LRH 6: „Brot und Spiele“ – die Stadt zahlt alles

Panem et cir­cen­ses“ ist ein geflü­gel­tes Wort aus dem Latei­ni­schen: „Brot und Spie­le“ gab’s im alten Rom im Über­fluss, Poli­ti­ker wie Juli­us Cae­sar ver­schenk­ten gro­ße Men­gen Getrei­de und ver­an­stal­te­ten Zir­kus- und Gla­dia­to­ren­spie­le. Satt und zufrie­den soll­te das gemei­ne Volk sein, dann wähl­te es den jewei­li­gen Poli­ti­ker – und mach­te kei­ne Auf­stän­de.

Brot und Spie­le“ auch in Oppen­heim unter Mar­cus Held. Die Rech­nungs­prü­fer haben ein eige­nes Kapi­tel “Ver­an­stal­tun­gen“ in ihrem vor­läu­fi­gen Bericht auf­ge­nom­men: Hun­dert­tau­sen­de Euro gab Held in den letz­ten Jah­ren für die Belus­ti­gung „sei­nes“ Vol­kes aus. Gleich­zei­tig ver­steck­te er vie­le Aus­ga­ben in den unter­schied­lichs­ten Posi­tio­nen des kom­mu­na­len Haus­halts­pla­nes, obwohl doch eigent­lich jeder aus­ge­ge­be­ne Euro sei­nen fes­ten Platz in dem Zah­len­werk zuge­wie­sen bekom­men müss­te: So wer­den die wah­ren Kos­ten der städ­ti­schen Volks­be­lus­ti­gung bis heu­te geschickt ver­schlei­ert, selbst die Exper­ten aus Spey­er konn­ten sie trotz inten­si­ver Prü­fung nicht alle­samt ermit­teln.

Die finan­zi­el­le Völ­le­rei sowie das auf­fäl­li­ge Durch­ein­an­der bei der Buch­füh­rung ver­an­lass­te die Rech­nungs­prü­fer zu einem Satz, der in einem nor­ma­len Unter­neh­men das Ende einer jeden Con­trol­ler-Lauf­bahn ein­läu­ten wür­de:

Die deso­la­te Finanz­la­ge der Stadt erfor­dert, dass der Umfang der tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen zunächst voll­stän­dig erfasst und dann ver­min­dert wird.“

Das klingt viel­leicht harm­los, heißt aber über­setzt: Herr Held, brin­gen Sie end­lich Ord­nung in Ihre Buch­füh­rung! Und dann ist Schluß mit dem hem­mungs­lo­sen Geld­aus­ge­ben!

Acht Ver­an­stal­tungs­blö­cke lis­tet der Berichts­ent­wurf auf und nennt dazu den jewei­li­gen städ­ti­schen Gesamt­zu­schuss aus den Jah­ren 2013 bis 2016:

Oster­künst­ler- und Weih­nachts­markt: 34.042 Euro

Mit­tel­al­ter­markt: 12.648 Euro

Wäld­ches­kerb: 22.967 Euro

Rhein-Radeln: 78.885 Euro

Mini-EM/WM (2014): 17.733 Euro

Wein­fest: 101.699 Euro

Katha­ri­nen­markt: 1.862 Euro

Kin­der­spiel­fest (2013): 14.183 Euro

Macht zusam­men 284.019 Euro. Aber das ist noch lan­ge nicht die gan­ze Wahr­heit: Immer wie­der sei der Bau­hof bei Ver­an­stal­tun­gen im Ein­satz gewe­sen, so der Bericht des Rech­nungs­ho­fes. Des­sen Kos­ten wur­den nicht den ein­zel­nen Ver­an­stal­tun­gen zuge­ord­net, sie wur­den auch nicht voll­stän­dig ver­rech­net – die Fol­ge: Die wah­ren Auf­wen­dun­gen sei­en „gegen­über den Ent­schei­dungs­trä­gern – ins­be­son­de­re dem Stadt­rat –, der Kom­mu­nal­auf­sicht und auch den Bür­gern nicht voll­stän­dig und trans­pa­rent dar­ge­stellt“ wor­den.

