Das große Polit-Orchester: Jetzt alle gegen Marcus Held

Es brennt in der SPD von Rhein­land-Pfalz! All­über­all herrscht schwerst auf­ge­reg­te Ver­är­ge­rung – nur Mar­cus Held muckt sich plötz­lich nicht mehr. Der Mann ist abge­taucht, krank angeb­lich. Er krallt sich gera­de­zu an sei­nen Pos­ten als SPD-Stadt­bür­ger­meis­ter von Oppen­heim und natür­lich an sein Bun­des­tags­man­dat: So pul­ve­ri­siert er auf die­se Wei­se jedes Bemü­hen, mit den not­wen­di­gen Auf­räum­ar­bei­ten im Oppen­heim-Skan­dal end­lich begin­nen zu kön­nen. Doch glaubt man den Beob­ach­tern der rhein­hes­si­schen Polit­sze­ne, steht das Ende der Affä­ren-Ära Held unmit­tel­bar bevor: Der inner­par­tei­li­che Druck auf den Mann hat mas­siv zuge­nom­men.

Am Mon­tag war bekannt gewor­den, dass Held bei Immo­bi­li­en­de­als in sei­ner Stadt schwer abge­sahnt hat. Unter ande­rem kauf­te er für 367.000 Euro eine leer­ste­hen­de Gewer­be­im­mo­bi­lie, sorg­te sodann mit einer Ände­rung des Bebau­ungs­pla­nes dafür, dass dort künf­tig Woh­nun­gen gebaut wer­den kön­nen – und ver­kauf­te nach nur weni­gen Mona­ten Grund­stück und Gebäu­de an das gemein­nüt­zi­ge Dia­ko­nie­werk Zoar: für 747.500 Euro.

Seit­dem tobt ein Tsu­na­mi durch Rhein­hes­sen. Zuerst mel­de­te sich der Unter­be­zirks­vor­stand Alzey-Worms (hier) – das war noch am Mon­tag.

SPD-Kreisverband: Rückzug ist die einzig akzeptable Antwort

Am heu­ti­gen Diens­tag folg­te die SPD Mainz-Bin­gen. Mona­te­lang hat­te der Kreis­ver­band (Vor­sit­zen­der: Sal­va­to­re Bar­ba­ro) geschwie­gen. Ein ver­nich­ten­der Bericht des Lan­des­rech­nungs­hofs? Gleich meh­re­re staats­an­walt­schaft­li­che Ermitt­lungs­ver­fah­ren? All das inter­es­sier­te die Genos­sen nicht im gerings­ten. Erst ges­tern merk­ten sie auf und for­mu­lier­ten ganz und gar nicht mehr ver­klau­su­liert, son­dern in unmiss­ver­ständ­li­cher Deut­lich­keit: Mar­cus Held sol­le zurück­tre­ten. Die Pres­se­mit­tei­lung des Kreis­ver­ban­des im Wort­laut:

Mit Ent­set­zen ver­folgt der SPD-Kreis­ver­band die jüngs­ten Ent­wick­lun­gen in und um Oppen­heim. Die jüngs­te AZ-Bericht­erstat­tung hat uns ver­är­gert und fügt sich gemein­sam mit eini­gen Fest­stel­lun­gen des Lan­des­rech­nungs­ho­fes sowie den staats­an­walt­schaft­li­chen Ermitt­lun­gen zu einem Bild, das mit sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Grund­sät­zen und unse­rem Ver­ständ­nis von Kom­mu­nal­po­li­tik nicht ver­ein­bar ist.

Das Ver­trau­en in die Aus­übung der poli­ti­schen Ämter von Mar­cus Held ist in wei­ten Tei­len der Bevöl­ke­rung und der SPD schwer beschä­digt. Wir erwar­ten, dass sich Mar­cus Held sei­ner poli­ti­schen Ver­ant­wor­tung mit der gebo­te­nen Kon­se­quenz stellt. Ein Rück­zug von allen Ämtern ist die ein­zig akzep­ta­ble und ver­ant­wor­tungs­ge­rech­te Ant­wort auf den mas­si­ven Ver­trau­ens­ver­lust.

