Held-Vertrauter sahnt dicken Auftrag ab – dank Marcus Held

Ein Jahr Oppen­heim-Skan­dal! Wir blei­ben wei­ter dran, ver­spro­chen! Das sind die The­men in unse­rem Wochen­rück­blick:

  • Die Lokal­zei­tung gibt sich inzwi­schen zwar Held-kri­tisch, hat aber ihre eige­ne Rol­le in dem Affä­ren-Gewit­ter um den Stadt­bür­ger­meis­ter bis heu­te nicht offen auf­ge­ar­bei­tet. Eine über­ra­schen­de Beschrei­bung des redak­tio­nel­len Ver­sa­gens haben wir jetzt in einem aktu­el­len Rhein­hes­sen-Kri­mi ent­deckt.
  • Mar­cus Held, der doch eigent­lich krank sein soll, nimmt wie­der putz­mun­ter Ter­mi­ne wahr, dafür ist sein poli­ti­scher Zieh­va­ter schwer gestürzt.
  • Und: In Oppen­heim ist Par­tei­mit­glied­schaft und Treue zum Stadt­bür­ger­meis­ter ein siche­rer Garant für gute Geschäf­te (gilt umge­kehrt angeb­lich auch). Wir haben ein neu­es Bei­spiel, das die The­se stützt: Ein enger Held-Ver­trau­ter sahn­te einen rich­tig fet­ten Auf­trag ab – dank Mar­cus Held.

Kritischer Blick in den Spiegel: AZ traut sich nicht

Das Beben“: Unter die­ser Über­schrift schreibt die „All­ge­mei­ne Zei­tung Lands­kro­ne“ in ihrer aktu­el­len Wochen­end-Aus­ga­be, dass die Affä­re um Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held vor genau einem Jahr begon­nen habe.

Vor einem Jahr? So lan­ge ist das schon her?

Ja, vor nahe­zu genau einem Jahr, am 9. Febru­ar 2017, ver­schick­ten Unbe­kann­te ein Dos­sier an Behör­den und Jour­na­lis­ten in ganz Deutsch­land. Es ent­hielt zahl­rei­che Doku­men­te, die aus der Ver­wal­tung der Ver­bands­ge­mein­de Rhein-Selz stamm­ten und beleg­ten, dass Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held in etli­che krum­me Geschäf­te ver­wi­ckelt war.

Auch die „All­ge­mei­ne Zei­tung“ bekam die Unter­la­gen per Post über­mit­telt – und duck­te sich ganz schnell weg. Nur kei­nen Ärger mit den Groß­kop­fer­ten in Oppen­heim! Wochen­lang ver­schwieg die Zei­tung ihren Lesern, wel­che Ver­feh­lun­gen von Stadt­bür­ger­meis­ter Held und auch VG-Bür­ger­meis­ter Klaus Pen­zer in dem Dos­sier „sub­stan­ti­iert“ (Zitat Rech­nungs­hof) auf­ge­deckt wor­den waren.

Erst Ende März letz­ten Jah­res schrieb das Lokal­blatt, es klang rich­tig stolz: Held gehe „über die­se Zei­tung selbst an die Öffent­lich­keit“. Die Redak­ti­on ver­zich­te­te auf jeg­li­che jour­na­lis­ti­sche Recher­che, sie hin­ter­frag­te die in dem Dos­sier auf­ge­wor­fe­nen Vor­wür­fe in kei­ner Wei­se. Statt­des­sen teil­te die AZ ihren Lesern mit, Held habe „sich einen Anwalt genom­men, berei­tet eine Straf­an­zei­ge wegen Ver­leum­dung und fal­schen Ver­däch­ti­gun­gen vor“. Die Leser, so las sich der Text, soll­ten wohl glau­ben, das Dos­sier ent­hal­te eine Ansamm­lung von Falsch­be­haup­tun­gen – zum Nach­teil des unta­de­li­gen, ehr­ba­ren Stadt­bür­ger­meis­ters.

Eine Woche spä­ter berich­te­te das Blatt: „Die Vor­wür­fe sind eben­so unbe­wie­sen wie die Behaup­tun­gen, Held habe im Gegen­zug Geld erhal­ten, ent­we­der selbst oder in Form von Spen­den an die SPD Oppen­heim. Held bestrei­tet dies. Er hat ange­bo­ten, alle Spen­den offen zu legen.“

Nur am Ran­de: Held und alle Spen­den offen­le­gen? Schön wär’s! Das ist bis heu­te nicht gesche­hen!


Morgen wieder Demo gegen Held


Demo-Initia­tor Axel Dah­lem weist dar­auf hin: Mor­gen (19.02.2018) ist wie­der Mon­tags-Demo in Oppen­heim! Von 18 bis 19 Uhr soll gegen die Regent­schaft von Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held pro­tes­tiert wer­den. Der Mann müs­se end­lich zurück­tre­ten, weil er mit sei­ner Finanz­po­li­tik die Stadt an den Abgrund geführt hat, weil er mit sei­nen Affä­ren ganz Oppen­heim in Ver­ruf gebracht hat. Dah­lem: „Trans­pa­ren­te, Tril­ler­pfei­fen und Trom­meln sind erlaubt und erwünscht – bit­te mit­brin­gen!“


Und so ging’s damals wei­ter, Woche für Woche: Der Lokal­re­dak­teur erklär­te, ganz im Sin­ne der Stadt­füh­rung, dass das Her­aus­schmug­geln ver­trau­li­cher Doku­men­te aus der VG-Ver­wal­tung der eigent­li­che Skan­dal sei, „ein veri­ta­bler Gau“: Wenn „sen­si­ble Daten aus der VG-Ver­wal­tung her­aus­ge­langt oder gar gezielt ver­brei­tet wor­den sind“, sei das „eine Kata­stro­phe in Sachen Ver­trau­en in Poli­tik und Behör­den“.

Held durf­te damals unwi­der­spro­chen über die Lokal­zei­tung ver­brei­ten: „Die­ses Kes­sel­trei­ben rich­tet sich ganz allein gegen mich als Per­son. Das kommt von einer ganz klei­nen Grup­pe in Oppen­heim, die mich hasst. Man will mich zer­stö­ren.“

Und der Lokal­re­dak­teur nick­te zustim­mend: Ein Maul­wurf in der VG-Ver­wal­tung – da tue sich für­wahr ein „poli­ti­scher Abgrund auf“, schrieb er in der Zei­tung.

