LRH 12: Alarm in Oppenheim – Die 244.000-Euro-Bombe des Rudi B.

Rudolf Baum­gar­ten sitzt auf einer dicken Bom­be, die, wenn sie eines Tages deto­nie­ren soll­te, Oppen­heim rich­tig weh tun wird:

Der Bür­ger­meis­ter von Uel­vers­heim, der bei sei­nem Amts­kol­le­gen, SPD-Par­tei­freund und zuver­läs­si­gen Auf­trag­ge­ber Mar­cus Held ganz hoch im Kurs steht, kann von der Stadt Oppen­heim 244.000 Euro ein­for­dern. Und die Stadt muss zah­len, wenn „der Rudi“ nur will!

Baum­gar­ten, von sei­nem Kum­pel Held auch ger­ne als „der rote Hengst von Uel­vers­heim“ vor­ge­stellt, hat­te zunächst für die Stadt die Pla­nung für das Bau­ge­biet Krä­mer­eck-Süd gemacht. Anschlie­ßend durf­te er als Allein­mak­ler im Auf­trag der Stadt die Bau­plät­ze ver­mit­teln. Dafür ließ er sich nicht nur von den meis­ten Käu­fern eine Pro­vi­si­on bezah­len: Er hat­te sich zuvor und zusätz­lich von Mar­cus Held das Recht zusi­chern las­sen, auch von der Stadt rich­tig fett abkas­sie­ren zu kön­nen. Die muss ihm laut Ver­trag eben­falls eine Mak­ler­cour­ta­ge zah­len – des­halb Baum­gar­ten ste­hen heu­te, wie gesagt, noch 244.000 Euro zu.

Wir sind wie­der in Krä­mer­eck-Süd, über die dubio­sen Vor­gän­ge rund um die Grund­stücks-Ankäu­fe haben wir ges­tern berich­tet, heu­te folgt Teil 2: Der Ver­kauf der Grund­stü­cke – und wie die Prü­fer des Lan­des­rech­nungs­ho­fes die­se Geschäf­te bewer­ten.

Schnell die all­ge­mei­nen Fak­ten, nach­zu­le­sen im Berichts­ent­wurf aus Spey­er: In Krä­mer­eck-Süd wur­den aus den ange­kauf­ten Acker­flä­chen 22.067 Qua­drat­me­ter Wohn­bau­flä­chen und 29.200 Qua­drat­me­ter Gewer­be­flä­chen geschaf­fen. Der Stadt­rat beschloss im Febru­ar 2015, die Grund­stü­cke für Wohn­häu­ser für min­des­tens 280 Euro, die im Gewer­be­ge­biet für min­des­tens 140 Euro pro Qua­drat­me­ter zu ver­kau­fen.

Als die Prü­fer im „Ron­do“ nach wochen­lan­ger Arbeit im Som­mer die­ses Jah­res die Akten zu den Oppen­hei­mer Amts­ge­schäf­ten aus­ge­wer­tet hat­ten, bilan­zier­ten sie, dass die Stadt bis Ende Juni 35 (von 43) Wohn­bau­plät­ze und fünf (von 15) Gewer­be­grund­stü­cke ver­kauft hat­te.

Baum­gar­ten hat­te die Grund­stü­cke – so heißt es aus dem Rat­haus – als Mak­ler an die Käu­fer gebracht: Der umtrie­bi­ge Par­tei­ge­nos­se, der in Oppen­heim auch in diver­sen Ver­ei­nen und Orga­ni­sa­tio­nen mit­mischt, betreibt haupt­be­ruf­lich bekannt­lich zu einer von Held gewähr­ten Schnäpp­chen-Mie­te im Oppen­hei­mer Rat­haus ein Pla­nungs­bü­ro („plan­gUT“). Neben­bei hat er unter sei­ner Uel­vers­hei­mer Wohn­adres­se noch ein Immo­bi­li­en­bü­ro („Immo­bi­li­en­Ser­vice Rudolf Baum­gar­ten“) ange­mel­det.

Als Mak­ler, so müs­sen sich die bei­den Bud­dys Mar­cus und Rudi gedacht haben, lie­ße sich doch bestimmt noch zusätz­lich ein schnel­les, schö­nes Geschäft machen:

Held schrieb einen Ver­trag, wonach Baum­gar­ten zwei Pro­zent von den Grund­stücks-Ver­kaufs­prei­sen als Mak­ler­pro­vi­si­on bekom­men soll­te – aus der Stadt­kas­se. Und wenn ihm das noch nicht genug sei und er noch mehr ver­die­nen wol­le, so unge­fähr dürf­te der Mar­cus zu dem Rudi gesagt haben, dann kön­ne man ja in den ein­zel­nen Ver­kaufs­ver­trä­gen noch eine wei­te­re Mak­ler­cour­ta­ge ein­bau­en: Die Ver­trä­ge wür­de er als Stadt­bür­ger­meis­ter namens der Stadt unter­schrei­ben – und die Käu­fer müss­ten dann im Ver­trag aner­ken­nen, auf Ver­mitt­lung von Rudi zu kau­fen, und sie müss­ten dann ihm, dem Rudi, noch­mals eine Pro­vi­si­on zah­len.

