LRH 9: Jeder Festspiele-Besucher wird großzügig alimentiert

Wir haben uns schon ein­mal mit dem The­ma Ver­an­stal­tun­gen befasst: „Brot und Spie­le“ hat­ten wir geschrie­ben – Hun­dert­tau­sen­de gibt die Stadt Oppen­heim für Fes­ti­vi­tä­ten aus, das erin­nert ein wenig an das alte Rom, wo die Herr­scher dem gemei­nen Volk im gro­ßen Stil Lust und Ver­gnü­gen berei­te­ten, für lau natür­lich, im Gegen­zug woll­ten sie geliebt und natür­lich auch gewählt wer­den.

Das wah­re High­light der zum gro­ßen Teil auf Steu­er­zah­lers Kos­ten insze­nier­ten Oppen­hei­mer Ver­gnü­gungs­shows haben wir uns für das heu­ti­ge Tür­chen unse­res Advents­ka­len­ders auf­ge­spart: die Oppen­hei­mer Thea­ter­fest­spie­le. Sie sind der Stolz der Stadt­obe­ren, in ihrem kul­tu­rel­len Glanz wäh­nen sie sich selbst auf gro­ßer Büh­ne, aber ach: Wenn wir lesen, was Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held und sein Fest­spiel­lei­ter Hans­jür­gen Bod­de­ras (genau, den hat­ten wir hier schon) ver­brei­ten, was da gebo­ten wird, dann mutet’s eher nach klein­bür­ger­li­chem Spek­ta­kel an:

Einen bun­ten Blu­men­strauß aus Lite­ra­tur, Kin­der- und Jugend­thea­ter, Kino, Klein­kunst, klas­si­scher Musik, rhein­hes­si­schem Musik-Kaba­rett und Chan­son“ ver­spre­chen sie auf ihrer Home­page. Mögen die Spiel­stät­ten, wie sie ger­ne schwa­dro­nie­ren, Geschich­te atmen: Ein sol­cher Blu­men­strauß ver­brei­tet in wei­ten Tei­len doch eher den Odeur von Dorf­ge­mein­schafts­fest mit Lai­en­spiel­schar, zu dem Herr Bür­ger­meis­ter höchst­selbst erlaubt ein­zu­la­den, die Ver­ga­be von Ehren­kar­ten inklu­si­ve, der Platz in der ers­ten Rei­he ist ihm gewiss.

Die Hoch­zeit der Fest­spie­le Oppen­heim unter ihrem Initia­tor, dem Schau­spie­ler und Regis­seur Rolf Hart­mann, ist frei­lich längst Geschich­te. In der Zeit sei­ner künst­le­ri­schen Lei­tung (1989 bis 2004) erlang­ten die Fest­spie­le Beach­tung und Gel­tung in der Kul­tur­sze­ne. Geblie­ben ist nach der skan­dal­träch­ti­gen Ablö­sung des spä­te­ren künst­le­ri­schen Lei­ters Peter Grosz (wegen des­sen Ver­bin­dung zum frü­he­ren rumä­ni­schen Geheim­dienst Secu­ri­ta­te) ab dem Jahr 2010 eine mit Bord­mit­teln – näm­lich unter der Stab­füh­rung von Hans­jür­gen Bod­de­ras – orga­ni­sier­te abge­speck­te Ver­si­on. Nur noch das Enga­ge­ment der Bre­mer Shake­speare Com­pa­ny (dem Koope­ra­ti­ons­part­ner Rolf Hart­manns) erin­nert an frü­he­res Niveau. Inzwi­schen sind die Fest­spie­le eher ein Forum für Lai­en­thea­ter und Film­fest gewor­den.

