Wochenrückblick: Viel Penzer, etwas Bodderas und ein bisschen Gradinger

In unse­rem Wochen­rück­blick geht’s dies­mal vor­der­grün­dig um nur drei Namen: um Klaus Pen­zer, den unglück­se­li­gen Bür­ger­meis­ter der Ver­bands­ge­mein­de Rhein-Selz, um Hans­jür­gen Bod­de­ras, den umtrie­bi­gen Rat­haus-Pöst­chen­jä­ger mit dem kle­ri­ka­len Habi­tus, und um den alten Fuchs Horst Gra­din­ger, der sein her­un­ter­ge­kom­me­nes, schwerst kon­ta­mi­nier­tes Möbel­haus der Stadt unter­ju­bel­te und ihr sogar auch noch die Mak­ler­cour­ta­ge über­wälz­te. Bei all die­sen The­men steht aller­dings, wenig über­ra­schend, stets ein vier­ter Name im Hin­ter­grund: der von Mar­cus Held, dem Stadt­bür­ger­meis­ter und SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten… 

Penzer I: Die Inkarnation des Denunziantentums

Für Klaus Pen­zer war es wie­der eine ganz schreck­li­che Woche! Da ver­such­te er mona­te­lang, den CDU-Abge­ord­ne­ten Mar­co Becker aus dem Oppen­hei­mer Stadt­rat zu drän­gen, nur gestützt auf einen anonym ver­sand­ten Brief, der, wie man ehr­li­cher Wei­se auch noch sagen muss, ziem­lich dümm­lich klang. Doch dann kam das Trei­ben der Pen­zer-Behör­de her­aus, schlim­mer: Die Leu­te auf der Stra­ße wis­sen jetzt, womit sich „ihre“ VG-Ver­wal­tung tage- und wochen­lang beschäf­tigt hat. Woll­te man doch zum Bei­spiel allen Erns­tes von Becker schrift­lich erfah­ren, wie oft und wie lan­ge er sich bei sei­ner Freun­din in Mainz auf­ge­hal­ten habe.

Wie pein­lich ist das denn?

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Als jetzt die behörd­li­che Schnüf­fel­ak­ti­on bekannt gewor­den war, als selbst die loka­le Zei­tung wie­der das böse Wort von einer „Hexen­jagd“ auf­wärm­te, da ver­such­te Pen­zer, blitz­schnell die Kur­ve zu krie­gen. Gegen­über dem Lokal­re­dak­teur jam­mer­te er laut­hals über den anony­men Brie­fe­schrei­ber und des­sen unsäg­li­che Anschwär­ze: „Da beginnt das Denun­zi­an­ten­tum.“

Bei die­sem Pen­zer-Aus­spruch muss­ten eini­ge Leu­te in Oppen­heim herz­haft lachen: Das sagt der Rich­ti­ge! Aus­ge­rech­net Pen­zer mokiert sich über Denun­zi­an­ten­tum! Aus­ge­rech­net der SPD- Bür­ger­meis­ter, der erst vor weni­gen Mona­ten sei­nen dama­li­gen Stell­ver­tre­ter in aller Öffent­lich­keit als Geheim­nis­ver­rä­ter zu brand­mar­ken ver­sucht hat­te – und bis heu­te kei­nen Beweis vor­le­gen konn­te.

Schlag nach bei Wiki­pe­dia: Unter Denun­zia­ti­on ver­steht man die öffent­li­che Beschul­di­gung oder Anzei­ge einer Per­son aus nicht sel­ten nied­ri­gen per­sön­li­chen oder oft poli­ti­schen Beweg­grün­den.

Nach die­ser Les­art wäre Klaus Pen­zer Oppen­heims Denun­zi­ant Nr. 1. Wir müs­sen erneut kon­sta­tie­ren: Der Mann hat sich ziem­lich ver­rannt mit sei­nem eigen­tüm­li­chen Poli­tik­still und sei­ner vor­gest­ri­gen Ver­wal­tungs­füh­rung. Wie lan­ge will er sich das noch antun? Und uns?

Hexenjagden in der VG-Verwaltung

Kurz zum Stich­wort „Hexen­jagd“: Rai­mund Darm­stadt, der Chef der loka­len Alter­na­ti­ven Lis­te (AL), könn­te eine Art Oppen­hei­mer Copy­right auf die­ses Wort bean­spru­chen.