So geschah es, in den meis­ten Fäl­len wenigs­tens. Und genau an die­sem Vor­ge­hen haben die Exper­ten des Rech­nungs­ho­fes heu­te eini­ges aus­zu­set­zen:

Zuvor­derst, so mei­nen sie, wäre der Ein­satz von Mak­ler Baum­gar­ten total über­flüs­sig gewe­sen. Die Ver­wal­tung der Ver­bands­ge­mein­de hät­te die Grund­stü­cke ver­kau­fen kön­nen: Ers­tens oblie­ge die­ser Behör­de die Abwick­lung kom­mu­na­ler Grund­stücks­ge­schäf­te, zwei­tens ver­fü­ge sie über die ent­spre­chen­den Fach­leu­te. Und wenn es per­so­nel­le Eng­päs­se gege­ben hät­te, dann hät­te man eine auf ein hal­bes Jahr befris­te­te Stel­le schaf­fen kön­nen: Die Kos­ten wären mit maxi­mal 40.000 Euro deut­lich gerin­ger gewe­sen als der von der Stadt beauf­trag­te Mak­ler.

Mar­cus Held hat als Begrün­dung für den Mak­ler-Ver­trag sei­ner Stadt mit sei­nem Freund Rudi wie­der­holt behaup­tet, die kom­ple­xe Situa­ti­on in Krä­mer­eck-Süd habe einen lokal erfah­re­nen Mann wie Baum­gar­ten ver­langt. Der Rech­nungs­hof sieht das völ­lig anders:

Grün­de, die eine – wie auch immer gear­te­te – spe­zi­el­le Exper­ti­se des aus­ge­wähl­ten Mak­lers auf­grund beson­de­rer Umstän­de des Ein­zel­falls als für einen ange­mes­se­nen Ver­mark­tungs­er­folg unab­ding­bar erschei­nen las­sen könn­ten, sind weder vor­ge­tra­gen noch ersicht­lich.“

Heißt in Kurz­form: Es gab über­haupt kei­nen Grund, Baum­gar­ten als Mak­ler zu enga­gie­ren. Das kla­re Resü­mee der Prü­fer: „Die Beauf­tra­gung des Mak­lers ver­stieß daher gegen das Wirt­schaft­lich­keits­ge­bot.“

Netter Rudi: Ausgewählte Käufer zahlten keine Provision

Nun kann der Rudi offen­bar durch­aus auch mal nett sein: Nicht immer kas­sier­te er von den Käu­fern eine zusätz­li­che Pro­vi­si­on. „Sie­ben vom Bür­ger­meis­ter oder einem Bei­geord­ne­ten unter­zeich­ne­te Ver­trä­ge über den Ver­kauf städ­ti­scher Grund­stü­cke ent­hiel­ten kei­ner­lei Rege­lun­gen betref­fend Cour­ta­ge­zah­lungs­pflich­ten der Käu­fer“, heißt es im Bericht der Kon­troll­be­hör­de aus Spey­er. Mar­cus Held hat nie näher begrün­det, war­um eini­ge Käu­fer der­art bevor­zugt wur­den: Er hat stets ange­ge­ben, ent­spre­chen­de Ent­schei­dun­gen – Pro­vi­si­on ja oder nein – sei­en allein Sache des Mak­lers gewe­sen.

Mit die­ser Ant­wort kön­nen die Rech­nungs­prü­fer aller­dings gar nichts anfan­gen, unter­schwel­lig bezich­ti­gen sie den Stadt­bür­ger­meis­ter sogar der Unwahr­heit: Denn eine Mak­ler­klau­sel feh­le über­wie­gend aus­ge­rech­net in den Ver­trä­gen, in denen der Stadt­bür­ger­meis­ter den Käu­fern Son­der­kon­di­tio­nen gewährt habe (indem er die vom Stadt­rat fest­ge­setz­ten Min­dest­ver­kaufs­prei­se unter­schrit­ten hat­te) – oder in denen er selbst als Käu­fer auf­trat, näm­lich in sei­ner Funk­ti­on als Geschäfts­füh­rer der Haus- und Grund­stücks­ver­wal­tungs­ge­sell­schaft (HGO). Es lie­ge auf der Hand, schrei­ben die Rech­nungs­prü­fer in ihrem Bericht, dass es sich bei dem Weg­las­sen der Mak­ler­klau­sel in die­sen aus­ge­such­ten Ver­trä­gen „um Ent­schei­dun­gen der Stadt (Held) als Ver­trags­par­tei und nicht um sol­che des Mak­lers han­del­te“. Schließ­lich war Baum­gar­ten ja gar nicht Ver­trags­par­tei.

Rudolf Baum­gar­ten hat die ihm zuste­hen­den Mak­ler­pro­vi­sio­nen bei der Stadt bis­her noch nicht ein­ge­for­dert – teil­te Mar­cus Held dem Rech­nungs­hof mit. Auch das ist rich­tig nett von dem Rudi, allein: Er kann sei­ne Mei­nung natür­lich jeden Tag ändern – und dann müss­te die Stadt zah­len, sagt der Rech­nungs­hof. Selbst in den Fäl­len, in denen Baum­gar­ten eine Pro­vi­si­on von den Käu­fern kas­siert hat, kann er heu­te noch die Stadt zur Kas­se bit­ten: „Eine Ver­pflich­tung der Käu­fer, mit befrei­en­der Wir­kung für die Stadt die von die­ser auf­grund des Erschlie­ßungs­ver­trags geschul­de­te Pro­vi­si­on an den Mak­ler zu zah­len, war damit nicht ver­bun­den. Die­sem blieb daher die geson­der­te Gel­tend­ma­chung der aus dem ‚Erschlie­ßungs­ver­trag’ resul­tie­ren­den Hono­rar­an­sprü­che gegen den Stadt unbe­nom­men.“ Das hit ande­ren Wor­ten: Die Zah­lungs­ver­pflich­tung der Stadt und die Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen ein­zel­ner Grund­stücks­käu­fer ste­hen kumu­la­tiv neben­ein­an­der. Die Zah­lung von Pro­vi­sio­nen durch die Käu­fer befreit(e) die Stadt nicht von ihrer sepa­rat ein­ge­gan­ge­nen ver­trag­li­chen Zah­lungs­ver­pflich­tung.