Auch Oppen­heims SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Ste­pha­nie Kloos durf­te öffent­lich ver­brei­ten: „Die Fra­ge, war­um jemand so etwas tut, kann man nur mit abgrund­tie­fem Hass oder per­fi­dem poli­ti­schen Kal­kül erklä­ren.“

Heu­te wis­sen wir: Frau Kloos war Mit­wis­se­rin Held­scher Rechts­brü­che, sie war sogar dar­an betei­ligt – pro­fi­tier­te sie doch von sei­nen Rechts­ver­let­zun­gen, als sie sich von ihm klamm­heim­lich 22.500 Euro aus der Stadt­kas­se schen­ken ließ. Wohl im Glau­ben, die Wahr­heit käme nie­mals her­aus, tön­te sie damals: „Es wird sehr gezielt ver­sucht, den Poli­ti­ker Mar­cus Held zu ver­nich­ten.“ Im Rück­blick darf man sicher sagen: Frau Kloos hat sehr gezielt ver­sucht, die Bür­ger von Oppen­heim zu täu­schen. Ganz schön ver­lo­gen, die Dame!

War­um wir das alles hier erwäh­nen? Die Zei­tung bringt heu­te, am Jah­res­tag des Oppen­heim-Skan­dals, auf nahe­zu einer gan­zen Sei­te eine Bestands­auf­nah­me der Gescheh­nis­se – sie beleuch­tet Held, Par­tei­en, Behör­den und Bür­ger. Sie kon­sta­tiert rich­tig, dass sich die SPD „mit den Trüm­mern der Ära Held“ quä­le. Sie stellt kor­rekt fest, dass den Oppo­si­ti­ons­par­tei­en AL und CDU „eine unbe­fleck­te, glaub­wür­di­ge per­so­nel­le Alter­na­ti­ve für die Bür­ger­meis­ter­wahl 2019“ feh­le. Die Zei­tung moniert nicht zuletzt und völ­lig zu Recht, dass die Kon­troll­orga­ne – vor allem die Kom­mu­nal­auf­sicht bei der Kreis­ver­wal­tung in Ingel­heim – völ­lig ver­sagt hät­ten.

Alles rich­tig. Was wir jedoch in die­ser Ein-Jah­res-Bilanz ver­mis­sen: Es fehlt eine offe­ne, ehr­li­che, kri­ti­sche Betrach­tung des eige­nen Ver­sa­gens. Im Oppen­heim-Skan­dal spiel­te die Lokal­zei­tung lan­ge Zeit eine sehr unrühm­li­che Rol­le. Das Blatt hat­te sich auf einen unsau­be­ren Hän­del mit der Poli­tik ein­ge­las­sen: Du, Stadt­bür­ger­meis­ter, gibst uns ab und zu Infos und (von Held-Spre­cher Mühleck vor­for­mu­lier­te) Nach­rich­ten – wir schrei­ben nichts Schlech­tes über dich. Du ver­sorgst uns regel­mä­ßig mit (natür­lich bezahl­ten) Anzei­gen – dann schrei­ben wir auch nur Gutes über dich.

So lief das in Oppen­heim, vie­le Jah­re lang. Als dann das Dos­sier erschien, als die Held-Affä­ren ruch­bar wur­den, und vor allem, als die­se Web­sei­te mit einer seriö­sen jour­na­lis­ti­schen Auf­ar­bei­tung des Oppen­heim-Skan­dals begann, da war die Zei­tung schnell ent­tarnt: als bil­li­ges wie belie­bi­ges Ver­laut­ba­rungs­blätt­chen der Stadt­spit­ze. Mut­los. Kraft­los. Wert­los.

Es dau­er­te Mona­te, bis die Redak­ti­on begriff, was wirk­lich abging in der klei­nen rhein­hes­si­schen Stadt. Im Dezem­ber schrieb der Lei­ter der Oppen­hei­mer Lokal­re­dak­ti­on, Ulrich Gerecke, einen Kom­men­tar mit der Über­schrift „Zeit für Kon­se­quen­zen“. Aus­zug:

Spä­tes­tens seit der Abschluss­be­richt des Rech­nungs­ho­fes vor­liegt, ist es mit Aus­re­den, Lavie­ren und Rela­ti­vie­ren vor­bei. Ange­sichts der schie­ren Dimen­si­on der Ver­feh­lun­gen ist die Zeit für Kon­se­quen­zen gekom­men – und da ist in ers­ter Linie Held gefragt. (…) Mar­cus Held hat ein­mal gesagt, selbst wenn er Feh­ler gemacht habe, so habe er stets nur das Wohl der Stadt im Sinn gehabt. Gemes­sen an die­sen Wor­ten wäre der größ­te Dienst, den er Oppen­heim momen­tan erwei­sen kann, sein Bür­ger­meis­ter­amt nie­der­zu­le­gen.“

Es war wie ein Befrei­ungs­schlag. Seit­her zeigt sich die Redak­ti­on zuse­hends bemüht, umfäng­lich über die Machen­schaf­ten der Rat­haus­spit­ze zu berich­ten. Gleich­wohl hät­te ihr jetzt, zum Jah­res­tag des Oppen­heim-Skan­dals, ein ehr­li­cher Blick in den Spie­gel gut ange­stan­den: Nicht nur über Ande­re zu urtei­len, son­dern auch die eige­ne Rol­le offen zu hin­ter­fra­gen – das wäre ange­bracht gewe­sen. Kri­ti­sche Selbst­re­fle­xi­on ist im Jour­na­lis­mus der Jetzt-Zeit nicht nur erlaubt. Sie wird ver­langt.

AZ-Redaktion im Rheinhessen-Krimi entdeckt

Einer, der die Rol­le der loka­len Zei­tung früh­zei­tig durch­schaut hat, ist Frie­der Zim­mer­mann. Der Oppen­hei­mer Schrift­stel­ler hat letz­tes Jahr sein Buch „Wind­rad­ma­fia“ her­aus­ge­bracht. Der Inhalt des Kri­mis, in einem Satz zusam­men­ge­fasst: Bru­ta­le Gangs­ter wol­len mit Hil­fe gie­ri­ger Lokal­po­li­ti­ker in Rhein­hes­sen das ganz dicke Geschäft mit der Wind­ener­gie machen. Span­nen­de Lek­tü­re, lesens­wert!

