Das sind die Eigentümer der Tourismus GmbH

Wer steckt alles hin­ter der Oppen­heim Tou­ris­mus GmbH? Das fra­gen sich vie­le Men­schen in der Stadt, nach­dem erst­mals bekannt wur­de: Die vor gut fünf Jah­ren von Mar­cus Held initi­ier­te Fir­ma behält die Gel­der aus dem Ein­tritt zum städ­ti­schen Unter­grund-Laby­rinth ein, ohne dass dafür eine Geneh­mi­gung des Stadt­ra­tes ein­ge­holt wur­de. Sie ver­fügt damit über Ein­nah­me­quel­len, die eigent­lich der Stadt zuste­hen, ohne dass es einen Nut­zungs­über­las­sungs­ver­trag gibt.

Bis­lang wur­den alle Details über die Tou­ris­mus GmbH sorg­fäl­tig unter der Decke gehal­ten. Die Stamm­ein­la­ge, nur das wur­de bis­her bekannt, beträgt laut Grün­dungs­ur­kun­de 100.000 Euro, und es wur­den Geschäfts­an­tei­le zu je 1000 Euro aus­ge­ge­ben. Mit­te 2012 wur­de in nicht-öffent­li­cher Sit­zung des Stadt­ra­tes über die Ver­tei­lung ent­schie­den; hin­ter­her wur­den kei­ne Namen ver­ra­ten, es wur­de ledig­lich via Zei­tung mit­ge­teilt: „Ins­ge­samt zwölf Inter­es­sen­ten würden sich mit jeweils 1000 Euro betei­li­gen, drei mit 5000 Euro, einer mit 4000 Euro und ein wei­te­rer mit 20 000 Euro.“

Auf viel­fa­chen Wunsch ver­öf­fent­li­chen wir heu­te die voll­stän­di­ge Lis­te der Gesell­schaf­ter der Oppen­heim Tou­ris­mus GmbH.

Die Stadt Oppen­heim hält 49 Pro­zent (= 49.000 Euro). Sie brach­te dafür ihr Tou­ris­tik­bü­ro ein. Das ist laut Kurz­gut­ach­tem 80.000 Euro wert; 31.000 Euro wur­den daher als Dar­le­hen der Stadt an die GmbH ver­bucht, das mit 2 Pro­zent jähr­lich zu ver­zin­sen ist.

Wei­ter­hin haben sich fol­gen­de Unternehmen/Körperschaften als Gesell­schaf­ter betei­ligt:

Die Haus- und Grund­stücks­ver­wal­tungs­ge­sell­schaft (HGO) der gemein­nüt­zi­gen Woh­nungs­bau­ge­nos­sen­schaft Oppen­heim (GWG), ver­tre­ten durch ihren Geschäfts­füh­rer Mar­cus Held (geb. 1977), der bekannt­lich auch Vor­stands­vor­sit­zen­der der GWG ist, dazu Stadt­bür­ger­meis­ter, SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter u.v.m., brach­te 4000 Euro ein.

Der Bau­ern- und Win­zer­ver­band Rhein­land-Pfalz Süd bzw. des­sen Orts­grup­pe Oppen­heim, ver­tre­ten durch Nor­bert Schind­ler (geb. 1949) aus Boben­heim am Berg, leis­te­te eine Stamm­ein­la­ge in Höhe von 1000 Euro.

Die MAP-Con­sult GmbH, laut Home­page ein Drei-Mann-Unter­neh­men mit Sitz im Rat­haus an der Meri­an­stra­ße 2 und gelei­tet von Geschäfts­füh­rer Ste­fan Lösch (geb. 1961), erwarb einen Anteil von einem Pro­zent (= 1000 Euro). MAP Con­sult bekommt in Oppen­heim regel­mä­ßig Auf­trä­ge, die Fir­ma lei­te­te laut Refe­renz­lis­te die Alt­stadt­sa­nie­rung, die Unter­grund­sa­nie­rung, die Umge­stal­tung des Bahn­hofs, das Pro­gramm His­to­ri­sche Innen­stadt und eini­ges mehr.