Macht aber gar nichts, auch ein sol­ches Thea­ter­fest ist grund­sätz­lich über­haupt kei­ne schlech­te Sache, ganz im Gegen­teil, nur muss man es nicht zum Olymp der Kunst über­hö­hen, und die Ver­ant­wort­li­chen soll­ten sicher auch dafür Sor­ge tra­gen, dass der peku­niä­re Rah­men nicht das Ori­gi­nal eines Meis­ters ver­mu­ten lässt, wenn es sich in Wahr­heit nur um einen simp­len Pos­ter-Druck han­delt:

Natür­lich gibt’s den Spaß nicht umsonst. Aber auch hier greift die Stadt wie­der ganz tief in die eige­ne Tasche, als wäre man Krö­sus per­sön­lich, dabei ist in der Tasche doch längst nichts mehr drin, man muss sich die Penun­zen längst von den Ban­ken bor­gen:

300.372 Euro gab die Stadt in den Jah­ren 2013 bis 2015 für die Fest­spie­le aus, und die Exper­ten aus Spey­er schrei­ben gleich dabei, dass ihre Auf­lis­tung „kei­nen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit“ erhe­be, weil die ein­zel­nen Kos­ten „zum Teil nur unvoll­stän­dig oder ver­streut über eine Viel­zahl von Pro­duk­ten und Kon­ten ver­bucht wur­de“. Haus­halt à la Mar­cus Held, viel­leicht ver­meint er, solch buch­hal­te­ri­sche Krea­ti­vi­tät mit künst­le­ri­scher Frei­heit schön­re­den zu kön­nen, viel­leicht will er aller­dings nur etwas ver­schlei­ern, aus wel­chem Grund auch immer, bei ihm weiß man bekannt­lich nie.

Der Stadt­bür­ger­meis­ter hält den aus sei­ner Sicht wohl klein­geis­ti­gen Spar­füch­sen aus Spey­er in sei­ner Stel­lung­nah­me vor, 181.021 Euro sei­en im glei­chen Zeit­raum für die Thea­ter­spie­le ein­ge­nom­men wor­den – Zuschüs­se vom Land (90.000 Euro) und vom Kreis Mainz-Bin­gen (7.500 Euro), Spen­den- und Spon­so­ren­gel­der (42.347 Euro) und nicht zuletzt Ein­tritts­gel­der (41.174 Euro).

Soll wohl hei­ßen: Die Stadt zahl­te „nur“ 119.351 Euro dazu. Eine sol­che Aus­ga­be wäre in einem blü­hen­den Gemein­we­sen tat­säch­lich nur ein Klacks. In einer über­schul­de­ten Klein­stadt hin­ge­gen kommt sie gewis­sen­lo­ser Ver­schwen­dung gleich.

Helds Rech­nung ist zugleich ent­lar­vend: Von den 300.000 Euro Kos­ten in drei Jah­ren wur­den also gera­de mal 41.164 Euro von den Zuschau­ern bezahlt. Das heißt, dass jeder ein­zel­ne Euro, den die Besu­cher zahl­ten, mit sechs Euro ali­men­tiert wur­de, im Wesent­li­chen aus öffent­li­chen Mit­teln. Da muss man schon tief in die Ide­en-Kis­te grei­fen, um das noch begrün­den zu kön­nen. Mar­cus Held ist, ganz weit unten, fün­dig gewor­den:

Bezüg­lich des kul­tu­rel­len Bereichs ent­ste­hen exter­ne Effek­te neben der Erbrin­gung kul­tu­rel­ler Leis­tun­gen. Ein wesent­li­cher beab­sich­tig­ter Neben­ef­fekt der Kul­tur ist die Stei­ge­rung der loka­len Attrak­ti­vi­tät in und um Oppen­heim. Tou­ris­ten, die durch das kul­tu­rel­le Ange­bot einer Stadt ange­lockt wer­den, geben nicht nur Geld für Ein­tritts­kar­ten aus, son­dern besche­ren kom­ple­men­tä­ren Bran­chen wie etwa dem Tou­ris­mus, dem Gast­stät­ten- und Hotel­ge­wer­be, zusätz­li­che Ein­nah­men.“

