Nach Post aus Mainz: Marcus Held sagt Ratssitzung ab

SPD-Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held hat über­ra­schend und unge­wöhn­lich kurz­fris­tig eine für den nächs­ten Mitt­woch (13. Sep­tem­ber) geplan­te Sit­zung des Oppen­hei­mer Stadt­ra­tes abge­sagt. Als Begrün­dung soll er ver­laut­bart haben, es gebe kei­ne The­men und damit kei­nen Gesprächs­be­darf.

Das dürf­te nicht die gan­ze Wahr­heit sein: Der Stadt­bür­ger­meis­ter hat auch uner­freu­li­che Post aus der Lan­des­haupt­stadt Mainz bekom­men, die er noch unter Ver­schluss hält. Danach ist die Bezu­schus­sung der Mehr­kos­ten beim Gra­din­ger-Abbruch (der soll­te ursprüng­lich kei­ne 600.000 Euro kos­ten, inzwi­schen wur­den über 900.000 Euro aus­ge­ge­ben) völ­lig offen.

Screen­shot vom Ter­min­ka­len­der der Ver­bands­ge­mein­de: Die nächs­te Rats­sit­zung ent­fällt.

Mit einer sol­chen Hiobs­bot­schaft elf Tage vor der Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber vor den Oppen­hei­mer Stadt­rat zu tre­ten: Das trau­te sich Held dann doch wohl nicht. Seit Don­ners­tag, 7. Sep­tem­ber, steht im Kalen­der der Ver­bands­ge­mein­de Rhein-Selz hin­ter dem seit Lan­gem geplan­ten Sit­zungs­ter­min des Stadt­ra­tes kurz und knapp ein Wort: „ent­fällt“.

Der Inhalt des Main­zer Schrei­bens ist dem Stadt­bür­ger­meis­ter seit drei Wochen bekannt. Die Post wur­de am 18. August aus dem rhein­land-pfäl­zi­schen Innen­mi­nis­te­ri­um abge­schickt; weni­ge Tage spä­ter lag sie im Rat­haus an der Meri­an­stra­ße wie auch in der Ver­wal­tung der Ver­bands­ge­mein­de Rhein-Selz auf dem Tisch. Unter­zeich­net wor­den war der Brief nicht etwa auf der Sach­be­ar­bei­ter­ebe­ne, son­dern von Ran­dolf Stich: Der Staats­se­kre­tär von Innen­mi­nis­ter Roger Lew­entz teil­te in dür­ren Sät­zen mit, dass das Land der­zeit nicht sagen kön­ne, ob es sich mit Städ­te­bau­för­der­mit­teln an den Abbruch-Mehr­kos­ten betei­li­gen kön­ne.

Damit rutscht das von Held groß­spu­rig ange­kün­dig­te Pro­jekt mit sozi­al ver­träg­li­chen Miet­woh­nun­gen am Kautz­brun­nen­weg in eine immer bedroh­li­che­re Schief­la­ge. Frag­lich, ob es über­haupt jemals den ver­spro­che­nen güns­ti­gen Wohn­raum geben wird. Das mit sechs bis sie­ben Mil­lio­nen Euro bezif­fer­te Neu­bau­vor­ha­ben sei „auf Kan­te genäht“, hat­te Mar­cus Held bereits vor eini­ger Zeit ein­ge­stan­den. Unlängst ora­kel­te er dann von einem „Worst Case“, wenn wei­te­re Kos­ten anfie­len.

Der schlimms­te Fall rückt offen­bar immer näher: Das Land hat dem SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten die erbe­te­ne Zuschuss-Zusa­ge zu den Abbruch-Mehr­kos­ten erst ein­mal ver­wei­gert. Und wir spre­chen nicht von einem blo­ßen Zwi­schen­be­scheid, wie er in der Ver­wal­tungs­pra­xis Gang und Gäbe ist. Die kniff­li­ge Ange­le­gen­heit ist in Mainz zur Chef­sa­che gewor­den und wird dort nicht per Ord­re du Muf­ti in Helds Sin­ne aus der Welt geschafft. Das Innen­mi­nis­te­ri­um in Mainz lässt Held zap­peln. „Zur abschlie­ßen­den Prü­fung der För­der­fä­hig­keit der ent­ste­hen­den Mehr­kos­ten müss­ten wei­te­re Unter­la­gen vor­ge­legt wer­den“, bestä­tigt ein Spre­cher des Innen­mi­nis­te­ri­ums.