Wes­halb wir das hier erzäh­len: Vie­les in dem Kri­mi erin­nert an den Oppen­heim-Skan­dal. Die Vor­wür­fe gegen einen rhein­hes­si­schen Bür­ger­meis­ter wer­den dank eines anonym ver­schick­ten Dos­siers bekannt. Die Ver­feh­lun­gen des Lokal­po­li­ti­kers glei­chen denen von Mar­cus Held. Der Lan­des­rech­nungs­hof taucht auf, die Staats­an­walt­schaft ermit­telt. Und: Die Lokal­zei­tung im Buch ver­hält sich exakt so wie die “All­ge­mei­ne Zei­tung“ im Oppen­heim-Skan­dal.

Schla­gen wir nach in dem Buch, beschrie­ben wird auf den Sei­ten 50ff eine Redak­ti­ons­kon­fe­renz; der Chef­re­dak­teur (er heißt im Buch Rot­ring) erklärt sei­nen Redak­teu­ren, wie sie mit dem anonym ver­fass­ten Dos­sier umzu­ge­hen hät­ten:

Die Redak­ti­on nimmt die anonym (…) vor­ge­tra­ge­nen Beschul­di­gun­gen zur Kennt­nis. Die Redak­ti­on wird mit die­sem Vor­gang äußerst zurück­hal­tend umge­hen und in der Bericht­erstat­tung und vor allem in der Kom­men­tie­rung alles unter­las­sen, was als Par­tei­nah­me oder gar als Vor­ver­ur­tei­lung aus­ge­legt wer­den könn­te. Die Redak­ti­on betrach­tet die Unschulds­ver­mu­tung als beson­ders hohes Gut in einem Rechts­staat, die im kon­kre­ten Fall schon des­halb Vor­rang hat, weil die Vor­wür­fe anonym erho­ben wur­den und wir der miss­bräuch­li­chen Ver­wen­dung von Infor­ma­tio­nen, die dem Daten­schutz unter­lie­gen, kei­nen Vor­schub leis­ten wol­len. Der Kol­le­ge Wein­mann wird auf der Lan­des­sei­te kurz und knapp mel­den, dass Staats­an­walt­schaft und Rech­nungs­hof den Vor­gang prü­fen und zu einem lau­fen­den Ver­fah­ren kei­ne wei­te­ren Anga­ben gemacht wer­den kön­nen. Mehr nicht.“

Wie gesagt: So steht’s in dem Kri­mi. Autor Zim­mer­mann schreibt in einem Nach­wort: „Die­se Geschich­te ist frei erfun­den.“ Und wei­ter: „Über­ein­stim­mun­gen mit rea­len Per­so­nen und Namen sind nicht aus­zu­schlie­ßen, wären aber rein zufäl­lig.“

Rein zufäl­lig gibt’s aller­dings sehr vie­le Zufäl­le: Er selbst, so sagt der Chef­re­dak­teur im Buch vor sei­ner ver­sam­mel­ten Redak­ti­on, wer­de mit dem beschul­dig­ten Bür­ger­meis­ter spre­chen: „Wir sind bei­de Mit­glie­der bei der Rhei­ni­schen Wein­bru­der­schaft…“

Leser die­ser Web­sei­te kön­nen das alles gut ein­ord­nen. Sie wis­sen: Auch der „ech­te“ Chef­re­dak­teur der „All­ge­mei­nen Zei­tung Mainz“ (er heißt Roeingh) ist Mit­glied eines sol­chen Wein trin­ken­den Män­ner-Bünd­nis­ses. Wir hat­ten im letz­ten Jahr berich­tet, dass der Main­zer Zei­tungs­ma­cher gemein­sam mit Mar­cus Held der Wein­bru­der­schaft Rhein­hes­sen bei­getre­ten sei. Wein­se­li­ge Nähe, schrie­ben wir damals, sei dem AZ-Chef­re­dak­teur wohl wich­ti­ger als gesun­de jour­na­lis­ti­sche Distanz. Herr Roeingh war dar­über not amu­sed…

In Zim­mer­manns Buch emp­fiehlt der (fik­ti­ve) Chef­re­dak­teur dem Bür­ger­meis­ter, „in die Offen­si­ve zu gegen, die Vor­wür­fe ent­schie­den zurück­zu­wei­sen und Anzei­ge gegen Unbe­kannt zu erstat­ten wegen Ver­leum­dung, übler Nach­re­de und dem Ver­rat von Dienst­ge­heim­nis­sen. Er ist schließ­lich selbst Jurist. Dann ist er in der Öffent­lich­keit nicht Täter, son­dern Opfer und hat die Sym­pa­thie der Leu­te.“

Es klingt, als habe Zim­mer­mann das Ver­hal­ten von Mar­cus Held extra­hiert. Der Oppen­hei­mer Voll­ju­rist hat mona­te­lang – sie­he oben – stets alle Vor­wür­fe ent­schie­den zurück­ge­wie­sen, Straf­an­zei­ge erstat­tet und sich in der Öffent­lich­keit immer wie­der als bemit­lei­dens­wer­tes Opfer insze­niert.

Die „All­ge­mei­ne Zei­tung Mainz“ hat Zim­mer­manns Buch aus­führ­lich vor­ge­stellt. Auf die auf­fäl­li­gen Über­ein­stim­mun­gen zwi­schen fik­ti­ver und real exis­tie­ren­der Redak­ti­on geht der namen­lo­se Rezen­sent lei­der nicht ein. Dafür umstreut er den Oppen­hei­mer Schrift­stel­ler mit ganz viel Weih­rauch: „Wind­rad­ma­fia“ sei „eine span­nen­de Kri­mi­nal­ge­schich­te mit akri­bi­scher Spu­ren­su­che, objek­ti­ver Ana­ly­se, klu­gen Fra­gen, muti­gem Kom­bi­nie­ren und geschei­tem Erken­nen von Zusam­men­hän­gen“.

Stadtbürgermeister lässt Mitarbeiter bei sich zu Hause antanzen

Eine gute Nach­richt: Mar­cus Held scheint auf dem Weg der Bes­se­rung zu sein. Ob der viel­fach geäu­ßer­te Ver­dacht zutrifft, wonach er mit sei­ner Krank­mel­dung nur Reiß­aus vor sei­nen Kri­ti­kern habe neh­men wol­len und bewusst in die von ihm geschätz­te Opfer­rol­le geflüch­tet sei: Das wis­sen wir, ehr­lich gesagt, nicht. Viel­leicht war er ja auch tat­säch­lich krank.