SPD-General ist irritiert und schwurbelt herum

Dar­auf­hin konn­te sich auch die SPD auf Lan­des­ebe­ne nicht mehr län­ger in Schwei­gen hül­len. Auch sie war mona­te­lang weg­ge­duckt, woll­te nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Auch ges­tern konn­te man sich zu kei­ner kla­ren Stel­lung­nah­me durch­rin­gen: Gene­ral­se­kre­tär Dani­el Stich schwur­bel­te davon, dass man doch eigent­lich alles zur Auf­klä­rung getan habe, dass man Helds Krank­schrei­bung respek­tie­re, dass man aller­dings irri­tiert sei von den neu­en Vor­wür­fen. (Hier muss ange­merkt wer­den, dass es seit lan­gem weit­aus schwe­re­re Vor­wür­fe gegen Held gab und gibt – die offen­bar die Lan­des-SPD nicht wei­ter inter­es­siert, zumin­dest nicht irri­tiert haben).

Wir doku­men­tie­ren auch den Dani­el-Stich-Pres­se­text im Wort­laut:

Die SPD Rhein­land-Pfalz hat stets alle ihr zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel aus­ge­schöpft, um zur Auf­klä­rung der Vor­wür­fe gegen Mar­cus Held bei­zu­tra­gen. Eine Prü­fung der Spen­den­ein­gän­ge der SPD Oppen­heim durch die Revi­si­on des Par­tei­vor­stan­des hat kei­ne Hin­wei­se auf straf­recht­lich rele­van­tes Ver­hal­ten gelie­fert. Den­noch wur­de der Prüf­be­richt der zustän­di­gen Staats­an­walt­schaft über­ge­ben. In allen Punk­ten, in denen die Staats­an­walt­schaft ermit­telt, gilt nach wie vor die Unschulds­ver­mu­tung. Das gebie­tet ein rechts­staat­li­ches Vor­ge­hen. Auch die Krank­schrei­bung von Mar­cus Held respek­tie­re ich selbst­ver­ständ­lich.

Die neu­en Vor­wür­fe auf Grund­la­ge der aktu­el­len Bericht­erstat­tung haben uns alle irri­tiert. Sie machen die ohne­hin nicht ein­fa­che Situa­ti­on für alle Betei­lig­ten, gera­de vor Ort in Oppen­heim, noch schwie­ri­ger. Ich habe Ver­ständ­nis für die Posi­tio­nie­rung der rhein­hes­si­schen Glie­de­run­gen.

Mar­cus Held muss sich spä­tes­tens jetzt die Fra­ge stel­len, was er per­sön­lich dazu bei­tra­gen kann, alle Sach­ver­hal­te schnell und rest­los auf­zu­klä­ren. Es liegt in sei­ner Ver­ant­wor­tung, wei­te­ren poli­ti­schen Scha­den von der SPD abzu­wen­den. Auch die Fra­ge, ob in Anbe­tracht der Situa­ti­on das Aus­üben sei­ner Ämter wei­ter mög­lich ist, muss er sich stel­len.

Landesmutter Dreyer: Ich bin mehr als irritiert

Malu Drey­er, die SPD-Minis­ter­prä­si­den­tin des Lan­des Rhein­land-Pfalz, leg­te noch eine Schip­pe drauf: Hat­te ihr Gene­ral Stich sich „irri­tiert“ gezeigt, sag­te die Lan­des­mut­ter laut Lokal­zei­tung, sie sei „,mehr als irri­tiert“. Ansons­ten sag­te sie laut Zei­tung exakt das­sel­be wie Stich.