Das bedeu­tet im Klar­text: Mar­cus Held kann nicht ein­fach die Rech­nun­gen des Abbruch­un­ter­neh­mens über meh­re­re Hun­dert­tau­send Euro wei­ter­lei­ten und erwar­ten, dass das Land einen Zuschuss zu den Kos­ten gibt. Erst ein­mal liegt es in der Ver­ant­wor­tung der Stadt und ihres Bür­ger­meis­ters, sag­te ein Ver­wal­tungs­fach­mann, die Finan­zie­rungs­lü­cke zu schlie­ßen:

Hät­te zum Bei­spiel Grund­stücks­ver­käu­fer Horst Gra­din­ger – er war ein Freund von Mar­cus Held, ist inzwi­schen ver­stor­ben – nicht doch auf die Ver­seu­chung sei­ner Immo­bi­lie hin­wei­sen müs­sen, könn­ten des­halb viel­leicht sei­ne Erben zu einer Teil­rück­zah­lung des Kauf­prei­ses her­an­ge­zo­gen wer­den? Oder könn­te man nicht auch von der Fir­ma, die das Schad­stoff­gut­ach­ten erstellt und vie­le Schad­stof­fe offen­bar über­se­hen hat, Scha­den­er­satz ver­lan­gen?

Und natür­lich ist eine Finan­zie­rungs­quel­le auch das Deckungs­ge­schäft mit dem pri­va­ten Inves­tor (HGO): Dür­fen die Risi­ken des von Held als Immo­bi­li­en­kauf­mann (in sei­ner Eigen­schaft als Geschäfts­füh­rer der HGO) betrie­be­nen Inves­ti­ti­ons­vor­ha­bens auf die All­ge­mein­heit abge­wälzt wer­den?

Das sind sehr kom­ple­xe The­men, was ihre Beant­wor­tung wie­der­um dau­ern las­sen wird. Und das ist fatal für Oppen­heim: Denn damit droht die Fra­ge noch lan­ge unbe­ant­wor­tet zu blei­ben, wer den inzwi­schen fast eine Mil­li­on Euro teu­ren Abbruch (Schluss­rech­nung steht noch aus) bezah­len muss: Was bleibt von den Kos­ten an der Stadt hän­gen? Was davon muss die HGO zah­len, die Immo­bi­li­en­toch­ter der Gemein­nüt­zi­gen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft GWG?

Nicht nur die Stadt, auch die­se bei­den Fir­men wer­den bekannt­lich von Mar­cus Held geführt. Der SPD-Poli­ti­ker, des­sen selbst­ge­fäl­li­ges, oft­mals sogar aggres­si­ves Auf­tre­ten auf immer mehr Men­schen ver­stö­rend wirkt, hat sich in Oppen­heim sehr viel unter­ge­ord­net. Zu viel?

Eigent­lich, so war es wohl das Kal­kül von Mar­cus Held, soll­te das Schrei­ben aus dem Innen­mi­nis­te­ri­um vom 18. August erst ein­mal „unter der Decke blei­ben“, jeden­falls min­des­tens bis zum 24. Sep­tem­ber, dem Sonn­tag der Bun­des­tags­wahl. Im Rück­spie­gel ist deut­lich zu erken­nen, wie Mar­cus Held sich alle Mühe gege­ben hat, sogar den ver­ant­wort­li­chen Stadt­rat über die dra­ma­ti­sche Kos­ten­stei­ge­rung im Unkla­ren zu belas­sen:

Am 15. Sep­tem­ber letz­ten Jah­res wur­de das Unter­neh­men Wite­ra vom Stadt­rat unter dubio­sen Umstän­den der vor­an­ge­gan­ge­nen Aus­schrei­bung (wir berich­te­ten) mit den Abbruch­ar­bei­ten beauf­tragt. Auf 491.827 Euro lau­te­te das Ange­bot, zuzüg­lich Mehr­wert­steu­er, ins­ge­samt also rund 590.000 Euro.

Schon am 26. Okto­ber 2016 – die eigent­li­chen Abriss-Arbei­ten hat­ten noch gar nicht begon­nen – schick­te Wite­ra die ers­te Nach­for­de­rung: Tau­ben­kot war in dem her­un­ter­ge­kom­me­nen Möbel­haus ent­deckt wor­den, angeb­lich in der­art gro­ßer Men­ge, dass die Besei­ti­gung mehr als 6.672,33 Euro kos­te­te. War­um die Hin­ter­las­sen­schaf­ten des Feder­viehs bei der Ange­bots­ab­ga­be nicht gese­hen wur­den, bleibt ein Rät­sel.

Vom 22. März 2017 stammt die dicks­te Nach­trags­rech­nung: Zusätz­li­che 205.394,00 Euro ver­lang­te Wite­ra für „Aus­sor­tie­ren, Aus­sie­ben und Ent­sor­gen von belas­te­tem Zie­gel­bau­schutt“.