Die Namen der wei­te­ren Grün­dungs-Gesell­schaf­ter sind hier alpha­be­tisch geord­net:

Mar­kus Appel­mann, geb. 1978, wohn­haft in Oppen­heim. Stamm­ein­la­ge: 5000 Euro.

Appel­manns Wer­be­agen­tur InMe­dia steht regel­mä­ßig bei Mar­cus Held auf der Auf­trags­lis­te: Er darf für die Stadt, für die SPD, für die HGO und GWG und eini­ge mehr die Inter­net­sei­ten machen, die Wer­bung gestal­ten usw. Es passt, dass eine Mit­ar­bei­te­rin von InMe­dia, die Gra­fi­ke­rin Anja Wer­ni­cke, im SPD-Kom­pe­tenz­team von Mar­cus Held sitzt.

Rudolf Baum­gar­ten, geb. 1958, wohn­haft in Uel­vers­heim. Stamm­ein­la­ge: 1000 Euro

Baum­gar­ten dürf­te der engs­te und bes­te Bud­dy von Mar­cus Held sein. Macht irgend­wie alles, und je län­ger man drauf­schaut, des­to mehr Jobs und Pos­ten und Pöst­chen pop­pen auf: Baum­gar­ten ist mit sei­ner „plan­gUT“ als Stadt­pla­ner für Mar­cus Held im Ein­satz. Mit einem Immo­bi­li­en­bü­ro ver­dien­te er als Mak­ler kräf­tig in Krä­mer­eck-Süd. Er ist stv. Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der GWG (zu beauf­sich­ti­gen­der Vor­stand: Mar­cus Held). Er ist Bür­ger­meis­ter in Uel­vers­heim. Er ist in dem Dörf­chen auch 2. Vor­sit­zen­de des TSV. Er ist in Gun­ters­blum Chef der Arbei­ter­wohl­fahrt (AWO). Er ist Chef der SPD Dol­ges­heim-Berg­ge­mein­den. Er ist im Vor­stand der SPD Rhein-Selz. Er sitzt in der Zweck­ver­bands­ver­samm­lung des Zweck­ver­ban­des Abwas­ser­ent­sor­gung Rhein­hes­sen (ZAR).

Hans­jür­gen Bod­de­ras, geb. 1955, wohn­haft in Oppen­heim. Stamm­ein­la­ge (bei Grün­dung): 1000 Euro

Der stu­dier­te Theo­lo­ge mit etwas unru­hi­ger Vita gilt inzwi­schen als engs­ter Ver­trau­ens­mann von Mar­cus Held im Rat­haus. Bod­de­ras ist als 1. Bei­ge­ord­ne­ter der Bür­ger­meis­ter-Stell­ver­tre­ter, er ist zudem für die The­men Kul­tur, Bil­dung und Sozia­les zustän­dig. Er ist als Lei­ter für die Fest­spie­le zustän­dig.

2013 über­nahm er die Geschäfts­füh­rung der Tou­ris­mus GmbH, was er sich sehr gut bezah­len las­sen soll, was aber den Tou­ris­mus in der Stadt bis­her nicht merk­lich gepusht hat: Die mage­re Bilanz weist kaum Ent­wick­lung auf. Genaue­re Ein­bli­cke sind nicht mög­lich: Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held hat es bis­her ver­ab­säumt, einen Betei­li­gungs­be­richt zu erstel­len, obwohl der von der Gemein­de­ord­nung vor­ge­schrie­ben ist.

Peter Con­rad, geb. 1964, wohn­haft in Hahn­heim. Stamm­ein­la­ge: 20.000 Euro

Con­rad ist einer der Haupt­pro­fi­teu­re im Bezie­hungs­ge­flecht an der Oppen­hei­mer Stadt­spit­ze: Sein Bau­un­ter­neh­men Hebau GmbH (Sitz: Mainz) bekommt nahe­zu sämt­li­che Stra­ßen­bau­auf­trä­ge. Dafür muss Con­rad natür­lich stets das güns­tigs­te Ange­bot unter­brei­ten, was ihm zur Ver­blüf­fung eini­ger Rats­mit­glie­der immer wie­der gelingt. Bür­ger­meis­ter Held prä­sen­tiert gewöhn­lich die Ange­bots­lis­ten in den städ­ti­schen Gre­mi­en – und dann heißt es in der Regel: And the win­ner is – die Hebau GmbH!