Torsten Kram: Held hat sich selbst erledigt

Es folg­te – und damit keh­ren wir zurück in die Nie­de­run­gen der Lokal­po­li­tik – eine wie immer glas­kla­re Stel­lung­nah­me von Tors­ten Kram. Der SPD-Mann war mal Bei­ge­ord­ne­ter von Oppen­heim, hat­te sich lan­ge Zeit wegen Mar­cus Helds Poli­tik­stil zurück­ge­zo­gen und sich erst unlängst mit don­nern­den For­de­run­gen zurück­ge­mel­det: Die gan­ze SPD-Cli­que um Held müss­te ver­schwin­den, sonst sei ein ech­ter Neu­an­fang nicht mög­lich.

Jetzt mel­de­te sich Kram erneut zu Wort – sei­ne Mit­tei­lung im Wort­laut:

Damit hat sich Herr Held selbst erle­digt. Wer unter dem Deck­man­tel des All­ge­mein­wohls pri­va­te Geschäf­te zum eige­nen Vor­teil tätigt, hat an der Spit­ze einer Stadt, einer sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Par­tei und als Volks­ver­tre­ter aus­ge­dient. Daher wie­der­ho­le ich erneut: Sofor­ti­ger Rück­tritt von allen Ämtern und Man­da­ten. 

Sein Ver­hal­ten und sein Poli­tik­stil sind ein Schlag ins Gesicht all derer, die unei­gen­nüt­zig das All­ge­mein­wohl über das Pri­vat­in­ter­es­se stel­len. Jetzt muss auch der oder die Letz­te sei­ner bis­he­ri­gen Anhän­ger ver­stan­den haben, dass Herr Held für die Zukunft untrag­bar ist. 

Was die Stadt Oppen­heim braucht ist eine über­par­tei­lich aner­kann­te Per­sön­lich­keit, die das Ver­trau­en der Men­schen in die Stadt­po­li­tik wie­der her­stellt. Es gibt bereits ers­te Kon­tak­te zwi­schen Par­tei­en, Grup­pen und Per­so­nen, die die­ses gemein­sa­me Ziel ver­fol­gen. Dazu tra­ge ich bei!

CDU-Baldauf: Der Mann ist nicht mehr tragbar

Auch die Lan­des-CDU, die sich in der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Oppen­heim-Skan­dal nicht gera­de mit Ruhm bekle­ckert hat, sah an die­sem Diens­tag die Chan­ce, sich mal wie­der in Erin­ne­rung zu brin­gen. Wir zitie­ren die Pres­se­mit­tei­lung vom stell­ver­tre­ten­den Lan­des­vor­sit­zen­den Chris­ti­an Bald­auf im Wort­laut (leicht gekürzt):

Nach den aktu­ell bekannt gewor­de­nen Spe­ku­la­ti­ons­ge­schäf­ten von Herrn Held kön­nen die Spit­zen der rhein­land-pfäl­zi­schen SPD, also Frau Drey­er und Herr Lew­entz, nicht län­ger abtau­chen. Sie müs­sen end­lich dem Maß­stab gerecht wer­den, den Sie immer wie­der an ande­re anle­gen. Es geht hier um die Fra­ge der poli­ti­schen Hygie­ne inner­halb der SPD. Es reicht nicht, stets Emp­feh­lun­gen für ande­re bereit zu hal­ten, aber selbst nichts zu tun, um Ver­feh­lun­gen in den eige­nen Rei­hen auf­zu­klä­ren und zu sank­tio­nie­ren. Frau Drey­er und Herr Lew­entz müs­sen Herrn Held zum Rück­tritt auf­for­dern. Er ist nicht mehr trag­bar. (…)

Selbst größ­te Skan­da­le wie beim Hahn oder dem Nür­burg­ring füh­ren nicht zu Rück­trit­ten. Genos­sen schüt­zen Genos­sen. Die Kon­se­quenz ist, dass sich immer mehr Bür­ger abwen­den. Das Ver­hal­ten der SPD-Füh­rung scha­det der Poli­tik ins­ge­samt und stärkt im Ergeb­nis nur die AfD.

Die grüne Bitz: Wir sind entsetzt!

