Allrad-BMW & Flaschen: Helds erstes Polit-Coming-out

Der Stadt­rat wur­de nicht ein­ge­weiht, die gewähl­ten Bür­ger­ver­tre­ter bekom­men wei­ter­hin kei­ne Infor­ma­tio­nen. Dafür streut Mar­cus Held jetzt über die Lokal­zei­tung aus­ge­such­te Details aus den Prüf­mit­tei­lun­gen des Lan­des­rech­nungs­hofs. Der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te und Stadt­bür­ger­meis­ter gibt damit deut­lich zu ver­ste­hen, was er von sei­nem kom­mu­na­len Par­la­ment hält, von der unab­hän­gi­gen Kon­troll­be­hör­de in Spey­er – und auch von der Zei­tung. Grund genug für eine eige­ne Betrach­tung.

So, so, jeden Tag wur­den im Oppen­hei­mer Rat­haus also im Schnitt vier Fla­schen Wein aus­ge­ge­ben. Vier Fla­schen an wirk­lich jedem ein­zel­nen Tag des Jah­res, also auch am Volks­trau­er­tag, an Buß- und Bet­tag, Kar­frei­tag…

Zu die­sem Ergeb­nis kommt eine ganz schlich­te Rech­nung: An den 365 Tagen des Jah­res 2014 gin­gen im Rat­haus an der Meri­an­stra­ße, wie wir jetzt wis­sen, exakt 1568 Fla­schen Wein „über den Tre­sen“. Das sind, anders gerech­net, 260 Kar­tons à sechs Fla­schen in einem Jahr. Wenn wir die Anzahl der Rat­haus-Fla­schen auf die nor­ma­len 220 Arbeits­ta­ge eines Jah­res umrech­nen, dann kom­men wir im Schnitt sogar auf sie­ben Pul­len – pro Arbeits­tag!

Hei­de­witz­ka, Herr Stadt­bür­ger­meis­ter! In Oppen­heim lässt’s sich wirk­lich gut aus­hal­ten – dank des Steu­er­zah­lers: Der löhnt schließ­lich alles und muckt nicht auf, wuss­te er doch bis­lang nichts vom tol­len Trei­ben hin­ter den Mau­ern des Rat­hau­ses!

Knapp 2200 Euro zahlt die Stadt – also der Steu­er­zah­ler – dem SPD-Stadt­bür­ger­meis­ter Monat für Monat als „Auf­wands­ent­schä­di­gung“. Plus 600 Euro Monat für Monat, weil er sich bekannt­lich als Beauf­trag­ter so enorm für das Hal­len­bad Opp­ti­ma­re ein­setzt. Mar­cus Held kas­siert dazu noch eini­ges mehr, und einen städ­ti­schen Dienst­wa­gen gab’s jah­re­lang oben­drein, wie wir jetzt erfah­ren haben, den braucht man als ers­ter Bür­ger der Stadt Oppen­heim natür­lich, zwin­gend:

Es mag ja sein, dass einst­mals ein klei­ner Peu­geot reich­te. Aber so ein Auto ist natür­lich nichts für das Image und Selbst­ver­ständ­nis eines Mar­cus Held mit dem enor­men dienst­lich ver­an­lass­ten Fahr­ten­auf­kom­men als Bür­ger­meis­ter einer Klein­stadt! 2011 muss­te des­halb ein BMW 330d Tou­ring her, Lis­ten­preis ab 50.000 Euro auf­wärts, mit All­rad­an­trieb, logisch, die stei­len Ber­ge und die gru­se­lig-kal­ten Win­ter in Oppen­heim ver­lan­gen das not­ge­drun­gen: Ange­sichts der extre­men topo­gra­phi­schen und meteo­ro­lo­gi­schen Ver­hält­nis­se ist eine gewis­se Min­dest-Aus­stat­tung ein auto­mo­bi­les „must have“.