Erin­nern Sie sich? Ende April hat­te er die Gewerk­schaft Ver­di um Schutz für die VG-Mit­ar­bei­ter gebe­ten: Damals war gera­de das Dos­sier mit den Vor­wür­fen gegen Mar­cus Held bekannt gewor­den, es ent­hielt vie­le behör­den­in­ter­ne Doku­men­te aus der VG-Ver­wal­tung, und Bür­ger­meis­ter Klaus Pen­zer war nicht davon abzu­hal­ten, eige­ne Mit­ar­bei­ter – nament­lich sei­nen Stell­ver­tre­ter – des Geheim­nis­ver­rats anzu­schwär­zen, wie gesagt: ohne jeden Beweis.

In der Zei­tung lasen wir sei­ner­zeit: „Er (Darm­stadt) sprach von einer ‚Atmo­sphä­re der Hexen­jagd’ und warf Pen­zer, Held und SPD-VG-Frak­ti­ons­chef Micha­el Reit­zel vor, ein ‚uner­träg­li­ches Kli­ma von Angst und Ver­däch­ti­gung’ erzeugt zu haben.“

Der Per­so­nal­rat der VG-Ver­wal­tung zeig­te sich andern­tags ledig­lich ver­är­gert dar­über, dass man vor­her nicht mit ihm gespro­chen habe; gegen die Dia­gno­se „Hexen­jagd“ hat­te er nichts ein­zu­wen­den.

Und jetzt berich­te­te die Zei­tung im Fall Becker aus eige­nem Antrieb erneut über eine Hexen­jagd! Und kom­men­tier­te wei­ter: „Wenn man denkt, die Qua­li­tät des poli­ti­schen Dis­kur­ses in Oppen­heim kön­ne nicht mehr tie­fer sin­ken, geht es noch ein Stück wei­ter Rich­tung Abgrund.“

Wor­an liegt’s nur?

Penzer II: Ratsbeschluss einfach nicht beachtet

Noch ein­mal Pen­zer, und es sei ihm auch ger­ne in die Hand ver­spro­chen: Wir wer­den bei die­sem The­ma nicht locker las­sen! Der Oppen­hei­mer Stadt­rat hat Anfang Juni beschlos­sen, dass ein sog. Akten­ein­sichts­aus­schuss ein­ge­rich­tet wer­den soll. Wobei wir auch sagen könn­ten, dass der Aus­schuss ein­ge­rich­tet wer­den muss: Denn das war schließ­lich kein Wunsch des Stadt­ra­tes; das Gre­mi­um hat­te die Grün­dung eines Akten­ein­sichts­aus­schus­ses ein­stim­mig (!) fest­ge­legt!

Die­ser Aus­schuss soll alle Vor­gän­ge unter ande­rem um die Grund­stücks­ge­schäf­te in Krä­mer­eck-Süd unter­su­chen, er soll alle Akten ein­se­hen kön­nen: Ver­käu­fer und Erwerbs­prei­se, Käu­fer und Ver­kaufs­prei­se sowie zuge­hö­ri­ge Grund­stücks­kauf­ver­trä­ge; Mak­ler­cour­ta­gen und zuge­hö­ri­ge Mak­ler­ver­trä­ge (so es die gäbe) …

VG-Bür­ger­meis­ter Pen­zer hat von Anfang an ver­sucht, die Grün­dung die­ses Aus­schus­ses auf die lan­ge Bank zu schie­ben. Das mag anfangs erklär­lich gewe­sen sein: Da stand die Bun­des­tags­wahl bevor, da woll­te er sei­nen SPD-Par­tei­freund Mar­cus Held wohl nicht unnö­tig belas­ten (was, wie wir heu­te wis­sen, nichts genützt hat). Pen­zer sag­te damals, dass der Aus­schuss sei­ne Arbeit erst nach der Som­mer­pau­se auf­neh­men kön­ne.

Die Wahl ist mitt­ler­wei­le sechs, sie­ben Wochen vor­bei, die Som­mer­pau­se sowie­so. Pen­zer müss­te also längst tätig gewor­den sein, müss­te die Anbe­raumung der Sit­zung vor­be­rei­tet, Ein­la­dun­gen ver­schickt, die Unter­la­gen zusam­men­ge­stellt haben…

Es ist aller­dings bis heu­te nicht bekannt, ob der Bür­ger­meis­ter dies­be­züg­lich nur ansatz­wei­se tätig gewor­den ist (die Behör­de hat­te natür­lich auch viel zu tun, sie­he oben ;-).