Also: Rudi Baum­gar­ten kann jeden Tag ins Rat­haus Oppen­heim gehen und sei­ne Hand auf­hal­ten – 244.000 Euro ste­hen ihm noch zu, dank Freund Mar­cus Held. Für eine durch und durch nicht erfor­der­li­che Leis­tung, die rich­ti­ger­wei­se (wie andern­orts auch) durch die Ver­bands­ge­mein­de­ver­wal­tung hät­te erbracht wer­den kön­nen (und müs­sen), die dafür ein­schlä­gig geschul­tes Per­so­nal vor­hält.

Kon­fron­tiert mit den Fest­stel­lun­gen des Rech­nungs­hofs schreibt Held in sei­ner Stel­lung­nah­me:

In Bezug auf die Beauf­tra­gung des Mak­lers war sowohl für den Stadt­bür­ger­meis­ter als auch für die Bei­geord­ne­ten zu jedem Zeit­punkt klar, dass der Mak­ler gegen die Stadt zu kei­ner Zeit Ansprü­che gel­tend machen wird. (…) Neben der auf die­ser Grund­la­ge geleb­ten Pra­xis kann zusätz­lich klar­stel­lend eine ent­spre­chen­de schrift­li­che Erklä­rung des Mak­lers ein­ge­holt und vor­ge­legt wer­den. Falls dies für erfor­der­lich erach­tet wird, wird um einen ent­spre­chen­den Hin­weis gebe­ten.“

Eine sol­che Ver­zichts­er­klä­rung von Baum­gar­ten in der Hand zu bekom­men soll­te sich der Stadt­bür­ger­meis­ter spu­ten: Der Rudi wird, das soll­te Held nicht ver­ges­sen, ansons­ten eines Tages zu ihm ins Büro kom­men und sagen: Her mit der Koh­le, Mag­gus!

Die Ver­jäh­rungs­frist, dar­auf wei­sen die Rech­nungs­prü­fer aus­drück­lich hin, ist schließ­lich noch lan­ge nicht vor­bei…

Das letz­te Wort unter die­sem Kapi­tel schrei­ben die Rech­nungs­prü­fer:

Die ver­blie­be­nen 18 Grund­stü­cke der Stadt sind ohne Ein­schal­tung des Mak­lers zu ver­mark­ten. Ansons­ten sind in die Kauf­ver­trä­ge Abwäl­zungs­klau­seln auf­zu­neh­men, die die Stadt wirk­sam vor einer Inan­spruch­nah­me durch den Mak­ler schüt­zen.“

Und wir fra­gen – ein­mal mehr: Was war der eigent­li­che Zweck der Held­schen Wohl­ta­ten für Baum­gar­ten? Erwie­se­ner­ma­ßen (Bun­des­tag­druck­sa­che 18/4300) ist der ja schon frü­her als Groß­spen­der für sei­ne SPD in Erschei­nung getre­ten…


Rechnungshof: Held sagte nicht die Wahrheit


Wir gehen noch ein­mal in die Ver­gan­gen­heit des Bau­ge­biets Krä­mer­eck-Süd, wir müs­sen uns doch noch ein­mal etwas genau­er die Grund­la­gen der Arbeit von Rudolf Baum­gar­ten anse­hen: Der Unter­neh­mer mit bes­tem Draht zu Mar­cus Held hat das Bau­ge­biet geplant und hin­ter­her – wie hier berich­tet – als Mak­ler die Grund­stü­cke an inter­es­sier­te Käu­fer ver­mit­telt.


Dazu schloss die Stadt einen so genann­ten Erschlie­ßungs­ver­trag mit ihm ab – unter Ver­stoß gegen das Ver­ga­be­recht, wie der Rech­nungs­hof fest­stellt. Auch die Ein­bin­dung des Stadt­rats und der städ­ti­schen Aus­schüs­se beim Abschluss des Ver­trags hat der Rech­nungs­hof unter die Lupe genom­men – und kommt zu einer unfass­ba­ren Fest­stel­lung:


Mar­cus Held habe Mit­glie­der des Stadt­ra­tes nicht nur nicht kor­rekt (im Sin­ne von: ver­se­hent­lich falsch oder unvoll­stän­dig) infor­miert. In einem Fall habe er sogar glatt die Unwahr­heit gesagt!