Joa­quim Var da Sil­va, geb. 1966, wohn­haft in Oppen­heim, Stamm­ein­la­ge: 1000 Euro

Er betreibt laut Inter­net in Gimbs­heim die Agen­tur „Rhei­nEmo­ti­on“, die sich auf die Orga­ni­sa­ti­on von Busi​ness​.Events und Tou­ren spe­zia­li­siert hat.

Ange­la Hugu­e­nin-Höchst, geb. 1944, wohn­haft in Oppen­heim, Stamm­ein­la­ge: 1000 Euro

Diplom-Biblio­the­ka­rin und sehr geschätz­te Alt­stadt-Füh­re­rin

Hel­mut Kre­the, geb. 1956, wohn­haft in Oppen­heim, Stamm­ein­la­ge: 1000 Euro

Aktu­ell bekann­te Tätig­keit: Tou­ris­mus-Bei­ge­ord­ne­ter der Stadt auf 801-Euro-Basis. War mal CDU, woll­te auch mal Oppen­hei­mer Stadt­bür­ger­meis­ter wer­den, über­warf sich dann mit sei­ner Par­tei und irr­lich­tert inzwi­schen um Mar­cus Held.

Wal­ter Lang, geb. 1956, wohn­haft in Oppen­heim, Stamm­ein­la­ge (bei Grün­dung): 1000 Euro

Er ist Mit­glied in der SPD-Stadt­rats­frak­ti­on. Held-Stell­ver­tre­ter im Vor­stand der SPD Oppen­heim. Mit­glied im SPD-Kom­pe­tenz­team von Mar­cus Held. Geschäfts­füh­rer der Oppen­hei­mer Tafel (Vor­sit­zen­der: Mar­cus Held).

Wer­ner Lucas, geb. 1946, wohn­haft in Oppen­heim, Stamm­ein­la­ge: 1000 Euro

Gäs­te­be­glei­ter in der Alt­stadt.

Gabrie­le Sado­ni, geb. 1950, wohn­haft in Oppen­heim, Stamm­ein­la­ge: 1000 Euro

Frü­he­re Kita-Lei­te­rin, Gäs­te­be­glei­te­rin in der Alt­stadt.

Dr. Hel­ga Schmadel-Hageb­öl­ling, geb. 1958, wohn­haft in Oppen­heim, Stamm­ein­la­ge: 1000 Euro

Mit­glied im Vor­stand des Lan­des­ver­bands Rhein­land-Pfalz des Ver­kehrs­clubs Deutsch­land (VCD), Ansprech­part­ne­rin für den Kreis­ver­band Rhein­hes­sen.

Heinz See­lin­ger, geb. 1951, wohn­haft in Oppen­heim, Stamm­ein­la­ge: 5000 Euro

Wur­de erst Tou­ris­mus-Gesell­schaf­ter, dann Mit­glied der SPD, dann Held-Lau­da­tor: Ernann­te als Vor­stands­mit­glied im Car­ne­val Ver­ein Oppen­heim (CVO) den Stadt­bür­ger­meis­ter und SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mar­cus Held zum Bot­schaf­ter der rhein­hes­si­schen Fast­nachts­kul­tur in der Haupt­stadt.

Klaus Senf­ter, geb. 1951, wohn­haft in Oppen­heim, Stamm­ein­la­ge: 5000 Euro

War mal SPD-Frak­ti­ons­chef im Oppen­hei­mer Rat­haus.

Udo Wei­nel, geb. 1957, wohn­haft in Oppen­heim, Stamm­ein­la­ge: 1000 Euro

Oppen­hei­mer Nacht­wäch­ter.

