Schü­ler­lot­sen auf Kos­ten der klam­men Stadt? Der Lan­des­rech­nungs­hof ent­deck­te sie in Oppen­heim und monier­te die­se Aus­ga­be, wir berich­te­ten dar­über: „Täg­li­che „Wohl­ver­hal­tens­kon­trol­le“ auf Kos­ten der Stadt“. Dem Dich­ter „Wil­helm Busch“ dien­te der Text als Idee für sein Gedicht Nr. 5.

Steh'n an gefahrenfreier Stelle
Schülerlotsen mit der Kelle,
brauchst Du nicht irritiert zu sein,
denn Du fährst durch Oppenheim.
 
In dieser schönen Schuldenstadt
keiner je gelesen hat
des Ministeriums VV,
wonach der Lotse lotst für lau.
 
Entlohnet aus dem Stadtbudget
der Lotse an der Ampel steht.
Er spricht zum Schüler: "Jetzt ist grün,
nun darfst Du Deines Weges ziehn."
 
Der Schüler spricht mit leisem Frust:
"Das hätt' ich auch noch selbst gewusst!"
Noch größer wär sein Frust gewesen,
hätt' er den Haushaltsplan gelesen.
 
Denn daraus hätte er entnommen,
dass das, was Lotsen hier bekommen,
aus Darlehn finanziert die Stadt,
die später er zu zahlen hat.
 
In Jahren wird er erst verstehn,
was er als Schüler hat gesehn:
Dass überflüss'ger Lotsen Lohn
auch festigt Bürgermeisters Thron.