Und es geht noch wei­ter: Die Stadt gab für eine Viel­zahl wei­te­rer Ver­an­stal­tun­gen noch viel mehr Geld aus – für den „Sta­b­aus“, für den Neu­jahrs­emp­fang, für eine Old­ti­mer-Ral­lye, für die 1250-Jahr-Fei­er, für Wein­rit­ter­schlag und für Wein­bergs­rund­fahrt. Der wah­re Auf­wand sei nicht geson­dert dar­ge­stellt wor­den, kri­ti­sie­ren die Rech­nungs­prü­fer: Er ver­steckt sich irgend­wo in den Tie­fen des städ­ti­schen Haus­halts­pla­nes.

So sind etwa im Kon­text Wein­rit­ter­schlag Aus­ga­ben für Hotel­über­nach­tun­gen, Bewir­tun­gen und für Geschen­ke­kör­be in vier­stel­li­ger Höhe ent­stan­den; die­se Kos­ten wur­den eben­so schlicht wie intrans­pa­rent unter dem Haus­halts­ti­tel „Unter­stüt­zung der Ver­wal­tungs­füh­rung“ ver­bucht.

Ande­re auf Außen­dar­stel­lung gerich­te­te Aus­ga­ben, etwa für eine „Künst­ler­ak­qui­se und Pro­jekt­be­treu­ung der geplan­ten Licht­in­stal­la­ti­on im Kel­ler­la­by­rinth“, konn­ten unter der Posi­ti­on „Alt­stadt­sa­nie­rung, Städ­te­bau­för­de­rung“ auf­ge­spürt wer­den.

Bei all die­sem büro­kra­ti­schen Kud­del­mud­del im Oppen­hei­mer Rat­haus bleibt offen, ob es durch Unfä­hig­keit ver­ur­sacht wird oder von dem Bemü­hen, bestimm­te Aus­ga­ben vor­sätz­lich zu ver­schlei­ern. Klar ist inzwi­schen nur, dass viel städ­ti­sches Geld aus­ge­ge­ben wird, ohne dass ein Min­dest­maß an Trans­pa­renz gewähr­leis­tet ist. Bei­spiel Rhein­ra­deln, einer Groß­ver­an­stal­tung, an der maß­geb­lich InMe­dia betei­ligt ist, die ört­li­che Wer­be­agen­tur des Fern­seh­mo­de­ra­tors Mar­kus Appel­mann, der über den Oppen­hei­mer Stadt­bür­ger­meis­ter regel­mä­ßig mit Auf­trä­gen von der Stadt und der loka­len SPD ver­sorgt wird:

Wie­der­holt ver­si­cher­te Mar­cus Held in den letz­ten Jah­ren in aller Öffent­lich­keit, dass sei­ne Stadt für die­ses Event kein Geld aus­ge­be, ja, dass sie noch nie auch nur einen Cent aus­ge­ge­ben habe.

Auf sei­ner Home­page lesen wir zum Bei­spiel unter dem Datum vom 26. April die­ses Jah­res, dass das Rhein­ra­deln 2017 „wie seit sei­ner Wie­der­be­le­bung 2008 kei­nen ein­zi­gen Steu­er­cent“ gekos­tet habe.

Unter dem 17. Sep­tem­ber 2013 liest man das Held-Zitat: „Rhein­ra­deln finan­zie­ren wir bereits von Beginn an ohne öffent­li­ches Geld.“

Alles Lüge oder was? Es sind Aus­sa­gen, die Held auf sei­ner eige­nen Web­sei­te publi­ziert. Die unab­hän­gi­gen Rech­nungs­prü­fer kom­men zu einem völ­lig ande­ren Ergeb­nis…

Die Stadt, so schlie­ßen die Exper­ten aus Spey­er die­ses Kapi­tel, habe ihre Auf­wen­dun­gen für Ver­an­stal­tun­gen künf­tig nach­voll­zieh­bar (also prüf- und kon­troll­fä­hig) zu ver­bu­chen und außer­dem im wirt­schaft­li­chen Ergeb­nis zu ver­min­dern – „auf eine der Finanz­la­ge der Stadt ange­mes­se­ne Grö­ßen­ord­nung“.

* * *

Alles nicht so schlimm: So lau­tet, zusam­men­ge­fasst, die vor­her­seh­ba­re Stel­lung­nah­me von Mar­cus Held zu die­sem The­ma. Die ech­ten Kos­ten der Stadt für die Ver­an­stal­tun­gen sei­en weit­aus gerin­ger als von den Rech­nungs­prü­fern ange­ge­ben: Man habe schließ­lich 184.560 Euro an Zuschüs­sen, Spen­den und Spon­so­ren­gel­dern ein­ge­nom­men. Die Defi­zi­te sei­en also „deut­lich nied­ri­ger“, die Deckung der Kos­ten lie­ge bei 60 bis 65 Pro­zent.