Sol­ches Held-Sprech dür­fen wir getrost abtun als ver­ba­len Non­sens: Auf­ge­bla­se­ne Wort­ge­bil­de („exter­ne Effek­te“, „wesent­li­cher beab­sich­tig­ter Neben­ef­fekt“, „kom­ple­men­tä­re Bran­chen“) sol­len wohl Ein­druck schin­den. Sie ent­lar­ven sich schnell als leer und hohl , wenn wir uns nur Helds Rech­nun­gen ein wenig genau­er anschau­en:

Im Jahr 2013 wur­den 19.830 Euro an Ein­tritts­gel­dern ein­ge­nom­men, in den Jah­ren 2015 wie 2014 nur noch 10.484 und 10.860 Euro. Bei Ticket­prei­sen von im Schnitt 15 Euro kamen zu den Oppen­hei­mer Thea­ter­fest­spie­len im Jahr 2013 also gut 1300 zah­len­de Besu­cher, in den bei­den Jah­ren gera­de mal noch die Hälf­te.

Also ent­we­der blei­ben die Oppen­hei­mer und die Freun­de des hei­mi­schen Thea­ter­spiels aus der Umge­bung die­sem kul­tu­rel­len Ereig­nis kol­lek­tiv fern – oder die Zahl der Tou­ris­ten hält sich in äußerst über­schau­ba­rem, also wirk­lich nur sehr klei­nem Rah­men.

Die Rech­nungs­prü­fer, die den hoch­geis­ti­gen Genuss die­ser Fest­spie­le erah­nen, aber auch und vor allem das tie­fe Loch in der Stadt­kas­se ken­nen, mer­ken – wohl wis­send um die Befind­lich­keit der loka­len Kul­tur­freun­de – an, dass der Auf­wand der Stadt einen Umfang auf­wei­se, „der erheb­li­che Auf­wands­min­de­run­gen ohne völ­li­gen Ver­zicht auf iden­ti­täts­stif­ten­de und tou­ris­mus­för­dern­de ört­li­chen Ver­an­stal­tun­gen ermög­licht“.

Das ist sehr fein und anstän­dig for­mu­liert. Das Schluss­wort der Finanz­ex­per­ten aus Spey­er unter die­sem Kapi­tel ist den­noch unmiss­ver­ständ­lich for­mu­liert: Ange­sichts der deso­la­ten Finanz­la­ge der Stadt soll­te der Umfang der tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen zunächst voll­stän­dig erfasst wer­den. Und dann sei dafür sor­gen, dass er ver­min­dert wird.

Mar­cus Held, der Hun­dert­tau­sen­de rechts­wid­rig hin­term Rücken des gewähl­ten Bür­ger­ver­tre­ter aus­ge­ge­ben hat, will sich eine solch schwer­wie­gen­de Ent­schei­dung nicht allein auf­bür­den: Er wer­de den Stadt­rat um eine Ent­schei­dung bit­ten, so schrieb er an den Rech­nungs­hof, „ob eine Fort­füh­rung im bis­he­ri­gen Maße erwünscht ist“.

Beob­ach­ter der loka­len Polit-Sze­ne ahnen, was das zu bedeu­ten hat: Der Stadt­bür­ger­meis­ter („Kul­tur­för­de­rung ist poli­tisch gewollt“) wird das The­ma im Rat­haus-Par­la­ment vor­tra­gen. Und dann wird er alle Spar­vor­schlä­ge, die zu machen er natür­lich der klei­nen Oppo­si­ti­on über­lässt, mit ätzen­den Hin­wei­sen auf die Zer­stö­rung wert­vol­len Kul­tur­guts kom­men­tie­ren.

Am Ende lässt er abstim­men – und sei­ne SPD wird die Fest­spie­le ret­ten. Es soll wei­ter­hin „Brot und Spie­le“ fürs Volk geben: Mar­cus Held sei’s gedankt!

