LRH 3: Prüfer nehmen krüppeliges Tourismus-Konstrukt auseinander

Es ist der drit­te Tag im Oppen­hei­mer Advents­ka­len­der, in dem wir alle Details aus dem Berichts­ent­wurf des Lan­des­rech­nungs­ho­fes (LRH) offen­le­gen und ein­ord­nen. Heu­te müs­sen wir Ihnen etwas schwe­re­re Kost zumu­ten: Wir wid­men uns der Tou­ris­mus GmbH. Mit die­ser unter­neh­me­ri­schen Fehl-Kon­struk­ti­on von Mar­cus Held haben wir uns auf die­ser Web­sei­te schon mehr­mals inten­siv befasst. Die Exper­ten der Kon­troll­be­hör­de in Spey­er ana­ly­sie­ren und bewer­ten jetzt den Vor­gang der GmbH-Grün­dung, deren haus­halts­recht­li­che Dimen­si­on, die Leis­tungs­be­zie­hung zwi­schen Stadt und GmbH und schluss­end­lich die (Un-) Wirt­schaft­lich­keit des Gebil­des mit untrüg­li­cher und unbe­stech­li­cher Prä­zi­si­on…

Erin­nern Sie sich noch an das letz­te Flug­blatt der SPD Rhein-Selz? Es wur­de im Sep­tem­ber die­ses Jah­res, kurz vor der Bun­des­tags­wahl, an alle Haus­hal­te ver­teilt: Im Zen­trum der Polit-Pos­til­le stand der Bericht „Geziel­te Stim­mungs­ma­che am Bei­spiel der Tou­ris­mus GmbH“.

Unter die­ser Über­schrift ver­öf­fent­lich­te Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held einen Wut-Arti­kel, nach­dem wir auf die­ser Web­sei­te sei­ne angeb­lich städ­ti­sche Tou­ris­mus GmbH als Sam­mel­be­cken von Par­tei­freun­den mit der Lizenz zum Plün­dern städ­ti­scher Geld­quel­len ent­tarnt hat­ten. Drei kur­ze Pas­sa­gen aus der Held-Tira­de:

Es ist uner­träg­lich, wenn von inter­es­sier­ter Sei­te ver­sucht wird, stän­dig schlech­te und teil­wei­se aggres­si­ve Stim­mung in Oppen­heim und der VG zu ver­brei­ten, und dies auf Basis von bewuss­ten Falsch­mel­dun­gen und der Ver­dre­hung von Tat­sa­chen.“

Aus Sicht der SPD han­delt es sich bei der bewusst her­bei­ge­führ­ten Kam­pa­gne gegen Mar­cus Held und alle SPD-Ver­ant­wort­li­chen um eine Ruf­mord­kam­pa­gne, da fast täg­lich mit bewuss­ten Unwahr­hei­ten ver­sucht wird, die Bür­ger unsi­cher zu machen und auf­zu­het­zen.“

An der Stim­mungs­ma­che gegen die her­vor­ra­gend funk­tio­nie­ren­de Tou­ris­mus GmbH in Oppen­heim wird nach Auf­fas­sung der Ver­ant­wort­li­chen deut­lich, wie von inter­es­sier­ter Sei­te durch den angeb­li­chen Jour­na­lis­ten auf brei­ter Front Unter­stel­lun­gen meis­tens im Kon­junk­tiv for­mu­liert wer­den, um damit ein­zel­ne Per­so­nen zu ver­un­glimp­fen.“

Und jetzt blät­tern wir im Ent­wurf der Prü­fungs­mit­tei­lun­gen des Lan­des­rech­nungs­ho­fes, die­ser unab­hän­gi­gen Kon­troll­be­hör­de in Spey­er, wo Spe­zia­lis­ten sit­zen, deren Job es unter ande­rem ist, die Haus­halts- und Wirt­schafts­füh­rung in den Kom­mu­nen des Lan­des Rhein­land-Pfalz auf eine wirt­schaft­li­che, spar­sa­me und bestim­mungs­ge­mä­ße Ver­wal­tung und Ver­wen­dung öffent­li­cher Gel­der hin zu über­prü­fen. Die Prü­fer schrei­ben im Indi­ka­tiv.

Viel­leicht soll­ten wir das bei die­ser Gele­gen­heit noch ein­mal kurz deut­lich machen: Der Rech­nungs­hof nimmt im Staats­ge­fü­ge des Lan­des Rhein­land-Pfalz als obers­te Lan­des­be­hör­de auf der Ebe­ne der Lan­des­mi­nis­te­ri­en eine Son­der­stel­lung im soge­nann­ten minis­te­ri­al­frei­en Raum ein. Auf der Home­page der Behör­de heißt es selbst­be­wusst, dass man selbst­stän­dig und unab­hän­gig von Legis­la­ti­ve und Exe­ku­ti­ve han­deln kön­ne, was bedeu­te, dass weder die Regie­rung noch das Par­la­ment dem Rech­nungs­hof Wei­sun­gen ertei­len könn­ten.