Die Exper­ten aus Spey­er schrei­ben in ihre Prüf­mit­tei­lun­gen, dass ein Bür­ger­meis­ter in Aus­übung sei­nes Amtes der Wahr­heits­pflicht unter­lie­ge. Wört­lich heißt es sodann wei­ter:


Dar­aus folgt auch, dass er die zustän­di­gen Gre­mi­en der Gemein­de wahr­heits­ge­mäß und voll­stän­dig zu unter­rich­ten hat. Gegen die­se Pflich­ten hat der über die Befä­hi­gung zum Rich­ter­amt und zum höhe­ren Ver­wal­tungs­dienst ver­fü­gen­de Bür­ger­meis­ter in Hin­blick auf recht­li­che Fra­gen ver­sto­ßen.“


Das ist ein Satz, den man erst ein­mal ver­dau­en muss: Die Prü­fer der unab­hän­gi­gen Kon­troll­be­hör­de sagen nicht nur, dass Mar­cus Held Rats­mit­glie­der falsch infor­miert habe. Ihr Hin­weis auf die juris­ti­sche Aus­bil­dung Helds wirkt wie die Fest­stel­lung eines beson­de­ren Ver­schul­dens­mo­ments: Bei einem Mann, der zum Rich­ter­amt befä­higt sei, kön­nen sie offen­bar kein Ver­se­hen ver­mu­ten. Sie hal­ten viel­mehr, anders sind die For­mu­lie­run­gen nicht zu deu­ten, Vor­satz bei Helds Hand­lun­gen für mög­lich.


Wie konn­te es zu die­sem unge­heu­er­li­chen Vor­wurf kom­men?


Der Bericht des Lan­des­rech­nungs­ho­fes blen­det zurück – in den Febru­ar 2015: Damals berie­ten meh­re­re Aus­schüs­se über das geplan­te Ver­trags­werk mit Baum­gar­ten. Stadt­bür­ger­meis­ter Held infor­mier­te sie dar­über, dass die Stadt Nier­stein einen ver­gleich­ba­ren Ver­trag abge­schlos­sen habe, „sodass in jedem Fal­le die Rechts­si­cher­heit gewähr­leis­tet sei“.


Der Oppen­hei­mer Erschlie­ßungs­ver­trag sah vor, dass Baum­gar­ten eine Mak­ler-Pro­vi­si­on in Höhe von zwei Pro­zent bekom­men sol­le – von der Stadt. Mar­cus Held erklär­te den Man­dats­trä­gern, eine sol­che Ver­ein­ba­rung sei „auf­grund einer ent­spre­chen­den Rechts­än­de­rung im Mak­ler­ge­setz“ neu auf­ge­nom­men wor­den. Sie sei abso­lut unkom­pli­ziert, da das von der Stadt zu zah­len­de Ver­mitt­lungs­ho­no­rar „dem Grund­stücks­käu­fer neben den Erschlie­ßungs­kos­ten zusätz­lich in Rech­nung gestellt“ wer­de. Ver­ein­facht aus­ge­drückt: Held sag­te sinn­ge­mäß, die Ver­käu­fer müss­ten für die Pro­vi­si­ons­zah­lun­gen der Stadt auf­kom­men. Er sprach wört­lich von einem „Null­sum­men­spiel“.


Nach die­sen Erklä­run­gen des Stadt­bür­ger­meis­ters stimm­ten erst die Aus­schüs­se für die Unter­zeich­nung des Ver­trags­wer­kes mit Baum­gar­ten, dann fass­te Mit­te Febru­ar der Stadt­rat den ent­schei­den­den Beschluss. Im März unter­zeich­ne­ten der Stadt­bür­ger­meis­ter und Baum­gar­ten den Ver­trag.


Jetzt sagen die Rech­nungs­prü­fer:


1. Helds Behaup­tung sei schon im Aus­gangs­punkt falsch – „das deut­sche Recht ken­ne über­haupt kein ‚Mak­ler­ge­setz’. Und das BGB-Mak­ler­recht kennt für die Grund­stücks­ver­mitt­lung (anders als in Fäl­len der Wohn­raum­ver­mitt­lung) kei­ne Zah­lungs­ver­pflich­tung des Auf­trag­ge­bers.


2. Von einem „Null­sum­men­spiel“ kön­ne eben­falls kei­ne Rede sein: Laut Ver­trag war allein die Stadt zur Zah­lung der Pro­vi­si­on ver­pflich­tet. Baum­gar­ten ließ sich auch von den meis­ten Käu­fern eine Pro­vi­si­on zah­len – zusätz­lich. Eine „schuld­be­frei­en­de Abwäl­zung hät­te zwar mit den Käu­fern ver­ein­bart wer­den kön­nen, unter­blieb jedoch. Im Übri­gen wur­den über­haupt nicht alle Käu­fer mit Mak­ler­klau­seln über­zo­gen.


3. Und schließ­lich glei­che der Oppen­hei­mer Erschlie­ßungs­ver­trag kei­nes­falls einem Ver­trags­werk der Stadt Nier­stein. Der viel­leicht wesent­lichs­te Unter­schied: Der Nier­stei­ner Ver­trag ent­hielt kei­ne Pro­vi­si­ons­ver­pflich­tun­gen für die Stadt. Auch sei in Nier­stein ver­trags­ge­mäß die Ver­wal­tung der Ver­bands­ge­mein­de tätig gewor­den – Held hin­ge­gen habe wesent­li­che Ent­schei­dun­gen in sei­nem Rat­haus behal­ten.


Im Ver­gleich zur sach­lich fun­dier­ten und prä­zi­sen Dar­stel­lung des Lan­des­rech­nungs­ho­fes wirkt die Stel­lung­nah­me von Bür­ger­meis­ter Mar­cus Held, viel­leicht sogar nach­voll­zieh­bar ange­sichts der Schwe­re des Vor­wurfs, wie das ver­zwei­fel­te Um-sich-schla­gen eines Ertrin­ken­den:


Er ver­wah­re sich gegen den Vor­wurf der Ver­let­zung der Wahr­heits­pflicht, tön­te er, er habe „sei­ner Erin­ne­rung nach“ nicht auf eine „ent­spre­chen­de Rechts­än­de­rung im Mak­ler­ge­setz hin­ge­wie­sen“.