Uns geht’s schließ­lich gut, nicht wahr? Und des­halb wol­len wir auch nicht all­zu pin­ge­lig sein: Die Pri­vat­fahr­ten mit dem BMW – die muss ein Stadt­bür­ger­meis­ter von Oppen­heim doch wohl nicht aus eige­ner Tasche bezah­len, oder? Wenn jetzt der Rech­nungs­hof mosert, wie die Zei­tung unter Beru­fung auf Mar­cus Held berich­tet, dass „die unent­gelt­li­che Nut­zungs­über­las­sung für pri­va­te Zwe­cke rechts­wid­rig war“: Das ist doch klein­geis­tig!

Aktu­el­ler Ein­schub: Held hat der Zei­tung soeben mit­ge­teilt, dass er alle Pri­vat­fahr­ten mit sei­nem Dienst-All­rad-BMW im Rah­men der 1-Pro­zent-Rege­lung sehr wohl ver­steu­ert und damit bezahlt habe. Hat­te er die­se Infor­ma­ti­on bei dem Redak­ti­ons­ge­spräch ver­ges­sen zu erwäh­nen? Oder wur­de sie von der Zei­tung ver­se­hent­lich weg­ge­las­sen? Das wird nicht ver­ra­ten; nur so viel: „Der Rech­nungs­hof bean­stan­det bei mir, wie auch bei VG-Bür­ger­meis­ter Pen­zer, dass pri­vat gemach­te Fahr­ten neben die­ser 1-Pro­zent-Rege­lung nicht noch­mals zusätz­lich abge­gol­ten wor­den sind“, wird Held zitiert. Es wirkt leicht ange­zickt, wenn er sagt: Eine sol­che dop­pel­te Abrech­nung sehe er gar nicht ein, was er auch als Stel­lung­nah­me an den Rech­nungs­hof geschrie­ben habe.

Nun gut, das wird sich klä­ren. Dass die Stadt nach einem Unfall­scha­den die Selbst­be­tei­li­gung von 1236 Euro gezahlt hat, was nach Anga­ben des Rech­nungs­ho­fes nicht rech­tens gewe­sen sein soll: Mit sol­chen Din­gen, das muss ganz klar gesagt wer­den, kann man den Stadt­bür­ger­meis­ter von Oppen­heim wirk­lich nicht beläs­ti­gen!

Das, was Mar­cus Held jetzt der „All­ge­mei­nen Zei­tung Lands­kro­ne“ erzählt hat, was der Rech­nungs­hof an Kri­tik in den geheim­nis­um­wit­ter­ten Prüf­mit­tei­lun­gen anfüh­ren soll, ist wirk­lich nur Pea­nuts. Oder, wie der Redak­teur pflicht­schul­digst schreibt: Das klingt ja so, als habe der Rech­nungs­hof „jede Büro­klam­mer im Rat­haus ein­zeln unter­sucht“.

Wenn man als Stadt­bür­ger­meis­ter die Bür­ger sei­ner Stadt auf den unvor­stell­bar hohen Berg von mehr 20 Mil­lio­nen Euro Schul­den geführt hat, wofür eines Tages die Kin­der unse­rer Kin­der wer­den schwit­zen und blu­ten müs­sen: Da kommt’s doch auf ein paar Euro mehr oder weni­ger nun wirk­lich nicht mehr an! Geschwei­ge denn auf ein paar Fla­schen mehr im Rat­haus! Gut, der Schul­den­berg ist wirk­lich gigan­tisch, aber des­halb muss doch nicht zwangs­läu­fig auch die heu­ti­ge Genera­ti­on dar­ben! Wir dür­fen es uns trotz alle­dem im Hier und Heu­te noch ein­mal rich­tig gut gehen las­sen, oder!?