Am Mitt­woch­abend erschien er wie­der zur Sit­zung der SPD-Frak­ti­on Rhein-Selz, bei der sein Men­tor Micha­el Reit­zel abge­sägt wur­de. Rat­haus-Mit­ar­bei­ter berich­te­ten zuvor, Held las­se sie regel­mä­ßig bei sich zu Hau­se antan­zen und ver­tei­le Arbeit. Der Stadt­bür­ger­meis­ter, so erzäh­len sie auch, habe eigent­lich kein biss­chen malad gewirkt.

Es ist an der Zeit, dass er wie­der zur Arbeit kommt! Schließ­lich kos­tet sein Krank­fei­ern die Stadt viel Geld! Aus der klam­men Stadt­kas­se müs­sen der­zeit zwei Stadt­bür­ger­meis­ter bezahlt wer­den: Nicht nur Held kas­siert wei­ter­hin – auch Hel­mut Kre­the, der zwei­te Bei­geord­ne­te, hat als Held-Ver­tre­ter der­zeit Anspruch auf ein vol­les Bür­ger­meis­ter-Salär!

Held-Ziehvater im VG-Rat krachend abgestürzt

Aus aktu­el­lem Anlass schau­en wir ein­mal kurz über den Tel­ler­rand des Stadt­ge­sche­hens: Micha­el Reit­zel gilt gemein­hin als der poli­ti­sche Zieh­va­ter von Mar­cus Held. Der in Sel­zen leben­de Anwalt war 20 Jah­re lang, bis 1991, Mit­glied des Land­tags. Heu­te sitzt er noch im Kreis­tag Mainz-Bin­gen und im Rat der Ver­bands­ge­mein­de Rhein-Selz. Jetzt wur­de er, was als äußerst unge­wöhn­lich bezeich­net wer­den muss, als Frak­ti­ons­chef der SPD im VG-Rat abge­wählt. Man kann durch­aus auch sagen: Er wur­de abge­setzt. Gefeu­ert.

Reit­zel gilt in poli­ti­schen Krei­sen in Rhein­land-Pfalz nicht als graue Emi­nenz der SPD, son­dern als schwar­zer Schat­ten über Rhein­hes­sen. Es dürf­te nur weni­ge Poli­ti­ker geben, die ein der­art nega­ti­ves Image haben – Reit­zel pflegt es auch noch, ihm scheint sei­ne böse Aus­strah­lung sogar zu gefal­len. Etli­che Genos­sen sagen, frei­lich nur hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand, er sei die Inkar­na­ti­on des macht­gie­ri­gen Poli­ti­kers, der vor­ge­be, ans Gemein­wohl zu den­ken, in Wahr­heit aber nur sich selbst sehe. Er sei uner­träg­lich her­risch im Auf­tre­ten, sagen sie auch, und bru­tal im Durch­set­zen eige­ner Inter­es­sen.

Wer Posi­ti­ves über die­sen Mann hören will, so wird in Polit-Krei­sen kol­por­tiert, kön­ne allen­falls bei Tho­mas Gün­ther fün­dig wer­den: Von dem Nier­stei­ner Bür­ger­meis­ter heißt es, er schmie­ge sich – wie­wohl CDU-Mit­glied – ganz eng an Reit­zel, ver­su­che auch immer wie­der, des­sen ran­zig-rup­pi­ges Auf­tre­ten zu kopie­ren. Es stört ihn offen­sicht­lich nicht, das er mit sei­nem Ver­hal­ten sei­ne eige­nen Par­tei­freun­de immer wie­der rüde brüs­kiert. Selbst SPD-Mit­glie­der sagen, sie emp­fän­den das oft­mals als nur noch pein­lich.

Dass sich die Sozi­al­de­mo­kra­ten im VG-Rat den rigi­den Füh­rungs­stil von Reit­zel jah­re­lang gefal­len lie­ßen, könn­te von einer gro­ßer Lei­dens­fä­hig­keit der Lokal­po­li­ti­ker zeu­gen. Aber viel­leicht war’s auch Angst-Star­re: Es heißt, wer Reit­zel wider­spre­che, der habe nichts mehr zu Lachen. Der sei poli­tisch ganz schnell tot.

Letz­ten Mitt­woch stand der Frak­ti­ons­chef zur Wahl – und er wur­de abge­wählt. Die Zei­tung sprach hin­ter­her von einem „Erd­be­ben“. Der Dol­ges­hei­mer SPD-Bür­ger­meis­ter Micha­el Schrei­ber sag­te: Mit den gan­zen Held-Affä­ren, die Reit­zel stets ver­leug­net hat, habe das nichts zu tun. „Der Grund war sein Füh­rungs­stil. Es war nicht mehr erträg­lich. Allein dar­um ging’s.“ Schrei­ber wird auch zitiert mit den Wor­ten: „Wäre Reit­zel Vor­sit­zen­der geblie­ben, hät­te ich die Frak­ti­on ver­las­sen – und ande­re waren der­sel­ben Mei­nung wie ich.“ So kla­re Wor­te sind sel­ten in der Poli­tik. Wenn Lokal­po­li­ti­ker Rück­grat zei­gen, kann das durch­aus befrei­end wir­ken. Auch ange­nehm wohl­tu­end.

Zum neu­en Frak­ti­ons­chef wur­de Dr. Anton Mie­sen aus Dien­heim gewählt. Der frü­he­re Behör­den-Medi­zi­ner sag­te, er wol­le „koope­ra­tiv sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Poli­tik umset­zen und die SPD wie­der ins ruhi­ge­re Fahr­was­ser zu brin­gen ver­su­chen“. Ansons­ten wol­le er sich erst äußern, wenn er mit allen Betei­lig­ten und Betrof­fe­nen gespro­chen hat.

Das klingt rich­tig ehr­bar! Es ist jedoch frag­lich, ob sich Mie­sen wird durch­set­zen kön­nen – nicht nur wegen sei­nes Alters (er ist bereits 70). Son­dern auch, weil er anstän­dig zu sein scheint. Und auch, weil Reit­zel wei­ter­hin der SPD-Frak­ti­on ange­hört. Der Mann ist zwar schon 74, aber es ist kaum zu erwar­ten, dass er sich so ein­fach weg­schub­sen lässt.

Held-Stellvertreter kann absahnen – dank Held

Zum Abschluss unse­rer heu­ti­gen Wochen­rück­schau wol­len wir Ihnen noch einen Mann vor­stel­len, der in der Oppen­hei­mer SPD eine star­ke Füh­rungs­po­si­ti­on besetzt, gleich­wohl in der Regel recht unauf­fäl­lig agiert. In sei­ner Per­son kris­tal­li­siert sich das Sys­tem Held: Gibst du mir, geb ich dir, und wenn wir bei­de in Treue fest zur rich­ti­gen Par­tei – zur SPD natür­lich! – ste­hen, dann soll’s uns hier in Oppen­heim auch rich­tig gut erge­hen.

