Kein Geld. Hohe Repräsentationskosten

Man kann die Arbeit von Oppen­heims SPD-Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held durch­aus einer sach­li­chen Bewer­tung unter­zie­hen. Die „All­ge­mei­ne Zei­tung Lands­kro­ne“ hat’s vor eini­ger Zeit ver­sucht: Die Redak­ti­on ver­glich die kom­mu­na­len Finan­zen der bei­den Kom­mu­nen Nier­stein und Oppen­heim, die Ende 2009 noch fast gleich­auf lagen. Das Ergeb­nis ist inter­es­sant:

Nier­stein (8200 Ein­woh­ner) bau­te in den letz­ten Jah­ren sei­ne Kas­sen­kre­di­te stark ab – auf 1,8 Mil­lio­nen Euro. Steu­ern muss­ten dafür nur gering­fü­gig erhöht wer­den. Man habe Bau­ge­bie­te aus­ge­wie­sen, die Infra­struk­tur ver­bes­sert, inten­siv Zuschüs­se ein­ge­holt – und mas­siv gespart, sag­te Stadt­bür­ger­meis­ter Tho­mas Gün­ther (CDU) der Zei­tung.

In Oppen­heim (7300 Ein­woh­ner) stie­gen dage­gen die Kas­sen­kre­di­te im glei­chen Zeit­raum auf 16,3 Mil­lio­nen Euro! Grund- und Gewer­be­steu­er wur­den zwar erhöht, aber Ein­spar­po­te­nia­le gebe es kaum, wird Stadt­bür­ger­meis­ter Held zitiert. Und er mach­te allen Erns­tes einen Vor­schlag, der klingt, als habe er ihn bei einem Urlaub in Grie­chen­land gehört : „Bei hoch­ver­schul­de­ten Kom­mu­nen müss­te so etwas wie ein Schul­den­schnitt ange­dacht wer­den.“

Was die Nier­stei­ner, die all die Jah­re ordent­lich gewirt­schaf­tet haben, zu sol­chen Ide­en sagen, hat die Zei­tung nicht über­lie­fert…

Nur am Ran­de: Die Stadt Oppen­heim erhöh­te in ihrem Etat 2017 die Aus­ga­ben für ihre drei Bei­ge­ord­ne­ten (pro Monat je 801 Euro), drei Beauf­trag­ten (450 Euro) und für den Stadt­bür­ger­meis­ter (2186 Euro) auf nun­mehr 94.000 Euro.

Für Reprä­sen­ta­tio­nen wur­den vor zwei Jah­ren noch rund 9000 aus­ge­ge­ben; in die­sem Jahr ste­hen dafür 20.000 Euro bereit.

Nicht zuletzt leis­tet sich die Stadt – was für Städt­chen die­ser Grö­ße schon mehr als unge­wöhn­lich ist – einen Mit­ar­bei­ter für Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit, Mar­ke­ting, Online. Mit der Pres­se spre­chen darf der Mann aller­dings nicht! Das behält sich Mar­cus Held aus­drück­lich selbst vor, wes­halb er die Job­be­schrei­bung sei­nes Mit­ar­bei­ters prä­zi­siert: Der sei kein Pres­se­spre­cher; son­dern „ein Mit­ar­bei­ter, der Pres­se macht und über das, was die Stadt tut, berich­tet, zum Bei­spiel auf der Home­page“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.