Es sei schließ­lich auch dar­auf hin­zu­wei­sen, for­mu­liert er wei­ter, „dass die Stadt Oppen­heim sich als eine bekann­te Fest­spiel­stadt aus­zeich­net. Ins­be­son­de­re lebt die Stadt vom Wein­bau und Tou­ris­mus. Kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen sind ein öffent­li­ches Gut, Kul­tur­för­de­rung ist poli­tisch gewollt.“

Wie sich die­ses teu­re Selbst­ver­ständ­nis ver­trägt mit einer desas­trö­sen Haus­halts­la­ge, in die er die Stadt mit sei­ner Poli­tik hin­ein­ma­nö­vriert hat: Das ver­rät Mar­cus Held nicht.

10 Gedanken zu „LRH 6: „Brot und Spiele“ – die Stadt zahlt alles

  1. Wilhelm Busch

    Hier bin beim Lesen ich erb­li­chen,
    weil Mar­cus Held nun wird ver­gli­chen,
    mit Cäsar, der an Mär­zens Iden
    durch Meuch­lers Dolch ist hin­ge­schie­den.

    Das geht bei aller Hei­ter­keit
    aus mei­ner Sicht nun doch zu weit.
    Mag er auch zu viel Geld aus­ge­ben,
    so mög’ Herr Held doch lan­ge leben!

    Denn anders als in Roms Senat
    sitzt hof­fent­lich im städt’schen Rat
    kein Bru­tus, der mit spit­zen Mes­sern
    das Los der Stadt plant zu ver­bes­sern.

    Viel­mehr wär’n alle Bür­ger froh,
    wenn’s dort gäb’ einen Cice­ro,
    der mit der Rede All­ge­walt
    gebö­te dem Ver­schwen­der Halt.

    Doch ist der Rat heut’ domi­niert
    von Cati­li­nas, die bor­niert
    wie einst in Rom die Popu­la­ren
    auf jede Schnaps­idee abfah­ren,

    die ihr Cäsar für rich­tig hält.
    Und so bewil­li­gen sie Geld,
    zu finan­zie­ren jedes Fest,
    das Held als Held erschei­nen lässt.

    Nach alle­dem wär’ es gebo­ten,
    zu ret­ten den total maro­den
    und über­schul­de­ten Etat
    der städ­ti­schen res publi­ca.

    Hier­zu bedarf es kei­ner Mes­ser,
    viel­mehr wär’ es erheb­lich bes­ser,
    wenn den Cäsar ver­dräng­te bald,
    die Kla­ge­schrift vom Staats­an­walt.

    Wenn die­ser Untreu’ kann bele­gen,
    so lässt sich Held viel­leicht bewe­gen
    zu längst gebot’nen Demis­si­on,
    auf die ganz vie­le war­ten schon.

    Als Zeit­punkt wär beson­ders gut
    für einen Abgang ohne Blut
    – his­to­risch pas­send auch für­wahr -
    des Mär­zen Iden nächs­tes Jahr.

  2. Sven aus Oppenheim

    Ich möch­te einen Satz aus dem heu­ti­gen Arti­kel zum Anlass neh­men, in die Kom­men­tie­rung der her­vor­ra­gen­den Arti­kel die­ser Sei­ten mit ein­zu­stei­gen. Ich bin seit 11 Jah­ren zuge­zo­ge­ner Oppen­hei­mer und lie­be unse­re Stadt und dan­ke Herrn Ruhmöl­ler, für sei­ne wich­ti­ge Arbeit hier.