Peter Ammann, so heißt der Mann, hat in die­sem Sin­ne alles rich­tig gemacht. Er gilt als eine der wich­tigs­ten Stüt­zen des Stadt­bür­ger­meis­ters, was sich jetzt für ihn, wie wir gleich sehen wer­den, in barer Mün­ze bezahlt machen soll: Mar­cus Held ver­gol­det ihm sei­ne Treue.

Ammann ist einer der Stell­ver­tre­ter von Mar­cus Held im Oppen­hei­mer SPD-Vor­stand, und er sitzt auch in der SPD-Frak­ti­on im Stadt­rat, die bis­lang alles abnick­te, was Mar­cus Held ver­lang­te. In der Öffent­lich­keit hält er sich zurück; kürz­lich aller­dings fiel er damit auf, dass er sich bei Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held öffent­lich bedank­te. Es war beim SPD-Neu­jahrs­emp­fang, und wenn wir der Zei­tung Glau­ben schen­ken kön­nen, dann hat­te sich Ammann recht all­ge­mein geäu­ßert und ziem­lich kurz gefasst.

Dabei hät­te er ruhig etwas kon­kre­ter wer­den kön­nen: Er hät­te sich bei Mar­cus Held dafür bedan­ken kön­nen, weil der ihm einen aus­ge­spro­chen schö­nen Auf­trag zuge­schanzt hat, der ihm (Ammann) rich­tig viel Geld ein­brin­gen dürf­te:

Mar­cus Held plant bekann­ter­ma­ßen als Geschäfts­füh­rer der Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft HGO, auf dem ehe­ma­li­gen Gra­din­ger-Grund­stück am Kautz­brun­nen­weg ein Mehr­fa­mi­li­en­haus zu errich­ten. 32 Woh­nun­gen sind geplant, gut die Hälf­te davon soll ver­kauft wer­den.

Dass sich das gan­ze Bau­vor­ha­ben in gigan­ti­scher Schief­la­ge befin­det und die von Held ver­ur­sach­ten Ver­mö­gens­schä­den für HGO/GWG inzwi­schen eben­falls die Staats­an­walt­schaft auf den Plan geru­fen haben – das ist hier und heu­te nicht unser The­ma. Nein, raten Sie ein­fach mal, wer als Immo­bi­li­en­mak­ler die Woh­nun­gen ver­kau­fen darf?

Genau: die Fir­ma „Main­zer Immo­bi­li­en­Cen­ter“, bei der Peter Ammann als Immo­bi­li­en­be­ra­ter arbei­tet. Ammann bie­tet der­zeit 15 der geplan­ten Gra­din­ger-Woh­nun­gen im Inter­net zum Kauf an – zu Prei­sen zwi­schen 89.900 Euro (für 25,5 Qua­drat­me­ter) und 298.500 Euro (für 89 Qua­drat­me­ter).

In der Sum­me beträgt der Ver­kaufs­er­lös rund 3,5 Mil­lio­nen Euro. Die Käu­fer müs­sen kei­ne Mak­ler­pro­vi­si­on zah­len, die ist im Ver­kaufs­preis inklu­diert.

Wenn Ammann nur drei Pro­zent Mak­ler­cour­ta­ge vom Bau­herrn HGO erhal­ten soll­te, wären ihm dank Mar­cus Held mehr als hun­dert­tau­send Euro sicher. Üblich sind in Rhein­land-Pfalz sechs Pro­zent…

Mit die­sem Wis­sen kön­nen wir Ammanns öffent­li­che Dan­kes­re­de für Mar­cus Held jetzt rich­tig ein­ord­nen: Sie hat­te mit ehr­li­cher Aner­ken­nung für geleis­te­te poli­ti­sche Arbeit ver­mut­lich nur wenig zu tun. Die Dan­kes­wor­te dürf­ten vor allem von per­sön­li­chen Inter­es­sen gelei­tet gewe­sen sein.

Dan­ke, Mar­cus, für dei­ne gute Arbeit! Das kann man im Gegen­zug für solch fet­ten Auf­trag ja schon mal sagen!

24 Gedanken zu „Held-Vertrauter sahnt dicken Auftrag ab – dank Marcus Held

  1. E.G.

    Wie die Per­so­na TG selbst mit­ge­teilt hat, sitzt er (auch) im Glas­kas­ten.
    Und das Glas von dem Kas­ten des TG ist nicht so gut sati­niert wie das Glas von dem Glas­kas­ten des Mar­cus Robert Held.

    D.h. da gibt es vie­le inter­es­san­te Details, allein wenn mann die Stich­wor­te neue Bus­hal­te­stel­le- Ehma­li­ger Müll­platz-Schnell­re­stau­rant im Zusam­men­hang nennt.
    Dies gehört jedoch nicht in die­sen Blog.
    Das ist ein ande­rer Glas­kas­ten.

    Zwar gehen immer mehr Lich­ter für und um Mar­cus her­um aus. Die meis­ten Lich­ter waren auf­ge­stellt um die Bür­ger zu blen­den sobald sie einen Blick in den Glas­kas­ten wer­fen woll­ten.…
    Das Ende der Ära Held ist aber noch nicht erreicht.
    Die­se geht aber zuse­hends schnell dem Ende ent­ge­gen. Das ist wie mit einem Schne­ball der ins Rol­len kommt. Je län­ger er rollt des­to mehr wei­te­ren Schnee nimmt er mit. Nach­dem jeden Tag wei­te­re SPD Funk­tio­nä­re ( Bar­ba­ro, Kram, Jusos Mainz-Bin­gen, 19 SPD’ler in Oppen­heim, 10 SPD’ler der VG Frak­ti­on usw. ) mit dem Mar­cus auf­kün­di­gen, dau­ert es nicht mehr lan­ge bis zum „Oppen­hei­mer Befrei­ungs­schlag“.

    Danach kön­nen wir mal in den nächs­ten Glas­kas­ten hin­ein­schau­en.

  2. SG

    Die Kunst besteht dar­in, zunächst lesen, dann den Über­gang zur Lan­des­po­li­tik auf­zei­gen, die ja mit “ guten Bei­spie­len“ gera­de­zu Steil­vor­la­gen für die unte­ren Kom­mu­nal­be­hör­den bie­tet. Übri­gens ohne ernst­haf­te Kon­se­quen­zen. Belas­sen wir es jetzt dabei, sonst wird’s lang­wei­lig.

