Tourismus GmbH: Marcus Held droht tiefer Absturz

Jetzt also doch: Die Stadt Oppen­heim bes­sert bei der Tou­ris­mus GmbH nach. Die mehr­heit­lich stadt­frem­de Gesell­schaft beu­tet seit Jah­ren ohne Rechts­grund­la­ge eine städ­ti­sche Geld­quel­le aus – das hat­ten wir hier vor sechs Wochen auf­ge­deckt. Und wir hat­ten auch geschrie­ben, dass es sich um einen wei­te­ren Fall von Untreue han­deln dürf­te, wofür sich die Staats­an­walt­schaft inter­es­sie­ren könn­te. Jetzt will die Stadt­spit­ze nach­bes­sern – Mar­cus Held droht trotz­dem ein tie­fer Absturz.

Wenn die Aus­sa­ge eines Bewei­ses bedürf­te, dass Oppen­heims SPD-Stadt­bür­ger­meis­ter mit fal­schen Infor­ma­tio­nen agiert – hier ist er:

Geziel­te Stim­mungs­ma­che am Bei­spiel der Tou­ris­mus GmbH“ lau­te­te eine Über­schrift in dem SPD-Blätt­chen, das er kürz­lich an die Haus­hal­te sei­ner Stadt und der Ver­bands­ge­mein­de Rhein-Selz ver­tei­len ließ. Ein „angeb­lich neu­tra­ler Jour­na­list“ ver­brei­te „seit Wochen unsach­li­che und zum Teil auch geschäfts­schä­di­gen­de sowie per­sön­lich dif­fa­mie­ren­de Dar­stel­lun­gen“, wüte­te Mar­cus Held, und er stei­ger­te sich immer mehr in Rage: „An der Stim­mungs­ma­che gegen die her­vor­ra­gend funk­tio­nie­ren­de Tou­ris­mus GmbH in Oppen­heim wird nach Auf­fas­sung der Ver­ant­wort­li­chen deut­lich, wie von inter­es­sier­ter Sei­te durch den angeb­li­chen Jour­na­lis­ten…“ usw. usf.

Genug der Tira­den! Inzwi­schen steht fest: Die maß­lo­sen Atta­cken des SPD-Poli­ti­kers waren bar jeder Sub­stanz, sei­ne Aus­fäl­le ein­mal mehr nur hei­ße Luft. Die kri­ti­schen Anmer­kun­gen des „angeb­li­chen Jour­na­lis­ten“ zur Tou­ris­mus GmbH haben sich dage­gen als voll­auf berech­tigt erwie­sen; jetzt wur­de bekannt:

Die Stadt­füh­rung ist gera­de inten­siv mit „Repa­ra­tur­ar­bei­ten“ bei der Tou­ris­mus GmbH beschäf­tigt. Die Miss­stän­de in dem Fir­men­kon­strukt, die auf die­ser Web­sei­te erst­mals beschrie­ben wur­den, sol­len schnells­tens besei­tigt wer­den – nach Mög­lich­keit geräusch­los. Ent­spre­chen­de Papie­re sind bei der Ver­wal­tung in Arbeit, dem­nächst sol­len sie den Rat­haus-Poli­ti­kern zur Geneh­mi­gung vor­ge­legt wer­den.

Die inhalt­li­che Arbeit der Tou­ris­mus GmbH war, anders als Mar­cus Held immer wie­der zu sug­ge­rie­ren ver­sucht, auf die­ser Web­sei­te nie kri­ti­siert wor­den (wobei inzwi­schen ernst­haf­te Zwei­fel an Helds Dar­stel­lung bestehen, dass die GmbH erfolg­reich arbei­te: die objek­ti­ven Zah­len, ins­be­son­de­re der hohe Per­so­nal­auf­wand, spre­chen eine gänz­lich ande­re Spra­che).

Auf die­ser Web­sei­te war viel­mehr erst­mals öffent­lich gemacht wor­den, wer wirk­lich hin­ter der Tou­ris­mus GmbH steht: Der Stadt Oppen­heim gehö­ren nur 49 Pro­zent, sie besitzt damit nicht die Mehr­heit. 51 Pro­zent der Antei­le haben hin­läng­lich bekann­te Held-Freun­de und eini­ge Unter­neh­mer unter sich auf­ge­teilt – woge­gen man nichts ein­wen­den könn­te, wenn die Herr­schaf­ten von ehr­li­chem Bemü­hen getrie­ben wären, die Stadt mit eige­nen Gesell­schaf­ter­bei­trä­gen vor­an­zu­brin­gen.