Die bis­her letz­te bekannt gewor­de­ne Wite­ra-Nach­for­de­rung datiert vom 13. April 2017 und lau­te­te über 6.430,25 Euro für die Sanie­rung eines mit Asbest­bruch ver­füll­ten Hohl­raums.

Fazit: Bereits Mit­te April 2017 wuss­te Mar­cus Held defi­ni­tiv, dass die Abbruch­kos­ten um 302.738,31 Euro teu­rer als geplant aus­fal­len wür­den. Den­noch war­te­te er vier Mona­te, bis er am 15. August 2017 die Kos­ten­ex­plo­si­on gegen­über dem Stadt­rat offen­bar­te. Nicht nur Rats­mit­glie­der fra­gen seit­her: War­um hat der Stadt­bür­ger­meis­ter, der bis­lang immer wie­der Rech­nun­gen mit­tels (recht­wid­ri­gen) Eil­ent­schei­dun­gen frei­zu­ge­ben pfleg­te, die­se fet­ten Mehr­kos­ten-Rech­nun­gen im Fall Gra­din­ger so lan­ge zurück­ge­hal­ten? War­um hat er sie nicht umge­hend dem Stadt­rat vor­ge­legt?

Was steckt wirk­lich dahin­ter?

In der Chro­no­lo­gie fin­den wir Hin­wei­se, die Ant­wor­ten geben kön­nen:

Mit­te April lagen, wie auf­ge­zeigt, die zusätz­li­chen Rech­nun­gen der Abbruch­fir­ma vor.

Am 19. Mai 2017 schick­te die Stadt Oppen­heim – das war bis­her noch nicht bekannt – einen Bet­tel-Brief an die zustän­di­ge Auf­sichts- und Dienst­leis­tungs­di­rek­ti­on (ADD) in Trier: Das Land möge sich doch bit­te auch an den Mehr­kos­ten beim Gra­din­ger-Abbruch mit einem Zuschuss betei­li­gen.

Das Schrei­ben wur­de von Trier wei­ter­ge­reicht an das Innen­mi­nis­te­ri­um; es ließ sich im übli­chen Ver­wal­tungs­gang ganz offen­sicht­lich nicht beant­wor­ten. In Mainz reagier­te man erst ein­mal abwar­tend. Und ließ Held hän­gen – eine ganz neue Erfah­rung für den Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten, von dem selbst Par­tei­freun­de sagen, dass er bis­wei­len äußerst unge­hal­ten und unan­ge­nehm reagie­re, wenn man ihm nicht gleich parie­re.

Am 13. Juni 2017 tag­te in Oppen­heim der Stadt­rat. In die­ser Sit­zung hät­te der SPD-Stadt­bür­ger­meis­ter die Kos­ten-Explo­si­on beim Gra­din­ger-Pro­jekt bekannt­ge­ben kön­nen, viel­leicht sogar bekannt­ge­ben müs­sen. Die Zah­len lagen ihm ja bereits seit zwei Mona­ten im Detail vor. Aber Mar­cus Held sag­te kein Wort. Er war­te­te wohl auf eine posi­ti­ve Zusa­ge aus Mainz: Dann wäre die Ver­kün­dung der Kos­ten­stei­ge­rung viel­leicht erträg­li­cher gewe­sen.

Wei­te­re zwei Mona­te ver­gin­gen. Nichts geschah. Mainz mel­de­te sich ein­fach nicht.

Am 15. August 2017, nun­mehr vier Mona­te nach der letz­ten Wite­ra-Rech­nung, muss­te Mar­cus Held dem Rat­haus-Par­la­ment dann doch end­lich rei­nen Wein ein­schen­ken: Er gab bekannt, dass die Abbruch­kos­ten auf über 900.000 Euro ange­stie­gen sei­en. Was blieb ihm auch ande­res übrig? Die Rech­nun­gen muss­ten schließ­lich bezahlt wer­den. Auch den Rats­mit­glie­dern blieb kei­ne Wahl: Sie geneh­mig­ten die Mehr­aus­ga­ben.

Hat Mar­cus Held zu die­sem Zeit­punkt schon gewusst, dass Mainz die von ihm erhoff­te Zuschuss-Zusa­ge nicht ein­fach geben wür­de? Übli­cher­wei­se infor­miert ein Minis­te­ri­um vor­ab über schlech­te Nach­rich­ten.