  3. Demonstrant

    HM: Aus sämt­li­chen Ihrer unqua­li­fi­zier­ten Kom­men­ta­re in der Ver­gan­gen­heit ist es offen­sicht­lich, dass Sie für den Erkrank­ten hier im Blog agie­ren. Immer schön auf der unsach­li­chen Ebe­ne und immer per­sön­lich angrei­fend. Geht es Ihnen dadurch bes­ser? Mei­nen Sie dadurch dem Erkrank­ten noch hel­fen zu können?Aber wenn man die Wahr­heit hier nicht ver­trägt und auf dem „Wahr­heits­blog“ nicht ein­mal für den Erkrank­ten kom­men­tie­ren darf, dann muss man schein­bar sei­nen Frust so los­wer­den, wie Sie es tun. Sie tun mir aber nicht ein­mal leid.

    • Paulus

      HM: Auf Face­book wird unter vol­lem Namen gepö­belt und ein­ge­schüch­tert, hier mimt unser bzw. dem Mag­gus sein „Hein­zi“ sogar den Mon­tags­de­mons­tran­ten.
      Mensch May­er!

    • Klaus

      Hal­lo Demons­trant:
      wenn Sie schon HM ant­wor­ten möch­ten, dann schrei­ben Sie es doch auch als Ant­wort auf sei­nen Post und stel­len Ihre Anmer­kun­gen nicht ein­fach so zusam­men­hang­los hin. Da ver­liert man ja völ­lig den Über­blick. Dafür gibt es doch den But­ton „Ant­wor­ten“.

  4. MEMO

    Also wenn ich hier wie­der lesen muß, daß der Oppen­hei­mer Held für sein Nichts­tun auch noch Geld aus unse­rer eh schon extrem klam­men Stadt­kas­se kas­siert, geht mir echt die Hut­schnur hoch!
    Gibt es viel­leicht auch für den eben­falls schwer erkrank­ten 1. Bei­geord­ne­ten einen Stell­ver­tre­ter, der uns dann ja auch noch mal kos­tet? Wir haben’s ja und bezah­len tun die Sup­pe sowie­so erst unse­re Enkel und Uren­kel.
    Was ich aber so gar nicht ver­ste­hen kann ist die Tat­sa­che, daß die Auf­wands­ent­schä­di­gung für einen ehren­amt­li­chen Bür­ger­meis­ter auch im Krank­heits­fall in vol­ler Höhe wei­ter­ge­zahlt wer­den muß. WO STEHT DAS GESCHRIEBEN? Wer kann mir da mal wei­ter­hel­fen?
    Ich habe ein­fach ein Pro­blem damit, daß eine Auf­wands­ent­schä­di­gung gezahlt wer­den muß, auch wenn der Emp­fän­ger gar kei­nen Auf­wand hat, weil er die Tätig­keit ja gar nicht aus­übt! Bei Löh­nen und Gehäl­tern ist es klar, steht im Lohn­fort­zah­lungs­ge­setz so drin, eben­so für die Beam­ten im Beam­ten­ver­gü­tungs­ge­setz und ist halt eine sozia­le Kom­po­nen­te aus dem Arbeits- oder Dienst­ver­trag her­aus. Aber ohne Auf­wand Bezü­ge zu erhal­ten, das gibt’s wohl nur bei Poli­ti­kern. Und das auch nur, weil sie sich die Geset­ze ja selbst zu ihrem urei­gens­ten Vor­teil schrei­ben kön­nen!

    • G.K.

      … da kann er noch eine Wei­le krank sein:

      Lan­des­ver­ord­nung über die Auf­wands­ent­schä­di­gung für kom­mu­na­le Ehren­äm­ter (KomA­EVO) Vom 27. Novem­ber 1997

      § 9
      Form, Zah­lung und Ruhen der Auf­wands­ent­schä­di­gung

      (4) Die Auf­wands­ent­schä­di­gung ruht,

      1. wenn der Ehren­be­am­te unun­ter­bro­chen län­ger als drei Mona­te das Ehren­amt nicht wahr­nimmt, für die über drei Mona­te hin­aus­ge­hen­de Zeit, sofern nicht ein Beschäf­ti­gungs­ver­bot nach den Vor­schrif­ten der Mut­ter­schutz­ver­ord­nung vom 16. Febru­ar 1967 (GVBl. S. 55, BS 2030 – 1-23) in der jeweils gel­ten­den Fas­sung bestan­den hat,

      2. solan­ge der Ehren­be­am­te vor­läu­fig sei­nes Diens­tes ent­ho­ben (§ 45 Abs. 1 des Lan­des­dis­zi­pli­nar­ge­set­zes) oder ihm die Füh­rung sei­ner Dienst­ge­schäf­te ver­bo­ten (§ 39 des Beam­ten­sta­tus­ge­set­zes) ist.

      • MEMO

        Dan­ke für die Info.
        Ja, das paßt. Drei Mona­te.
        Und der groß­ar­ti­ge Oppen­hei­mer Held weiß auch schon, daß er am 5.4.18 wie­der gesund sein wird!!!
        Da wird er näm­lich wie­der die offe­ne Bür­ger­sprech­stun­de abhal­ten. Am 29.3.18 macht das noch sein Krank­heits­ver­tre­ter Kre­the. Nach­zu­le­sen im Ver­an­stal­tungs­ka­len­der auf der offi­zi­el­len Sei­te der Stadt Oppen­heim.
        Jetzt bleibt nur noch die Fra­ge, ob das nun hell­se­he­ri­sche Fähig­kei­ten des Super­hel­den sind oder schlich­te mone­tä­re Inter­es­sen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

    • Jk

      Zumal er ja das Amt nicht wirk­lich ruhen lösst sie­he Teil­nah­me an der für ihn so wich­ti­gen Sit­zung, bei der Reit­zel abge­wählt wur­de. Und hei der HGO lässt er auch die Mit­ar­bei­ter offen­bar antan­zen.

      Soll­te VG ein­grei­fen.