Also: Wenn die­se Behör­de etwas sagt, ist das rein sach­be­zo­gen. Völ­lig frei von engen Par­tei­in­ter­es­sen. Allein dem All­ge­mein­wohl die­nend.

Es gibt mit­hin kei­nen Grund, der Exper­ti­se des Lan­des­rech­nungs­ho­fes mit einem grund­sätz­li­chen Miss­trau­en zu begeg­nen.

Mit die­sem Wis­sen schla­gen wir jetzt im Berichts­ent­wurf der Behör­de das Kapi­tel „Oppen­heim Tou­ris­mus GmbH“ auf. Mit knapp sechs Sei­ten Umfang ist es eines der umfang­rei­che­ren und damit wohl auch schwer­ge­wich­ti­ge­ren The­men. Was wir dort zu lesen bekom­men, ist erneut ein abschre­cken­des Bei­spiel für Cli­quen­wirt­schaft, Miss­ma­nage­ment und nicht zuletzt Plün­de­rung der Stadt­kas­se. Am Ende des Kapi­tels kom­men die Exper­ten aus Spey­er denn auch zu der kla­ren Emp­feh­lung, „die Auf­lö­sung der Gesell­schaft zu prü­fen“.

Auflagen wurden nicht beachtet

Die dafür ange­führ­ten Grün­de sind allein sach­lich-wirt­schaft­li­cher Art. Dass Held bei der Grün­dung der klei­nen Fir­ma über­ge­ord­ne­te Behör­den über­gan­gen und deren ein­deu­ti­ge Hin­wei­se vor­sätz­lich miss­ach­tet hat­te, wie die Rech­nungs­prü­fer jetzt fest­stel­len muss­ten, dürf­te bei der Auf­lö­sungs-Emp­feh­lung kei­ne wei­te­re Rol­le gespielt haben:

Die Tou­ris­mus GmbH gibt es seit Ende 2012, sie wur­de maß­geb­lich auf Betrei­ben des Stadt­bür­ger­meis­ters gegrün­det. Die Stadt selbst ist nur mit 49 Pro­zent betei­ligt, bei den ande­ren Gesell­schaf­tern (die wir hier vor­ge­stellt hat­ten) han­delt es sich über­wie­gend um aus­ge­such­te Held-Par­tei­freun­de und eini­ge Unter­neh­mer, die von ihm regel­mä­ßig Auf­trä­ge bekom­men.

Bereits im Juni 2012 – damals waren ers­te Plä­ne zur Grün­dung der GmbH bekannt gewor­den – hat­te die Kom­mu­nal­auf­sicht in einem Bescheid der Stadt Oppen­heim die Auf­la­ge erteilt, kom­mu­na­le Kon­troll­rech­te abzu­si­chern: Wenn sich eine Kom­mu­ne als Min­der­heits­ge­sell­schaf­ter an einem Unter­neh­men betei­li­ge, dann soll­te sie zur Wah­rung der städ­ti­schen Belan­ge dar­auf hin­wir­ken, dass sie selbst und die Auf­sichts­be­hör­den die Bücher des Unter­neh­mens prü­fen könn­ten. Ent­spre­chen­de Befug­nis­se wären bei der Tou­ris­mus GmbH nicht zuletzt des­halb ange­bracht gewe­sen, schreibt jetzt der Rech­nungs­hof, „da eine bis­her kom­mu­nal wahr­ge­nom­me­ne Auf­ga­be unter Ein­satz erheb­li­cher öffent­li­cher Mit­tel pri­va­ti­siert wur­de“.

Aber was stört’s einen SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten und Stadt­bür­ger­meis­ter vom For­mat Mar­cus Held, wenn die klei­ne Kom­mu­nal­auf­sicht ihm Auf­la­gen erteilt? Die­se Behör­de unter­steht dem vom SPD-Lan­des­vor­sit­zen­den Roger Lew­entz geführ­ten Main­zer Innen­mi­nis­te­ri­ums und ist in der Kreis­ver­wal­tung Mainz-Bin­gen ange­sie­delt, die damals von SPD-Land­rat Claus Schick geführt wur­de. Es hat sich her­um­ge­spro­chen, dass sich die Kom­mu­nal­auf­sicht selbst bei gra­vie­ren­dem Fehl­ver­hal­ten von Mar­cus Held immer erst weg­ge­dreht und dann auch noch bei­de Augen ganz fest zuge­drückt hat.