Held ver­weist auch auf die „Unvoll­kom­men­heit der Pro­to­kol­lie­run­gen“: Mög­li­cher­wei­se, so schreibt er, sei­en „in die­sem Zusam­men­gang vom Stadt­bür­ger­meis­ter gemach­te Äuße­run­gen (…) miss­ver­stan­den wor­den“. Frei­lich: Rats­pro­to­kol­le tra­gen regel­mä­ßig sei­ne (Helds!) Unter­schrift; er zeich­net für die Rich­tig­keit.


Held wei­ter: „Der Stadt­bür­ger­meis­ter besteht dar­auf, dass er die zustän­di­gen Gre­mi­en der Stadt Oppen­heim immer nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen infor­miert habe.“


Was für ein Gewis­sen?

23 Gedanken zu „LRH 12: Alarm in Oppenheim – Die 244.000-Euro-Bombe des Rudi B.

  1. N.N.

    Das Gan­ze stinkt doch zum Him­mel!
    Einer­seits ist da ein Mak­ler ohne Ver­trag (GAJ) , der abkas­siert, anschei­nend unrecht­mä­ßig
    Ande­rer­seits gibt es einen Mak­ler mit Ver­trag, in der Per­son des Herrn Rudi Baum­gar­ten, der einen wohl recht­mä­ßi­gen Ver­trag in der Tasche hat, und groß­zü­gi­ger Wei­se die üppi­ge Cour­ta­ge nicht will, die ihm zusteht. Einer der sich Stadt­pla­ner nennt und gar kei­ner ist, einer der ger­ne Inge­nieur wäre und kei­ner ist und jetzt auch Immo­bi­li­en­mak­ler, wahr­schein­lich ohne ent­spre­chen­de Aus­bil­dung nur hof­fent­lich aus­ge­stat­tet mit §34c, der nach allen Sei­ten kas­siert hat – ver­zich­tet aus­ge­rech­net hier ? War­um ? Viel­leicht ist das der Preis , den er zah­len muss, um Haus und Hof zu behal­ten ?? Ob sich die erkenn­ba­ren mafiö­sen Struk­tu­ren wohl auch in der HGO und GWG wie­der­fin­den las­sen ? Dies soll­te recht bald geprüft wer­den, falls bis­her noch nicht gesche­hen, sonst sind die ver­däch­ti­gen Akten schon ver­schwun­den oder mani­pu­liert.

  2. B. H.

    Ich möch­te hier mal dar­an erin­nern, dass in der Stadt­rat­sit­zung, in der man dar­über ent­schied, dass der Rudi den Mak­ler­auf­trag zuge­schus­tert bekommt, den Rats­mit­glie­dern klar war, wel­che Unsum­men dies den Steu­er­zah­ler kos­ten wird. Stadt­rats­mit­glied Dr.Marco Becker erhob die Stim­me und bot an, die Ver­mitt­lung der Grund­stü­cke ENTGELTLOS zu über­neh­men, oder dies wenigs­tens der VG zu über­las­sen. Ihm schlug der Hass aus Rich­tung SPD ent­ge­gen, denn er käme ja aus rei­chem Hau­se und sol­le gefäl­ligst ande­ren, die nicht gut situ­iert sei­en, ihr Ein­kom­men las­sen. Geschmäck­le? Kla­rer Hin­weis, wie Held und sei­ne Scher­gen mit Steu­er­gel­dern wirt­schaf­ten!

  3. K. Scherning

    Wenn ich hier und anders­wo so den gan­zen Müll lese, stel­le ich mir doch die berech­tig­te Fra­ge, wes­halb jagt man die nicht wirk­lich aus ihren Ses­seln und aus der Stadt?
    Wir leben doch in einem Rechts­staat, klar mah­len da die Müh­len sehr lang­sam, dafür aber bestän­dig.
    Man könn­te z. B. eine geneh­mig­te Demont­ra­ti­on mit Ziel­punkt Markt­platz orga­ni­sie­ren.
    Das wäre Rech­tens und wür­de mit Sicher­heit unse­re Stadt schnel­ler säu­bern, als die jah­re­lan­gen Pro­zes­se die da noch kom­men. Eins ist doch wohl klar, des­to län­ger so man­che Per­so­nen auf ihren Stüh­len kle­ben, umso mehr ver­schlei­ern kön­nen sie, sowie wei­te­re Schä­den pro­du­zie­ren.
    Was sol­len die Oppen­hei­mer Bür­ger sich noch alles gefal­len las­sen, für das sie als Steu­er­zah­ler auch noch gera­de ste­hen dür­fen?

    • Es reicht

      Demons­tra­ti­on – klingt gut!!!! Wann und wo? Viel­leicht wür­de sich ja auch die Eröff­nung des Weih­nachts­mark­tes am nächs­ten Sams­tag, den Herr Held sich viel­leicht noch traut zu eröff­nen, eig­nen. Für Tril­ler­pfei­fen und Buh-Rufe braucht es m.E. kei­ne Geneh­mi­gung, oder?

      Eigent­lich hät­te ich eine orga­ni­sier­te Demo längst erwar­tet von unse­rer soge­nann­ten Oppo­si­ti­on. Bestimmt wür­den vie­le Bür­ger und Leser die­ser Web­sei­te mit­ma­chen.

      Herr Held, es reicht.…wann tre­ten Sie end­lich zurück?