Also las­sen wir’s kra­chen! Auf Ihr spe­zi­el­les Wohl, Herr Stadt­bür­ger­meis­ter, noch ’ne Fla­sche Wein bit­te! Das ist schließ­lich, das wer­den Sie jetzt ganz bestimmt sagen, Wirt­schafts­för­de­rung im bes­ten Sin­ne des Wor­tes: Das Rat­haus zahlt, der Win­zer freut sich, der Trin­ker sowie­so, alle sind gut drauf – was soll den dar­an Fal­sches sein?

Das könn­ten Ihre Wor­te sein, nicht wahr, Herr Held: Wenn’s eng wird, fällt ihnen noch immer ein flot­ter Spruch ein, dass alles ganz anders zu bewer­ten sei. Auf ein paar Fla­schen mehr oder weni­ger kommt’s in die­sen Zei­ten doch wirk­lich nicht an! Und das Auto, das war echt bil­lig: BMW bot damals super-güns­ti­ge Lea­sing­ra­ten! Es ent­larvt sich als dumpf­ba­cki­ger Mie­se­pe­ter, wer ange­sichts der alko­ho­li­schen Reprä­sen­ta­ti­ons­not­wen­dig­kei­ten im Rat­haus jetzt schlech­te Stim­mung ver­brei­tet, oder wer rum­nöhlt, dass Pri­vat­fahr­ten auf Stadt­kos­ten im Dienst­wa­gen Ver­schwen­dung und Amts­miss­brauch sei­en.

Ich, das ist die Bot­schaft des heu­ti­gen Zei­tungs­be­richts, bin schließ­lich der Stadt­bür­ger­meis­ter von Oppen­heim! Mir steht das zu! Ich darf das!

Das über­ra­schen­de Polit-Com­ing-out des Mar­cus Held fand nicht über­all Bei­fall. Ein Mit­glied des Stadt­ra­tes sprach prompt von einer „Unver­schämt­heit“: Die gewähl­ten Bür­ger­ver­tre­ter hät­ten bis heu­te kei­ne Infor­ma­tio­nen bekom­men, sol­len sich wohl vom Stadt­bür­ger­meis­ter häpp­chen­wei­se mit aus­ge­such­ten Mel­dun­gen im Lokal­blatt abspei­sen las­sen.

Aber war­um soll­te der Mann dies­mal anders vor­ge­hen? Er ver­teilt Gunst und Gna­de doch schon immer nach Wohl­ver­hal­ten: Nur wer brav pariert und sein Spiel mit­spielt, kriegt was ab vom Kuchen. Ers­te Info-Häpp­chen gab’s ver­gan­ge­ne Woche für die Lokal­zei­tung. Und weil der Bericht rich­tig lieb geschrie­ben war (Titel: „Ein­griff in die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung?“), dass wir schon mut­maß­ten, er sei in der Rat­haus-Pres­se­stel­le vor­for­mu­liert wor­den, gab’s jetzt für die Redak­ti­on einen Nach­schlag:

Rech­nungs­hof wirft Oppen­heim Ver­schwen­dung vor – Bür­ger­meis­ter Held wehrt sich“: So lau­te­te die Über­schrift. Auch da kann man nicht meckern, die Opfer-Masche weckt bekann­ter­ma­ßen bei vie­len Men­schen gro­ßes Mit­leid. Der arme Mar­cus, wer­den sie sagen: Alle grei­fen ihn an und sagen ihm so viel Schlim­mes nach, dabei tut er doch so viel Gutes für uns!