Par­tei­freun­de eben, lauf­auf land­ab. Wer könn­te es da wagen, sich gegen den gro­ßen SPD-Poli­ti­ker Mar­cus Held zu erhe­ben, ohne sei­ne eige­ne Kar­rie­re leicht­fer­tig aufs Spiel zu set­zen? Genüss­lich merkt Held – unter Namens­nen­nung des sei­ner­zeit zustän­di­gen (und in Oppen­heim wohn­haf­ten) Beam­ten der Kom­mu­nal­auf­sicht – zum Ent­wurf der Prüf­mit­tei­lun­gen an, die Kom­mu­nal­auf­sicht habe dem Wider­spruch der Stadt Oppen­heim gegen die Auf­la­ge zur Ver­an­ke­rung haus­halts­recht­li­cher Kon­troll- und Prü­fungs­be­fug­nis­se im Gesell­schafts­ver­trag abge­hol­fen. Will sagen: Die aus Sicht des Rech­nungs­hofs gebo­te­ne Auf­la­ge war kur­zer­hand per­du. So ein­fach ging das.

Die Rech­nungs­prü­fer kön­nen ange­sichts die­ses Ver­sa­gens der Kom­mu­nal­auf­sicht heu­te nur noch dia­gnos­ti­zie­ren: Die Stadt Oppen­heim habe ihrer Pflicht, der über­ört­li­chen Kon­troll­be­hör­de Prü­fungs­be­fug­nis­se ein­zu­räu­men, „ent­ge­gen einer aus­drück­li­chen Auf­la­ge der Kom­mu­nal­auf­sicht weder bei der Grün­dung der Gesell­schaft noch danach genügt“, wie es im Berichts­ent­wurf aus Spey­er heißt.

Und noch einen wei­te­ren for­ma­len Ver­stoß haben die Beam­ten aus Spey­er aus­ge­macht: Der Lan­des­rech­nungs­hof muss nach der Haus­halts­ord­nung des Lan­des Rhein­land-Pfalz „unver­züg­lich“ unter­rich­tet wer­den, „wenn unmit­tel­ba­re Betei­li­gun­gen einer Kom­mu­ne an einem Unter­neh­men begrün­det wer­den sol­len“. Auch auf die­se Unter­rich­tungs­pflicht, schreibt der Lan­des­rech­nungs­hof jetzt, sei Mar­cus Held von der Kom­mu­nal­auf­sicht am 22. Juni 2012 schrift­lich hin­ge­wie­sen wor­den.

Und jetzt raten Sie mal, was Mar­cus Held damals gemacht hat? Hat er wenigs­tens die­sen Hin­weis der Kom­mu­nal­auf­sicht beach­tet? Hat er auf das Schrei­ben der Behör­de reagiert?

Sie wer­den die Ant­wort erah­nen: Für Mar­cus Held, so hat’s den Ein­druck, gel­ten behörd­li­che Vor­schrif­ten nicht – jeden­falls scheint er das zu glau­ben.

Der Rech­nungs­hof schreibt dazu nur: „Künf­tig ist den Unter­rich­tungs­pflich­ten gegen­über dem Rech­nungs­hof nach­zu­kom­men.“

Den Satz soll­te wir kurz wir­ken las­sen: Oppen­heims Stadt­bür­ger­meis­ter soll also sei­nen Pflich­ten nach­kom­men.

Es dürf­te nicht vie­le Poli­ti­ker geben, denen ein Rech­nungs­hof in die­ser Deut­lich­keit vor­hal­ten muss: Einer behörd­li­chen Pflicht nach­zu­kom­men ist nicht in das Belie­ben eines Ein­zel­nen gestellt, selbst dann nicht, wenn er der Stadt­bür­ger­meis­ter von Oppen­heim ist. Wir leben nicht in der Auto­kra­tie, auch nicht in Oppen­heim.

Ohne Qualifikation zu mehr Gehalt

Die­se rein for­ma­len, haus­halts­recht­lich ver­an­lass­ten Kri­tik­punk­te im Berichts­ent­wurf des Rech­nungs­ho­fes sind jedoch eher ver­wal­tungs­tech­ni­scher Klein­kram – gegen das, was die Fach­leu­te aus Spey­er unter dem Stich­wort „Wirt­schaft­lich­keit“ bei der Tou­ris­mus GmbH vor­ge­fun­den haben:

Vor Grün­dung der GmbH waren die tou­ris­ti­schen Akti­vi­tä­ten der Stadt recht über­schau­bar und wohl auch ange­mes­sen gere­gelt für ein Städt­chen von der Grö­ße Oppen­heims: Im Rat­haus saß der Ange­stell­te Hans­jür­gen Bod­de­ras und lei­te­te die Berei­che Tourismusentwicklung/Eventmanagement. Er bekam dafür zuletzt 50.700 Euro/Jahr. Unter­stützt wur­de er von drei Mit­ar­bei­tern im Tou­ris­mus­bü­ro der Stadt; der Gesamt­auf­wand für das städ­ti­sche Tou­ris­mus-Per­so­nal schlug mit 176.000 Euro zu Buche.

Zugleich erwirt­schaf­te­te die Stadt vor allem mit den Ein­tritts­gel­dern aus den Füh­run­gen durchs städ­ti­sche Kel­ler­la­by­rinth ganz ordent­li­che Ein­nah­men, so dass im Tou­ris­mus-Bereich, wie die Rech­nungs­prü­fer ermit­tel­ten, unterm Strich zum Bei­spiel im Jahr 2012 nur ein klei­nes Minus von 10.500 Euro anfiel. Nicht wei­ter dra­ma­tisch, alles ganz ordent­lich.