  5. Anonymous

    Ein rich­tig dicker Fisch dürf­te der Rhein-Selz-Park sein. Über die Par­tei­gren­zen hin­weg sind sich die Her­ren Günther,Penzer und Reit­zel sich in einer Wei­se einig , dass es einem eis­kalt über den Rücken läuft, wie sich Gün­ther den Her­ren Pen­zer und Reit­zel anbie­dert und öffent­li­che Ehren­er­klä­run­gen für Pen­zer abgibt. Wenn er die glei­chen Wert­mass­stä­be hat, dann kann es ja hier auch bald los­ge­hen. Gerüch­te von
    Geschenk­ten Grund­stü­cken machen ja schon die Run­de. Was mir aller­dings völ­lig unver­ständ­lich ist, war­um sich die CDU noch nicht von Gün­ther getrennt hat. Auch hier wäre ein rei­ni­gen­des Gewit­ter drin­gend not­wen­dig. Die Zeit ist über­reif. Für die Mit­ar­bei­ter in den Ver­wal­tun­gen bräch­te dies dar­über hin­aus ein Auf­at­men, wenn die­ser brül­len­de und will­kür­lich polt­er­de Mensch demü­ti­ger auf­tre­ten müss­te.
    JH

  6. Sven aus Oppenheim

    Ein Jahr ist seit der Auf­de­ckung vor­über und wo sind die wirk­lich sicht­ba­ren Kon­se­quen­zen? Lie­be Kon­troll­be­hör­den han­delt end­lich! Wenn bei den Wäh­lern das Gefühl ent­steht, dass in unse­rem aktu­el­len Par­tei­en­sys­tem Klün­gel herrscht und jeder Poli­ti­ker machen kann was er will und auch kei­ne spür­ba­ren Kon­se­quen­zen zu fürch­ten hat, selbst wenn er erwischt wird, dann wird der Zulauf zu radi­ka­le­ren Par­tei­en immer wei­ter zuneh­men. Und das kann nicht in unser aller Sin­ne sein.

    • O.S.

      Sie haben völ­lig recht. Bis­lang sind kei­ne Kon­se­quen­zen sei­tens der Kon­troll­be­hör­den und der Jus­tiz fest­stell­bar. Es wird zwar ermahnt und ermit­telt, aber bis­lang ohne kon­kre­tes Ergeb­nis und sicht­ba­re Fol­gen. Viel­leicht sind da auch die Erwar­tun­gen an Tem­po oder Hand­lungs­mög­lich­kei­ten zu hoch.

      Den­noch haben die ver­gan­ge­nen zwölf Mona­te gezeigt, dass der Bür­ger auch in der Lage ist, sich gegen Miss­stän­de zu weh­ren. Die­ser Blog ist ein Bei­trag dazu. Die Mon­tags­de­mons­tra­tio­nen ein wei­te­rer.

      Und so ganz fol­gen­los ist das ja alles nicht geblie­ben: Die Zei­tung berich­tet und kom­men­tiert nun anders, Oppen­heim steht im lan­des­wei­ten media­len Fokus, Reit­zel ist ent­mach­tet (wenn dies auch eine frak­ti­ons­in­ter­ne Ent­schei­dung gewe­sen ist) und der Oppen­hei­mer Stadt­bür­ger­meis­ter hat sich hin­ter den Vor­hang zurück­ge­zo­gen. Immer­hin. Da sah vie­les vor einem Monat noch anders aus.

  7. M

    Auch wenn Sie heu­te Ihren Schwer­punkt nicht auf die GWG/H­GO/Gra­din­ger- Ange­le­gen­heit legen,so will ich trotz­dem noch­mal auf Ihren sehr infor­ma­ti­ven Bericht LRH 23: Mar­cus Held droht teu­rer Ärger – als HGO-Geschäfts­füh­rer , VERÖFFENTLICHT AM 23. DEZEMBER hin­wei­sen.( sehr lesens­wert für diejenigen,die ihn noch nicht ken­nen)

    Es ist ein­fach unglaub­lich, wie die Herr­schaf­ten wei­ter­hin ste­tig und auf lei­sen Soh­len ihre Geschäf­te mit other peo­pels money betrei­ben und alle , alle gucken zu.

    Wegen des Arbei­tens aus dem Kran­ken­stand- nor­ma­ler­wei­se ist das ohne Geneh­mi­gung des Arbeit­ge­bers rsp. Dienst­herrn oder ohne ärzt­li­ches Attest zur Gene­sung, mei­nes Wis­sens nicht erlaubt.
    Also ent­we­der ist man gesund, dann bit­te arbei­ten kom­men für sein Geld, oder man ist krank, dann hat man die Ver­pflich­tung, alles zu tun, um wie­der gesund zu wer­den – und sich nicht in Sit­zun­gen auf­zu­hal­ten oder zu hei­mi­schen Bespre­chun­gen ein­zu­la­den.
    Was sagt denn die Auf­sichts­be­hör­de dazu ? Nor­ma­ler­wei­se müss­te sie im Rah­men der Für­sor­ge­pflicht nach­fra­gen.

    Zu Herrn Reit­zel- sei­ne Abwahl ist für ihn eine gro­ße Nie­der­la­ge auf eige­nem Platz, aber viel­leicht gar nicht mal das eigent­li­che Dra­ma.
    Rich­tig tra­gisch für ihn dürf­te sein, dass er vor­her nichts gewusst hat, d.h., er ist ganz offen­sicht­lich infor­mell abge­hängt. Das nennt man Kon­troll­ver­lust und Abstell­gleis.

    • Leser

      Von dem Nier­stei­ner Bür­ger­meis­ter heißt es, er schmie­ge sich – wie­wohl CDU-Mit­­­glied – ganz eng an Reit­zel, …“

      Mei­ner Erin­ne­rung nach hat­te der jetzt im Bei­trag genann­te Nier­stei­ner Bür­ger­meis­ter Tho­mas Gün­ther (CDU) doch vor Jah­ren auch mal dies­be­züg­li­che Pro­ble­me weil er im Kran­ken­stand an einen (Feu­er­wehr-) Sit­zun­gen teil­ge­nom­men hat und des­we­gen von loka­ler SPD-Vg-Sei­te , mas­siv und öffent­lich ange­schos­sen, beklagt wur­de. Das The­ma dürf­te via AZ-Suche / Geni­os noch her­vor­zu­ho­len sein. Viel­leicht gibt es, zei­gen sich da alte Dank­bar­kei­ten.