Es scheint der AZ-Redak­ti­on nichts aus­zu­ma­chen, vom Bür­ger­meis­ter gezielt benutzt zu wer­den. War­um Held die wirk­lich schwer­wie­gen­den The­men der Prüf­mit­tei­lun­gen nicht wei­ter nann­te, wird nicht wei­ter the­ma­ti­siert. Der Zei­tung sind sie nur eine Rand­no­tiz wert:

o Danach for­dern die Prü­fer des Rech­nungs­hofs, dass die Stadt die Tou­ris­mus GmbH auf­löst, weil sie zu Las­ten der Stadt wirt­schaf­tet. Das ist vor allem bit­ter für Hans­jür­gen Bod­de­ras, der nun auch offi­zi­ell als gie­ri­ger Raff­ke ent­tarnt wur­de: Die Prü­fer hiel­ten sein Gehalt von über 70.000 Euro für zu hoch, schreibt jetzt sogar die Zei­tung, womit das Glaub­wür­dig­keits­pro­blem des Hilfs­pre­di­gers die Aus­ma­ße des Katha­ri­nen-Kirch­turms anneh­men dürf­te.

o Noch gra­vie­ren­der klingt ein ande­rer Kri­tik­punkt: Nahe­zu 800.000 Euro sol­len ohne Aus­schrei­bung für Inge­nieurs­leis­tun­gen und Stra­ßen­bau­maß­nah­men aus­ge­ge­ben wor­den sein, und zwar an ein im Rat­haus ansäs­si­ges Unter­neh­men. Davon gibt’s nicht all­zu vie­le, die Fir­men­chefs sind gut befreun­det mit Mar­cus Held, und einer ist (schon jetzt nach­ge­wie­se­ner­ma­ßen) mit einer Groß­spen­de an die SPD in Erschei­nung getre­ten…

o Hin­zu kom­men Mak­ler­cour­ta­gen im sechs­stel­li­gen Bereich, die ohne erkenn­ba­ren Grund aus­ge­ge­ben wur­den.

o Und dann ist da noch die Explo­si­on der Abbruch­kos­ten beim Gra­din­ger-Möbel­haus: Die hat­te Held mal (natür­lich in der Zei­tung) mit nur 300.000 ange­ge­ben, inzwi­schen lie­gen sie bei über eine Mil­li­on Euro.

Das sind, unter ande­rem, die wah­ren Knack­punk­te in den Prüf­mit­tei­lun­gen des Lan­des­rech­nungs­ho­fes, und sie könn­ten Mar­cus Held noch rich­tig gefähr­lich wer­den. Wohl des­halb hält er die­se The­men wei­ter­hin unter Ver­schluss, wie auch das wohl bri­san­tes­te The­ma, das der Lan­des­rech­nungs­hof auf­ge­grif­fen haben soll: Die Groß­spen­den von Unter­neh­mern, die vom Stadt­bür­ger­meis­ter Auf­trä­ge beka­men.

Und dann gibt es, nicht zu ver­ges­sen, noch die Ermitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft, zu denen Held nichts sagen will, weil er angeb­lich nicht dür­fe – auch wie­der so ein Spruch von ihm: „wegen des lau­fen­den Ver­fah­rens“…

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Die Grü­nen in der Ver­bands­ge­mein­de Rhein-Selz haben bereits reagiert. Sie for­dern jetzt die sofor­ti­ge und voll­stän­di­ge Ver­öf­fent­li­chung der Prüf­mit­tei­lun­gen des Lan­des­rech­nungs­ho­fes. „Es ist ein Unding, dass Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held ent­schei­det, wer den Bericht wann zu lesen bekommt.“ Das selek­ti­ve Ver­tei­len von Info­häpp­chen an die Zei­tung „hal­ten wir für zutiefst unde­mo­kra­tisch“, sagt Chris­ti­na Bitz, die Spre­che­rin der Grü­nen in der VG Rhein-Selz, und schluss­fol­gert: „Das Vor­ge­hen zeigt erneut, dass Herrn Held nicht an voll­um­fäng­li­cher Auf­klä­rung Inter­es­siert ist.“

13 Gedanken zu „Allrad-BMW & Flaschen: Helds erstes Polit-Coming-out

  1. Anonymous

    Zu Herrn Podes­ta: Fol­gen­de Din­ge, die Herr Podes­ta schreibt, gehö­ren kor­ri­giert:
    1. Herr Pfau ist nicht im -Stadt­rat.
    2. Frau Kre­the ist seit mehr als einem Jahr nicht mehr Mit­glied der CDU.
    Also bes­ser recher­chie­ren, Herr Podes­ta!