Ganz ehr­lich: Wir sind uns eigent­lich nicht sicher, ob Pen­zer in die­ser Sache über­haupt jemals tätig wer­den will – und wenn ja, wann.

Aber schon jetzt wis­sen wir: Die Art und Wei­se, wie sich die­ser SPD-Bür­ger­meis­ter über einen Stadt­rat und über ein­deu­ti­ge Abstim­mungs­er­geb­nis­se hin­weg­setzt, ist zutiefst unde­mo­kra­tisch. Wir sind gespannt, wie lan­ge Klaus Pen­zer damit durch­kommt.

Was prüft die Kommunalaufsicht im Fall Bodderas?

Wir müs­sen noch ein­mal auf den „Fall Bod­de­ras“ zurück­kom­men: Der Ers­te Bei­geord­ne­te der Stadt Oppen­heim und Geschäfts­füh­rer der loka­len Tou­ris­mus GmbH war Mit­glied der SPD-Frak­ti­on im Stadt­rat. Wir hat­ten dar­über berich­tet, dass das äußerst pro­ble­ma­tisch sei: Als Rats­herr wür­de er sich als Tou­ris­mus-Geschäfts­füh­rer selbst kon­trol­lie­ren, was recht­lich nicht sein darf.

Dar­auf­hin beschloss Bod­de­ras – es muss um den 20. Okto­ber gewe­sen sein –, dass er sein Man­dat im Stadt­rat abge­ben wol­le, und er beschloss auch, als Grund dafür auf Face­book eine bevor­ste­hen­de Ope­ra­ti­on anzu­ge­ben.

Am 2. Novem­ber wur­de er offi­zi­ell aus dem Stadt­rat ver­ab­schie­det.

Soweit ist das alles bekannt.

Nicht bekannt war bis­her, dass zuvor ein Oppen­hei­mer Bür­ger die Kreis­ver­wal­tung in Ingel­heim auf das mut­maß­lich rechts­wid­ri­ge Bod­de­ras-Man­dat hin­ge­wie­sen hat­te, und zwar in einer Mail, die er direkt an die Kom­mu­nal­auf­sicht beim Land­kreis Mainz-Bin­gen geschickt hat­te. Das war am 10. Okto­ber.

Ver­gan­ge­ne Woche, am 7. Novem­ber, erhielt er eine Ant­wort von der Kom­mu­nal­auf­sicht. Die schrieb, wir zitie­ren wört­lich:

Vielen Dank für Ihre Nach­richt. Wir wer­den Ihre Aus­füh­run­gen in unse­re Prü­fun­gen mit ein­be­zie­hen.

Die­ser kur­ze Mail­wech­sel ist aus drei­er­lei Grün­den sehr bemer­kens­wert:

  1. Die Kom­mu­nal­auf­sicht erfuhr also am 10. Okto­ber, dass Bod­de­ras rechts­wid­rig im Rat sitzt. Der leg­te wenig spä­ter sein Man­dat nie­der. Und will uns ernst­haft glau­ben machen, da wür­de es kei­nen Zusam­men­hang geben, allein eine anste­hen­de OP sei der Grund für sei­nen Rück­zug aus dem Stadt­rat?
  2. Die Kom­mu­nal­auf­sicht in Ingel­heim brauch­te nahe­zu einen Monat, um dem Bür­ger zu ant­wor­ten. Wir haben inzwi­schen bei der Kreis­ver­wal­tung nach­ge­fragt, ob ein sol­ches Tem­po für die Behör­de nor­mal sei – und ob Frau Doro­thea Schä­fer, also die neue CDU-Land­rä­tin, die­se ihre Ver­wal­tung nicht doch mal auf Trab brin­gen und damit ein biss­chen bür­ger­freund­li­cher gestal­ten wol­le. Die Ant­wor­ten auf unse­re Fra­ge ste­hen noch aus, aber das ist auch völ­lig okay: Wir hat­ten sie am Don­ners­tag um 16.25 Uhr abge­schickt, und schon um 16.56 Uhr teil­te Pres­se­spre­cher Bar­do Faust aus dem Büro der Land­rä­tin mit: „Wir haben Ihre Anfra­ge erhal­ten und wer­den uns so schnell wie mög­lich mit unse­rer Ant­wort bei Ihnen mel­den“. Schnel­ler geht’s wirk­lich nicht!
  3. Die Kom­mu­nal­auf­sicht schrieb in ihrer Ant­wort-Mail vom 7. Novem­ber an jenen Oppen­hei­mer Bür­ger, man wer­de die Aus­füh­run­gen „in unse­re Prü­fun­gen mit ein­be­zie­hen“. Was soll das denn nun hei­ßen? Ist das bloß eine Ver­wal­tungs­flos­kel? Oder soll­te die Kom­mu­nal­auf­sicht auf­ge­wacht (auf­ge­weckt wor­den) sein? Soll­te es wirk­lich wei­ter­ge­hen­de Prü­fun­gen in der Cau­sa Bod­de­ras geben? Und soll­te die Kreis­ver­wal­tung jetzt und künf­tig bei den Oppen­hei­mer Miss­stän­den wirk­lich durch­grei­fen wol­len?