Dann kam die GmbH – und alles wur­de anders. Und für die Stadt viel schlech­ter:

  • Die GmbH behielt die Ein­tritts­gel­der aus der Kel­ler­füh­run­gen ein, Ver­trä­ge wur­den dazu nicht abge­schlos­sen: In den Jah­ren 2015 und 2016 kas­sier­te die GmbH auf die­se Wei­se 232.000 und 237.000 Euro, die ansons­ten der Stadt­kas­se zuge­flos­sen wären, ein­fach so.
  • Bod­de­ras wur­de gut (und bes­ser) dotier­ter Geschäfts­füh­rer der GmbH.
  • Die drei Mit­ar­bei­ter des städ­ti­schen Tou­ris­mus­bü­ros blie­ben auf der Gehalts­lis­te der Stadt.

Bod­de­ras war von Anfang an GmbH-Geschäfts­füh­rer, was ihm kei­ne wesent­lich neu­en Auf­ga­ben abver­lang­te, aber trotz­dem ein sat­tes Gehalts­plus ein­brach­te: Er ver­dient seit­her 72.180 Euro im Jahr – also rund 20.000 Euro mehr als zuvor. Natür­lich frag­ten die Rech­nungs­prü­fer, was einen sol­chen Gehalts­sprung recht­fer­ti­ge:

  • Die spe­zi­el­le beruf­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on als Tou­ris­mus­ma­na­ger jeden­falls kann es ihrer Mei­nung nach nicht sein: Der Mann habe, so füh­ren sie in ihrem Berichts­ent­wurf aus, Theo­lo­gie, Phi­lo­so­phie und Juda­is­tik stu­diert, aller­dings ohne Abschluss, er sei danach zehn Jah­re lang in der Gas­tro­no­mie tätig gewe­sen, war dann Mit­ar­bei­ter der Was­ser­ver­sor­gung Rhein­hes­sen in Boden­heim, bis er im Jahr 2001 als Ange­stell­ter im Rat­haus Oppen­heim eine län­ger­fris­ti­ge beruf­li­che Per­spek­ti­ve gefun­den habe (sei­ner­zeit auf­grund „alters­be­ding­ter tarif­ver­trag­li­cher Befrei­ung von der Aus­bil­dungs- und Prü­fungs­pflicht).
  • Auch „Geschäfts­um­fang, Geschäfts­tä­tig­keit und Lei­tungs­span­ne“ der Tou­ris­mus GmbH, einer Kleinst­ka­lital­ge­sell­schaft, recht­fer­tig­ten die Bezü­ge ihres Geschäfts­füh­rers nicht, der per­so­nel­le Lei­tungs­ver­ant­wor­tung ledig­lich für einen ein­zi­gen Teil­zeit­mit­ar­bei­ter tra­ge.

So lis­ten die Rech­nungs­prü­fer Punkt für Punkt auf, was sie am Top-Gehalt von Hans­jür­gen Bod­der­aus stört: Dem Mann feh­le die spe­zi­fi­sche beruf­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on, er lei­te mit der Tou­ris­mus GmbH nur eine Kleinst­ge­sell­schaft, die kei­ner­lei Markt­ri­si­ken aus­ge­setzt sei und deren Geschäfts­tä­tig­keit zum über­wie­gen­den Teil in Unter­grund­füh­run­gen bestehe, ohne dass damit nen­nens­wer­te per­so­nel­le Lei­tungs­ver­ant­wor­tung ver­bun­den wäre.

Kla­rer Fall für die Exper­ten des Lan­des­rech­nungs­ho­fes: „Die Stadt soll auf eine ange­mes­se­ne Redu­zie­rung des Geschäfts­füh­rer­ge­halts zum nächst­mög­li­chen Zeit­punkt hin­wir­ken.“

Defizit der Stadt erhöhte sich erheblich

Nun wür­de am Bod­de­ras-Gehalt kaum jemand etwas aus­set­zen, wenn der Tou­ris­mus in Oppen­heim mit Grün­dung der GmbH auf­ge­blüht wäre – oder zumin­dest kleins­te Anzei­chen einer posi­ti­ven Ent­wick­lung erkenn­bar wür­den und die Stadt ihre eige­nen Leis­tun­gen in die­sem Zusam­men­hang ange­mes­sen ver­gü­tet erhiel­te. Davon ist jedoch nichts bekannt, ganz im Gegen­teil. Die Rech­nung der Kon­troll­be­hör­de in Spey­er sieht rich­tig bit­ter für die Stadt aus:

2012 betrug das Tou­ris­mus-Defi­zit, wie gesagt, etwas mehr als 10.000 Euro. Sicher­lich, das Bod­de­ras-Gehalt wur­de bei der Stadt ein­ge­spart, auch das einer Teil­zeit­kraft. Aber dafür fie­len auch die Ein­nah­men aus den Kel­ler­füh­run­gen kom­plett weg (und zwar ohne Kom­pen­sa­ti­on der Kel­ler­nut­zung und bei fort­be­stehen­den Inves­ti­tio­nen der Stadt in das Kel­ler­la­by­rinth), und im Rat­haus ver­blie­ben zudem drei Tou­ris­mus-Plan­stel­len. „Da der Auf­wand der Stadt gegen­über der GmbH nicht ver­rech­net wur­de, erhöh­te sich das Defi­zit der Stadt im Tou­ris­mus­be­reich erheb­lich und betrug im Durch­schnitt der Jah­re 2014 bis 2016 jähr­lich 89.000 Euro“, schrei­ben die Rech­nungs­prü­fer in ihrem Bericht.

Die GmbH schickt der Stadt zudem all­jähr­lich eine Rech­nung, weil Geschäfts­füh­rer Bod­de­ras ja auch noch die Oppen­hei­mer Fest­spie­le lei­tet. 15 Pro­zent vom Geschäfts­füh­rer­ge­halt – 13.192 Euro zzgl. Mehr­wert­steu­er – muss die Stadt dafür an die GmbH über­wei­sen.

Es ist eine Ein­bahn­stra­ße: Die mehr­heit­lich pri­vat gehal­te­ne GmbH lässt sich ihre Leis­tun­gen von der Stadt bezah­len. Im Gegen­zug hät­te sie natür­lich für den Ein­satz der drei städ­ti­schen Tou­ris­mus-Mit­ar­bei­ter im Rat­haus bezah­len müs­sen, bzw. die Stadt hät­te an Geschäfts­füh­rer Bod­de­ras eine ent­spre­chen­de Rech­nung schi­cken müs­sen. Dar­auf hat­te die Kom­mu­nal­auf­sicht Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held bereits im Jahr 2012 hin­ge­wie­sen: Der Ein­satz städ­ti­scher Beschäf­tig­ter für die GmbH müs­se selbst­ver­ständ­lich berech­net wer­den.

Und was ant­wor­te­te Mar­cus Held damals dar­auf? „Wir haben bei der Grün­dung dar­auf ver­zich­tet, einen fes­ten jähr­li­chen Zuschuss von der Stadt an die GmbH zu ver­ein­ba­ren. Statt­des­sen haben wir ver­ein­bart, dass die Stel­len (…) bei der Stadt blei­ben und die­se zur Ver­fü­gung Stel­lung sozu­sa­gen den Zuschuss dar­stel­len.“

Eine sol­che erdach­te – nir­gend­wo schrift­lich fixier­te – Rege­lung ist abseits aller Vor­schrif­ten. Das ist Ver­wal­tung nach Guts­her­ren­art. Nicht kon­trol­lier­bar. Völ­lig intrans­pa­rent. Dem Miss­brauch sind Tür und Tor geöff­net. Er mün­det nicht zuletzt in stän­dig stei­gen­de Kas­sen­kre­di­te der Stadt.

Aber das scheint All­tag zu sein im Rat­haus Oppen­heim.

Angebliche Vorteile existieren nicht

Die Gesamt­be­trach­tung der Rech­nungs­prü­fer fällt am Ende ver­nich­tend aus:

Als Begrün­dung für die Not­wen­dig­keit einer GmbH-Grün­dung hat­te Mar­cus Held sei­ner­zeit ein paar Vor­tei­le genannt, die jedoch, so kon­sta­tie­ren die Exper­ten der Kon­troll­be­hör­de, „wei­test­ge­hend nicht ein­ge­tre­ten“ sei­en:

  • Für die Gesell­schaf­ter gebe es zwar kei­ne ver­trag­li­che Pflicht, Ver­lus­te aus­zu­glei­chen. Die Haf­tungs­be­gren­zung in Höhe des ein­ge­zahl­ten Stamm­ka­pi­tals (also der Haf­tungs­schirm der GmbH) wer­de zur Ver­mei­dung einer Insol­venz aber bestän­dig von der Stadt durch eine ver­deck­te Sub­ven­tio­nie­rung wirt­schaft­lich unter­lau­fen. Im Klar­text: Die Stadt zahlt durch den Ver­zicht auf Leis­tungs­ver­gü­tun­gen im Ver­hält­nis zur GmbH stän­dig drauf – jen­seits ihrer Ein­la­ge als Gesell­schaf­te­rin.
  • Der angeb­li­che Vor­teil einer grö­ße­ren Fle­xi­bi­li­tät bei der Ver­gü­tung des Per­so­nals sei „man­gels Per­so­nal im Wesent­li­chen dem Geschäfts­füh­rer zugu­te gekom­men“. Eine Fle­xi­bi­li­tät nicht etwa zu Guns­ten, son­dern zu Las­ten des Gemein­we­sens.
  • Der angeb­li­che Vor­teil, dass eine GmbH Kre­di­te ohne die Bin­dun­gen des kom­mu­na­len Haus­halts­rechts auf­neh­men kön­ne, sei völ­lig bedeu­tungs­los: „Inves­ti­ti­ons­er­for­der­nis­se, die einen nen­nens­wer­ten Fremd­ka­pi­tal­be­darf aus­lö­sen könn­ten, sind ange­sichts der Geschäfts­tä­tig­keit der Gesell­schaft nicht erkenn­bar. Inves­ti­tio­nen in das Kel­ler­la­by­rinth wur­den z.B. von der Stadt getra­gen.“
  • Und schließ­lich hat­te Held Pri­vat­per­so­nen als Gesell­schaf­ter in die GmbH auf­ge­nom­men, weil dadurch angeb­lich die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der Stadt ver­stärkt wer­de. Doch mehr als 20 Pro­zent der GmbH gehö­ren dem geschäfts­füh­ren­den Gesell­schaf­ter der Fir­ma Hebau aus Mainz-Hechts­heim, die von Mar­cus Held regel­mä­ßig mit Stra­ßen­bau­auf­trä­gen ver­sorgt wird, sowie dem Unter­neh­mer Rudolf Baum­gar­ten, einem engen Par­tei­freund Helds aus Uel­vers­heim, den er mit einer Viel­zahl von Jobs aus der Stadt­kas­se bezahlt. Die Rech­nungs­prü­fer resü­mie­ren: „Inso­fern dürf­te es sich bei der Kapi­tal­be­tei­li­gung zumin­dest nicht um einen Akt bür­ger­li­cher Iden­ti­fi­ka­ti­on han­deln.“

Verquast formulierte Stellungnahme

Und bevor sie eine Prü­fung zur Auf­lö­sung der Gesell­schaft emp­feh­len, mer­ken die Prü­fer an – jetzt ist der Sar­kas­mus in ihren Wor­ten nicht zu über­hö­ren: „Der dem­nach allen­falls verbleibende,Vorteil, dass die Wahr­neh­mung von Tou­ris­mus­auf­ga­ben durch eine GmbH mit kom­mu­na­ler Min­der­heits­be­tei­li­gung nicht der über­ört­li­chen Prü­fung unter­liegt, ist nicht geeig­net, den mit Grün­dung und Betrieb der GmbH ver­bun­de­nen Mehr­auf­wand der Stadt wirt­schaft­lich zu recht­fer­ti­gen.“

Ein Satz wie ein Dolch­stoß. Mit ihrem coo­len Know­how haben die Rech­nungs­prü­fer das krüp­pe­li­ge Oppen­hei­mer Tou­ris­mus-Kon­strukt aus­ein­an­der­ge­nom­men. Und eigent­lich auch erle­digt. Mar­cus Held gab dazu eine mehr als drei­sei­ti­ge Stel­lung­nah­me ab. Die wirkt stre­cken­wei­se sehr bemüht, ist auch sprach­lich eine Her­aus­for­de­rung. Um eini­ge sei­ner Ein­wür­fe zu nen­nen:

  • Die Berech­nun­gen der Kon­troll­be­hör­de zum Defi­zit sei­en „nicht ord­nungs­ge­mäß“.
  • Die Tou­ris­mus-Mit­ar­bei­ter im Rat­haus wür­den zwar unter Tou­ris­mus­för­de­rung geführt, dabei gehe es jedoch nicht – so wört­lich – „um die Auf­ga­ben der Tou­ris­mus GmbH, son­dern um die nach wie vor bei der Stadt lie­gen­den Auf­ga­ben der Durch­füh­rung von Fes­ten und Ver­an­stal­tun­gen“.
  • Geschäfts­füh­rer Bod­de­ras habe schon immer „über 5.000 Euro ver­dient“, das höhe­re Ein­kom­men sei „daher ver­nach­läs­sig­bar“, zumal er Über­stun­den nicht mehr in Rech­nung stel­le. Sein „Markt­wert“ kön­ne sich zudem „aus viel­fäl­ti­gen ande­ren Umstän­den erge­ben, die im Rah­men eines Stu­di­ums über­haupt kei­nen Nie­der­schlag fin­den“.

Den zen­tra­len Satz der Held-Stel­lung­nah­me zitie­ren wir ger­ne im Wort­laut, er klingt ver­quast wie ein Groß­teil sei­ner Stel­lung­nah­me:

Wir sind von hier der Auf­fas­sung, dass man inso­weit der GmbH schlicht noch ‚etwas Zeit las­sen soll­te’. So sind es nach unse­rem Dafür­hal­ten auch kei­ne abs­trak­ten und struk­tu­rel­len Miss­stän­de, die der Lan­des­rech­nungs­hof angreift (inso­weit wird viel­mehr der dies­sei­ti­gen Ana­ly­se aus­drück­lich zuge­stimmt), son­dern die (kurz­fris­ti­gen) tat­säch­li­chen Gege­ben­hei­ten. Die­se kön­nen sich aber stets ändern (und Ände­run­gen sind bereits in Aus­sicht genom­men).“

Ganz aktuell: Ausschuss plant Nutzungsvertrag

Pro­log: Wir hat­ten vor län­ge­rer Zeit auf die­ser Web­sei­te dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es nicht ange­hen kön­ne, dass eine mehr­heit­lich pri­vat geführ­te GmbH seit Jah­ren die Ein­tritts­gel­der aus den Kel­ler­füh­run­gen ein­be­hält, ohne dass dies ver­trag­lich gere­gelt wor­den sei: Eigent­lich müs­se die GmbH Nut­zungs­ent­gel­te zah­len – übri­gens auch rück­wir­kend.