    • Markus Haase

      Zu 1. Gebe ich Ihnen recht
      Zu 2. „Mei­ne“ ich, vor kur­zem noch was ande­res gele­sen zu haben.
      Ich fra­ge mich nur, haben die Men­schen hier, soviel Angst ihren Namen zu schrei­ben?
      Ste­hen sie nicht zu dem was sie schrei­ben?
      Ste­hen sie in einer Abhän­gig­keit, befürch­ten per­sön­li­che oder finan­zi­el­le Nach­tei­le?

  2. Frieder Zimmermann

    Beschä­mend ist bei der Geschich­te aktu­ell wie­der ein­mal das Rol­len­ver­ständ­nis der regio­na­len Pres­se, sprich der ört­li­chen Redak­ti­on der Mono­pol­zei­tung AZ. Auf der Lan­des­sei­te gibt man Herrn Held heu­te Raum für eine Ent­geg­nung zu einem Kri­tik­punkt im Prüf­be­richt. In der ‚Lands­kro­ne’ wer­den ein­zel­ne Punk­te aus dem Prüf­be­richt her­aus­ge­grif­fen und ver­se­hen mit der Ent­geg­nung des ver­ant­wort­li­chen Bür­ger­meis­ters („Das sagt die Stadt“) abge­druckt. Das erin­nert in fata­ler Wei­se an die Dar­stel­lung im SPD-Par­tei­blatt „Oppen­hei­mer Stadt­nach­rich­ten“ 6/2017. Auch da wur­den im glei­chen Stil im Raum ste­hen­de Vor­wür­fe zusam­men mit einer aus­führ­li­chen Ent­geg­nung abge­druckt und damit schein­bar ent­kräf­tet. Der Unter­schied besteht allein dar­in, dass der Ver­fas­ser der Ent­ge­ge­nung dort nicht per­so­na­li­siert wur­de und der Leser auf die­sen nur über das Impres­sum (v.i.S.d.P.) rück­schlie­ßen konn­te. In der ‚Lands­kro­ne’ ant­wor­tet dage­gen „die Stadt“ auf die Vor­wür­fe. Die Stadt? Wer ist das? Die kom­mu­na­le Gebiets­kör­per­schaft? Der Stadt­rat? Die Bür­ger­schaft? Oder ist die Stadt der Bür­ger­meis­ter? L’etat c’est moi in Oppen­heim? Man kann die­sen Ein­druck haben. Frei­hän­di­ge Ver­ga­ben „ohne Wett­be­werb“, d.h. ohne Aus­schrei­bung, an Unter­neh­men, die „der Stadt“ so nahe, so ver­bun­den sind, dass sie gleich ein Büro im Rat­haus „der Stadt“ haben. In drei Jah­ren rd. 600.000 Euro für Fei­ern und Fes­te – Haupt­sa­che Ihr habt Spaß. Brot und Spie­le gibt es nicht umsonst. Und zum Brot gehört natür­lich der Wein, 1.568 Fla­schen p.a. . Steht doch schon in der Bibel! Na denn Prost – „die Stadt“ ist ja schließ­lich eine Wein­stadt! Doch der Wider­stand for­miert sich. Die Visi­on einer fried­li­chen Revo­lu­ti­on zeich­net sich am Hori­zont ab. Die Kön­gern­hei­mer Bür­ger­meis­te­rin hat es auf den Punkt gebracht: „Der Oppen­hei­mer Bür­ger­meis­ter ver­ach­tet im Grun­de die Gre­mi­en“. Sie nennt sei­nen Regie­rungs­stil „Guts­her­ren­art“. Das heißt nichts ande­res als Pro­vinz­ab­so­lu­tis­mus! In Frank­reich ende­te der Abso­lu­tis­mus 1789 in der DDR 1989. Und in Oppen­heim? Der Stadt, dem Bür­ger­meis­ter, der ‚Land­kro­ne’ kann man schon mal zuru­fen: „Wir sind die Stadt! Wir sind die Stadt!“

