Hansjürgen Bodderas tritt als Beigeordneter zurück!

Top-aktuelle Nachricht aus dem Oppenheimer Rathaus: Der 1. Beigeordnete Hansjürgen Bodderas tritt zurück! Das wurde soeben bekannt. Der kommissarische Stadtbürgermeister Helmut Krethe, der den erkrankten Marcus Held vertritt, hatte in einem Rundschreiben an die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat mitgeteilt:

Sehr geehrte Fraktionsvorsitzende,

ich teile Ihnen mit, dass der Erste Beigeordnete der Stadt Oppenheim, Hansjürgen Bodderas, zum Ablauf des heutigen Tages seinen Rücktritt vom Amt des Ersten Beigeordneten erklärt hat.
Er begründet den Rücktritt im Wesentlichen damit, dass ihm sein zweites Ehrenamt (im kirchlichen Dienst) wichtiger als sein politisches Amt sei.

Ich beabsichtige die Neuwahl des Ersten Beigeordneten der Stadt Oppenheim in der Stadtratssitzung am 13. März durchzuführen.

Mit freundlichem Gruß
Stadt Oppenheim

In Vertretung
Helmut Krethe
Zweiter Beigeordneter

Hansjürgen Bodderas gilt als willfähriger Gefolgsmann des skandalumtosten Stadtbürgermeisters. Als Dankeschön für seine treuen Dienste versorgte Marcus Held ihn zusätzlich mit dem Posten des Geschäftsführers der Oppenheim Tourismus GmbH, der mit rund 70.000 Euro dotiert ist.

Der Landesrechnungshof hat dies in seinem Bericht mit deutlichen Worten scharf kritisiert:  Bodderas habe Theologie, Philosophie und Judaistik studiert, allerdings ohne Abschluss. Er sei danach zehn Jahre lang in der Gastronomie tätig gewesen, war dann Mitarbeiter der Wasserversorgung Rheinhessen in Bodenheim, bis er im Jahr 2001 als Angestellter im Rathaus Oppenheim eine längerfristige berufliche Perspektive gefunden habe (seinerzeit aufgrund „altersbedingter tarifvertraglicher Befreiung von der Ausbildungs- und Prüfungspflicht). Die Prüfer aus Speyer schrieben weiter: „Geschäftsumfang, Geschäftstätigkeit und Leitungsspanne“ der Tourismus GmbH, einer Kleinstkalitalgesellschaft, rechtfertigten die Bezüge ihres Geschäftsführers nicht, der personelle Leitungsverantwortung lediglich für einen einzigen Teilzeitmitarbeiter trage.

In die Kritik war Bodderas auch geraten, als er – trotz seiner engagierten kirchlichen Tätigkeit – mit keinem Wort einschritt, als sich Marcus Held vor dem Altar der Katharinenkirche für ein Facebook-Video in Szene setzte. Damals war gefragt worden, was ihm wichtiger sei: Kirche – oder Rathaus. Bodderas schwieg. Jetzt gab er eine Antwort.

Eigentlich wäre Bodderas heute kommissarischer Rathauschef. Diesen Job überließ er überraschend – angeblich wegen einer Erkrankung – dem parteilosen Helmut Krethe diesen Job. Der verteilte unlängst die Rathaus-Aufgaben neu – den Kulturbereich von Hansjürgen Bodderas übertrug er dabei an den Umweltbeauftragten Marc Sittig, obwohl es von dem heißt, dass dessen Verständnis für die schönen Künste über Facebook nicht hinausreiche.

Ob Hansjürgen Bodderas auch in seinen anderen Funktionen – bei der Tourismus GmbH wie auch als Festspielleiter (das Amt war ihm erst im Dezember erneut vom Stadtrat angetragen worden) – zurücktritt, ist nicht bekannt.

Wir werden diesen Bericht im Laufe des Tages aktualisieren.

14 Gedanken zu „Hansjürgen Bodderas tritt als Beigeordneter zurück!

  1. Bernd Harth-Brinkmann

    Der erste (scheinheilige) ist weg.

    wann folgt Kloos,Krethe,Sittig,?

    der Herr Sittig kann sich ja dann um die Forstsetzung seiner Ausbildung kümmern.

  2. Bernhard Torz

    Sucht nicht Martin Schulz noch ein neues Aufgabengebiet ?

  3. Kurt Podesta

    die Frage steht nun im Raum: Wer beerbt ihn als 1. Beigeordneter?? Klos? Sittig? oder wer?? Und was wird aus der Touristik GmbH und seinen anderen Ämtchen???

    • Hans Leweling

      Wer den Bodderas beerbt? Niemand! Herr Krethe möge sich den LRH Bericht anschauen. Da steht, dass Oppenheim zu viele Beigeordnete und Beauftragte hat. Jetzt noch dem Sittig die Federn rupfen, und man ist zumindest diesem einen Vorschlag des LRH nahe.
      Ganz nebenbei sei erwähnt, dass Held 3 Beigeordnete + 3 Beauftragte benötigte, weil er zig Posten und Pöstchen übernommen hatte und dann meinte, er brauche Entlastung als BM. Außerdem war’s ihm willkommen, denn so konnte er sich seine Adlaten mit Pöstchen gefügig machen. Und das Ganze jahrelang zu Lasten der Stadtkasse.
      Thema Tourismus GmbH. Die braucht keinen Geschäftsführer(GF), die wird nämlich wieder bei der Stadt angesiedelt. Das passt prima, weil Herr Krethe als Beigeordneter das Aufgabengebiet Tourismus beackert.
      Sollte die Tourismus GmbH weiterhin existieren erwarte ich, dass sie Pacht an die Stadt abführt, und zwar rückwirkend seit Bestehen der Untergrundführungen. Es kann ja wohl nicht sein, dass die GmbH das der Stadt gehörende Kellerlabyrinth nutzt und damit mehrere 100.000 Euro Einnahmen jährlich erzielt ( und sich einen völlig unterqualifizierten aber überbezahlten GF Bodderas leistet), und keine Pacht an die Stadt zahlt.