    Bei all die­sem büro­kra­ti­schen Kud­del­mud­del im Oppen­hei­mer Rat­haus bleibt offen, ob es durch Unfä­hig­keit ver­ur­sacht wird oder von dem Bemü­hen, bestimm­te Aus­ga­ben vor­sätz­lich zu ver­schlei­ern“ – Das zieht sich wie ein roter Faden durch den gan­zen Skan­dal. Immer wie­der beteu­ert Mar­cus Held, dass er nur zum Wohl der Stadt gehan­delt hat. Viel­leicht kann er es ein­fach nicht bes­ser? Viel­leicht hat er immer wie­der die glei­chen Feh­ler gemacht ohne es zu mer­ken? Und es hat ihn kei­ner dar­auf hin­ge­wie­sen, da die Ande­ren sich über die ver­se­hent­li­chen ihnen dadurch zuge­kom­me­nen Ver­güns­ti­gun­gen (Auf­trä­ge, Pöst­chen etc.) gemei­ner­wei­se ein­fach nur hin­ter sei­nem brei­ten Rücken gefreut haben. Und jetzt bekommt die­ser arme Tropf den gesam­ten Unmut ab… er könn­te mir Leid tun… KÖNNTE.

    Wenn Unfä­hig­keit der wah­re Grund wäre, dann kann die Kon­se­quenz nur hei­ßen: alle Ämter sofort nie­der­le­gen, bevor aus Ver­se­hen noch mehr Scha­den ent­steht, auch und gera­de auf Bun­des­ebe­ne. Soll­te das alles kein Ver­se­hen gewe­sen sein – was der wahr­schein­li­che­re Fall ist – kann es eben­falls nur eine Kon­se­quenz geben: ihn zwin­gen, ALLE Ämter sofort nie­der­zu­le­gen. Von selbst wird er das nicht tun, dazu fehlt die­sem mit Tef­lon über­zo­ge­nem Voll­blut­po­li­ti­ker jeg­li­che Art von Schuld­emp­fin­den.

    Ach und a pro­pos Glüh­wein­stand: ich habe vor Jah­ren auf besag­tem Weih­nachts­markt (glei­cher Ver­an­stal­ter wie Rit­ter­markt) mit ande­ren Kin­der­gar­ten­el­tern (städ­ti­scher KiGa) im Wech­sel 2 Stun­den und ehren­amt­lich (OHNE Auf­wands­ent­schä­di­gung) Glüh­wein aus­ge­schenkt, damit der Kin­der­gar­ten am Ende 100 Euro gespen­det bekam. Das heißt für 100 Euro waren durch­ge­hend zwei Eltern als Hel­fer dabei… dafür hät­te man sicher nicht zwei bezahl­te Hel­fer bekom­men. Orga­ni­siert wur­de das Gan­ze von Mar­cus Held, gefreut haben dürf­te sich der Ver­an­stal­ter. Gut ist fast 10 Jah­re her, wahr­schein­lich machen das kei­ne Eltern mehr, des­we­gen jetzt die hohen Kos­ten für die­sen Publi­kums­ma­gne­ten.

  3. Ichmalwieder

    Jetzt kann man natür­lich wie­der und wider argu­men­tie­ren.…
    Inter­es­sant und zur Mei­nungs­bil­dung geeig­net wäre eine simp­le Ein­nah­me-Aus­ga­be­rech­nung pro Fest.

    Wenn das Wein­fest 110.000 Kos­ten ver­ur­sacht und 120.000 ein­nimmt,
    Blei­ben ja 10.000 übrig.

    Usw. Natür­lich vor­aus­ge­setzt, die Kos­ten wer­den rich­tig ein­ge­bucht. EDA-Kos­ten wie z. B. „Die Bau­hof­mit­arb­ei­er sind ja eh da,…“
    dür­fen nicht aus­ge­las­sen wer­den.

    Wenn ein Stadt­par­la­ment es aus PR-Sicht ver­tret­bar sieht, auch mal eine Schip­pe drauf zu legen, ok. Aber dann muss man Spon­so­ren fin­den oder nach­hal­tig ein Plus nach­wei­sen kön­nen.

    An den Fes­ten, an denen die Stadt „drauf­zahlt“, muss ent­schie­den wer­den, inwie­weit dies der Stadt hilft. Und dann wird das demo­kra­tisch ent­schie­den.

    Die­se Vor­la­gen zur Ent­schei­dung erstellt eigent­lich das Tou­ris­mus­bü­ro.
    Mehr braucht man doch nicht.

  4. Markus Haase

    Ich war eigent­lich der Mei­nung das der Weih­nachts­markt und der Mit­tel­al­ter­markt von der pri­va­ten Mit­tel­al­ter Gesell­schaft gestal­tet wer­den. Die­se bestim­men (Hören­sa­gen) ja auch aus­schließ­lich wer einen Stand bzw. Glüh­wein ver­kau­fen darf (nur die SPD)
    Wie kön­nen den da Kos­ten für die Stadt ent­ste­hen???
    Nut­zen die dir Stra­ßen und Plät­ze sowie Strom Was­ser und städ­ti­sches Per­so­nal kos­ten­frei.…..