  3. G.K.

    Da wird vom VG-Bür­ger­meis­ter medi­en­wirk­sam Geheim­nis­ver­rat bean­zeigt und die Poli­zei ins Haus geru­fen, um Abhör­tech­nik zu fin­den. Die Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter wer­den unt­ger Gene­ral­ver­dacht gestellt.

    Gleich­zei­tig gibt der Stadt-Bür­ger­meis­ter Tei­le de,s sogar vor den Gre­mi­en geheim gehal­te­nen, Berich­tes an die AZ wei­ter.
    Na wenn das kei­ne wei­te­ren Ermitt­lun­gen in der Geheim­nis­ver­rats­sa­che anstößt???
    Oder lau­tet die Straf­an­zei­ge „gegen alle, außer SPD-Mit­glie­der und geneh­me Bür­ger­meis­ter, aber beson­ders gegen Herrn Stork“?

  4. G.K.

    Wenn der VG-Bür­ger­meis­ter wegen der Wei­ter­ga­be des Rech­nungs­hof­be­rich­tes Straf­an­zei­ge gestellt hat, wird doch nun­mehr schon mal ein Beschul­dig­ter im Rau­me ste­hen. Denn das Wei­ter­rei­chen des Berich­tes an die AZ dürf­te ja auch unter dem bean­zeig­ten Geheim­nis­ver­rat fal­len .…..
    Oder soll die Straf­an­zei­ge etwa lau­ten „gegen alle, außer SPD-Mit­glie­der, aber ganz beson­ders GEGEN Micha­el Stork“??????

  5. F. E.

    Bei dem Wein­kon­sum im Rat­haus freu­en sich die hie­si­gen Win­zer, wie Gil­lot und Dah­lem. Auch hier kommt wie­der die­ses für Oppen­heim typi­sche Geschmäck­le her­vor. Herr Frank Dah­lem sitzt ja für die CDU im Stadt­rat. In der näm­li­chen Zeit ja auch Koali­ti­ons­part­ner von Herrn Stadt­bür­ger­meis­ter Held und im Rat immer sehr lei­se. Und exklu­si­ver Händ­ler des Rat­hau­ses für den Wein „Krö­ten­brun­nen“. Oder waren auch Wei­ne aus Süd­afri­ka dabei? Aus der Burg­stra­ße? Von Frau Ste­fa­nie Kloos, der bekann­ten Held Akti­vis­tin.
    Man fragt sich, wie lan­ge Herr Bod­de­ras, mit die­ser beson­de­ren Art der Ver­diens­te, noch Oppen­heim als 1. Bei­geort­ne­ter quält. Wann wird die SPD ver­ste­hen, dass die­ses infer­na­li­sche Duo, Held-Bod­de­ras, die SPD in den Unter­gang führt.

  6. Markus Haase

    Wie sieht das jetzt eigent­lich recht­lich aus?
    In einem der vori­gen Berich­te, stand doch, das der vor­läu­fi­ge Bericht, des LRH nicht für Drit­te bestimmt ist, nur für die Behör­de und Stadt incl. deren Räte.
    Kann, nach­dem Herr Held, Tei­le des Berich­tes an die AZ (mei­ner Mei­nung nach ist die AZ ein Drit­ter) wei­ter­ge­ge­ben hat, (bevor der Stadt­rat die­sen zu Gesicht bekom­men hat) über­haupt noch auf die 3 Monats Frist bestehen?

    • D. Mayer

      Sehr cle­ver gefragt!