Auch das hat­ten wir gefragt. War­ten wir die Ant­wor­ten ab, die ja „so schnell wie mög­lich“ kom­men sol­len: Wir hal­ten Sie in jedem Fall auf dem Lau­fen­den!

Gradinger: Akteneinsicht unter strenger Aufsicht

Zu Don­ners­tag­abend, 9. Novem­ber, hat­te Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held inter­es­sier­te Rats­mit­glie­der ein­ge­la­den, sich Doku­men­te zum Gra­din­ger-Ver­kauf anzu­schau­en. Im Rat­haus-Sit­zungs­zim­mer lagen sie­ben Doku­men­te, man­che umfang­rei­cher, man­che nur eine Sei­te stark. Soviel kön­nen wir jetzt schon sagen:

  • Held war nicht anwe­send. Die Bei­geord­ne­ten Hel­mut Kre­the und Hans-Wil­li Mohr sowie die SPD-Akti­vis­tin Ste­pha­nie Kloos waren offen­bar abge­stellt wor­den, auf­zu­pas­sen, dass kein Rats­mit­glied – vor allem kei­nes von der CDU oder AL! – auch nur ein Doku­ment einscannte/abfotografierte/entwendete. Ist doch wirk­lich schön, dass es sol­che Auf­pas­ser gibt, oder?
  • Es steht jetzt fest, dass eine wei­te­re nota­ri­el­le Beur­kun­dung zum Ver­kauf der Immo­bi­lie vor­ge­nom­men wur­de – erst vor kur­zem, näm­lich am 23. Okto­ber, und wie­der hin­ter dem Rücken des Stadt­ra­tes: Die Stadt (dies­mal ver­tre­ten durch den Bei­geord­ne­ten Kre­the) und die Haus- und Grund­stücks­ge­sell­schaft HGO (ver­tre­ten durch ihren Geschäfts­füh­rer: Mar­cus Held) unter­zeich­ne­ten vor knapp drei Wochen eine Ände­rungs­ver­ein­ba­rung, mit der sie gra­vie­ren­de Feh­ler im end­gül­ti­gen Kauf­ver­trag vom (wie jetzt fest­steht) 20. März 2017 repa­rie­ren woll­ten. Auf die­se Feh­ler – kon­kret: auf die Risi­ken für die Stadt – hat­ten wir auf die­ser Web­sei­te hin­ge­wie­sen: Sie wären der Stadt ver­dammt teu­er zu ste­hen gekom­men!
  • Die Kos­ten für den Abbruch sind übri­gens wirk­lich wei­ter gestie­gen. Schon Sep­tem­ber hat­ten wir geschrie­ben, sie lägen bereits über eine Mil­li­on. Dar­auf­hin hat­te Mar­cus Held die AZ am 19. Okto­ber schrei­ben las­sen, sie wür­den etwas über 900.000 Euro betra­gen. Jetzt haben wir’s schwarz auf weiß: Sie lagen per 20. Okto­ber bei 1.100.000 Euro. Und wer­den wei­ter stei­gen. Macht aber nix: Muss ja alles die HGO zah­len 😉

Das The­ma Gra­din­ger ist sehr kom­plex und umfang­reich, es sprengt den Rah­men eines blo­ßen Wochen­rück­blicks. Wir berich­ten schon bald nähe­re Ein­zel­hei­ten!