Am 18. August, nur drei Tage nach der Rats­sit­zung, wur­de der Brief in Mainz abge­schickt…

In der Rats­sit­zung am 15. August hat­te Held noch so getan, als wür­de trotz der Kos­ten-Explo­si­on kei­ne zusätz­li­che finan­zi­el­le Belas­tung auf die Stadt zukom­men: Die Abriss­kos­ten wür­de sich die Stadt fif­ty-fif­ty mit der HGO tei­len, zitier­te ihn die All­ge­mei­ne Zei­tung, „und den kom­mu­na­len Anteil bezahlt das Land über Zuschuss­zu­sa­gen“. Zwei­fel klin­gen anders; man kal­ku­lie­re, gab Held mar­kig zu Pro­to­koll, vor­erst wei­ter mit der gel­ten­den 50-Pro­zent-Zusa­ge.

An die­ser Stel­le wird’s end­gül­tig merk­wür­dig: Denn im Innen­mi­nis­te­ri­um hieß es, dass es gar kei­ne 50-Pro­zent-Zusa­ge gibt, von der Held immer wie­der erzählt. Von den ursprüng­lich ange­ge­be­nen Kos­ten sei nur die Hälf­te „als zuwen­dungs­fä­hig aner­kannt“ wor­den, erklär­te ein Spre­cher des Innen­mi­nis­te­ri­ums. Und die­se zuwen­dungs­fä­hi­gen Kos­ten wür­den ledig­lich „in Höhe von 80% geför­dert“.

Zur Doku­men­ta­ti­on die Frage/Antwort im Wort­laut:

Ist es rich­tig, dass das Land die Hälf­te der ursprüng­lich ver­an­schlag­ten Gra­din­ger-Abbruch­kos­ten zu zah­len bereit ist?

Auf die­se Fra­ge ant­wor­te­te das Innen­mi­nis­te­ri­um wie folgt:

Mit Bewil­li­gungs­be­scheid vom 15. Sep­tem­ber 2015 wur­den für die Ord­nungs­maß­nah­me (Frei­le­gung von Grund­stü­cken) unter Berück­sich­ti­gung von Gesamt­kos­ten in Höhe von rd. 750.000,– € (brut­to) Kos­ten in Höhe von 375.000,– € als zuwen­dungs­fä­hig aner­kannt. Die­se wer­den in Höhe von 80 % geför­dert.

Nach die­ser Aus­sa­ge des Innen­mi­nis­te­ri­ums kann die Stadt Oppen­heim als Zuschuss zum Gra­din­ger-Abriss mit 80 Pro­zent von 375.000 Euro rech­nen. Also mit maxi­mal 300.000 Euro. Und nicht mit einem Cent mehr.

Der­zeit belau­fen sich die ech­ten Abbruch­kos­ten vor Schluss­rech­nung auf über 900.000 Euro. Und damit stel­len sich drän­gen­de Fra­gen: Was pas­siert mit den ver­blei­ben­den 600.000 Euro? Kann es vom Land über­haupt einen wei­te­ren Zuschuss geben? Wenn ja, wie hoch wird der aus­fal­len? Und kann die HGO die Deckungs­lü­cke stem­men? Ist dafür über­haupt ver­trag­lich (in der nicht vor­ge­leg­ten Abspra­che zwi­schen Stadt und HGO) Sor­ge getra­gen? Und kann die HGO dann eines Tages auch noch die ver­spro­che­nen sozi­al ver­träg­li­chen Woh­nun­gen bau­en?

Zu all die­sen Fra­gen hät­te man Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held gern gehört, sei­ne klä­ren­den Wor­te wären drin­gend not­wen­dig gewe­sen, der 13. Sep­tem­ber war sicher ein pas­sen­der, ja ein sogar gebo­te­ner Ter­min, trotz anste­hen­der Bun­des­tags­wahl.

Mar­cus Held aber hat, in gewohn­ter Guts­her­ren­art, den Ter­min ein­fach kurz­fris­tig gecan­celt. Die nächs­te Stadt­rats­sit­zung ist erst wie­der für Dezem­ber vor­ge­se­hen.

* * *

Natür­lich hät­ten wir, wie all­ge­mein üblich, zu den vor­lie­gen­den Infor­ma­tio­nen auch eine Stel­lung­nah­me des Stadt­bür­ger­meis­ters ver­öf­fent­licht. Doch der hat bekannt­lich mit­ge­teilt, dass er mit dem Autor die­ser Web­sei­te nicht mehr spricht.