Schließ­lich noch ein Bei­trag von Chris­ti­na Bitz, sie ist die Vor­sit­zen­de der Grü­nen in Rhein-Selz. Ihre Pres­se­mit­tei­lung ist kurz und knapp und aus­sa­ge­stark:

Wir sind ent­setzt, dass Herr Held sein Wis­sen als Bür­ger­meis­ter miss­braucht haben soll, um sich per­sön­lich zu berei­chern. Er ist nicht län­ger poli­tisch halt­bar und muss zurück­tre­ten. Dar­über hin­aus for­dern die Grü­nen die schnellst­mög­li­che und lücken­lo­se sowie trans­pa­ren­te Auf­klä­rung der zahl­rei­chen Anschul­di­gun­gen gegen den Stadt­bür­ger­meis­ter.

Günther tobt: Geheimnisverrat in der CDU!

Einer der weni­gen, die den gest­ri­gen Tag ver­fluch­ten, war Helds neu­er Ex-Freund Tho­mas Gün­ther. Der CDU-Stadt­bür­ger­meis­ter von Nier­stein hat­te am Mon­tag­abend im Ältes­ten­rat der Ver­bands­ge­mein­de den Rück­tritt von Held gefor­dert – und damit selbst sei­ne engs­ten Par­tei­freun­de zum Lachen gebracht: „Wir sind doch gar nicht zustän­dig“, wie­her­ten sie hin­ter sei­nem Rücken.

Das aber bekam Gün­ther natür­lich nicht mit. Was ihn wurm­te (und wenn den Mann was wurmt, dann zeigt er das gewöhn­lich ziem­lich laut­stark): Die Mail mit der Infor­ma­ti­on über sei­ne Rück­tritts­for­de­rung, die er am Mon­tag um 22.22 Uhr an die Mit­glie­der sei­ner VG-Frak­ti­on ver­schickt hat­te, wur­de wenig spä­ter exklu­siv auf die­ser Web­sei­te ver­öf­fent­licht.

Ges­tern tob­te Gün­ther: Geheim­nis­ver­rat! Wer hat da getan? Da zuck­ten alle nur die Schul­ter: Weiß auch nicht…

16 Gedanken zu „Das große Polit-Orchester: Jetzt alle gegen Marcus Held

  1. Uwe Gebhardt

    Die Viel­zahl der Rück­tritts­for­de­run­gen zeigt auch ganz klar: mit der rhein­land-pfäl­zi­schen Gemein­de­ord­nung stimmt etwas nicht. Offen­bar ist der Fall nicht vor­ge­se­hen, dass man auf Abwe­ge gera­te­ne Bür­ger­meis­ter auch wie­der ein­fan­gen muss.

    Wer ist der Vor­ge­setz­te von Held, der eine Sus­pen­die­rung ver­an­las­sen könn­te ? Der VG-Bür­ger­meis­ter ? Das wäre wohl nicht erfolg­ver­spre­chend. Die Kom­mu­nal­auf­sicht ? Die ADD ? Das Innen­mi­nis­te­ri­um ?

    Es ist schwer vor­stell­bar, dass man einem „ehren­amt­li­chen“ Bür­ger­meis­ter auf Gedeih und Ver­derb aus­ge­lie­fert sein soll und erst die nächs­te Wahl oder eine Ver­ur­tei­lung abwar­ten muss, um die­sen bei mehr­fach fest­ge­stell­ten rechts­wid­ri­gen Hand­lun­gen abzu­set­zen und wei­te­ren Scha­den zu ver­mei­den.

    Wel­cher Arbeit­neh­mer, des­sen Tätig­keit auf über 100 Sei­ten mit frag­wür­di­gen Ent­schei­dun­gen, rechts­wid­ri­gen Hand­lun­gen, Begüns­ti­gung und Will­kür beur­teilt und doku­men­tiert wird, kann ein­fach so wei­ter­ma­chen ?