    • Ichmalwieder

      Und dann wäre es inter­es­sant, ob da auch Stand­ge­büh­ren beim SPD Glüh­wein­stand berech­net, bzw. ver­rech­net wur­den.

      Die Kis­te wird immer dol­ler. Ich hat­te in einem vor­he­ri­gen Post die Sala­mi­tak­tik des Kalen­ders etwas moniert. Das war ein Feh­ler. Das Gan­ze ist nur scheib­chen­wei­se zu ver­dau­en.

      Ein Lehr­stück, sicher nicht nur für Oppen­heim.

  5. Uwe Gebhardt

    Bemer­kens­wert fin­de ich das lau­te Schwei­gen der AZ, nach­dem der bis­her von mir sehr geschätz­te Rein­hard Brei­den­bach die Bericht­erstat­tung vor zwei Wochen mit Ver­ve an sich geris­sen hat, um danach gänz­lich zu ver­stum­men. Spä­tes­tens mit die­ser Advents­ka­len­der­ak­ti­on hät­te ich wei­te­re „Gegen­dar­stel­lun­gen“ erwar­tet. Sind es juris­ti­sche Grün­de, wur­de vom Stadt­bür­ger­meis­ter nicht mehr geneh­migt oder hat man nach der Lek­tü­re des gesam­ten LRH-Berichts ers­te Zwei­fel bekom­men ? Viel­leicht schämt man sich bei der AZ, dass die bis­her bekannt gewor­de­nen rei­hen­wei­sen Schlam­pe­rei­en und Ver­stö­ße schön ver­brämt als „Geschmäck­le“ abge­tan wur­den. Die Staats­an­walt­schaft arbei­tet noch, aber unab­hän­gig vom Aus­gang die­ser Ermitt­lun­gen kann man schon jetzt fest­hal­ten, dass sich in der Ver­wal­tungs­füh­rung Abgrün­de auf­ge­tan haben. Und es kom­men noch 18 wei­te­re Tür­chen…

  6. Paulus

    Üblich ist es in einer ört­li­chen Öffent­li­chen Ver­wal­tung, (sprich Oppen­hei­mer Rat­haus), die dort ein­ge­hen­den Rech­nun­gen z. B. für Ver­an­stal­tun­gen zuerst zu bear­bei­ten. Die­se Rech­nun­gen wer­den vom Stadt­bür­ger­meis­ter frei gezeich­net bzw. offi­zi­ell bestä­tigt, mit­tels eines vor­ge­schrie­be­nen Stem­pels (Die Lie­fe­rung und Leis­tung wird bestä­tigt .…, Ort, Datum, Unter­schrift (Der Stadt­bür­ger­meis­ter). Ohne die­sen Stem­pel und die bür­ger­meis­ter­li­che Bestä­ti­gung der Lie­fe­rung und Leis­tung wird kei­ne Zah­lung durch die VG ange­wie­sen!
    Die ent­spre­chen­de Haus­halts­stel­le wird danach in übli­cher Wei­se, bei der über­ge­ord­ne­ten Ver­bands­ge­mein­de­ver­wal­tung zuge­wie­sen. Da jedoch Haus­halts­stel­len offen­sicht­lich miss­bräuch­lich zweck­ent­frem­det wur­den, um Kos­ten zu ver­ste­cken, kann man davon aus­ge­hen, dass die­se im Rat­haus vor­ge­ge­ben bzw. auf den Rech­nun­gen notiert und dann auch so von der VG „gebil­ligt“ wur­den.
    Im Zusam­men­hang mit dem für die Rech­nun­gen der Stadt Oppen­heim zustän­di­gen VG-Mit­ar­bei­ter, dem B-Kan­di­da­ten von Kath­rin Anklam-Trapp, SPD-MdL aus Mons­heim, spiel­te genau die­se Genos­sin im poli­ti­schen Lebens Helds (Eltern­haus im benach­bar­ten Obrig­heim) seit sei­nem plötz­li­chem Auf­tau­chen in Oppen­heim um 2003, bestän­dig eine Rol­le. So teil­ten sie sich der Gerüch­te­kü­che nach, wenigs­tens eini­ge Zeit inof­fi­zi­ell einen „Pres­se­re­fe­ren­ten“ (Eltern­haus Nähe Bad Dürk­heim), der heu­te Azu­bi in Jott­we­de ist.
    Anklam-Trapp zeich­net sich auf ihrer Face­book-Sei­te auch dadurch beson­ders aus, dass sie stets auf Helds Ver­tei­di­gungs­stra­te­gi­en in Bezug auf einen bös­ar­ti­gen Gerüch­teer­fin­der poli­ti­scher Cou­leur ein­stimmt. Was zur Fol­ge hat, dass in ihrem poli­ti­schen Ein­fluss­ge­biet, das länd­li­che und älte­re Kli­en­tel (ohne elek­tro­ni­sche Alter­na­tiv­me­di­en) wohl erfolg­reich rund­ver­blö­det wur­de.
    Auch ihre inof­fi­zi­el­le, per­sön­li­che Bezie­hung zum Ober­bür­ger­meis­ter von Worms, Micha­el Kis­sel (eben­falls SPD), dürf­te da eine gewis­se Rol­le spie­len. Gemein­sam schrei­ten sie Seit’ an Seit’. Was inter­es­sie­ren da Fak­ten!
    Wer Helds Tak­tik und Metho­de kennt, dem Geg­ner genau das zu unter­stel­len, was man selbst tut, den wun­dert es nicht, dass er zum Ent­wurf des Lan­des­rech­nungs­hof­be­rich­tes bei der AZ posau­nen durf­te, der Lan­des­rech­nungs­hof hät­te ja Haus­halts­stel­len ver­wech­selt!