19 Gedanken zu „LRH 9: Jeder Festspiele-Besucher wird großzügig alimentiert

  1. E.G.

    Wenn in 2014 und 2015 jeweils ca. 1200 zah­len­de Besu­cher kamen und man davon aus­geht, dass 50% davon von außer­halb sind, dann ergibt sich fol­gen­der Sach­ver­halt:

    1.) weni­ger als 8% der Bür­ger aus Oppen­heim besu­chen die Fest­spie­le.
    Das spricht eine Ein­deu­ti­ge Spra­che.

    2.) wenn die Steu­er­gel­der die zur Tou­ris­mus- und Wirt­schafts­för­de­rung gedacht sein sol­len, also für die wei­te­ren 600 Per­so­nen ( Gäs­te aus­ser­halb der Stadt) anzu­set­zen sind.…..
    Das sind immer­hin 100.000,00 Euro pro Jahr, dann ergibt dies ( 100.000,00 ÷600 Per­so­nen) 166,67 Euro pro Besu­cher.
    Wenn die­se ca. 15 Euro an Ein­tritt etc. bezah­len, dann beläuft sich die För­de­rung auf das mehr als 11 fache!!

    Da muss der Tou­rist eini­ges an Geld in Oppen­heim las­sen, bis das der dar­in ent­hal­te­ne Steu­er­an­teil 166,67 Euro beträgt.…
    und dann hat Oppen­heim immer noch nix “ ver­dient“ da ja nicht das gan­ze Steu­er­geld in Oppen­heim bleibt…

    • Markus Haase

      Hin­zu kom­men noch die ver­schenk­ten Ehren­kar­ten, die die Stadt jedes Jahr ver­teilt.

      • Sebastian

        So sol­len immer Funk­tio­nä­re der regio­na­len SPD mit Ehren­kar­ten bedacht wor­den sein. Für Mar­cus Held hat es sich ja auch aus­ge­zahlt: Von genau jenen SPD-Funk­tio­nä­ren zwei­mal als Kan­di­dat für den Bun­des­tag nomi­niert wor­den.

        Ich bezweif­le, dass er die Ehren­kar­ten zuguns­ten sei­ner wei­te­ren Par­tei­kar­rie­re pri­vat finan­ziert hat…

  2. F. E.

    Mei­ner Mei­nung nach gehö­ren die­se Thea­ter­fest­spie­le abge­schafft. Sie die­nen nur der Selbst­dar­stel­lung einer klei­nen pseu­do­in­tel­lek­tu­el­len Min­der­heit (För­der­ver­ein der Fest­spie­le genannt) und den Her­ren Bod­de­ras und Mess-Bod­de­ras. 15.000 – 20.000€ für den „Fest­spiel­lei­ter“ (Herr 1. Bei­geord­ne­ter Bod­de­ras, Geschäfts­be­reich Kul­tur). 100.000€ für dritt­klas­si­ges Bau­ern­thea­ter. Die Ein­nah­men sind genau­so rück­läu­fig wie die Leis­tun­gen. Bei der letz­ten Pre­mie­re kamen schon gar kei­ne Pro­mi­nen­te, nicht ein­mal aus der regio­na­len Poli­tik, sogar der Herr Stadt­bür­ger­meis­ter blieb den Bod­de­raschen Spie­len fern. Die­se Spie­le haben sich über­lebt, wie die Her­ren Bod­de­ras! Aber wie sag­te der Herr 1. Bei­geord­ne­te Bod­de­ras jüngst: Man lebt, solan­ge über einen gere­det wird. Danach ist der Herr ja quick­le­ben­dig, ganz Oppen­heim, oder wie er zu sagen pflegt „tut Oppenum“ redet über die Her­ren Bod­de­ras und ihr schon lan­ge unmög­li­ches Ver­hal­ten.

    • Kurt Podesta

      Zäh­len wir ein­mal alle Ein­künf­te des Schein­hei­li­gen zusam­men, Fest­spiel­lei­ter, Tou­ris­tik-Gf, Beauf­trag­ter usw. mein lie­ber Mann, da muss eine Oma lan­ge für stri­cken; und, was dabei ver­werf­lich ist, das alles bekommt er für Null Leis­tung! Gut, er hat einen Bei­tritts­an­trag für die SPD aus­ge­füllt, das war sicher­lich eine schwe­re Arbeit; aber sonst, was tun die­se Knül­che für das Salär über­haupt für die All­ge­mein­heit, gut, sie wäh­len Held, aber was noch???