Ein AZ-Kommentar zum Zitieren schön

Manch­mal – zuge­ge­ben: nicht beson­ders häu­fig – fin­den sich im Oppen­hei­mer Lokal­teil der „All­ge­mei­nen Zei­tung Lands­kro­ne“ Berich­te, da könn­te man die Zei­tung glatt gut fin­den. Die uns lei­der unbe­kann­te Redak­teu­rin Kirs­ten Stras­ser, seit weni­gen Tagen ver­stärkt in der Lokal­re­dak­ti­on im Ein­satz, schrieb nun zum schon zum wie­der­hol­ten Mal mit einer kri­ti­schen Distanz und jour­na­lis­ti­schen Cool­ness über die Oppen­hei­mer Stadt­po­li­tik, dass man sich wün­schen möch­te, sie wür­de das viel öfter tun.

In der heu­ti­gen Sams­tag-Aus­ga­be hat sie wie­der einen Kom­men­tar ver­öf­fent­licht, Über­schrift „Tak­tik statt Trans­pa­renz“, der den Mäch­ti­gen der Stadt wenig gefal­len wird, den Bür­gern – Lesern! – dafür bestimmt umso mehr:

Frau Stras­ser moniert die Hin­hal­te-Spiel­chen von Held, Pen­zer & Co, die aus dem Prüf­mit­tei­lun­gen des Lan­des­rech­nungs­ho­fes ein Geheim­nis machen und selbst dem Stadt­rat jeden Ein­blick ver­weh­ren wol­len. Die­se all­täg­li­chen Tak­tie­re­rei­en sei­en kaum noch zu ertra­gen, denn weder Stadt- noch VG-Bür­ger­meis­ter wür­den als Pri­vat­per­so­nen agie­ren. Und wei­ter schreibt die Jour­na­lis­tin:

Sie haben im Inter­es­se der Stadt, der Bür­ger zu han­deln, sie sind ihren Steu­er­zah­lern und Wäh­lern zu größt­mög­li­cher Trans­pa­renz ver­pflich­tet. Aber auch bei der SPD im Stadt­rat, die geschlos­sen dar­auf ver­zich­tet, sofor­ti­ge Ein­sicht in den vor­läu­fi­gen Prüf­be­richt zu neh­men, drängt sich der Ein­druck auf, dass sie sich weit mehr ihrem Bür­ger­meis­ter als ihren Wäh­lern ver­pflich­tet fühlt.

End­lich schreibt die Zei­tung, was Sache ist! Das ist mal ein Kom­men­tar, den zu lesen wir drin­gend emp­feh­len! Geht lei­der nur in der gedruck­ten Form; der Kom­men­tar wur­de aus uner­find­li­chen Grün­den noch nicht online gestellt, sonst hät­ten wir Ihnen den Link natür­lich genannt.

10 Gedanken zu „Wochenrückblick: Viel Penzer, etwas Bodderas und ein bisschen Gradinger

  1. gerd

    als ich die Kom­men­ta­re gele­sen habe, dach­te ich mir ‚was ist denn nun los – das kann doch nicht von Gehr­ke kom­men’… und habe nach oben geschaut und fest­ge­stellt, daß die­ses mal Frau Stras­ser als Ver­fas­se­rin genannt wur­de!
    Hof­fe, Frau Stras­ser wir nun auch wei­ter­hin objek­tiv berich­ten und wird nicht von Ihren Vor­ge­setz­ten zurück gepfif­fen! !!

  2. Peter Sendler

    Eigent­lich ist das gan­ze Geze­ter um MH und sei­nen Kol­le­gen von der VG kaum ver­ständ­lich.
    Auch wenn sich MH wohl ger­ne für den Größ­ten und Wich­tigs­ten hält: ohne das gan­ze Par­tei­ge­tö­se ist er schlicht und ein­fach der Lei­ter der Ver­wal­tung eines stark über­schul­de­ten Klein­städt­chens, der „Ober­ba­de­meis­ter“ eines teils maro­den, ver­al­te­ten und sehr teu­ren Hal­len­ba­des, Chef div. stadt­na­her Gesell­schaf­ten, die mit Woh­nun­gen offen­bar gutes Geld ver­die­nen sowie ein nicht vom Volk gewähl­ter MdB.
    In einer funk­tio­nie­ren­den Demo­kra­tie soll­te es wohl so sein, dass der­ar­ti­ge „Beam­te“, sofern die ihren Job
    nicht ver­nünf­tig und geset­zes­kon­form erfül­len, schlicht und ein­fach aus die­sen Posi­tio­nen ent­fernt wer­den.
    Dar­auf war­ten eir aller­dings schon eine gan­ze Wei­le. Also: wo hängt es denn noch ??