Inzwi­schen gibt es eine Ände­rung: Wal­ter Lang hat Ende 2015 sei­nen 1000-Euro-Anteil an Hans­jür­gen Bod­de­ras wei­ter­ge­ge­ben, der damit über zwei Pro­zent Antei­le an der GmbH ver­fügt.

4 Gedanken zu „Das sind die Eigentümer der Tourismus GmbH

  1. Helga Schmadel

    Ich weiß ja nicht, wo Sie recher­chiert haben. Aber zur Klar­stel­lung: ich bin zwar VCD-Vor­sit­zen­de, aber nicht in der Geschäfts­lei­tung. Das ver­bie­tet unse­re Sat­zung aus­drück­lich. Außer­dem bin ich Gäs­te­be­glei­te­rin und habe des­halb auch einen Anteil an der Tou­ris­mus GmbH erwor­ben. Ich bin par­tei­un­ab­hän­gig, gehö­re bestimmt nicht zum Dunst­kreis unse­res Bür­ger­meis­ters. Es gibt eine ande­re Par­tei, der ich inhalt­lich näher ste­he. Bis­her hat es noch kei­ne ein­zi­ge Divi­den­den­zah­lung gege­ben.

    • Thomas Ruhmöller Autor des Beitrages

      Frau Schmadel hat recht: Sie ist im Ver­kehrs­club Deutsch­land (VCD) Vor­sit­zen­de des rhein­land-pfäl­zi­schen Lan­des­ver­bands. Sie ist nicht in der VCD-Geschäfts­lei­tung. Wir bit­ten den Feh­ler zu ent­schul­di­gen, er wur­de im Text kor­ri­giert.

  2. Roland Bürger

    Ein Schelm, der Böses bei der Lis­te denkt…
    Gute Infos hier – tau­send mal bes­ser als bei der AZ.

  3. M.H.

    Mal ganz ehr­lich gefragt.….……
    Für was gibt es den in Oppen­heim einen Stadt­rat?
    Egal wel­cher Par­tei Sie ange­hö­ren haben Sie doch eines ver­säumt.…..
    Ihren Job zu machen
    Wenn man im Stadt­rat sitzt (soll­te man zumin­dest die Grund­la­gen der Kom­mu­nal­po­li­tik beherr­schen oder erler­nen zumin­dest in der Lage sein sie nach­zu­le­sen) und merkt da läuft was falsch dann muss man den Mund auf­ma­chen
    Nöti­gen­falls gegen­über höher­ge­stell­ten Behör­den, ja auch Herr Darm­stadt hat die­se Mög­lich­keit nicht genutzt und reist jetzt die Klap­pe auf was er alles schon vom Bür­ger­meis­ter der Stadt und VG gefor­dert hat (okay bei der VG Rhein-Selz wür­de es wahr­schein­lich nicht fruch­ten)
    Für mich stellt sich die Fra­ge
    1. Haben Sie kei­ne Ahnung von dem wor­auf Sie sich als Stadt­rat­mit­glied ein­ge­las­sen haben
    2. Haben die Her­ren und Damen Angst vor ihrem Bür­ger­meis­ter und der evtl. Gesell­schaft­li­chen Kon­se­quen­zen
    3. Oder den­ken Sie? Ich bin Stadt­rat­mit­glied und jeder kennt mich das stei­gert mein Ego
    4. Sie sind in irgend­ei­ner Wei­se abhän­gig von Ihrem Bür­ger­meis­ter und wur­den des­halb aus­ge­wählt

    Naja wir wer­den sie alle fröh­lich strah­lend auf dem Wein­fest (Fest­büh­ne) sehen und jeder tut als wäre in Oppen­heim alles gut immer­hin ist man ja Stadt­rat­mit­glied ohne (Ge)Wissen und Mei­nung
    In die­sem Sin­ne ein fröh­li­ches Wein­fest

    Ich bin sicher nicht der ein­zi­ge der sich die­se Fra­gen stellt und das nicht erst seit bekannt wer­den des Oppen­heim – Skan­dal

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