    Spä­tes­tens mit der Ver­öf­fent­li­chung des LRH-Berichts im Dezem­ber wäre der Zeit­punkt zum Ein­grei­fen gewe­sen, unab­hän­gig von den staats­an­walt­schaft­li­chen Ermitt­lun­gen.

    Und nun stel­len sich alle Poli­ti­ker brav in der Schlan­ge an, um wohl­fei­le Rück­tritts­for­de­run­gen aus­zu­spre­chen.

    Aber wer hat den Hut auf und sagt: Herr Held, eben ist Schluss.

  2. gerd

    wel­cher Arzt schreibt eigent­lich einen Pati­en­ten ‚auf unbe­stimm­te Zeit’ krank? Also, bei mir war das auf weni­ge Wochen begrenzt und dann muss­te man wie­der zum Doc?
    Den­ke mal, die üppi­gen Bezü­ge für die zahl­rei­chen Ämter (ca. 20.000/Monat) lau­fen somit auch auf ‚unbe­stimm­te’ Zeit wei­ter – auf Kos­ten des Steu­er­zah­lers?

    Gibt’s denn für sol­che Fäl­le kei­ne neu­tra­len Vetrau­ens­ärz­te mehr?

    PS – und der ‚Ver­tre­ter’ kas­siert wäh­rend die­ser Zeit auch noch mehr?

    • Helmut

      Der Arzt der glaubt, dass das der Gene­sung des Pati­en­ten gut­tut – u d das ent­schei­det er von Fall zu Fall. Ist übri­gens nichts Unge­wöhn­li­ches. Ob es bei Herrn Held, der ja an. indes­tens einer Sit­zung teil­ge­nom­men hat und ganz offen­bar die HGO-Mit­ar­bei­ter zu Hau­se antan­zen lässt, gerecht­fer­tigt ist, kön­nen und soll­ten wir nicht beur­tei­len, aber es hat ein Geschmäck­le.

  3. R. Sponheimer

    Der arme Kerl, alle auf einen! Igitt, ist das gemein. Sar­kas­mus Ende. – Aber viel­leicht über­zeu­gen die rhein­land-pfäl­zi­schen SPD Bun­des­tags­kol­le­gen Herrn Held, welch groß­ar­ti­ges Bild er für die SPD abgibt, wie da wären: Dr. K. Bar­lay, Andrea Nah­les, Doris Bar­nett, Ange­li­ka Glöck­ner, Gus­tav Her­zog, Tho­mas Hit­sch­ler, Det­lev Pil­ger, Gabi Weber.
    Veil­l­eicht kön­nen mir die­se Damen und Her­ren erklä­ren, was an dem Ver­hal­ten unse­res Hel­den so sozi­al­de­mo­kra­tisch ist! Soll­te ich mich irren, und die geschätz­ten Abge­ord­ne­ten sind auch der Mei­nung, dass Herr Held kei­ne Zier­de für die SPD ist, wäre eine Emp­feh­lung an den Kol­le­gen, zurück­zu­tre­ten, mehr als sinn­voll!
    Sehr geehr­te Damen und Her­ren, sie erhal­ten vom Steu­er­zah­ler ihr Geld, also dür­fen wir erwar­ten, das Sie eine ehr­li­che und anstän­di­ge Poli­tik machen!
    Was muss denn noch alles pas­sie­ren, oder – wie man umgangs­sprach­lich sagt, haben Sie den Schuß nicht gehört?