  3. F. E.

    Am geschick­tes­ten agie­ren die Beauf­trag­ten der Ver­bands­ge­mein­de. Die­se machen kei­ne ein­zi­ge nach­hal­ti­ge Akti­on für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Ein­zig sie machen Kas­se. 600 € im Monat ste­cken sich Mar­kus Beu­tel und sein Auf­pas­ser Püschel in die Tasche. Was macht eigent­lich Herr Singh, der angeb­li­che Inte­gra­ti­ons­be­auf­trag­te, oder der Demo­gra­fie­be­auf­trag­te Herr Jörg Stein­hei­mer? 600 € kas­sie­ren und einen schö­nen Lenz. Die Arbeit machen die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Ver­bands­ge­mein­de oder die Inte­gra­ti­ons­lot­sen, die­se für 0,00 €. Eine Unver­schämt­heit!
    Das soll­te auch ein­mal rich­tig auf­ge­grif­fen wer­den. Tau­sen­de von Euros jedes Jahr ohne Leis­tung.

    • G.K.

      Ich bin auch mal gespannt, ob die Gemein­de­rä­te der VG nicht lang­sam auf die Bar­ri­ka­den gehen.
      Die rekord­ver­däch­ti­ge und unver­gleich­bar hohe Umla­ge von 42 % VG-Umla­ge ist ein Schlag ins Gesicht der Orts­ge­mein­den. Dafür wer­den dann die Beauf­trag­ten und sons­ti­ger Unsinn instal­liert. Die Orts­ge­mein­den blu­ten aus und kön­nen noch nicht ein­mal ihre Kern­auf­ga­ben ordent­lich finan­zie­ren.

      Der Haus­halt ist hier öffent­lich:
      https://​www​.vg​-rhein​-selz​.de/​v​g​_​r​h​e​i​n​_​s​e​l​z​/​D​a​t​e​n​a​r​c​h​i​v​/​S​a​t​z​u​n​g​e​n​/​V​e​r​b​a​n​d​s​g​e​m​e​i​n​d​e​/​H​h​S​a​_​V​G​_​2​0​1​7​.​pdf

      Unter § 5 der Sat­zung ist zu lesen, was die Gemein­den für die Schlecht­leis­tun­gen und Extra­va­gan­zen zu zah­len haben. Davon wer­den völ­lig unnö­ti­ge Rechts­be­ra­tungs­kos­ten, Pro­zes­se, Beauf­trag­te usw begli­chen.

      Zum neu­en Notar­ver­trag:
      Habe ich das rich­tig ver­stan­den, dass der Bür­ger­meis­ter als Geschäfts­füh­rer mit sei­nem 1. Bei­geord­ne­ten (am Rat vor­bei, aber das ist ja schein­bar völ­lig nor­mal) einen Ver­trag abge­schlos­sen hat?
      1. wird schein­bar „auf­ge­räumt“ (der Rech­nungs­hof­be­richt zeigt Wir­kung),
      2. ist das wie­der­um eine Miß­ach­tung des Par­la­ments,
      3. ist aus mei­ner Sicht die Legi­ti­ma­ti­on mehr als frag­lich.
      Jetzt müss­ten sich die (Oppositions-)Parteien end­lich ein­mal mehr rüh­ren.

      Zu Frau Stras­ser:
      Ich habe mich auch sehr gefreut, dass end­lich ein­mal eine ande­re Sicht­wei­se ver­öf­fent­licht wird. Und damit ste­he ich nicht allei­ne. Ich ken­ne eine Fül­le von AZ-Lesern, denen die ten­den­ziö­sen Berich­te und Kom­men­ta­re gewal­tig gegen den Strich gehen und die sich ernst­haft mit dem Gedan­ken aus­ein­an­der­set­zen, ihr Abo zu kün­di­gen. Und genau die­se Leser, dazu zäh­le ich mich aus­drück­lich auch, beob­ach­ten nun die neue Ent­wick­lung von und durch Frau Stras­ser.
      Ich möch­te aus­drück­lich beto­nen, dass es mir und mei­nen Gesprächs­part­nern NICHT dar­um geht, mei­ne Mei­nung in der AZ gestützt zu sehen. Ich möch­te eine unab­hän­gi­ge Bericht­erstat­tung und las­se mich sehr ger­ne auch durch ande­re Argu­men­te über­zeu­gen. Aber ich las­se mich nicht ger­ne „mani­pu­lie­ren“ und für dumm ver­kau­fen.

