ist ein ekla­tan­tes Staats­ver­sa­gen im Klei­nen! Man kann die Opp­pen­hei­mer Ereig­nis­se mit ziem­li­cher Sicher­heit hoch­rech­nen auf den Rest der Repu­blik: Die Kon­trol­le scheint in der Demo­kra­tie nicht wirk­lich zu funk­tio­nie­ren, vor allem des­we­gen nicht, weil die alten deut­schen Tugen­den des Still­hal­tens und des Kada­ver­ge­hor­sams nach wie vor in vol­ler Blü­te zu ste­hen schei­nen – ange­rei­chert mit der lei­den­schaft­li­chen Lust an Selbst­be­rei­che­rung. Es ist ein Armuts­zeug­nis für die Demo­kra­tie und die sie tra­gen­den Par­tei­en, dass die letz­te Hoff­nung auf die Her­stel­lung ordent­li­cher Ver­hält­niss in Oppen­heim auf der Jus­tiz liegt. Zu sehr haben sich Fähig­kei­ten wie das Ein­ste­hen für Feh­ler, Selbst­re­flek­ti­on oder Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein aus Tei­len der Bür­ger­schaft und den Par­tei­en ver­ab­schie­det , als dass die­ses unwür­di­ge Kapi­tel mit Serio­si­tät und demo­kra­ti­scher Rei­fe hät­te zu einem letzt­lich doch noch guten Ende geführt wer­den kön­nen. Wären da nicht eini­ge Men­schen in Oppen­heim, die sich bei Käl­te und Näs­se Mon­tags abends gegen sol­che Zustän­de auf­leh­nen wür­den – man könn­te schier ver­zwei­feln an dem Zustand des Gemein­we­sens. Es sind übri­gens genau die­se Zustän­de, die die Men­schen immer mehr dazu bewe­gen Par­tei­en zu wäh­len, die es mit Sicher­heit auch nicht bes­ser machen wür­den.…

  6. Wörrstädter

    Also, dass die Staats­an­walt­schaft jetzt schon wie­der neue Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Held auf­nimmt – das kann sich doch nur um eine Kam­pa­gne der Jus­tiz gegen sei­ne Per­son han­deln, um ihn fer­tig zu machen. (Iro­nie aus!)

  7. Frank

    Der Fuchs (Staats­an­walt­schaft) ist bereits im Hüh­ner­stall (Oppen­hei­mer SPD) und der Hahn (Held) glaubt immer noch das wil­de Gackern sind Hul­di­gun­gen. Doch die Hüh­ner Sin­gen um ihren Hals zu ret­ten.

  8. J.

    Hel­den­däm­me­rung“ und Mit­tä­ter.
    Die Kalt­schäu­zig­keit des Hel­den und Anhang ist schon bemer­kens­wert, da weiss MH seit zwei Wochen was abläuft und tut als sei nichts beson­de­res.
    Span­nend wird es für VG Mit­ar­bei­ter die Zah­lun­gen aus­lös­ten obwohl sie (evtl.) von feh­len­der Grund­la­ge wuss­ten.
    Ob sich Pen­zer zu Beginn der Affä­re vor­stel­len konn­te, dass das gan­ze für ihn straf­recht­lich rele­vant wer­den könn­te?

    • Anne C.

      Und Oli­ver Rie­del rennt und rennt und rennt davon!

      Der SPD-Dunst­kreis wird per­ma­nent grö­ßer. Wie tief wird Klaus Pen­zer sei­nen Käm­me­rer mit in den Sumpf zie­hen – oder war es viel­leicht Team­work?
      Mit den freund­schaft­lich fami­liä­ren Ver­hält­nis­sen, inner­halb der SPD, kann es noch lan­ge span­nend blei­ben. Rhein­hes­sen ist groß, geht bis nach Wöll­stein. Gerd Rocker SPD (VG-Chef) konn­te über vie­le Jah­re kei­ne ordent­li­che Dop­pik vor­le­gen. Konn­te oder woll­te er nicht?

      Even­tu­ell tritt nun mit Mar­cus Held das wah­re Gesicht und die Seil­schaf­ten der SPD in den Vor­der­grund.

  9. Ichmalwieder

    Die­se Aus­sa­ge:
    „Es sol­len koope­ra­tiv und trans­pa­rent sowohl das Gesamt­ge­sche­hen, die Hin­ter­grund als auch die ein­zel­nen Fall­ge­stal­tun­gen dar­legt und auf­klä­rend erör­tert wer­den.“

    belegt, dass noch immer kein Unrechts­be­wusst­sein vor­han­den ist – oder zumin­dest kein Bewusst­sein, wie man heut­zu­ta­ge auch reagie­ren muss.

    Klar, M.H. hat Gutes bewir­ken wol­len, aber links und rechts dane­ben­ge­grif­fen. Aber auch Nero hat gro­ße Tei­le von Rom hin­ter sich gehabt.