      Spruch: Das Eti­kett soll­te nicht grö­ßer sein als der Sack!!

  3. Frieder Zimmermann

    Eins vor­weg: Thea­ter ist schön und wich­tig. Genau­so wie Hal­len­bä­der. Thea­ter ist Teil unse­rer Kul­tur und ver­dient öffent­li­che För­de­rung. Hal­len­bä­der die­nen Sport und Gesund­heit und ver­die­nen öffent­li­che För­de­rung. Aber gren­zen­los? Ohne Auf­sicht? Ohne Rechen­schafts­pflicht? Am Thea­ter in Trier hat man erst die Reiß­lei­ne gezo­gen, als das Defi­zit trotz För­de­rung meh­re­re Mil­lio­nen Euro betrug. Und in Oppen­heim? Da wird wei­ter fröh­lich Thea­ter gespielt, das zum gro­ßen Teil der Steu­er­zah­ler bezahlt. Was solls! Ernst ist das Leben, hei­ter ist die Kunst, wuss­te schon Schil­ler. Thea­ter ist Illu­si­on. War­um dann nicht auch dem Steu­er­zah­ler was vor­ma­chen? 181.021,00 Euro habe man „ein­ge­nom­men“. Rech­net man Ein­tritts­gel­der und Spen­den zusam­men, kommt man zwar nur auf 83.521,00 Euro, aber das ist wohl nur für Kul­tur­ba­nau­sen und Krä­mer­see­len rele­vant. Zuschüs­se von Land und Kreis sind aber auch Steu­er­geld. Oder? Die Oppen­hei­mer Fest­spie­le wur­den also im besag­ten Zeit­raum mit 216.851,00 Euro öffent­li­cher Mit­tel sub­ven­tio­niert. Dabei sind geld­wer­te Sach- und Hand­leis­tun­gen wahr­schein­lich noch gar nicht mit­ge­rech­net. Die städ­ti­schen Bediens­te­tet sind ja eh do. Aber die Stadt­spit­ze hält es mit Shake­speare: Viel Lärm um Nichts.

  4. SG

    Da muss ich Herrn Podes­ta zustim­men. Auch ich habe die Erfah­rung gemacht, dass eini­ge Oppen­hei­mer Bür­ger, die offen­sicht­lich nicht über die Infor­ma­ti­ons­viel­falt des Inter­nets ver­fü­gen, „unse­ren Mag­gus“ hoch hal­ten und die nun fun­dier­ten und nach­ge­wie­se­nen Vor­wür­fe des LRH als „Hetz­kam­pa­gne“ aus­le­gen. Wie dem auch sei: wir Steu­er­zah­ler sind die Gelack­mei­er­ten, weil eini­ge Man­dats­trä­ger nicht wis­sen, wo ihre Gren­zen lie­gen. Es müss­te so sein, dass eine monat­li­che Schul­den­ab­ga­be für die Ein­woh­ner (der VG?) zur Til­gung ein­ge­führt wird. Denn erst wenn es an das eige­ne Geld der Bürger/innen geht, tut es rich­tig weh – und auch die Zweif­ler wer­den end­lich wach. Aller­dings ist mein Vor­schlag nur Wunsch­den­ken.

    • Sven aus Oppenheim

      Wer nur öffent­li­che Reden von Mar­cus Held kennt und/oder nur die AZ liest, der kann nicht fun­diert infor­miert sein. Oder noch schlim­mer ist, wenn sich Leu­te ihre Mei­nung über das loka­le „Käse­blätt­chen“ gebil­det haben, wo die Arti­kel über Mar­cus Held direkt aus sei­ner Mar­ke­ting­ab­tei­lung zu stam­men schie­nen.