      Defi­ni­tiv ist jeden­falls der Stadt­rat düpiert wor­den: Ver­tre­ter der Pres­se zeit­lich vor den gewähl­ten Ver­tre­tern der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu infor­mie­ren, ist ganz schlech­ter Stil. Hof­fent­lich mit Fol­gen.

  7. Peter Pfau

    Nun, irgend­wann muss der Bür­ger­meis­ter ja mal etwas dazu sagen. Das dabei nur die bereits bekann­ten bzw ver­gleichs­wei­se harm­lo­sen Din­ge genannt wer­den, ver­steht sich von selbst. Wer wür­de dies in solch einer Situa­ti­on nicht tun? Mir stellt sich viel­mehr die Fra­ge, ob dahin­ter nicht eine Stra­te­gie steckt? Wenn man immer wie­der von den glei­chen Din­gen liest, ist man irgend­wann gelang­weilt und steckt den Rest auch noch weg, ohne groß zu mur­ren. Ob das hier auch funk­tio­niert?
    Die Dienst­wa­gen­ge­schich­te mit der 1-Pro­zent-Rege­lung ist sehr inter­es­sant. Hat­te doch das Finanz­amt frü­her oft­mals den gesam­ten Wagen­preis im ers­ten Jahr als geld­wer­ten Vor­teil ange­setzt, wenn der Dienst­wa­gen teu­rer als 50 – 75% des Brut­to-Jah­res­ge­hal­tes war. Ange­mes­sen­heit war das Schlag­wort.
    Aber was ist ange­mes­sen in Oppen­heim? Ich weiß es nicht.

    Gestol­pert bin ich über die For­mu­lie­rung: „…Wenn wir die Anzahl der Rat­haus-Fla­schen auf die nor­ma­len 220 Arbeits­ta­ge eines Jah­res umrech­nen…“ Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    • D. Mayer

      Ers­tens spielt Mar­cus Held eine Sala­mi-Tak­tik (immer nur scheib­chen­wei­se infor­mie­ren). Ergän­zend ver­sucht er über unkri­ti­sche Redak­teu­re mit ver­zer­ren­den Geschicht­chen Rats­freun­de und Idio­ten zu beein­flus­sen.

      Bei­spie­le gefäl­lig?

      1. „Weil ich mich zu einem lau­fen­den Ver­fah­ren nicht äußern darf, das erwar­tet letzt­lich auch die Staats­an­walt­schaft von mir“, erklär­te Mar­cus Held unwi­der­spro­chen online in der AZ am 17.10.2017 unter der Über­schrift „Nicht mög­lich, zu reagie­ren“. Lächer­lich… Oder hat der stu­dier­te Jurist ver­lernt, zwi­schen Staats- und Rechts­an­walt zu unter­schei­den.…

      2. Ein BMW soll im Lea­sing güns­ti­ger sein wie ein Peu­geot? Aha.

      3. usw. usw.