  4. Zeehr

    Lt. AZ sind Mitglieder der SPD-Fraktion aus der Fraktion ausgetreten. Kein Witz (oder doch?) ist leider: Bevor ich den ersten Satz Artikels zu Ende gelesen hatte, dachte ich, dass sie als Begründung anführen würden, dass die SPD für sie keine Heimat mehr ist, weil die Partei ihrem Maggus in den Rücken fällt. Aber dann scheint es wohl doch so zu sein, dass auch hier nun das Grundstücksgeschäft der Auslöser (oder willkommene Anlass?) zur Absetzbewegung war.
    Tja, wie war das: Einige wenige Menschen versuchen, mich zu zerstören.
    Und ich hatte schon vor, den Sektenbeauftragten der Ev. Landeskirche zu bitten, die Oppenheimer SPD mal auf dahingehend zu prüfen, ob sie nicht als Sekte einzustufen ist.
    Bin mal auf den Kommentar auf der “wahren Wahrheitsseite” gespannt.

  5. Markus Mahlerwein

    Ich würde volle 5 Cent drauf wetten, daß die SPD Oppenheim am 13.03. einen ihrer Granden vorschlägt und wählt: Sittich, Kloos, Weiß oder eine der weiteren Lichtgestalten aus der SPD-Fraktion oder dem Ortsverein oder dem Kompetenzteam.
    Im Sinne des Helden sollte es jedenfalls einer seiner Günstlinge sein, muß er doch versuchen, so viele von seinen Schandtaten wie möglich unter der Decke zu halten.

    Und wenn ein neuer Erster Beigeordneter gewählt wird, wird der dann automatisch Stellvertreter des erkrankten Helden und verdrängt den Krethe aus seiner derzeitigen Position?
    Na ja. Dann hätte der Krethe wenigstens seine “15 Minuten” (nach Andy Warhol) gehabt, bevor er endgültig in der Bedeutungslosigkeit versinkt.
    Und dann kommt einer, der noch sehr viel weniger Ahnung von dem ganzen Zeug hat als der Krethe.

    Da kann man sich als Bürger nur noch freuen.

  6. Matthias Kuon

    Frau Kloos soll wohl auch Herrn Held das Vertrauen entzogen haben. Gerüchteweises habe ich das gehört.

  7. Peter Bemmann

    Auch hier nochmal eine Nachfrage:

    Es heißt Rücktritt vom Amt des 1. Beigeordneten
    und
    in der nächsten Stadtratssitzung soll ein neuer 1. Beigeordneter gewählt werden.

    Heißt das im Umkehrschluß, dass

    a) nur ein Stadtrat zum 1. Beigeordneten gewählt werden kann
    b) der zurückgetretene 1. Beigeordnete weiterhin ein Stadtratsmandat inne hat?

  8. Stefan Buch

    Jetzt wird der “Oppenheim-Krimi” erst so richtig interessant! Übrigens am 14.03. ist Mitglieder-Versammlung der Freunde der Oppenheimer Festspiele! Da würde ich auch gerne mal Mäuschen spielen.

  9. Muckel

    Die Begründung für den Rücktritt ist echt der Knaller! Wie ich gehört habe, dass er der Kirche mehr Zeit widmen möchte und deshalb nicht mehr 1. Beigeordneter sein kann/möchte habe ich mich Minutenlang nicht vor Lachen einkriegen können. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, Anstatt zu sagen ich habe schon viel zu viel Mist gemacht und mit vollem Bewusstsein einen korrupten Stadtbürgermeister gedeckt und unterstützt und ziehe jetzt die Konsequenzen, schiebt er mit einer Schutzbehauptung (andere würden auch von Lüge sprechen) ausgerechnet die Kirche als Begründung heran. Das hat ja schon blasphemische Züge. Unglaublich wie wenig Rückgrat ein Mensch doch haben kann.
    Ich frage mich ohnehin, ob es nicht eher so war, dass er als erster Beigeordneter der Stadt von den Grundstücksgeschäften seines Chefs wissen musste. Bei jedem Grundstücksgeschäft muss schließlich die Nichtausübung des städtischen Vorkaufsrechtes erklärt werden. Da Held das wohl nicht selbst abgezeichnet hat (so blöd war er dann doch sicherlich nicht) ist der Hauptverdächtige der 1. Beigeordnete. Er wusste also über die krummen Geschäfte seines Chefs Bescheid und hat nichts unternommen. Das ist das unglaubliche an dieser Aktion. Das Held keine Skrupel hat, dass war mir schon lange klar, aber dass Herr Bodderas als “Kirchenmann” so gar gar kein Gewissen hat ist eine einzige große Enttäuschung!!!

  10. CHE

    ” ich bin hier der Bürgermeister “!… hat unser ” Ganzheiliger ” häufig mit stolzgeschwellter Brust getönt , wenn der ” Alte ” in Berlin war !
    Jetzt hat er sich wohl ins Kirchenasyl geflüchtet ..

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