      Ich stim­me zu, dass vie­le Oppen­hei­mer anders den­ken wür­den, wenn der Scha­den direk­ter zu spü­ren wäre.

  5. Sven aus Oppenheim

    Wein- und Fest­spiel­stadt Oppen­heim“, das ist der Dau­erslo­gan, z.B. auf der Home­page unse­rer Stadt.

    Kul­tur ist wich­tig, aber man muss doch auf dem Tep­pich blei­ben. Schau­en wir über den Hügel nach Dex­heim. Dort gibt es „Kul­tur auf dem Hof“, mit einem wie ich fin­de abwechs­lungs­rei­chen Pro­gramm und sogar nam­haf­ten Künst­lern, wie Urban Pri­ol, Tors­ten Strä­ter, Hen­ni Nachts­heim oder Rick Kava­ni­an (http://​www​.kadh​.de/​v​e​r​a​n​s​t​a​l​t​u​n​g​e​n​/​?​s​p​e​c​=​p​r​o​g​ram).

    Was ich dar­an beson­ders toll fin­de? Betritt man die Home­page von Dex­heim, so wird man fol­gen­der­ma­ßen begrüßt: „Wir möch­ten Sie auf eine Rei­se durch unser beschau­li­ches und his­to­ri­sches Ort ein­la­den“. Und genau das ist Oppen­heim auch: beschau­lich. Und des­we­gen bin ich vor 10 Jah­ren mit mei­ner Fami­lie aus Mainz hier­her gezo­gen und des­we­gen kom­men auch Tou­ris­ten hier­her. Wer Kul­tur haben will, der fährt ohne­hin in eine Groß­stadt.

    Mar­cus Held hat in sei­ner Visi­on für Oppen­heim jeg­li­che Boden­haf­tung ver­lo­ren und das nicht nur für den Bereich Kul­tur.

    • F. E.

      Man muss der Wahr­heit wegen aber auch schrei­ben, dass für „Kul­tur auf dem Hof“ auch Sub­ven­tio­nen aus dem Kul­tur­mi­nis­te­ri­um gibt. Auch die­ses pri­vat­wirt­schaft­li­che Kuk­tur­un­ter­neh­men eines Win­zers, viel­leicht zur Stei­ge­rung sei­nes Wein­ver­kaufs, wird also mit Steu­er­mit­teln erst mög­lich gemacht. Unter extre­mer Dul­dung von Park­platz­cha­os!

      • Tim

        Park­platz­cha­os, naja…ist wohl eine Fra­ge der Per­spek­ti­ve.

        Und fällt die Sub­ven­ti­on denn auch 6 sub­ven­tio­nier­te Euro zu 1 ein­ge­nom­me­nem Euro aus? Glau­be ich mal nicht…

      • gerd

        also, der Betrei­ber von KADH hat in der Ver­gan­gen­heit öfters betont, daß er kei­ner­lei Sub­ven­tio­nen erhält. Soll­te tat­säch­lich auch hier mit unse­ren Steu­er­gel­dern ein pri­va­tes Unter­neh­men sub­ven­tio­niert wer­den, wäre das voll­kom­men unver­ständ­lich…?
        Kann ich mir beim bes­ten Wil­len nicht vor­stel­len.
        Soll­te sich die­se Sub­ven­ti­on wirk­lich bestä­ti­gen, soll­te dies sofort gestoppt wer­den!