11 Gedanken zu „Nach Post aus Mainz: Marcus Held sagt Ratssitzung ab

  1. Astrid Rabitz

    Da ich hier so eini­ge Kom­men­ta­re zu mei­nem Kom­men­tar bekom­men habe, möch­te ich mal bemer­ken, das ich sehr wenig Ahnung über Poli­tik habe, ich schrei­be mei­ne Kom­men­ta­re auf­grund desen, was ich lese und nicht weiß. Ich ver­ur­tei­le des­halb nicht, weiß aber wor­um es geht. Weiß aber nicht ob alles den Tat­sa­chen ent­spricht. Bei Herrn Held bin ich mir unsi­cher ob wirk­lich alles so gelau­fen ist, wie es behaup­tet wird. Wenn ich aber dar­über nach­den­ke wer sein Lehr­meis­ter war ihn ins Amt als Bür­ger­meis­ter ein­ge­führt hat, da mache ich mir doch Sor­gen. Soll­te es sich alles oder zum größ­ten Teil bewahr­hei­ten, wäre ich ent­täuscht. Denn ich fin­de das Herr Held bis­her ein guter Bür­ger­meis­ter war, und das fan­den eigent­lich die meis­ten. Ich hof­fe nicht das er in die Fuß­stap­fen eines ande­ren getre­ten ist. Even­tu­ell hat er gute Tipps bekom­men, die er viel­leicht unwis­send in die Tat umsetz­te. Wie auch immer ver­fol­ge ich die­se Sei­te als unpo­li­ti­sche Lese­rin, ich bit­te um Ver­ständ­niss, das ich hier aus mensch­li­cher Sicht schrei­be, ger­ne kann ich mich aus­schlie­ßen, lese aber wei­ter, ich habe wie gesagt wenig Ahnung von Poli­tik und reagie­re nur aus mei­ner mensch­li­chen Sicht. Dan­ke für das Ver­ständ­niss

    • Anonymous

      Lie­be Frau Rab­itz,
      Hut ab vor Ihrer offe­nen Dar­stel­lung. Das fin­de ich sehr gut und ist auch sicher­lich eine wich­ti­ge Refle­xi­on!
      Sie wären sicher­lich eine gute Schöf­fin und soll­ten sich wirk­lich ein­mal über­le­gen, ob ein sol­ches Amt für Sie in Fra­ge kommt. Das mei­ne ich ernst.

      Was die vie­len Kon­junk­ti­ve betrifft hat bereits ein Kom­men­ta­tor tref­fend geant­wor­tet. Es bleibt die Unschulds­ver­mu­tung und vor allem soll­te der Betrof­fe­ne die Gele­gen­heit bekom­men Stel­lung zu bezie­hen.
      Das macht er zwar hier nicht, ist aber auch nicht wei­ter tra­gisch.

      Der Kon­junk­tiv ist aber auch dann öffent­lich ange­mes­sen, wenn die Infor­ma­tio­nen zwar glaub­haft aber vom Wis­sen Drit­ter vor­ge­tra­gen wer­den.

      So wur­de mir aus ers­ter Hand lan­ge vor die­ser Web­site hier zuge­tra­gen, dass der Neu­bau der Poli­zei­in­spek­ti­on Oppen­heim nicht von der Poli­zei an Herrn Held ange­tra­gen wur­de, son­dern er selbst die Initia­ti­ve dazu ergrif­fen hat­te.
      Sei­ne Dar­stel­lung (die Poli­zei Oppen­heim habe bei ihm ange­fragt) kann schon des­halb nicht glaub­haft sein, da dafür das Innen­mi­nis­te­ri­um im Beneh­men mit dem Finanz­mi­nis­te­ri­um zustän­dig ist. Hin­zu kommt, dass kurz zuvor der güns­ti­ge Miet­ver­trag ver­län­gert wor­den sein soll. Das wäre dann auch wie­der so eine Fra­ge der Wahr­heit und des Anscheins.

      Wo der Kon­junk­tiv ange­mes­sen gewe­sen wäre war die Dar­stel­lung, dass man Herrn Stork vor der Ver­öf­fent­li­chung von Details aus der Ver­wal­tung am Kopie­rer gese­hen hat und damit den direk­ten Zusam­men­hang zur Straf­tat des Geheim­nis­ver­rats gezo­gen hat.

      Bei der Gele­gen­heit: hat Herr Stork noch immer Zugang zum Kopie­rer der VG oder wo stam­men die neu­es­ten Erkennt­nis­se z.B. zum Schrei­ben aus dem Innen­mi­nis­te­ri­um her?

  2. D. Mayer

    Zur Fra­ge des Kom­men­tars O.S., ob ent­we­der der Bei­trag in Bezug auf die Ter­mi­ne unter­durch­schnitt­lich recher­chiert oder Oppen­heim unter­durch­schnitt­lich regiert sei:

    Der Arti­kel ist fun­diert, denn bereits am 4. Sep­tem­ber die Sit­zung des Haupt-, Finanz- und Peti­ti­ons­aus­schus­ses der Stadt Oppen­heim ent­fal­len. Fol­ge­rich­tig ent­fällt jetzt auch ergän­zend die Sit­zung des Stadt­ra­tes der Stadt Oppen­heim.