    • Kurt Podesta

      Sehr geehr­ter Herr / Frau Spon­hei­mer, Ihr Appell geht fehl! Held ist in Oppen­heim ein frei gewähl­ter Bür­ger­meis­ter, eben­so über die Lis­te der SPD in den Bun­des­tag gewählt wor­den. Mora­lisch wäre er schon lan­ge ver­pflich­tet, sei­ne Ämter auf­zu­ge­ben, nur, zwin­gen kann man ihn nicht! Weder die SPD noch der Papst! Wenn er denn ver­ur­teilt wür­de, min­des­ten zu 12 Mona­ten Frei­heits­stra­fe, könn­te der Bun­des­tag ihn aus­schlie­ßen. Ihr Rund­um­schlag gegen alles, was nach SPD riecht, ist nicht in Ord­nung, passt aber offen­sicht­lich in die Land­schaft! Was soll Frau Drey­er machen? Was Herr Lewe­renz? Sie haben alle kei­ne Hand­ha­be, mehr als auf­for­dern, hin­zu­wer­fen und Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, geht lei­der nicht.
      Herr Held und sei­ne Kon­sor­ten in Oppen­heim, ich bezie­he da auch Uel­vers­heim mit ein, haben die Boden­haf­tung ver­lo­ren und die Stadt­kas­se und deren Befül­ler (Steu­er­gel­der) völ­lig ver­ges­sen und als Selbst­be­die­nungs­la­den gese­hen und aus­ge­nutzt. Nur, das ging nicht ohne Hel­fer und Hel­fers­hel­fer, sie­he Ehren­amts­för­de­rung, und, die SPD-Frak­ti­on im Stadt­rat macht da wei­ter, ohne Skru­pel und ohne Anstand. Das ist der Skan­dal im Skan­dal! Held ist ver­brannt, die ande­ren müs­sen zwin­gend fol­gen, um einen Neu­an­fang zu star­ten! Die­ses Geschrei nach Rück­tritt ver­hallt bei die­sen Leu­ten völ­lig, weil sie wis­sen, dass sie bis 2019 im Ant sind; und bis dahin wer­den und wol­len sie absah­nen! Held ist krank, kas­siert aber Auf­wands­ent­schä­di­gung, ver­mut­lich auch als Schwimm­bad­be­auf­trag­ter usw. Stört das Jeman­den? Nö, ist ja Steu­er­geld!

      • Salzmann

        @ Kurt Podes­ta,

        natür­lich ist Mar­cus Robert Held ein frei gewähl­ter Bür­ger­meis­ter.

        Die Fra­ge bleibt aber den­noch, war­um kön­nen sich gera­de Per­so­nen wie Held in der SPD nie­der­las­sen und aus­brei­ten? – Was bie­tet die SPD für eine Basis, dass die „Hel­den“ so agie­ren kön­nen? – Die Fra­ge muss unbe­dingt von den Genos­sen beant­wor­tet wer­den!

        Die gesam­te SPD steht in abso­lu­ter Ver­ant­wor­tung! – Wer sich bei bekannt wer­den von even­tu­el­len Mau­sche­lei­en, Mani­pu­la­tio­nen, Untreue, Bestech­lich­keit, Abzo­cke von „Zora“ etc. weg­duckt, ist alles ande­re als ein star­ker auf­rich­ti­ger Sozi­al­de­mo­krat!
        Auch die engen Freun­de von Held, wie K. Anklam-Trapp, H. Sip­pel u.s.w., soll­ten sich über­le­gen ob sie noch auf dem rich­ti­gen Schiff sit­zen.
        Übri­gens: Der „Schufa-Erich“ hat sich mitt­ler­wei­le präch­tig an der Nahe eta­bliert und wird dort von den Genos­sen bemer­kens­wert hofiert.

        • Kurt Podesta

          kann man das vor­her erken­nen, wie sich wer wann zu was ent­wi­ckelt? Das ist schwer­lich nicht mög­lich! Agiert hat Held in Oppen­heim, mit Hil­fe aller Par­tei­en und Grup­pie­run­gen, aller Ver­ei­ne usw. weil er die­se alle ein­ge­bun­den hat und Abhän­gig­kei­ten schuf! Da war alles dabei, auch die, die jetzt schrei­en! Ich hat­te mich damals wegen der Zweck­ent­frem­dung des Kühl­fahr­zeu­ges der Tafel beschwert, und schon war ich bei Mag­gus eine „Unper­son“, ein Nest­be­schmut­zer usw. das hat sicher­lich vie­le sei­ner Getreu­en abge­hal­ten zu inter­ve­nie­ren, man war ja abhän­gig vom König Mag­gus und saß mit an den Fleisch­töp­fen!