      Zum Schluss noch eine klei­ne Anek­do­te zum Amts­ver­ständ­nis des VG-Bür­ger­meis­ters:
      Die Grndn­schu­le in Unden­heim schien im Ver­dacht zu ste­hen, mit Schad­stof­fen belas­tet zu sein. Die Eltern küm­mer­ten sich und hol­ten die VG als Trä­ger ins Boot. Der eigent­lich zustän­di­ge Bei­geord­ne­te Micha­el Stork bekam einen Maul­korb ver­passt, und der Bür­ger­meis­ter nahm das Heft selbst in die Hand.
      Mir wur­de ver­schie­dent­lich zuge­tra­gen: Unmit­tel­bar vor einer VG-Rats­sit­zung begrüß­te er auf dem Flur die anwe­sen­den Eltern der Schul­kin­der mit den Wor­ten: „NA, LEBEN DIE KINDER IN UNDENHEIM NOCH?“
      Das ist eine völ­lig über­trie­be­ne und unver­zeih­li­che Ent­glei­sung, die aber den Cha­rak­ter ein­mal mehr sehr deut­lich beschreibt. Wahr­schein­lich hät­te er sei­nen Dackel nicht in der Schu­le unter­ge­bracht…

  4. Peter Bemmann

    Betrifft: Geht lei­der nur in der gedruck­ten Form; der Kom­men­tar wur­de aus uner­find­li­chen Grün­den noch nicht online gestellt, .….….….….….….….….….

    Das ist doch hof­fent­lich nicht als Zen­sur oder ähn­li­ches zu sehen!? Ich bin mal gespannt, ob Frau Stras­ser noch wei­ter in der Lokal­re­dak­ti­on tätig sein kann. Das wür­de ja dem gan­zen noch eine wei­te­re Kro­ne auf­set­zen, wenn sie einen Maul­korb ver­passt bekä­me. Wun­dern wür­de das aber nicht. Nichts ist unmög­lich.

    • J.

      Hal­lo Herr Bemman,

      mei­nes Wis­sens sind eigent­lich nie Kom­men­ta­re der Redak­teu­re online ver­füg­bar. Dies betrifft auch Kom­men­ta­re der Chef­re­dak­teu­re.

      • Thomas Ruhmöller Autor des Beitrages

        Viel­leicht kann ich zur Auf­klä­rung bei­tra­gen: Ein Leser hat­te vor eini­ger Zeit wegen eines Kom­men­tars, den er nicht auf der Inter­net-Sei­te der Zei­tung fand, bei der AZ-Redak­ti­on in Oppen­heim nach­ge­fragt und zur Ant­wort erhal­ten: „Kom­men­ta­re wer­den bei uns nur in Aus­nah­me­fäl­len online gestellt (..) Das war eine Ent­schei­dung unse­res Hau­ses.“

        Nicht mit­ge­teilt wur­de, wann ein Aus­nah­me­fall vor­liegt. Dar­über ent­schei­det, natür­lich, allein die Redak­ti­on, die aber lei­der nicht zu erken­nen gibt, nach wel­chen Regeln sie ihre Ent­schei­dun­gen trifft: Wird nur jeder x-te Kom­men­tar online gesetzt? Oder wer­den all­zu kri­ti­sche oder poli­tisch unlieb­sa­me Kom­men­ta­re aus­sor­tiert? Oder dür­fen nur bestimm­te Schrei­ber online erschei­nen?

        Die Aus­wahl der Kom­men­ta­re im Inter­net ist das Geheim­nis der AZ-Redak­ti­on, und das wie­der­um ist längst ihr gro­ßes Pro­blem: Auf die­se Wei­se wird der immer wie­der geäu­ßer­te Ver­dacht genährt, dass Kom­men­ta­re, die all­zu kri­tisch sind, von der AZ gezielt unter­drückt wer­den. Mit sol­chen Mut­ma­ßun­gen, die ange­sichts der gepfleg­ten Intrans­pa­renz nicht unzu­läs­sig sind, wird auf Dau­er das wert­volls­te Gut einer Zei­tung irrepa­ra­bel beschä­digt: die Glaub­wür­dig­keit der Redak­ti­on.

