CDU fordert Aufklärung von SPD im Fall Marcus Held

Die neu­en Ent­wick­lun­gen im Fall Mar­cus Held haben offen­bar die Lan­des-CDU auf­ge­weckt. Bis­lang gab man sich dezent zurück­hal­tend, nahm das Dos­sier mit den belas­ten­den Unter­la­gen zwar zur Kennt­nis, hielt sich aber mit Kom­men­ta­ren vor­nehm zurück. Soll der Rech­nungs­hof erst ein­mal schau­en, was an den Anwür­fen dran ist…

Jetzt aber gab’s die Wen­de, die Staats­an­walt­schaft hat sic h ein­ge­schal­tet: Ver­dacht der Untreue in neun Fäl­len – gegen den SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten und Oppen­hei­mer Stadt­bür­ger­meis­ter ist, wie ges­tern bekannt wur­de, ganz ganz offi­zi­ell ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wor­den. Und der Rech­nungs­hof setz­te heu­te noch eins drauf: Es gebe „Anhalts­punk­te für straf­recht­lich rele­van­te Hand­lun­gen ins­be­son­de­re pri­va­ter Drit­ter“, teil­ten die unab­hän­gi­gen Prü­fer heu­te mit. Ein Sumpf hat sich in der Klein­stadt auf­ge­tan, das gan­ze Aus­maß ist noch gar nicht abzu­se­hen.

Dar­auf­hin sah sich die Lan­des-CDU wohl genö­tigt zu reagie­ren, gab sich dabei aber noch ganz mode­rat. Einen ers­ten ver­ba­len Schuss – um im Bild zu blei­ben: mit einer Luft­druck­pis­to­le – feu­er­te der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Chris­ti­an Bald­auf ab: in Rich­tung Innen­mi­nis­te­ri­um von Innen­mi­nis­ter Roger Lew­entz, der die obers­te Kom­mu­nal­auf­sichts­be­hör­de ver­tritt: Man wol­le ger­ne wis­sen, ob sich die Innen­be­hör­de über­haupt schon ein­mal mit den Vor­gän­gen in Oppen­heim befasst habe, so Bald­auf. Soll­te es Erkennt­nis­se gebe, soll­ten sie dem Par­la­ment „umge­hend“ vor­ge­legt wer­den, da der Innen­aus­schuss erst wie­der im Sep­tem­ber tage.

Etwas schär­fer for­mu­lier­te der Gene­ral­se­kre­tär der CDU Rhein­land-Pfalz, Patrick Schnie­der, der als Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter im Bun­des­tag sitzt. Der Ver­dacht der Untreue ste­he im Raum, und auch von Bestech­lich­keit im Zusam­men­hang mit Par­tei­spen­den sei die Rede. „Die SPD Rhein­land-Pfalz ist am Zug. Lan­des­chef Lew­entz muss end­lich aktiv zur Auf­klä­rung der Affä­re-Held bei­tra­gen“, for­der­te Schnie­der. Es rei­che nicht mehr, wenn die SPD Rhein­land-Pfalz zum wie­der­hol­ten Mal mit­tei­le, sie wol­le prü­fen und auf­klä­ren. „Das hat Herr Lew­entz doch bereits im März ange­kün­digt.“

Dem SPD-Lan­des­ver­band lägen Doku­men­te vor, auch die Revi­si­on der Bun­des-SPD sei mit dem Fall betraut. „Es ist an der Zeit, dass Herr Lew­entz infor­miert, was über­haupt geprüft wur­de und zu wel­chem Ergeb­nis die Sozi­al­de­mo­kra­ten gekom­men sind. Dazu gehört die lücken­lo­se Offen­le­gung der Spen­den eben­so wie die Beant­wor­tung der Fra­ge, ob Inha­ber eines Oppen­hei­mer Pla­nungs­bü­ros an die SPD gespen­det haben, weil das Büro immer wie­der Auf­trä­ge der Stadt Oppen­heim erhal­ten hat­te“, sag­te Schnie­der.

3 Gedanken zu „CDU fordert Aufklärung von SPD im Fall Marcus Held

  1. K.Podesta

    Sor­ry, aber die CDU im Land ist nicht der geeig­ne­te Auf­klä­rer des Sach­ver­hal­tes, dafür hat die CDU ein­fach selbst zu vie­le Bau­stel­len und Brand­her­de, die sie erst ein­mal besei­ti­gen soll, bevor Bald­auf oder wer auch immer, die Keu­le schwingt. Gut, es ist Wahl­kampf, da lenkt man ger­ne von sei­nen Pro­ble­men ab und schreit bei jedem Sach­ver­halt laut auf! In Oppen­heim wur­de ganz viel Por­zel­lan zer­schla­gen, es wur­de der Poli­tik und den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern gro­ßer Scha­den zuge­fügt. Das liegt aber auch dar­an, dass ein Guts­herr dort regiert und sei­ne Hel­fer hat. Cha­rak­ter oder Anstand wird hier mit den Füßen getre­ten, lei­der. Das muss zwin­gend auf­ge­klärt wer­den, und zwar von der Staats­an­walt­schaft und nicht von selbst ernann­ten „Hütern der Demo­kra­tie“ wie Bald­auf und Klöck­ner! Da braucht es Sach­ver­stand und kei­ne Par­tei­bril­le!

    • Peter Bemmann

      Sehr gut beschrie­ben Frau/Herr K. Podes­ta.
      So sehe ich das auch.

  2. Peter Bemmann

    Es ist schon rich­tig und wich­tig, dass wirk­lich alle dazu bei­tra­gen Licht ins Dun­kel zu brin­gen, aber man soll­te das The­ma um der Sache Wil­len anpa­cken, nicht um damit Wahl­kampf zu machen. So klingt das näm­lich jetzt.

    So wäre es viel­leicht auch mal Zeit, dass man die zu Unrecht an den Pran­ger gestell­ten Mit­ar­bei­ter der Ver­bands­ge­mein­de unter­stützt. Da habe ich noch nichts gehört oder gele­sen.

Die Kommentare sind geschlossen.