Sie haben aller­dings einen schwer­wie­gen­den Feh­ler gemacht, auch das wur­de auf die­ser Web­sei­te auf­ge­deckt: Ihre Fir­ma kas­siert „ein­fach so“ die Ein­tritts­gel­der aus dem städ­ti­schen Kel­ler­la­by­rinth-Sys­tem. Jedes Jahr flie­ßen auf die­se Wei­se mehr als 200.000 Euro, die eigent­lich der Stadt­kas­se zuste­hen, in die mehr­heit­lich pri­va­te GmbH, ohne dass der ver­ant­wort­li­che Stadt­rat das geneh­migt hät­te. Das ist rechts­wid­rig!

Auf wel­cher Grund­la­ge behält die GmbH die städ­ti­schen Gel­der ein? Das hat­te der Autor die­ser Web­sei­te von den Ver­ant­wort­li­chen im Oppen­hei­mer Rat­haus wis­sen wol­len. Hans­jür­gen Bod­de­ras, Ers­ter Bei­geord­ne­ter und trotz null Erfah­rung im Tou­ris­mus­ge­schäft inzwi­schen als Tou­ris­mus-GmbH-Geschäfts­füh­rer mit einem üppi­gen 70.000-Euro-Vertrag aus­ge­stat­tet, ant­wor­te­te auf die Fra­ge erst gar nicht.

Hel­mut Kre­the, als Tou­ris­mus-Bei­geord­ne­ter poli­tisch (mit-)verantwortlich, schrieb trotz angeb­lich juris­ti­scher Stu­di­en­zeit allen Erns­tes: „Ein geson­der­ter Stadt­rats­be­schluss, mit dem expli­zit erklärt wird, dass die Ein­tritts­gel­der für die Füh­run­gen von der GmbH ver­ein­nahmt wer­den dür­fen, gibt es nicht und die­ser ist recht­lich auch nicht erfor­der­lich.“

Das ist falsch, und das wird man auch den Zustän­di­gen im Oppen­hei­mer Rat­haus inzwi­schen in aller Deut­lich­keit bei­gebracht haben. Mar­cus Held, der als ver­ant­wort­lich für das Fir­men­kon­strukt gilt, dürf­te zudem die eigent­li­che Bri­sanz erkannt haben, die unmit­tel­bar sei­ne Per­son betrifft: Ein Jurist bezeich­ne­te die nicht geneh­mig­te Ver­wer­tung städ­ti­schen Ver­mö­gens vor­bei an der Stadt­kas­se als „treu­wid­ri­ge Beschä­di­gung städ­ti­schen Ver­mö­gens“. Dabei tref­fe den Stadt­bür­ger­meis­ter im Ver­hält­nis zur Stadt eine Ver­mö­gens­be­treu­ungs­pflicht. „Deren Ver­let­zung wäre nach Para­graf 266 Straf­ge­setz­buch ein Fall von Untreue.“ Womög­lich der nächs­te Fall – zusätz­lich zu denen, die bereits Gegen­stand des anhän­gi­gen staats­an­walt­schaft­li­chen Ermitt­lungs­ver­fah­rens sind.

Hat Mar­cus Held, der sich auf dem Wahl­zet­tel als „Voll­ju­rist“ dar­stellt, das alles wirk­lich nicht gewusst? Oder hat er geglaubt, dass nie einer hin­ter die Kulis­sen gucken wer­de? Hat er dar­auf gesetzt, dass die Machen­schaf­ten nie durch­schaut wür­den?

Nach­dem die gan­ze Sache auf­ge­flo­gen ist, wüte­te er zunächst laut­stark – und reagier­te dann klamm­heim­lich:

Am Mon­tag nächs­ter Woche, 18. Sep­tem­ber, tagt im Rat­haus an der Meri­an­stras­se der Aus­schuss für Alt­stadt­ent­wick­lung, Tou­ris­mus und Wirt­schafts­för­de­rung. Beginn ist um 19.45 Uhr. Und was lesen wir unter Punkt 2 der Tages­ord­nung: „Ent­wurf eines Nut­zungs­ver­tra­ges zwi­schen der Stadt Oppen­heim und der Tou­ris­mus GmbH“.