      • Alles kommt zurück

        Eine Demons­tra­ti­on zu ver­an­stal­ten ist lei­der nicht so ein­fach. Zunächst ein­mal müsst man die Demons­tra­ti­on beim Ord­nungs­amt an die Gemein­de anmel­den. Man müsst das The­ma, den gewünsch­ten Weg, Datum und Uhr­zeit, die geschätz­te Teil­neh­mer­zahl und die Kon­takt­da­ten einer Ver­ant­wort­li­chen ange­ben. Den genau­en Weg der Demons­tra­ti­on müsst man mit der Poli­zei abspre­chen, die für den ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­lauf ver­ant­wort­lich ist.

        Ich hät­te aber schon mal einen Schrift­zug : „Nicht mein Bür­ger­meis­ter!“ weg mit dir #Held.

        • J.

          Sehr schö­ner Gedan­ke.
          Leicht ver­än­dert viel­leicht so:
          „Nicht mein HELD!
          Weg mit dir #Stadt­bür­ger­meis­ter!“

    • Markus Haase

      Wäre zu prü­fen ob man (der Bür­ger) die Abwahl der Bür­ger­meis­ter VG und Stadt vor­an­trei­ben kann???

      • Markus Haase

        Z.B. mit einer Online­pe­ti­ti­on hab ich ver­ges­sen

      • G.K.

        Die Kom­mu­nal­auf­sicht hat die Instru­men­te des Dis­zi­pli­nar­rechts aus dem Lan­des­dis­zi­pli­nar­ge­setz (LDG) zur Ver­fü­gung.
        http://​lan​des​recht​.rlp​.de/​j​p​o​r​t​a​l​/​?​q​u​e​l​l​e​=​j​l​i​n​k​&​q​u​e​r​y​=​D​G​+​R​P​&​p​s​m​l​=​b​s​r​l​p​p​r​o​d​.​p​sml

        zB: § 22 ABs. 1LDG

        Ein­lei­tung von Amts wegen

        (1) Lie­gen kon­kre­te Anhalts­punk­te vor, die den Ver­dacht eines Dienst­ver­ge­hens recht­fer­ti­gen, hat der Dienst­vor­ge­setz­te ein Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten. Der höhe­re Dienst­vor­ge­setz­te und die obers­te Dienst­be­hör­de kön­nen das Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren an sich zie­hen. Die Ein­lei­tung ist akten­kun­dig zu machen.

        Aller­dings muss der Dienst­vor­ge­setz­te dafür beim MdB noch ein­mal sepa­rat die Immu­ni­tät durch den Deut­schen Bun­des­tag auf­he­ben las­sen.
        Beim VG Bür­ger­meis­ter ist das nicht erfor­der­lich, wenn er auch viel­leicht fälsch­li­cher Wei­se dar­an glau­ben und/oder über­zeugt sein soll­te, eine gewis­se Immu­ni­tät zu besit­zen.

        Nach § 39 Gesetz zur Rege­lung des Sta­tus­rechts der Beam­tin­nen und Beam­ten in den Län­dern (Beam­ten­sta­tus­ge­setz – BeamtStG) kön­nen die Beam­ten „sus­pen­diert“ wer­den:

        § 39 Ver­bot der Füh­rung der Dienst­ge­schäf­te
        Beam­tin­nen und Beam­ten kann aus zwin­gen­den dienst­li­chen Grün­den die Füh­rung der Dienst­ge­schäf­te ver­bo­ten wer­den. Das Ver­bot erlischt, wenn nicht bis zum Ablauf von drei Mona­ten gegen die Beam­tin oder den Beam­ten ein Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren oder ein sons­ti­ges auf Rück­nah­me der Ernen­nung oder auf Been­di­gung des Beam­ten­ver­hält­nis­ses gerich­te­tes Ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wor­den ist.
        https://​www​.geset​ze​-im​-inter​net​.de/​b​e​a​m​t​s​t​g​/​_​_​3​9​.​h​tml

        So ein zwin­gen­der Grund ist vor­han­den, wenn das Ver­trau­en der Bür­ger in das dienst­li­che Ver­hal­ten ernst­haft erschüt­tert ist und von gewich­ti­gen Defi­zi­ten bei der pflicht­ge­mä­ßen Amts­füh­rung aus­zu­ge­hen ist. Da hat der Lan­des­rech­nungs­hof bereits ein paar Steil­vor­la­gen gelie­fert…

  4. Kurt Podesta

    Lüge ist eine situa­ti­ons­be­ding­te Wahr­heit, also kei­ne Unwahr­heit!

  5. Kurt Podesta

    Für die gene­rier­ten (vom wem auch immer) Ver­trä­ge und Abschluss­ge­büh­ren, die Herrn Baum­gar­ten zuzu­rech­nen sind, muss er zwin­gend in dem Jahr die Umsatz­steu­er zahlen/verrechnen, in denen die Ver­trä­ge abge­schlos­sen sind, da führt kein Weg vor­bei! Er hat also Leis­tun­gen?? – wel­che auch immer – erbracht und dafür sind die Steu­ern zu ent­rich­ten, in dem Jahr der „Ent­ste­hung“! Ein Fall für die Steu­err­be­hör­de!