      • gerd

        Lie­ber ‚F.E’,
        Nur zur Info:
        1. Das ‚Wein­gut Weyell’ (KADH) besteht seit ca. 15 Jah­ren nicht mehr. Sämt­li­che Wein­ber­ge sind seit­dem ver­pach­tet!
        2. Ergo kann Fami­lie Weyell Ihren Wein­ver­kauf nicht stei­gern, weil dort seit Jah­ren kein Wein mehr pro­du­ziert wird!
        3. Noch schlim­mer als das ‚Park­platz­cha­os’ ist das Ver­kehrs­cha­os im Dex­hei­mer Orts­kern: bei mehr als 50 Ver­an­stal­tun­gen im Jahr fah­ren etwa 20.000 zusätz­li­che Fahr­zeu­ge pro Jahr an und ab. Ins­be­son­de­re zu dem ‚HAKO-Ren­nen’ herrscht ein abso­lu­tes Cha­os, da sämt­li­che PKW’s, alte, lau­te Trak­to­ren, Motor­rä­der etc. durch unse­ren schö­nen Ort bret­tern – ohne Rück­sicht auf die Anlie­ger.
        Auch das der­zeit viel-dis­ku­tier­te The­ma CO2- Aus­stoß (Luft­ver­schmut­zung) soll­te hier erwähnt wer­den! Ich kann mir vor­stel­len, daß die Richt­wer­te hier erheb­lich über­schrit­ten wer­den.
        In sämt­li­chen Stra­ßen wird alles zuge­parkt – ohne daß die VG Ihren Pflich­ten nach­kommt und ent­spre­chend kon­trol­liert (wie­so eigent­lich nicht…?)!
        Die­ser Zustand ist für vie­le uner­träg­lich – hier soll­te der Ver­an­stal­ter drin­gendst für Abhil­fe sor­gen, z.B. durch eine Umlei­tung des Ver­kehrs Rich­tung Wein­gut Ger­hardt?

        Falls die­ses Cha­os auch noch mit unse­ren Steu­er­gel­dern sub­ven­tio­niert wer­den soll­te, wäre dies eine abso­lu­te Saue­rei!
        Fra­ge: Woher stammt Ihre Info bzgl Sub­ven­ti­on aus dem Kul­tur­mi­nis­te­ri­um?

      • Sven aus Oppenheim

        Mir ging es hier um den Fakt, dass unse­re Nach­bar­stadt ein durch­aus sehens­wer­tes Kul­tur­pro­gramm ohne sich gleich als Kul­tur­stadt aus­ru­fen zu müs­sen.

        In Oppen­heim bemer­ke ich dage­gen einen gewis­sen Grö­ßen­wahn. Eine Ansamm­lung von Geschäf­ten wird als Gale­rie aus­ge­ru­fen, das mage­re Kul­tur­pro­gramm als Fest­spie­le und unser ört­li­cher Fuß­ball­ver­ein spielt in einer Are­na, zumin­dest dem Namen nach.

        Aber ich kom­me vom The­ma ab. War­ten wir mal, was noch so hin­ter den nächs­ten Tür­chen auf uns war­tet, da ist bestimmt noch was zum The­ma ver­lo­re­ner Boden­haf­tung dabei.

  6. gerd

    noch­mal expli­zit mei­ne Fra­ge an ‚F.E’:
    woher stammt Ihre Info, daß der Betrei­ber von ‚Kul­tur auf dem Hof’, Wolf­gang Weyell, Sub­ven­tio­nen erhält???

    Ich hof­fe mal, sie behaup­ten dies nicht ein­fach mal so, ohne Bewei­se?

    Falls doch, möch­te ich Sie bit­ten, die­se Behaup­tung auch hier öffent­lich zurück zu neh­men, da dies den Aus­sa­gen des Herrn Weyell wider­spricht und für Ihn und sein Busi­ness nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen haben kann!

    Ich hal­te es für uner­träg­lich, wenn man unter Pseud­onym ein­fach ‚FAKE-NEWs’ öffent­lich in den Raum
    stellt, für die es kei­ne sub­stan­ti­el­le Grund­la­ge gibt.

    Also, bit­te klä­ren Sie uns hier auf!!!

    • F. E.

      Weil sowohl Kul­tur­som­mer Rhein­land-Pfalz, als auch Kul­tur­land Rhein­land-Pfalz, bei­des Lan­des­in­sti­tu­tio­nen, auf der Home­page als Spon­so­ren geführt wer­den. Wenn sie nichts geben, dann wäre das auf der Home­page vom KADH Fake­news. Davon gehe ich aber nicht aus. Also geben Sie aus Steu­er­mit­teln.

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