Geht doch! Hel­mut Kre­the, der eben noch behaup­tet hat­te, ein sol­cher Ver­trag sei nicht not­wen­dig, arbei­tet der­zeit einen Ent­wurf für genau einen sol­chen Ver­trag aus, um die­sen dann nächs­te Woche den loka­len Poli­ti­kern vor­zu­le­gen. Die Arbeit der Tou­ris­mus GmbH soll wohl doch noch auf eine ver­trag­lich sau­be­re Basis gestellt wer­den. Im fünf­ten Jahr des Fir­men-Bestehens.

Es wird inter­es­sant wer­den zu beob­ach­ten, was am Ende in dem Ver­trags­werk ste­hen wird. Wer­den die Ein­nah­men aus dem Kel­ler­la­by­rinth-Sys­tem der mehr­heit­lich pri­vat geführ­ten Gesell­schaft wei­ter­hin zum Null­ta­rif über­las­sen? Oder wird die Stadt – wie eigent­lich üblich – eine ange­mes­se­ne Nut­zungs­ent­schä­di­gung von der Tou­ris­mus GmbH bekom­men?

Genau das hat­te Ende ver­gan­ge­nen Jah­res AL-Chef Rai­mund Darm­stadt im Stadt­rat gefor­dert: Die GmbH sol­le 30.000 Euro jähr­lich an die Stadt­kas­se über­wei­sen, als Nut­zungs­pau­scha­le. Doch im Rat­haus-Par­la­ment wer­den Vor­schlä­ge der klei­nen AL-Frak­ti­on in der Regel abge­blockt, selbst wenn sie ver­nünf­tig sind. Die SPD stimm­te mit der CDU – gegen den Antrag.

Der AL-Chef hat­te auch vor­ge­schla­gen, dass man die zwei Tou­ris­mus-Mit­ar­bei­ter, die noch auf Kos­ten der Stadt­kas­se beschäf­tigt wer­den, bei der GmbH ein­stel­len soll­te. Ein­spa­rung für die Stadt: 70.000 Euro. Abge­lehnt.

Und dann bean­trag­te Darm­stadt, dass die GmbH von ihren Gewin­nen jähr­lich 5000 Euro an die Stadt­kas­se über­wei­sen soll. Eben­falls: abge­lehnt.

Es gibt aller­dings dann noch ein The­ma, und da kann’s rich­tig span­nend wer­den: Die Tou­ris­mus GmbH behielt in den Jah­ren ihres Bestehens ins­ge­samt rund eine Mil­li­on Euro aus den Ein­tritts­gel­dern der Kel­ler­füh­run­gen ein. Ein­fach so, ohne dass der Stadt­rat das geneh­migt hät­te.

Juris­ten spre­chen von einer unge­recht­fer­tig­ten Berei­che­rung der GmbH zu Las­ten der Stadt (Para­graf 812 BGB). Sie sagen auch, das rechts­grund­los (= ver­trags­los) Erlang­te sei wie­der her­aus­zu­ge­ben.

Die Stadt Oppen­heim – ver­tre­ten durch ihren Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held – muss dem­nach jetzt alles dar­an set­zen, dass die GmbH die Gel­der der zurück­lie­gen­den Jah­re zurück­zahlt.

Soll­te die Rück­for­de­rung der Stadt schei­tern, weil die GmbH die­se Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen nicht bedie­nen kann: Dann wäre das städ­ti­sche Ver­mö­gen irrever­si­bel beschä­digt.

Aber selbst wenn die GmbH den Gegen­wert der gezo­ge­nen Nut­zun­gen zurück­zah­len könn­te: Die anzu­neh­men­de Ver­let­zung der Ver­mö­gens­be­treu­ungs­pflicht zum Nach­teil der Stadt ist straf­recht­lich längst und unab­ding­bar voll­endet, selbst wenn es gelin­gen soll­te, den Scha­den nach­träg­lich wie­der gut zu machen.

Die Tou­ris­mus GmbH erweist sich immer mehr als eine gefähr­li­che juris­ti­sche Fall­gru­be: Mar­cus Held könn­te hier eines Tages noch tie­fer abstür­zen!