    Und, Frau Dah­lem, was hat nun Frau Drey­er damit zu tun? Das ist ein ori­gi­nä­res Pro­blem hier in Oppen­heim, sowohl bei der Stadt wie auch bei der Ver­bands­ge­mein­de; hin­zu kom­men noch Kom­mu­nal­auf­sichts­be­hör­de der Kreis­ver­wal­tung! Aber einen sol­chen Bezug her­zu­stel­len ist schon etwa wirr! Was mir dabei auch immer wie­der in den Sinn kommt: Was hat die CDU dage­gen eigent­lich gemacht? Oder die, die etwas wuß­ten? Genau! NICHTS! Leis­tun­gen durch Spen­den zu ver­sü­ßen, das geht nicht! Und, was ist eigent­lich mit den ande­ren Ver­flech­tun­gen inner­halb der Stadt, HGO, GWG oder wie die allen genannt wer­den, da ist doch Pla­nungs-Rudi auch immer der Spit­ze dabei! Da ist es wie­der: Kei­ne Leis­tung erbracht und Geld gene­riert, ob schon bezahlt oder nicht, das ist schä­big!

  6. Peter Pfau

    Oups war etwas ver­schluckt…

    Mak­ler- und Bau­trä­ger­ver­ord­nung (MaBV)

    …soll­te es hei­ßen.

  7. M

    Schwie­rig könn­te es wer­den :

    Die Mehr­heits­ver­hält­nis­se im Rat könn­ten sich, sofern der ört­li­chen SPD in der kom­men­den Zeit nicht etwas Gro­ßes und Über­zeu­gen­des gelingt, nach der Kom­mu­nal­wahl zu deren Unguns­ten ändern. Und ob Herr Held, sofern er über­haupt noch ein­mal kan­di­diert, wie­der Stadt­bür­ger­meis­ter wür­de , ist zumin­dest der­zeit frag­lich.

    Bei ver­än­der­ten poli­ti­schen Vor­aus­set­zun­gen in den Gre­mi­en und dem Wis­sen, dass sich zwi­schen­zeit­lich die han­deln­den Per­so­nen, die Stadt Oppen­heim und die VG der Auf­merk­sam­keit der Auf­sichts­be­hör­den, der Jus­tiz und der Öffent­lich­keit erfreu­en, gehen Unter­stüt­zer ver­lo­ren und es könn­te für die Fir­ma plan­gUT der bis­lang offen­bar ver­läss­li­che Auto­ma­tis­mus bei der Auf­trags­ver­ga­be nicht mehr grei­fen. Im Ergeb­nis offe­nen und fai­ren Wett­be­werb wird es u.U. schwie­ri­ger und Ein­nah­men könn­ten aus­blei­ben.

    Das bedeu­tet doch : ob Herr Baum­gar­ten es sich über­haupt leis­ten kann vor dem Hin­ter­grund einer mög­li­cher­wei­se ange­spann­te­ren geschäft­li­chen Zukunft auf eine aus sei­ner Sicht offen­bar berech­tig­te For­de­rung über nahe­zu eine vier­tel Mil­li­on Euro zu ver­zich­ten , bleibt wohl eher abzu­war­ten. Wenn es ein­fach wäre, dann läge die­se doch sicher schon vor. Da schlum­mert wirk­lich eine Tret­mi­ne und „klick“ hat es schon gemacht. Jetzt wer hebt zuerst den Fuß?

    Und wenn dann auch noch Käu­fer auf die Rück­erstat­tung von Mak­ler­ge­büh­ren bestehen kön­nen- wehe, wehe , wehe, wenn ich auf das Ende sehe. Wil­helm Busch hat recht.

    • Ichmalwieder

      Ich fürch­te, dass Sie die rich­ti­ge Fra­gen stel­len.

      Soll­te, wie es aus­sieht, MH nicht mehr in die Stadt­po­li­tik zurück­keh­ren, wird auch Herr Baum­gar­ten das Nach­se­hen haben (ob „unschul­dig „ oder nicht. Als Auftag­ge­ber und Ver­mie­ter wird im die Stadt Oppen­heim höchst­wahr­schein­lich den Rücken zuwen­den.
      In die­sem Fall wäre eine Nichtin­rech­nungstel­lung sehr altru­is­tisch.

  8. Ursula Bieser

    Wenn der gute Herr Baum­gar­ten die Ein­nah­men im Umsatz­steu­er­recht nach den Grund­sät­zen der Soll-Ver­steue­rung ver­steu­ert (die Umsatz­steu­er wird fäl­lig, wenn der Zah­lungs­an­spruch ent­steht), könn­te noch eine veri­ta­ble Steu­er­hin­ter­zie­hung dazu kom­men.…..

    • Ichmalwieder

      Der Zah­lungs­an­spruch ent­steht mit Stel­lung der Rech­nung, oder irre ich mich da?

  9. Dahlem Helga

    Wer prüft eigent­lich die Ver­trä­ge, die der ehren­amt­li­che Bür­ger­meis­ter schliesst, mit und ohne Geneh­mi­gung des Stadrats?

    Dafür gibt es doch sicher­lich Juris­ten der VG, des Krei­ses, der Lan­des­re­gie­rung Rhein­land Pfalz. Zustän­dig könn­ten auch die jewei­li­ge Kom­mu­nal­auf­sicht mit ihren Auf­sichts­gre­mi­en sein. Haben alle weg­ge­se­hen aus Par­tei­rä­son?
    Damit will ich die Schuld unse­res ehren­amt­li­chen Bür­ger­meis­ters nicht schmä­lern.
    Aber es könn­te und müss­te anders gewirt­schaf­tet wer­den.
    Alle Ver­trä­ge und soge­nann­te Rah­men­ver­trä­ge müss­ten auf den Prüf­stand und mit der zustän­di­gen Sat­zung geprüft wer­den. Das schul­det uns die Lan­des­re­gi­wrung und unse­re Minis­ter­prä­si­den­tin Frau Malu Drey­er.