    Fest steht, dass Bür­ger­meis­ter Mar­cus Held zwei (!) ent­schei­den­de Gre­mi­en ent­fal­len lässt. Ich möch­te erwäh­nen, dass das Bud­get­recht als das vor­nehms­te (Königs)Recht des Par­la­ments gilt. Sie­he „Bill of Rights“ (1689) oder den erfolg­rei­chen US-Slo­gan „No taxa­ti­on without rep­re­sen­ta­ti­on“ im 18. Jahr­hun­dert.

    Wann aber tagen der Haupt-, Finanz- und Peti­ti­ons­aus­schuss bezie­hungs­wei­se der kom­plet­te Stadt­rat wie­der?

    Erneut hilft ein Blick auf den offi­zi­el­len Sit­zungs­ka­len­der der VG Rhein-Selz über die Rubrik „Über uns“ und deren Unter­ka­te­go­rie „Rats-Info“ online unter http://​www​.vg​-rhein​-selz​.de

    Ergeb­nis: Erst am 13. Dezem­ber fin­det die nächs­te Sit­zung des Stadt­ra­tes der Stadt Oppen­heim statt.

    Ach ja, dazwi­schen wer­den sich aller­dings diver­se Aus­schüs­se wie etwa Sozia­les oder Umwelt sechs­mal getrof­fen haben – nur eben nicht die bei­den wirk­lich wich­ti­gen! Da gibt es wohl Posi­ti­ve­res zu ver­mel­den…

  3. Astrid Rabitz

    Ich lese immer wie­der in die­sen Bericht­erstat­tun­gen die Wor­te: „frag­lich, dürf­te, wohl doch nicht, offen­bar“ Das zeigt mir das „ver­mu­tet“. wird. Und weil ver­mu­tet wird, hat man das Gefühl man muss in den Krüm­meln suchen, Brot­do­sen an Schu­len zu ver­tei­len war ja soooo schlimm, die Pla­ka­te sind auf ein­mal Gegen­stand einer Straf­tat. Eine Sit­zung wird abge­sagt, weil.…… ja ja, könn­te ja sein, frag­lich, offen­bar. Und weil Herr Mar­cus Held eine Sit­zung absagt, hat es auto­ma­tisch einen frag­li­chen Grund.

    Die­sen Satz “ oft­mals sogar aggres­si­ves Auf­tre­ten, das auf immer mehr Men­schen ver­stö­rend wirkt“ ist sowas von dane­ben. Abso­lu­ter Quatsch.

    Ich bin mal gespannt wie­viel Men­schen die jetzt schon Herrn Held ver­ur­tei­len mit gesenk­tem Kopf sich schä­men wenn doch nicht alles der Tat­sa­che ent­spricht und wie­vie­le Men­schen durch Oppen­heim ren­nen und sagen „Ich habe es ja gleich gesagt“ Wenn alles den Tat­sa­chen ent­spricht.

    Ich muss nichts von bei­den, weil ich auch nicht ver­stört bin von dem „angeb­lich“ aggres­si­ven Ver­hal­ten von Herrn Held.

    • Thomas Stark

      Sie haben sicher­lich recht, was die Wort­wahl angeht. Sagen wir mal so die­se Wort­wahl erscheint eher unglück­lich bis sogar par­tei­isch. Was die The­ma­tik angeht liegt der Fall aller­dings doch etwas anders.

      Falls die Infor­ma­ti­on bzgl. des hier blog­gen­den Jour­na­lis­ten bzgl. der Unter­stüt­zung für das „Gradinger“-Gelände stimmt, hat Herr Held ganz falsch gespielt und infor­miert. 80 % von der Hälf­te sind nun mal nicht die Hälf­te. Und wenn dar­über hin­aus eine Sit­zung man­gels Gesprächs­punk­ten aus­fällt, man aller­dings was die Haus­halts­füh­rung angeht doch min­dest zwei wich­ti­ge Punk­te – hier Schrei­ben Minis­te­ri­um und eben­falls Schrei­ben der Auf­sichts­be­hör­den bzgl. des Rats­be­schlus­ses zur Finan­zie­rung einer anwalt­li­chen Bera­tung, sind dies doch erheb­li­che Punk­te, die zu dis­ku­tie­ren wären. In die­sem Zusam­men­hang fal­len sicher­lich auch die Viel­zahl der sonst in der Ver­gan­gen­heit getä­tig­ten Eil­ent­schei­dun­gen auf. Wie­so nun laut des für Stadt­rat­sit­zun­gen ein­la­den­den BM Held kei­ne rele­van­ten The­men mehr vor­han­den sind scheint doch sehr frag­wür­dig.