7 Gedanken zu „Tourismus GmbH: Marcus Held droht tiefer Absturz

  1. Roland Bürger

    Zitat aus dem Bericht: „Ein Jurist bezeich­ne­te die nicht geneh­mig­te Ver­wer­tung städ­ti­schen Ver­mö­gens vor­bei an der Stadt­kas­se als „treu­wid­ri­ge Beschä­di­gung städ­ti­schen Ver­mö­gens“. Dabei tref­fe den Stadt­bür­ger­meis­ter im Ver­hält­nis zur Stadt eine Ver­mö­gens­be­treu­ungs­pflicht. „Deren Ver­let­zung wäre nach Para­graf 266 Straf­ge­setz­buch ein Fall von Untreue.“ – Ich wür­de ger­ne eine Straf­an­zei­ge gegen herrn Held in die­ser Sache erstat­ten. Ich binin sol­chen Sachen aller­dings nicht bewan­dert – wie macht man das? Staats­an­walt­schaft Mainz oder wo??

    • GK

      Das kann jeder und zur jeder Zeit form­los schrift­lich oder zu Pro­to­koll z.B. bei einer Poli­zei­dienst­stel­le oder einer Staats­an­walt­schaft erstat­ten.
      Es geht auch über das Por­tal irgend­ei­ner Online-Wache (z.B. Poli­zei Ber­lin). Die Anzei­gen wer­den dann über die jewei­li­gen Lan­des­kri­mi­nal­äm­ter an die zustän­di­ge Dienst­stel­le wei­ter gelei­tet.

  2. D Mayer

    War­um kei­ne kon­zer­tier­te Akti­on wie beim Bünd­nis für Arbeit oder beim Bünd­nis Zukunft der Indus­trie?

    Lan­des­rech­nungs­hof, Staats­an­walt­schaft, Kom­mu­nal­auf­sicht & Co könn­ten – und müs­sen – Oppen­heim gründ­lich durch­leuch­ten und ihre Ergeb­nis­se aus­tau­schen. Es lohnt sich.

  3. gerd

    Zitat: ’ Bod­de­ras ist mit einem üppi­gen 70.000-Euro-Vertrag aus­ge­stat­tet’

    Fra­ge: Ist das auf ein Kalen­der­fahr bezo­gen? Dann hät­te Herr Bod­de­ras in den 5 Jah­ren 350.000 Euro Gehalt bekom­men – jeden Tag fast 200 Euro???
    Ich bezweif­le, daß die ‚Tou­ris­mus Gmbh’ der­ar­ti­ge Ein­nah­men gene­riert?
    Bit­te Info

    • Thomas Ruhmöller Autor des Beitrages

      Es ist rich­tig, Bod­de­ras hat die Zahl selbst genannt: Er bekommt als Geschäfts­füh­rer ohne Erfah­rung im Tou­ris­mus-Geschäft 70.000 Euro pro Jahr. Das sind im Schnitt tat­säch­lich 200 Euro an jedem Tag (incl. Sonn-, Fei­er- und Urlaubs­ta­gen etc.) oder pro Arbeits­tag mehr als 300 Euro. Es geht aller­dings noch bes­ser – hier beschrie­ben.

  4. G.K.

    Die wirt­schaft­li­che Betä­ti­gung von Gemein­den ist in der Gemein­de­ord­nung Rhein­land-Pfalz (GemO) in den §§ 85 ff. GemO umfas­send gere­gelt.
    http://​lan​des​recht​.rlp​.de/​j​p​o​r​t​a​l​/​p​o​r​t​a​l​/​t​/​7​b​p​/​p​a​g​e​/​b​s​r​l​p​p​r​o​d​.​p​s​m​l​/​a​c​t​i​o​n​/​p​o​r​t​l​e​t​s​.​j​w​.​M​a​i​n​A​c​t​i​o​n​;​j​s​e​s​s​i​o​n​i​d​=​F​9​9​7​2​9​C​D​B​5​0​B​3​D​1​4​9​8​D​3​A​9​7​9​9​6​6​0​5​3​3​9​.​j​p​1​4​?​p​1​=​3​c​&​e​v​e​n​t​S​u​b​m​i​t​_​d​o​N​a​v​i​g​a​t​e​=​s​e​a​r​c​h​I​n​S​u​b​t​r​e​e​T​O​C​&​s​h​o​w​d​o​c​c​a​s​e​=​1​&​d​o​c​.​h​l​=​0​&​d​o​c​.​i​d​=​j​l​r​-​G​e​m​O​R​P​V​2​0​P​8​5​&​d​o​c​.​p​a​r​t​=​S​&​t​o​c​.​p​o​s​k​e​y​=​#​f​o​c​u​s​p​o​int