  7. Peter Pfau

    Eigent­lich dürf­te die­ses Durch­ein­an­der gar nicht auf­tre­ten. Als Rechts­an­walt ( RAe dür­fen übri­gens steu­er­lich bera­ten) hat er sicher auch von den GOB, den Grund­sät­zen ord­nungs­ge­mä­ßer Buch­füh­rung gehört.

    Aber 78T€ für ein Event, wel­ches von einer pri­va­ten GmbH aus­ge­rich­tet wird? Wirt­schafts­för­de­rung?

    Und die hohen Kos­ten für Wein­rit­ter­schlä­ge fie­len dann ja wohl an, weil man Poli­ti­ker aus Ber­lin ein­flie­gen muss­te? Ein ech­ter Vor­teil für die Stadt?!

  8. G.K.

    Stadt und VG müs­sen da gemein­sam den Haus­halt mani­pu­liert haben, denn die Buchun­gen und Kon­trol­len wer­den in der VG durch­ge­führt. Und genau da sitzt der Con­trol­ler, der im übri­gen ja per E-Mail die wei­te­re Unter­stüt­zung des Rech­nungs­prü­fungs­aus­schus­ses der Stadt Oppen­heim auf­ge­kün­digt hat­te (sie­he Ver­öf­fent­li­chung der AL). https://www.rlp-buergerservice.de/bis/vgrheinselz_bis/mitarbeiter_details.jsf%3Bjsessionid=6312A679E56405811BDEEABDBB74800B.tomcat1?_id=11379

    Der Beam­te ist immer­hin B-Kan­di­dat der ört­li­chen SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Anklam-Trapp und wirbt aus­drück­lich mit sei­nen Kom­pe­ten­zen in Haus­halts­an­ge­le­gen­hei­ten.

    Zur Oppo­si­ti­on im Stadt­rat:
    Wenn ich lesen darf, dass sogar der LRH Pro­ble­me hat den Haus­halt dar­zu­stel­len,
    wenn der LRH offen­bar an meh­re­ren Stel­len fest­stellt, dass der Stadt­rat und die Gre­mi­en nicht, oder unzu­rei­chend betei­ligt oder infor­miert wur­den,
    wenn dar­ge­stellt wird, dass die Lei­tung stän­dig lügt und Mär­chen erzählt,
    dann habe ich kei­nen Grund zu zwei­feln, dass die Oppo­si­ti­on ihre Rol­le nicht ordent­lich und ange­mes­sen aus­ge­führt hat.
    Die, die es hät­ten even­tu­ell rich­ten kön­nen, sind zum Zir­kus­di­rek­tor über­ge­lau­fen und hal­ten sich jetzt bedeckt.

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