      Die Ver­mu­tung das hier Wahl­kampf­mo­ti­ve im Rah­men sei­ner Kan­di­da­tur für den nächs­ten Bun­des­tag evtl. rele­vant sein könn­ten sind dann ja nicht ganz von der Hand zu wei­sen.

      Um auf ihre Inten­ti­on des „Schä­mens“ bei einer Vor­ver­ur­tei­lung zu kom­men muss man in die­sem Fal­le sagen, die­se Gefahr stimmt immer bei Vor­ver­ur­tei­lung (lei­der ein mensch­li­cher Zug). Um dies wie­der auf den hie­si­gen Fall zu pro­jek­tie­ren soll­te man jedoch nicht ver­ges­sen wie der hier in der Kri­tik ste­hen­de Herr Held doch mit Wor­ten nur so um sich warf, – „zwei Rhein­hes­sen wer­den Post von sei­nen Anwäl­ten bekom­men“ .… Auch die hie­si­ge SPD hat ja nicht hin­term Berg gehal­ten und behaup­tet bis jetzt Herr Ruhmöl­ler wür­de von der CDU finan­ziert wer­den. Na ja – jetzt soll­te jeder mal sein eige­nes Bild davon machen wer hier wen vor ver­ur­teilt, ohne jedoch wesent­li­che Fak­ten bzw. Indi­zi­en zu lie­fern.

    • K.Podesta

      Sehr geehr­te Frau Rab­itz, die Wort­wahl ist rela­tiv ein­fach zu erklä­ren; es gilt die Unschulds­ver­mu­tung bis ein Urteil ergan­gen ist, bis dahin kann und darf man nur ver­mu­ten oder anneh­men, mehr lei­der nicht, selbst wenn die Tat­sa­chen erdrü­ckend sind oder zu sein schei­nen. Was die­ses Mosa­ik, was der Autor zusam­men­ge­tra­gen hat noch alles bringt, war­ten wir ein­mal ab, aber Tat­sa­che ist, dass die Vor­ge­hens­wei­se von Herrn Held ein ganz gro­ßes „Geschmäck­le“ hat und als mehr als selt­sam und irri­tie­rend bezeich­net wer­den darf. Es ist ja ein­fach, was ja alle Poli­ti­ker machen, mit dem Geld Ande­rer nicht gera­de sorg­sam umzu­ge­hen, das sieht man ja an der Geld­ver­schwen­dung über­all, aber, gehört nicht auch Respekt, Anstand und Kor­rekt­heit dazu, ein gewähl­tes Amt für die Bür­ger und nicht für sich aus­zu­ge­stal­ten? Da gibt es kei­ne Beschlüs­se, oder sol­che, die nicht umge­setzt wer­den, da wer­den Zusa­gen gege­ben, die bei nähe­rer Betrach­tung völ­lig wirr sind, näm­lich z.B. dass das Land, ohne die, oder eine Sum­me zu ken­nen, eine pau­scha­le Zusa­ge von 50% gibt, fragt man sich, wovon 50%, wel­che Rechts­grund­la­ge wird da her­ge­nom­men, und war­um sind die Kos­ten zu explo­diert bei dem Gra­din­ger­bau? Schlam­pe­rei, Unkennt­nis, fal­sche Gut­ach­ten, fal­sche Pla­nung oder bewuss­te Irre­füh­rung? Es kann alles sein, oder eine ganz neue Kom­po­nen­te der Erklä­rung; waas mer net! Das, was in Oppen­heim zu Tage gekom­men ist, ist Guts­her­ren­art, und Macht­miss­brauch und, was viel schlim­mer ist, respekt­los gegen­über den gewähl­ten Ver­tre­tern im Rat!

  4. Hans

    Na, dann bin ich mal gespannt, was die Oppo­si­ti­on zu die­ser neu­en Ent­wick­lung sagt. Und ein paar 100.000 Steu­er­gel­der, also Geld von uns allen, damit Herr Held sei­nen Dilet­tan­tis­mus aus­bü­geln und sich am Ende stolz als Macher prä­sen­tie­ren kann – nein Dan­ke. Wann sieht er eigent­lich ein, dass ein Rück­zug aus der Poli­tik das Bes­te für alle wäre (ok, außer für ihn und sei­nen Geld­beu­tel viel­leicht)?