    Ein belieb­ter und durch­aus rich­ti­ger Juris­ten-Spruch lau­tet: „Ein Blick ins Gesetz erleich­tert die Rechts­fin­dung“. Das soll­te auch hier gel­ten, zumin­dest, wenn man in Oppen­heim noch dar­auf ver­trau­en kann, dass die GemO dort (noch) Gül­tig­keit hat.

    Neben dem rei­nen Geset­zes­text wird in der vor­herr­schen­den Rechts­mei­nung und Lite­ra­tur all­ge­mein als Zwin­gend ange­se­hen, dass sich die Gemein­de in den pri­vat­recht­lich geführ­ten Betrie­ben eine Stim­men­mehr­heit sichert, um den gemeind­li­chen Zweck auch gegen die pri­vat­wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen durch­set­zen zu kön­nen. Das bedeu­tet: ein Stimm­an­teil von 51% für die Kom­mu­ne.

    Ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um ist dane­ben die Stel­lung des Geschäfts­füh­rers, der den Spa­gat zwi­schen Geschäfts­in­ter­es­sen und even­tu­el­len Wei­sun­gen des Gemein­de­ra­tes unter einem Hut brin­gen muss.

    Um so mehr ver­wun­dert es, wenn das alles in Oppen­heim kei­ne Rol­le spie­len soll.

    Zum Salär des Geschäfts­füh­rers: irgend­wo stand zu lesen, dass das (gemeint sind die 70.000 Euro p.a.) von ihm auch ver­dient wer­den wür­de, wenn er von der Kom­mu­ne ange­stellt wäre.
    Ein Blick ins Tarif­recht zeigt, dass der Stel­len­in­ha­ber damit ganz locker mal ein Spit­zen­amt beklei­den muss, um eini­ger­ma­ßen an die­ses Jah­res­brut­to­ge­halt nach TV-L zu kom­men: http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/west?id=tv-l-2017&g=E_15&s=4&zv=VBL&z=100&zulage=&stj=2017&stkl=1&r=0&zkf=0&kk=15.5%25

    Und wer hat einen Anspruch auf solch eine Ein­grup­pie­rung?

    Teil I All­ge­mei­ne Tätig­keits­merk­ma­le für den Ver­wal­tungs­dienst

    Ent­gelt­grup­pe 15
    1. Beschäf­tig­te mit abge­schlos­se­ner wis­sen­schaft­li­cher Hoch­schul­bil­dung und ent­spre­chen­der Tätig­keit sowie sons­ti­ge Beschäf­tig­te, die auf­grund gleich­wer­ti­ger Fähig­kei­ten und ihrer Erfah­run­gen ent­spre­chen­de Tätig­kei­ten aus­üben, deren Tätig­keit sich durch das Maß der damit ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung erheb­lich aus der Ent­gelt­grup­pe 14 Fall­grup­pe 1 her­aus­hebt. (Hier­zu Pro­to­koll­erklä­rung Nr. 1)

    2. Beschäf­tig­te mit abge­schlos­se­ner wis­sen­schaft­li­cher Hoch­schul­bil­dung und ent­spre­chen­der Tätig­keit sowie sons­ti­ge Beschäf­tig­te, die auf­grund gleich­wer­ti­ger Fähig­kei­ten und ihrer Erfah­run­gen ent­spre­chen­de Tätig­kei­ten aus­üben, denen min­des­tens fünf Beschäf­tig­te min­des­tens der Ent­gelt­grup­pe 13 durch aus­drück­li­che Anord­nung stän­dig unter­stellt sind. (Hier­zu Pro­to­koll­erklä­run­gen Nrn. 1 und 2)