An die­sem Mon­tag (04. Dezem­ber) fin­det um 19 Uhr im Rat­haus eine öffent­li­che Sit­zung des Aus­schus­ses für „Alt­stadt­sa­nie­rung, Tou­ris­mus und Wirt­schafts­för­de­rung“. Ein­ge­la­den hat Hel­mut Kre­the, der (bezahl­te) Tou­ris­mus-Bei­ge­ord­ne­te. Noch im Juli die­ses Jah­res hat­te er dem Autor die­ser Web­sei­te auf eine Anfra­ge wie folgt schrift­lich geant­wor­tet:

Ein geson­der­ter Stadt­rats­be­schluss, mit dem expli­zit erklärt wird, dass die Ein­tritts­gel­der für die Füh­run­gen von der GmbH ver­ein­nahmt wer­den dür­fen, gibt es nicht und die­ser ist recht­lich auch nicht erfor­der­lich.“

Im Tou­ris­mus-Aus­schuss lau­tet jetzt das ers­te The­ma: „Evtl. Nut­zungs­ver­trag mit der Oppen­heim Tou­ris­mus GmbH“. Es ist Kre­thes zwei­ter Ver­such, die rechts­wid­ri­ge Ver­ein­nah­mung der Ein­tritts­gel­der sau­ber zu stel­len. Der ers­te Ent­wurf eines Ver­tra­ges war so dünn gewe­sen, dass sich Aus­schuss erst gar nicht wei­ter damit befasst hat­te.

4 Gedanken zu „LRH 3: Prüfer nehmen krüppeliges Tourismus-Konstrukt auseinander

  1. Uwe Gebhardt Antworten

    Jede Per­son, die einer Straf­tat ange­klagt ist, gilt bis zum gesetz­li­chen Beweis ihrer Schuld als unschul­dig. Die­ser Grund­satz gilt auch für Mar­cus Held. Abseits aller juris­ti­schen Grund­sät­ze gibt es aber auch – ins­be­son­de­re bei Poli­ti­kern – mora­li­sche Grund­sät­ze. Sei­ne Beteue­run­gen, dass das alles eine gegen ihn per­sön­lich gerich­te­te Kam­pa­gne sei und die Anschul­di­gun­gen jeg­li­cher Grund­la­ge ent­beh­ren usw. usf. sind durch die weni­gen bis­lang bekannt gewor­de­nen LRH-Fest­stel­lun­gen ins Reich der Fabel zu ver­wei­sen, um bei der Wort­wahl eines kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten AZ-Arti­kels zu blei­ben.

    Klar ist: die Schuld ist noch nicht bewie­sen! Unklar ist, wes­halb er immer noch im Amt ist.

    Im Fall des Regens­bur­ger OB wur­de die­ser „im Zuge der Ermitt­lun­gen vor­läu­fig sei­nes Diens­tes ent­ho­ben“. (FAZ-Arti­kel v. 28.7.2017).

    Es ist weder ein Schuld­ein­ge­ständ­nis noch eine Vor­ver­ur­tei­lung, aber es dient dem Schutz des Amtes und der Stadt, nicht zuletzt auch dem Beschul­dig­ten, wenn die­ser nicht die Ver­an­las­sung sieht oder den Cha­rak­ter hat, sei­ne Funk­ti­on vor­läu­fig ruhen zu las­sen.

    Das kann m.E. nur durch eine vor­ge­setz­te Behör­de erfol­gen. Wer wäre das in die­sem Fall ? Die VG-Rhein-Selz mit Herrn Pen­zer oder die Kom­mu­nal­auf­sicht ?
    Gibt es im Kom­mu­nal­recht nicht auch eine Art Für­sor­ge­pflicht der über­ge­ord­ne­ten Behörde(n) ?

    Lei­der hat die AZ inzwi­schen die Bericht­erstat­tung zum LRH-Bericht ein­ge­stellt und auch zur Fra­ge eines vor­läu­fi­gen Amts­ver­zichts konn­te ich nichts fin­den. Immer­hin war am Sams­tag ein Kom­men­tar zu lesen, der ers­te Spu­ren von Kri­tik ent­hielt.

  2. Wilhelm Busch Antworten

    In Oppen­heim gibts man­ches Ass,
    dar­un­ter auch Herrn Bod­de­ras.
    Als Theo­log will er pro­bie­ren,
    Tou­ris­mus zum Erfolg zu füh­ren.