          Nur so konn­te das alles gesche­hen und so lan­ge lau­fen!

          Das alles hat aber wenig mit der SPD zu tun; das ist letzt­end­lich eine mensch­li­che Tra­gö­die, weil Held die Boden­haf­tung ver­lo­ren hat, ver­mut­lich wegen sei­ner Krank­heit!

        • Jupp

          Wer­ter Salz­mann, in der Ver­ant­wor­tung ist neben der SPd aber auch der Wäh­ler. Bei den letz­ten Wah­len war schon ziem­lich klar und bekannt, wie Held poli­tisch und zwi­schen­mensch­lich agiert, gewählt hat man ihn trotz­dem nach dem Mot­to „ah ja, so isser halt, unser Mag­gus“.

          Hat den Schufa-Erich jetzt noch mal einer gefragt, ob ihm ein­ge­fal­len ist, wer die Abfra­gen gemacht hat. Viel­leicht erin­nert er sich ja an was, wür­de mich jetzt nicht wun­dern.

    • Tanja

      @ R. Spon­hei­mer,

      soll­te der soge­nann­te „Par­tei­en-Filz“ eine beson­de­re Dicke erreicht haben, wird es tat­säch­lich kom­pli­ziert den umgangs­sprach­li­chen „Schuss“ zu hören.

  4. R. Sponheimer

    Dan­ke Herr Ruhmöl­ler, Ihre Platt­form hat uns eine nicht über­hör­ba­re Stim­me gege­ben!
    Alles stürzt sich jetzt auf den hel­den­haf­ten Ein­sa­cker, ja wie, – nie­mand hat da mit­ge­macht, gehol­fen, gekun­gelt, Vor­tei­le emp­fan­gen? Und die SPD? Frau Drey­er ist „mehr als irri­tiert?“
    Haben sich SPD-Bür­ger­meis­ter oder Ober­bür­ger­meis­te­rin­nen in RP schon ein­mal hier­zu öffent­lich posi­tio­niert? Nein? War­um denn nicht? – Gibt es das Oppen­hei­mer SPD-Geba­ren auch in ande­ren Krei­sen? Was macht eigent­lich der ehe­ma­li­ge Bür­ger­meis­ter und Ehren­bür­ger, der doch damals mit sei­nem „unta­de­li­gen“ Aus­spä­hen von CDU-Poli­ti­kern bei der Schufa auf­ge­fal­len ist? Er ist ja nach Bad Kreuz­nach über­ge­sie­delt und ist Stadt­rat der SPD. Hat die dor­ti­ge SPD eigent­lich schon mal nach­ge­schaut, was er so treibt? Ich neh­me an, er ist ein recht­schaf­fe­ner Bür­ger, dem nur das Wohl sei­ner Gemein­de am Her­zen liegt. Auch der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und Stadt­rat von KH, Herr Pörk­sen, wird erfreut sein, solch einen selbst­lo­sen Genos­sen im Stadt­rat zu haben.
    Fra­ge: Han­delt es sich wirk­lich nur um Oppen­hei­mer Ver­hält­nis­se, oder hat sich ein „Filz“ als Netz­werk über etli­che Gegen­den die­sen schö­nen Bun­des­lan­des aus­ge­brei­tet?
    Und wenn es so sein soll­te, war­um erhe­ben sich nicht die ehr­li­chen Genos­sen, ein­ge­denk: Hotel Berg­zabern, Nür­burg­ring, Flug­ha­fen Hahn, Sta­di­on Kai­sers­lau­tern, etc.? Mir fal­len eine gan­ze Men­ge sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Betä­ti­gungs­fel­der ein, für die man die­se ver­bra­te­nen Mil­lio­nen bes­ser genutzt hät­te: Kitas, Reno­vie­rung Schu­len, Kran­ken-, Alten-, und Behin­der­ten­pfle­ge, flä­chen­de­cken­des schnel­les Inter­net, eine run­ter­ge­wirt­schaf­te­te Infra­struk­tur, und so wei­ter! Übri­gens, falls es jemand ver­ges­sen haben soll­te, die ver­brann­ten Mil­lio­nen waren sau­er erar­bei­te­tes Geld der Steu­er­zah­ler, schon ‚mal von ver­ant­wor­tungs­vol­lem Umgang mit unse­ren Steu­ern gehört?
    Also bit­te, sehr geehr­te Genos­sen, wer sich da nicht distan­ziert, macht sich mit­schul­dig!
    Mis­tet den Augi­as-Stall aus!