    Ent­gelt­grup­pe 14
    1. Beschäf­tig­te mit abge­schlos­se­ner wis­sen­schaft­li­cher Hoch­schul­bil­dung und ent­spre­chen­der Tätig­keit sowie sons­ti­ge Beschäf­tig­te, die auf­grund gleich­wer­ti­ger Fähig­kei­ten und ihrer Erfah­run­gen ent­spre­chen­de Tätig­kei­ten aus­üben, deren Tätig­keit sich durch beson­de­re Schwie­rig­keit und Bedeu­tung aus der Ent­gelt­grup­pe 13 her­aus­hebt. (Hier­zu Pro­to­koll­erklä­rung Nr. 1)

    2. Beschäf­tig­te mit abge­schlos­se­ner wis­sen­schaft­li­cher Hoch­schul­bil­dung und ent­spre­chen­der Tätig­keit sowie sons­ti­ge Beschäf­tig­te, die auf­grund gleich­wer­ti­ger Fähig­kei­ten und ihrer Erfah­run­gen ent­spre­chen­de Tätig­kei­ten aus­üben, deren Tätig­keit sich min­des­tens zu einem Drit­tel durch beson­de­re Schwie­rig­keit und Bedeu­tung aus der Ent­gelt­grup­pe 13 her­aus­hebt. (Hier­zu Pro­to­koll­erklä­rung Nr. 1)

    3. Beschäf­tig­te mit abge­schlos­se­ner wis­sen­schaft­li­cher Hoch­schul­bil­dung und ent­spre­chen­der Tätig­keit sowie sons­ti­ge Beschäf­tig­te, die auf­grund gleich­wer­ti­ger Fähig­kei­ten und ihrer Erfah­run­gen ent­spre­chen­de Tätig­kei­ten aus­üben, deren Tätig­keit sich dadurch aus der Ent­gelt­grup­pe 13 her­aus­hebt, dass sie min­des­tens zu einem Drit­tel hoch­wer­ti­ge Leis­tun­gen bei beson­ders schwie­ri­gen Auf­ga­ben erfor­dert. (Hier­zu Pro­to­koll­erklä­rung Nr. 1)

    4. Beschäf­tig­te mit abge­schlos­se­ner wis­sen­schaft­li­cher Hoch­schul­bil­dung und ent­spre­chen­der Tätig­keit sowie sons­ti­ge Beschäf­tig­te, die auf­grund gleich­wer­ti­ger Fähig­kei­ten und ihrer Erfah­run­gen ent­spre­chen­de Tätig­kei­ten aus­üben, denen min­des­tens drei Beschäf­tig­te min­des­tens der Ent­gelt­grup­pe 13 durch aus­drück­li­che Anord­nung stän­dig unter­stellt sind. (Hier­zu Pro­to­koll­erklä­run­gen Nrn. 1 und 2)

    Ent­gelt­grup­pe 13
    Beschäf­tig­te mit abge­schlos­se­ner wis­sen­schaft­li­cher Hoch­schul­bil­dung und ent­spre­chen­der Tätig­keit sowie sons­ti­ge Beschäf­tig­te, die auf­grund gleich­wer­ti­ger Fähig­kei­ten und ihrer Erfah­run­gen ent­spre­chen­de Tätig­kei­ten aus­üben. (Hier­zu Pro­to­koll­erklä­rung Nr. 1)“

    Sol­che Ein­grup­pie­run­gen wer­den in der Regel nur in Minis­te­ri­en wegen der dort ange­nom­me­nen „beson­de­ren Ver­ant­wor­tung“ erreicht. Ich kann mir ehr­lich gesagt auch nicht vor­stel­len, dass sol­che Stel­len im Haus­halts­plan der Stadt aus­ge­wie­sen sind. Jeden­falls könn­te man dafür eine Men­ge an Erzie­he­rIn­nen oder ande­ren Fach­kräf­ten ein­stel­len und beschäf­ti­gen.

    Ob die­se Vor­aus­set­zun­gen für den Geschäfts­füh­rer hier vor­lie­gen, bedarf einer Prü­fung.

    Bei der Ein­grup­pie­rung von Micha­el Storck, der als haupt­amt­li­cher Bei­geord­ne­ter aus Gesetz her­aus einen Anspruch auf eine beam­ten­recht­li­che Plan­stel­le hat­te, war die Auf­re­gung nach mei­ner Erin­ne­rung sehr hoch, auch in Oppen­heim.

    Ich bin mal sehr gespannt.….

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