    • Kurt Podesta

      Lie­ber Herr Pfau, Sie sit­zen im Stadt­rat, Sie sit­zen an der Quel­le und waren Part­ner die­ses Herrn in der Koali­ti­on! War­um haben Sie nichts getan? Sie muss­ten doch gewusst haben, was da abging! Waren Sie blind oder ver­blen­det von der Herr­lich­keit des Herrn Held? Da sitzt man mit am Tisch und sieht nicht, was da auf­ge­tischt wur­de? Das kann ich nicht glau­ben! Sie wis­sen doch, es ist ein­fa­cher einen Feh­ler nicht zu bege­hen, als ihn spä­ter zu kor­ri­gie­ren! Sie wuss­ten, dass im Rat­haus Fir­men ange­sie­delt waren und sind, die von der Stadt groß­zü­gig mit Auf­trä­gen bestückt wur­den, sie wuss­ten, dass zumin­dest einer von die­sen eine mel­de­pflich­ti­ge Spen­de an die SPD gege­ben hat­te (steht im Bericht des Bun­des­ta­ges, dem die Spen­den gemel­det wer­den müs­sen) Das kann Ihnen doch nicht ver­bor­gen geblie­ben sein, oder? Und Herr Kre­the, die Reinkar­na­ti­on eines Dumm­schwät­zers! Hängt sein Fähn­chen nach dem Wind, sei­ne Frau bleibt in der CDU und er kun­gelt mit Herrn Held und der SPD und bekommt Pöst­chen zuge­schanzt. Das alles blieb Ihnen ver­bor­gen? Die Auf­trags­ver­ga­ben zu Gra­din­ger und deren Kos­ten­ex­plo­si­on, davon wuss­ten Sie auch nichts, oder die Mak­ler­prov., die gezahlt wur­den, an Men­ger und Baum­gar­ten? Hat­ten Sie davon kei­nen Schim­mer? Sie waren doch Koali­tio­när!
      Den BMW kann­te ich, eine top aus­ge­stat­te­te Ver­si­on, gut, sie war sehr bil­lig, weil hoch rabat­tiert, aber, gab es da Fra­gen zu, als der geleast wur­de, oder als der Scha­den regu­liert wur­de?

      Das erin­nert mich an die DDR, in der ich 1999/2000 über 1 Jahr gear­bei­tet habe, als Beauf­trag­ter des Minis­te­ri­um für Sozia­les von Prof. Kle­dit­schz, der jetzt wohl in Frei­burg lebt. Ich hat­te da gute bis sehr gute Ein­bli­cke in Behör­den und Dienst­stel­len der DDR. Da wur­de auch alles abge­nickt und unter­schrie­ben, was der „Fürst“ anreg­te und mach­te, so wie jetzt in Oppen­heim. Da taten sich für mich Abgrün­de auf, so wie jetzt in Oppen­heim! Das war damals unver­ant­wort­lich und ist es auch heu­te hier in Oppen­heim so. Was sich geän­dert hat zu damals, die Prot­ago­nis­ten waren Ande­re!

      Gibt es für das „Weg­se­hen“ eine Recht­fer­ti­gung, Heu­te wie Damals??? Ich glau­be nicht!

      Es ist unfass­bar, wir schau­en weg, damit haben wir dann nichts mit die­ser, ent­schul­di­gen sie bit­te, Schei­ße zu tun! Das passt zu dem, was Kohl ein­mal sag­te: Wich­tig ist, was „hin­ten“ raus­kommt, für mich ist das Kacke! oder?

  8. S. G.

    Wenn Held auf­grund sei­nes Bun­des­tags­man­da­tes und der ande­ren bezahl­ten Pos­ten und Pöst­chen, sei­nem „Ehren“-Amt als Stadt­bür­ger­meis­ter nicht kor­rekt nach­kom­men kann, hät­te er die­ses schon längst auf­ge­ben müs­sen! Helds „Ent­las­tung“ als Stadt­bür­ger­meis­ter durch min­des­tens einen über­flüs­si­gen Bei­geord­ne­ten und drei Beauf­trag­te kann nicht zu Las­ten des Steu­er­zah­lers gehen, wäh­rend er sich die Taschen füllt! Die Halb- und Unwahr­hei­ten wer­den immer uner­träg­li­cher! Der Dienst­wa­gen des Alt­bür­ger­meis­ters, ein älte­rer klapp­ri­ger Peu­geot, kann nie­mals genau­so kos­ten­in­ten­siv gewe­sen sein, wie sei­ne BMWs, womög­lich mit Sitz­hei­zung und Leder­aus­stat­tung. Ein hüb­sches Abken­kungs­ma­nö­ver!

  9. HuHu

    wenn mir doch nur einer, ein Ein­zi­ger, sagen könn­te, wo es steht, dass er in einem lau­fen­den (Straf-)verfahren nichts als Beschul­dig­ter dazu sagen dür­fe.… Herr Held als Jurist wird das doch wohl kön­nen, oder?

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