Was Marcus Held so alles einnimmt

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Marcus Held erzählt gerne, was er zu Hause in Oppenheim so alles macht – ehrenamtlich, wie er dann stets betont. Er sagt dann nicht, dass er für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten durchaus gutes Geld bekommt. Wir haben mal nachgeschaut, wofür er wieviel kassiert. Die Liste basiert auf Internet-Recherchen, auf Vollständigkeit wird kein Anspruch erhoben!

Marcus Held ist im Hauptberuf SPD-Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Das ist für viele Politiker ein Full-Time-Job (natürlich nicht für alle), weshalb er ordentlich bezahlt wird. Anfang dieses Monats stiegen die Diäten von 9.327 auf 9.542 Euro. (Als Held 2013 in den Bundestag einzog, lagen die Diäten bei 8252 Euro; sein „Gehalt“ stieg also in nur einer Legislaturperiode um knapp 1300 Euro.)

Daneben kann Marcus Held im Bundestag weitere Geldhähne aufdrehen sowie geldwerte Vorteile in Anspruch nehmen:

  • Wie jeder Abgeordnete bekommt er eine steuerfreie Aufwandspauschale in Höhe von monatlich 4305 Euro.
  • Dazu kann er bis zu 12.000 Euro im Jahr für Büromittel abrechnen.
  • Für Mitarbeiter, die für ihn tätig sind, überweist der Staat bis zu 20.391 Euro im Monat.
  • Jeder Abgeordnete hat zudem Anspruch auf ein Büro in Berlin (incl. Möblierung, Computer, Laptop, Drucker, Telefon etc.).
  • Jeder Abgeordnete kann Züge der Deutschen Bahn kostenlos nutzen, auch privat.
  • Schließlich gibt es eine Altersversorgung und Übergangsgeld, alles geregelt im Abgeordnetengesetz.

— Neben seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter ist Marcus Held bekanntlich noch Stadtbürgermeister von Oppenheim. Ehrenamtlich übe er dieses Amt aus, sagt er gerne. In der Regel sagt er nicht, dass dieses Ehrenamt ganz ordentlich honoriert wird: Derzeit bekommt Marcus Held als Stadtbürgermeister eine Aufwandsentschädigung 2.186 Euro pro Monat.

— Daneben sitzt Marcus Held als Mitglied im Verbandsgemeinderat Rhein-Selz. Das wird auch bezahlt – mit 100 Euro im Monat, und obendrauf gibt’s noch 35 Euro pro Sitzung.

— Daneben ist Marcus Held auch noch Beauftragter der Verbandsgemeinde Rhein-Selz für die Badeanstalt „Opptimare“. Er selbst sagte mal, er sei für die Badeanstalt als „Lobbyist“ unterwegs; ganz objektiv muss man sagen, dass er diesen Job nicht sonderlich erfolgreich macht, zumindest, wenn man die Kostenentwicklung der kleinen Badeanstalt betrachtet. Die Steuerzahler müssen inzwischen einige hunderttausend Euro zubuttern, Tendenz stetig steigend. Was Marcus Held nicht davon abhält, sich seine Lobbyisten-Tätigkeit honorieren zu lassen: Monatlich kassiert er  600 Euro als, wie mal gelästert wurde, „Badeanstalts-Beauftragter“.

— Daneben sitzt er auch noch als Mitglied der SPD-Fraktion im Kreistag Mainz-Bingen, was ihm 200 Euro pro Monat einbringt. Obendrein gibt es für jede Sitzung 60 Euro.

— Daneben hat er auch noch einen Job inne, den andernorts ein hauptberuflicher Angestellter ausübt: Marcus Held ist Vorstand des GWG Oppenheim. Das lässt er sich mit 450 Euro im Monat vergüten.

— Daneben ist er auch noch Geschäftsführer der GWG-eigenen Firma HGO Oppenheim. Auch hierfür kriegt er 400 Euro im Monat.

Die genannten Jobs und die Einkünfte des Marcus Held erheben, wie gesagt, keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Marcus Held sagte auf Anfrage, die Auflistung sei „meines Erachtens korrekt und vollständig“. Seine Einkünfte belaufen sich demnach auf knapp 4000 Euro pro Monat – hinzu kommen natürlich die Gelder, die ihm als Bundestagsabgeordneten zustehen.