  5. O.S.

    Wenn ich das alles hier rich­tig ver­ste­he, dann war die letz­te Rats­sit­zung am 15. August, und zwar mit vie­len span­nen­den The­men und Dis­kus­sio­nen. Die Sep­tem­ber­sit­zung fällt aus, da es plötz­lich kei­ne und nicht mal unspan­nen­de The­men geben soll und es auch folg­lich nichts zu dis­ku­tie­ren gibt. Am Wahl­kampf kann es ja jeden­falls nicht lie­gen (wofür man ja bei der Dop­pel­funk­ti­on des Stadt­bür­ger­meis­ters noch Ver­ständ­nis auf­brin­gen könn­te), denn der Wahl­ter­min und auch die dies­be­züg­li­chen Ambi­tio­nen des Stadt­bür­ger­meis­ters sind ja auch nicht erst seit Wochen bekannt. Die nächs­te Sit­zung des Stadt­rats ist dann nicht etwa im Okto­ber, auch nicht im Fol­ge­mo­nat, son­dern erst im Dezem­ber. Und bis dahin? Aus­schließ­lich Eil­ent­schei­de? Also ent­we­der ist der Bei­trag in Bezug auf die Ter­mi­ne unter­durch­schnitt­lich recher­chiert oder Oppen­heim wird unter­durch­schnitt­lich regiert.

    • G.K.

      Schein­bar ist auch das The­ma „Oppen­heim muss mir einen Rechts­an­walt bezah­len“ vom Tisch.
      Denn der Punkt soll­te doch nun in öffent­li­cher Sit­zung bespro­chen wer­den.……

  6. G.K.

    Der Bür­ger­meis­ter scheint ins­ge­samt ein gestör­tes Ver­hält­nis zur Rechts­ord­nung zu haben.
    Als (Voll)Jurist muss er wis­sen, dass er bei­spiels­wei­se nicht unge­fragt Men­schen auf sei­nem Wahl­pla­kat abbil­den darf. So gesche­hen mit einer Grup­pe Jung­win­zer. Die Pla­ka­te wur­den zwi­schen­zeit­lich ent­fernt. Das Ver­hal­ten stellt eine Straf­tat nach dem Kunst­ur­he­ber­ge­setz dar. Das ist frei­lich nur auf Antrag der Geschä­dig­ten hin zu ver­fol­gen. Ein Straf­tat bleibt es.
    Heu­te flat­tert ein Maga­zin der SPD Rhein-Selz ins Haus. Auf der Titel­sei­te der Kan­di­dat umringt von ein paar Leu­ten. Unmit­tel­bar rechts hin­ter ihm der Ver­bands­bür­ger­meis­ter. Und damit das nicht genügt prangt über den Köp­fen das Schild „Ver­bands­ge­mein­de­ver­wal­tung Rhein-Selz“. Das Bild ist vor dem Ver­wal­tungs­ge­bäu­de auf­ge­nom­men. Soll dem Betrach­ter sug­ge­riert wer­den, dass die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter par­tei­isch für den Genos­sen ste­hen?
    Dazu hat sich das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bereits aus­ge­las­sen ( BVerfGE 44, 125, 142 ). Aber auch der wis­sen­schaft­li­che Dienst der Bun­des­tags­ver­wal­tung hilft dem Kan­di­da­ten mit einem Gut­ach­ten ger­ne wei­ter: https://​www​.bun​des​tag​.de/​b​l​o​b​/​4​1​2​0​7​8​/​0​4​5​c​3​6​c​0​2​e​e​5​2​c​d​2​5​f​8​1​c​3​3​8​8​7​5​c​a​0​9​4​/​w​d-3 – 315-14-pdf-data.pdf

    Noch deut­li­cher kann man die Ver­flech­tun­gen kaum noch dar­stel­len.

    Gut ist, dass der Minis­ter bzw sein Staats­se­kre­tär sich nicht auf der Nase her­um­tan­zen las­sen und den nöti­gen Abstand von dem Genos­sen hal­ten.

    Ich bin mal sehr gespannt, wie es wei­ter geht.

  7. D. Mayer

    Mit Steu­er­gel­dern der Bür­ger aus ganz Rhein­land-Pfalz für die Miss­wirt­schaft in Oppen­heim gera­de ste­hen? Gutes Geld einem äußerst schlecht geplan­ten Pro­jekt hin­ter­her­wer­fen, wäh­rend es für gute Pro­jek­te mit fähi­ge­ren Pla­nern zu wenig oder sogar gar kein Geld gibt?

    Nein, dan­ke! Die Lan­des­re­gie­rung unter Minis­ter­prä­si­den­tin Malu Drey­er und Innen­mi­nis­ter Roger Lew­entz muss gegen­über Mar­cus Held knall­hart blei­ben.

    Und zum Ver­hal­ten des Poli­ti­kers Mar­cus Held, eine Rats­sit­zung wegen einer Hiobs­bot­schaft aus­fal­len zu las­sen: Typisch und bezeich­nend!

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