    Allein die Tat­sa­che der Auf­he­bungs­ent­schei­dung im Bun­des­tag bezüg­lich der Immu­ni­tät hät­te bedeu­ten müs­sen: Ämter ruhen las­sen.

    Mit der star­ken Mehr­heit hin­ter sich hät­te M.H. vor 6 Mona­ten noch mit einem „mea cul­pa“ – ich tat es für mei­ne Stadt – davon­kom­men kön­nen. Jetzt ist der Drops gelutscht, denn die Auf­rech­nung „Gutes gegen Böses“ funk­tio­niert viel­leicht in einer Lokal­ge­mein­de mit Mehr­heit im Stadt­rat, aber nicht vor Gericht. Und das ist auch gut so.

    Ent­las­tung ohne vor­ge­leg­te Bele­ge und Flucht des Käm­me­rers ohne Kon­se­quen­zen in die­ser Situa­ti­on – man könn­te es kaum glau­ben, wenn das nicht Tat­sa­che wäre.

    Seit Wochen muss M.H. der Arsch auf Grund­eis gehen, wie man hier liest – und er, der noch nie eine Gele­gen­heit aus­ge­las­sen hat, vor eine Kame­ra zu tre­ten, ver­passt die Chan­ce, in der Lan­des­schau auf­zu­tre­ten. Bei aller Lie­be: wenn ich mit „Dreck am Ste­cken“ vor­ge­führt wür­de (zu unrecht?) wür­de ich aber auch jede Gele­gen­heit nut­zen, das Publi­kum zu errei­chen.

    Nach Kaf­kas „Auf der Gale­rie“ grü­ße ich alle zum Abschluss mit dem ers­ten Satz des zwei­ten Absat­zes: „Da dies aber so nicht ist …“. Bit­te ver­zei­hen Sie mir, soll­te das Zitat anders sein, der Inhalt selbst ist eben die zwei­te Sei­te.

    Da Oppen­heim zwei Sicht­wei­sen hat erlau­be ich mir, jeden auf die­se Geschich­te der Zir­kus­rei­te­rin hin­zu­wei­sen.

    Und nun, bis mor­gen Abend.

  10. E.G.

    Da bringt die Staats­an­walt­schaft etwas durch­ein­an­der.
    Wie Mar­cus bestä­tig­te, wur­de der Mer­ce­des Vito wur­de gar nicht bei die­ser Fami­lie gekauft.
    Er wur­de von Mar­cus in Bran­den­burg gekauft und ledig­lich durch den Sohn die­ser Fami­lie aus Diehn­heim ( der Sohn ist bei der HGO/GWG ange­stellt, GF: Mar­cus Held) aus Bran­den­burg nach Oppen­heim über führt.
    So die Aus­sa­ge von Mar­cus Held
    Nach zu lesen in der AZ.

    • Alex

      Die­se Infor­ma­ti­on beruht allei­ne auf der Aus­sa­ge von M.H. durch sein Sprach­rohr AZ. Ob es wirk­lich so war, was ich bezweif­le, wird,sich zei­gen.

    • Hingucker

      Hat er die Kar­re denn als Pri­vat­mann als Gefälligkeit/gegen Gebühr für Mar­cus Held über­führt oder in der Dienst­zeit als HGO-Mit­ar­bei­ter mit Wissen/Anweisung o.ä. sei­nes Chefs?

    • T-A-M-O

      An E.G. !

      Nee, oder?

      Ich gehe jetzt ein­fach davon aus, dass Sie uns mit Ihrem Bei­trag hier alle nur mal ver­äp­peln woll­ten, wegen Fasching und so? Glau­ben Sie die­ses Mär­chen von Herrn Held wirk­lich, da er ja noch nie gelo­gen hat? Laut Herrn Held hat sei­ne Ehe­frau das Fahr­zeug gekauft! Das kön­nen Sie selbst nach­le­sen unter „4. Akt: Frau S. trifft Spen­dier­ho­se“.
      Wenn Sie das gele­sen haben, zäh­len Sie 1+1 zusam­men und als Ergeb­nis erhal­ten Sie .….…..? Wer hat eigent­lich die Pla­nung für die angeb­li­che Poli­zei­sta­ti­on bezahlt, von der selbst nicht ein­mal die Poli­zei etwas wuss­te? War es die HGO/GWG oder die Stadt, denn ein Archi­tekt arbei­tet doch auch nicht für umme, denn Frau S. hat ja angeb­lich auch schon Pla­nungs­kos­ten gehabt, obwohl Sie für das Grund­stück, wenn ich mich rich­tig erin­ne­re, noch nicht ein­mal den Ver­trag unter­schrie­ben hat­te. So ein Vor­ge­hen scheint es nur im Umfeld von Herrn Held zu geben.
      Ein Schelm, der da böses denkt!

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