  5. D. Mayer

    Die Genos­sen in Oppen­heim schrei­ten Seit an Seit blind­lings in ihren Unter­gang. Wobei: Schrei­ten sie noch oder rei­ten sie schon? …

    Auf­grund des unge­schick­ten Han­delns von Pen­zer, Sit­tig & Co nimmt die SPD im vol­len Galopp wohl viel lie­ber jedes Fett­näpf­chen mit… Dabei müss­te es ihnen mit Mar­cus Held weni­ger um eine ein­zel­ne Per­son son­dern sehr viel stär­ker um den Ruf ihrer Par­tei vor den Bür­gern gehen: Aber statt den Scha­den zu begren­zen, ver­stri­cken sie sich noch tie­fer im Sumpf ihres lachen­den Bür­ger­meis­ters – denn für sein per­sön­li­ches Wohl­erge­hen, ist ihm kein noch so däm­li­cher Zuspruch und kein noch so bil­li­ger Win­kel­zug zu blö­de!

  6. Frieder Zimmermann

    Was die AZ-Lands­kro­ne betrifft, ist die Fra­ge span­nend, ob die kri­ti­schen Ansät­ze von Frau Stras­ser schon einen von der obers­ten Hee­res­lei­tung in Mainz abge­seg­ne­ten Stra­te­gie­wech­sel ein­lei­ten, oder ob es sich dabei um ein muti­ges Vor­pre­schen einer Redak­teu­rin han­delt, die ein­fach nicht mehr schwei­gen will. Die AZ-Lands­kro­ne spielt in der poli­ti­schen Mei­nungs­bil­dung in der VG Rhein-Selz schon immer eine ent­schei­den­de Rol­le. Sie war den Regie­ren­den immer nah. Und das waren und sind mit weni­gen Aus­nah­men (Rein­hard Petry und Micha­el Stork in der VG und Nor­bert Becher in Oppen­heim, Clau­dia Blä­si­us-Wirth in Gun­ters­blum) in der VG und in den meis­ten VG-Gemein­den seit ewi­gen Zei­ten Mit­glie­der der Rhein-Selz-Con­nec­tion, deren Polit-Büro sei­nen Sitz in Sel­zen hat. Man mag noch nicht dar­an glau­ben, dass sich dar­an etwas geän­dert hat, dass die AZ auf Distanz zu Reit­zel, Pen­zer, Held und Co. gegan­gen ist. Es wäre tat­säch­lich bemer­kens­wert, und es wäre gut für die Demo­kra­tie, für den Plu­ra­lis­mus und für den Glau­ben an eine freie, unab­hän­gi­ge und kri­ti­sche Pres­se. Doch für Eupho­rie scheint es noch zu früh zu sein. Die Gefahr, dass Frau Stras­ser von Mainz zurück gepfif­fen wird, besteht. Wenn nicht, ste­hen wir in Oppen­heim und in der VG Rhein-Selz vor einer fried­li­chen Revo­lu­ti­on.

  7. Frank

    Was Frau Stras­ser von der AZ angeht: sie trifft den Nagel auf den Kopf, indem sie end­lich auch auf den SPD-„Block“ im Stadt­rat ein­geht. Bei Herrn Gerecke sehe ich es nicht ganz so kri­tisch wie der Autor, bemer­ke aller­dings auch einen spür­ba­ren Wan­del seit ein paar Tagen vor der Bun­des­tags­wahl. Zu unse­ren bei­den Bür­ger­meis­tern aber fällt mir ein intel­li­gen­ter Spruch aus der ehe­ma­li­gen DDR ein: „Der Fuchs ist schlau und macht auf dumm, beim Hon­ny ist das anders­rum!“ Für „Fuchs“ und „Hon­ny“ lässt sich je nach Situa­ti­on und Belie­ben einer der Namen der bei­den Bür­ger­meis­ter ein­set­zen. Was die Stadt­rats­frak­ti­on der SPD angeht, bleibt es beim Anders­rum – sie ist ein­fach ver­bohrt.

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