    Die Fir­men mit Sitz im Rat­haus und die immer glei­chen jahrelangen/ jahr­zehn­te­lang bestehen­den Ver­trä­gen ver­die­nen sich, weil ohne Kon­ku­renz, eine gol­de­ne Nase. Sie gehö­ren der glei­chen Par­tei an.
    Deren Ver­trä­ge gehö­ren zuerst geprüft, und vor allem sind zu ver­glei­chen mit ande­ren Anbie­tern. MEIN Ein­druck hat sich bei den Prü­fun­gen ver­fes­tigt, dass Sub­mis­si­on vor Ver­trags­schluss ein Fremd­wort im Oppen­hei­mer Rat­haus ist.

  10. Schwarde Herbert

    .…..das sind sie wieder.……die SPD- Seil­schaf­ten.…

    In Seil­schaf­ten
    bil­det oft das Hin­ter­teil des einen
    den Hori­zont des ande­ren. (Zitat)

  11. Peter Pfau

    Erl. Mit Mak­ler­ge­setz wur­de sicher die Mak­ler- und gemeint.

    Die eigent­li­che Bom­be sehe ich aber eher bei den Erwer­bern. Der Anspruch auf Mak­ler­cour­ta­ge ent­steht näm­lich nur dann, wenn der Mak­ler ursäch­lich für die Anbah­nung des Geschäf­tes ver­ant­wort­lich war. Soll hei­ßen, dass die Käu­fer erst durch den Mak­ler die Mög­lich­keit des Ver­trags­ab­schlus­ses ver­mit­telt bekom­men haben.
    Inso­fern könn­ten die Erwer­ber die Rück­zah­lung der Pro­vi­si­on ver­lan­gen, wenn sie sich in Kennt­nis der Kauf­mög­lich­keit an die Stadt gewandt haben und erst dann von der Ein­schal­tung eines Mak­lers erfah­ren haben.

    • Anon Ymos

      Herr Pfau,
      genau die­se Fra­ge habe ich mir auch gestellt: Wur­de hier nicht nur der Stadt Oppen­heim son­dern auch den Bür­gern durch die über­flüs­si­ge Ein­schal­tung des Mak­lers ein direk­ter Scha­den zuteil? Und inwie­fern gibt es ein Rück­for­de­rungs­recht wenn die Mak­ler­klau­sel im Notar­ver­trag – wie all­ge­mein üblich – ver­ein­bart wur­de?
      Gera­de auf­grund der ange­spann­ten Lage auf dem Immo­bi­li­en- bzw. viel­mehr noch dem Grund­stücks­markt bleibt dem Bau­wil­li­gen doch kaum eine ande­re Mög­lich­keit als den dar­ge­bo­te­nen Ver­trag zu unter­zeich­nen…

      • Sven aus Oppenheim

        Eine span­nen­de Fra­ge. Ich habe von Jeman­dem gehört, der als Käu­fer eines Grund­stücks im Neu­bau­ge­biet sehr über­rascht war, als am Ende eine Mak­ler­cour­ta­ge im Kauf­ver­trag aus­ge­wie­sen war. Anschei­nend hat­te der Käu­fer bis dahin nur mit Herrn Held ver­han­delt. Der Ver­trag wur­de aus dem von Herrn / Frau YMOS genann­ten Grund natür­lich unter­schrie­ben.

        Wenn das den Tat­sa­chen ent­spre­chen soll­te und ich der dama­li­ge Käu­fer wäre, wür­de ich prü­fen, ob ich mit die Cour­ta­ge nicht zurück­ho­len kann und even­tu­ell noch eine Straf­an­zei­ge wegen Betrugs gegen Held stel­le.

        Oder war Herr Held aus­hilfs­wei­se als Mak­ler unter­wegs in die­sem Fall, damit dem begüns­tig­ten Mak­ler nicht auch noch Arbeit ent­steht?

        Aber kei­ne Angst, ist ja alles nur Hören­sa­gen und sicher­lich so nie­mals pas­siert, denn das wäre ja ein Skan­dal…

  12. Ichmalwieder

    Das Kino wird immer grö­ßer:

    Rudolf Baum­gar­ten hat die ihm zuste­hen­den Mak­ler­pro­vi­sio­nen bei der Stadt bis­her noch nicht ein­ge­for­dert (… ) Selbst in den Fäl­len, in denen Baum­gar­ten eine Pro­vi­si­on von den Käu­fern kas­siert hat, kann er heu­te noch die Stadt zur Kas­se bit­ten.“

    Die ein­zi­gen rechts­gül­ti­gen und ver­bind­li­chen Ver­trä­ge betref­fen Herrn Baum­gar­ten, wenn ich das alles rich­tig ver­stan­den habe.

    Jetzt hat er zwei Mög­lich­kei­ten: ein­for­dern oder nicht ein­for­dern. War­um soll­te er Zwei­tes tun? Wenn er recht­mä­ßig einen Ver­trag hat, der gegen nichts ver­stößt und gear­bei­tet hat, war­um nicht?

    Bei Men­ger usw. ist das ja eine ande­re Kis­te, oder? Die ande­ren waren in der Rech­nungs­stel­lung schnel­ler.

    Was für ein Tür­chen!

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