    • Leser

      Was macht eigent­lich der ehe­ma­li­ge Bür­ger­meis­ter und Ehren­bür­ger, der doch damals mit sei­nem „unta­de­li­gen“ Aus­spä­hen von CDU-Poli­­ti­kern bei der Schufa auf­ge­fal­len ist? Er ist ja nach Bad Kreuz­nach über­ge­sie­delt…“

      Der gibt jetzt, als pen­sio­nier­ter Regie­rungs­rat von SPD-Gna­den und nobel resi­die­rend im Müns­te­rer Kur­vier­tel, den „hei­li­gen Erich“. Es wäre mal von Inter­es­se, ob sei­ne Immobilienagentur/ ggf. die sei­ner Ehe­frau auch schon „Geschäf­te“ mir der Stadt KH usw. ein­ge­fä­delt hat was nicht ver­wun­dern wür­de – die Kat­ze lässt das Mau­sen nicht. Viel­leicht wird auch bald Mar­cus Held in KH anzu­tref­fen und dort unter Gott­va­ter Cars­ten Pörk­sen als „hei­li­ger Mar­cus“ aktiv sein. Man kann nur hof­fen dass die stadt- und kreis­ver­ant­wort­li­chen in KH gegen die­se roten Spie­le resis­tent sind.

  5. R. Bürger

    Helds Tage als Poli­ti­ker sind gezählt. Herrn Krams Vor­schlag weist in die rich­ti­ge Rich­tung. Par­tei­über­grei­fend ist das Stich­wort. Es ist, als gäbe es nun in Oppen­heim einen Sil­ber­streif am Hori­zont. Ein Dank an alle, die dazu bei­ge­tra­gen haben.

  6. Demonstrant

    Tors­ten Kram bringt es auf den Punkt. Herr Held hat nicht nur in Oppen­heim, son­dern auch in Ber­lin in der Poli­tik nichts ver­lo­ren.

  7. Helga Dahlem

    Dan­ke Herr Ruhmöl­ler.
    Ohne Sie wäre die­se Auf­klä­rung nicht erfolgt.
    Dan­ke Axel Dah­lem für den Mut und die Demons­tra­tio­nen
    Es hat sich gelohnt.
    Aber es gibt immer noch viel Arbeit.

  8. Gert Frisch

    Man kann Tors­ten Kram nur bei­pflich­ten.
    Oppen­heim braucht, unge­ach­tet der not­wen­di­gen Auf­ar­bei­tung durch Kom­mu­nal­auf­sicht und Staats­an­walt­schaft, drin­gend einen Neu­an­fang und die­sen zwin­gend über­par­tei­lich mit enga­gier­ten Oppen­hei­mer Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, die bereit sind Ver­ant­wor­tung zu übern­he­men und das Ehren­amt wie­der zu dem machen, damit das Wort Ehre wie­der sei­ne Berech­ti­gung und inhalt­li­che Bedeu­tung hat.
    Kei­ne Alt­ge­dien­ten, kein Par­tei­ge­klü­gel, kei­ne Abni­cker mehr – ihr habt euch alle dis­qua­li­fi­ziert. Es reicht – die Zeit ist reif für den Oppen­hei­mer Früh­ling. Ich bin dabei !

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