  8. KPH

    Über ein Beben zu schrei­ben (AZ) ist ja ganz nett. Das wirk­li­che Beben steht ja erst bevor. Man stel­le sich ein­mal fol­gen­de Stel­len­an­zei­ge vor: Gesucht wer­den meh­re­re Oppen­hei­mer, die sich auf unse­rer Lis­te für die nächs­te Wahl auf­stel­len las­sen wol­len. Dabei besteht die Mög­lich­keit diver­se Füh­rungs­pos­ten zu beset­zen. Eine Ein­ar­bei­tung der Bewer­ber ist nicht mög­lich, die Stel­len­in­ha­ber sind dazu nicht geeig­net. Es erwar­tet Sie ein völ­lig neu­es Umfeld.
    Das Par­tei­lo­go über der Stel­len­an­zei­ge kön­nen Sie sich aus­su­chen. Es ist immer rich­tig.
    Idea­ler­wei­se schreibt die Zei­tung sinn­ge­mäß eine ähn­li­che Anzei­ge für sich selbst.
    Das wäre dann mal ein Beben.

  9. SG

    Ja, es war längst über­fäl­lig. Die Abwahl von M. Reit­zel ist ein muti­ger Schritt der SPD und eigent­lich ver­ständ­lich. Ein Mann, der die Fest­stel­lun­gen des LRH infra­ge stellt, die­se nicht ernst nimmt und das Pro­ce­de­re als Ein­mi­schung in die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung inter­pre­tiert, ist fehl am Plat­ze. Hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand wur­de unser SELZTALFÜRST als eigent­li­cher VG-Bür­ger­meis­ter gehan­delt, weil ihm Klaus Pen­zer nie Paro­li bie­ten konn­te (war­um eigent­lich nicht???). Auch als „rech­te Hand“ von unse­rem „Schick“-en Claus war die Rede. Nun bleibt abzu­war­ten, wie das Impe­ri­um „zurück­schlägt“. Es bleibt span­nend – auch um TG, dem Nier­stei­ner „Roi de Soleil“.
    Was die AZ-Lands­kro­ne anbe­langt, habe ich mei­ne Hoff­nung auf Bes­se­rung auf­ge­ge­ben. Sie ist und bleibt das Ver­kün­dungs­or­gan der MH-Trup­pe. Jour­na­lis­ti­sche Fähig­kei­ten, ver­bun­den mit Recher­chen und objek­ti­ver Bericht­erstat­tung: Fehl­an­zei­ge. Lei­der ist kei­ne Kon­kur­renz vor­han­den. Aber auch das tota­le Ver­sa­gen der Auf­sichts­be­hör­den (VG/KV) ist anzu­pran­gern.
    Wenn Herr Ruhmöl­ler sich der Sache nicht ange­nom­men hät­te, gin­ge es unbe­hel­ligt so wei­ter wie bis­her.
    Des­halb, vie­len Dank: Herr Ruhmöl­ler, blei­ben Sie dran. Übri­gens: Ihre Beschrei­bung der Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten von TG ist gran­di­os.

  10. R. Bürger

    Mar­cus Held, Micha­el Reit­zel, Peter Ammann, Ste­pha­nie Kloos, Tho­mas Gün­ther, Sit­tig, Pen­zer, Schick, All­ge­mei­ne Zei­tung – alles Namen, die für einen Begriff ste­hen: Staats­ver­sa­gen! An dem Fall Oppen­heim kön­nen wir sehen, wie unser Staat funk­tio­niert: Kor­rup­ti­on, Begüns­ti­gung, Mau­sche­lei, par­tei­po­li­ti­sche Nibe­lun­gen­treue, nicht funk­tio­nie­ren­de Kon­trol­le, viel zu oft unkri­ti­sche Bericht­erstat­tung einer zum ver­län­ger­ten Arm von Behör­den und Regie­run­gen ver­kom­me­nen Pres­se. So funk­tio­niert die­ses Land – und des­halb funk­tio­niert es nicht mehr. Es ist eine Schan­de für die­ses Land, dass erst anony­me Dos­siers, ver­fasst von offen­bar ver­zwei­fel­ten Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­tern, Licht in das Dun­kel der Umtrie­be von mise­ra­blen Poli­ti­kern brin­gen muss­ten. – Ein Dank an die Demons­tran­ten in Oppen­heim: Ihr seid die Weni­gen, die das Pro­blem ver­stan­den haben.

    • HM

      jo, geht es eine Num­mer klei­ner? Bon wegn nicht funk­tio­nie­ren­der Staat und so? Mal den Blick über den Tel­ler­rand und nicht wirk­lich alles in eine Topf wer­fen.

      Als Mon­tags­de­mons­trant distan­zie­re ich mich klar von die­ser Hal­tung.

      • R. Bürger

        Fin­den Sie, dass der Staat in Oppen­heim gera­de gut funk­tio­niert ? Und: glau­ben Sie , das Oppen­heim ein sel­te­nes Bei­spiel ist für solch unter­ir­di­sche Zustän­de? Schön, dann geht es Ihnen beim Blick auf das Gro­ße und Gan­ze eben bes­ser als mir. Ich gön­ne es Ihnen!

        • HM

          Dan­ke, Gön­ne­rei nicht nötig. In Deutsch­land von einem ver­sa­gen­den Staat zu spre­chen ist schon echt gewagt. Und ja, ich glau­be, dass sol­che unter­ir­di­schen Zustän­de wie in Oppen­heim eben nicht all­täg­lich sind, gera­de wegen des funk­tio­nie­ren­den Staa­tes. Ein­fach mal im Frust einen Gang zurück­schal­ten hilft der Sache unge­mein, die­ses Gekläf­fe soll­te man Sit­tig und Kon­sor­ten über­las­sen.

          • SG

            Oh, es gibt in die­ser, unse­rer Repu­blik vie­le “Oppen­heims“, die uns aller­dings ver­bor­gen blei­ben. Kon­se­quen­zen aus den Bau­stel­len Nür­burg­ring, Schloss­ho­tel Bad Berg­zabern, Flug­ha­fen Zwei­brü­cken, jetzt Ver­kauf Hahn, seit letz­ter Wahl ein zusätz­li­ches Minis­te­ri­um in RLP, sat­te Erhö­hun­gen der Diä­ten in schö­ner Regel­mä­ßig­keit: kei­ne nen­nens­wer­ten. Vie­les erin­nert mich an das Lied von Rein­hard May: was gibt’s Schö­ne­res auf Erden als Poli­ti­ker zu wer­den.….

          • HM

            SG, Sie Schrei­ben von vie­len Oppen­heims, die uns ver­bor­gen blei­ben – um sie gleich danach auf­zu­zäh­len? 😂😂😂

            Manch­mal kann man sich schon fra­gen …

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