    Gar man­cher Leser fragt sich schon,
    wie passt Metier zu Pro­fes­si­on?
    Das ist ganz ein­fach, wie ich seh,
    gemein­sam ist das gro­ße T.

    Doch sein Bemü­hen ist nur Plag’
    mit Ent­gelt nach Tarif­ver­trag.
    Drum wollt’ man neue Wege gehn,
    um das Gehalt ihm zu erhöhn.

    GmbH ist leicht kre­iert,
    bei der er die Geschäf­te führt.
    Sein Markt­wert schei­net unge­heu­er,
    drum ist sein Gehalt auch teu­er.

    Der Stadt erscheint das nur gerecht,
    sie wirkt nicht hin aufs Prü­fungs­recht.
    Der Rech­nungs­hof soll nichts erfah­ren
    vom fil­zi­gen Finanz­ge­ba­ren.

    Und wur­de auch nicht infor­miert,
    hätt’ sonst die Grün­dung gleich moniert.
    So blei­bet nur noch zu bekla­gen:
    „Dem Recht wurd’ Rech­nung nicht getra­gen.“

    Was den Tou­ris­mus-Chef erfreut,
    das ist des Steu­er­zah­lers Leid.
    Denn zu der Gesell­schaft kamen
    vom Kel­ler­la­by­rinth Ein­nah­men.

    Die Kos­ten blie­ben bei der Stadt,
    des­halb die Gesell­schaft hat
    fürs Gehalt vom Freund des Held
    in der Kass’ genü­gend Geld.

  3. J. Antworten

    So ein ganz wenig off topic, dafür ein herz­li­ches Ent­schul­di­gung.
    Es sei mir ein klei­ner Klick zurück gestat­tet, weil ich soeben über einen alten Bericht fiel.

    http://​nibe​lun​gen​-kurier​.de/​g​a​n​z​-​k​l​a​r​-​e​i​n​e​-​p​o​l​i​t​i​s​c​h​e​-​a​t​t​a​c​ke/
    (Mir ist nicht bewusst ob ich hier einen Link setz­ten darf oder nicht)
    Aus dem Nibe­lun­gen Kurier vom 04.April 2017

    Es gibt kei­ne Unre­gel­mä­ßig­kei­ten”, weist Held die Ver­däch­ti­gun­gen von sich. Sämt­li­che Vor­gän­ge sei­en durch die zustän­di­gen Gre­mi­en gegan­gen und von Mehr­hei­ten beschlos­sen wor­den. „Mit demo­kra­ti­schen Ent­schei­dun­gen hat wohl jemand ein Pro­blem”, mut­maßt der Oppen­hei­mer Stadt­bür­ger­meis­ter.’

    Aus heu­ti­ger Sicht schon ein deut­li­cher Beleg Held’scher Unver­schämt­hei­ten.

  4. Zeehr Antworten

    Tja, im wesent­li­chen nix neu­es, aber schau­rig-schön, das noch­mal in der Zusam­men­fas­sung zu lesen. Es ist schlicht unver­ständ­lich, wie der Mann sich noch im Amt hal­ten kann.
    Ich will jetzt gar nicht davon reden, dass man Ehren­män­ner in ver­gan­ge­nen Zei­ten (frei­lich auch in sehr dunk­len..) in ähn­li­chen Situa­tio­nen mit einer Waf­fe allein in einem Zim­mer zurück­ge­las­sen hat, aber hier müss­te doch nach allem, was bereits bekannt ist, ein Rück­tritt ange­mes­sen sein, wenigs­tens aber, die Ämter ruhen zu las­sen. Aber er kann es ja nicht las­sen. In irgend einem sei­ner Ver­kün­di­gungs­or­ga­ne war er die­se Woche zu sehen; er hat Warn­wes­ten an Kin­der­gar­ten­kin­der ver­teilt. Wenn die Wes­ten vor zwie­lich­ti­gen Poli­ti­kern war­nen und dann blin­ken wür­den, wäre das Bild hoff­nungs­los über­be­lich­tet gewe­sen.

    Das bes­te Sze­na­rio für „Mag­gus“: Es gibt Neu­wah­len im Bund, er wird nicht mehr auf­ge­stellt. Er ver­liert alle kom­mu­na­len Ämter, ob Ehren­äm­ter oder nicht. Dann könn­te er sich auf dem frei­en Arbeits­markt reha­bi­li­tie­ren und dort auch prü­fen, wie hoch denn eigent­lich sein eige­ner „Markt­wert“ ist. Den von Herrn Bod­de­ras hat er ja schon ganz gut ein­ge­schätzt, nur lei­der eine Null zu viel ange­hängt. Kann ja mal vor­kom­men, hat ja kei­ner gemerkt. Die VG hat´s nicht moniert oder es wird schon immer so gemacht oder oder oder.
    Die gan­ze Sache ist eigent­lich unglaub­lich. Und wir haben noch 21 Tür­chen vor uns.

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