Abwarten, was da noch auf den Tisch kommt

Die­se Nach­richt schock­te Oppen­heim: Gegen Stadt­bür­ger­meis­ter Mar­cus Held lau­fen staats­an­walt­schaft­li­che Ermitt­lun­gen! Die Immu­ni­tät des SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten wur­de auf­ge­ho­ben: Es besteht der Ver­dacht der Untreue – von neun Fäl­len gehen die Ermitt­ler der­zeit aus.

Es ist unge­wöhn­lich, dass Staats­an­wäl­te gleich zu Beginn eines sol­chen Ver­fah­rens der­art detail­liert Aus­kunft geben. Dann müs­sen sie, heißt es in Juris­ten­krei­sen, aus­sa­ge­star­ke Unter­la­gen vor­lie­gen haben.

Und es könn­te noch schlim­mer kom­men für Mar­cus Held und die SPD: Das, was jetzt bekannt wur­de, das muss noch gar nicht alles sein! Aus­drück­lich weist die Main­zer Staats­an­walt­schaft in einer Pres­se­mit­tei­lung dar­auf hin, dass der Rech­nungs­hof, der seit Wochen die Geschäf­te von Mar­cus Held durch­leuch­tet, sei­nen Abschluss­be­richt noch gar nicht vor­ge­legt habe. Die Lei­ten­de Ober­staats­an­wäl­tin Andrea Kel­ler for­mu­lier­te so: Die Prü­fer hät­ten nach „ein­zel­nen fest­ge­stell­ten Sach­ver­hal­ten und auf Grund des Gesamt­ein­drucks des bis­he­ri­gen Prü­fungs­ver­fah­rens“ ange­regt, „den bis­lang dort fest­ge­stell­ten Sach­ver­halt einer straf­recht­li­chen Prü­fung zu unter­zie­hen“.

Was steht noch in den Akten, die die Rech­nungs­prü­fer fan­den? Was kommt da noch alles raus?

Die Oppo­si­ti­on im Oppen­heim muss sich nach die­sem Don­ner­schlag erst ein­mal sor­tie­ren. „Wir sind selbst über­rascht von der Nach­richt“, sag­te Rai­mund Darm­stadt von der AL. Man sei doch sehr über­rascht „von der Klar­heit und Deut­lich­keit der staats­an­walt­schaft­li­chen Aus­füh­run­gen.“ Man habe inner­halb der AL unlängst eine Arbeits­grup­pe „AG Fak­ten­check“ ein­ge­rich­tet, um die Viel­zahl der unkla­ren Vor­gän­ge in Oppen­heim und um Mar­cus Held zu über­prü­fen und um mög­li­che Straf­tat­be­stän­de erken­nen zu kön­nen. „Damit wer­den wir uns auch noch in den nächs­ten Tagen und ver­mut­lich Wochen inten­siv befas­sen. Abwar­ten, was da noch alles auf den Tisch kommt.“

Auch die loka­le CDU – sie hat sich mit Helds SPD zu einer Koali­ti­on im Rat­haus ver­bün­det, obwohl die Sozi­al­de­mo­kra­ten die abso­lu­te Mehr­heit haben ­­– wur­de über­rum­pelt. „Es gab bei uns vie­le Stim­men, die befürch­te­ten, dass die Ermitt­lun­gen gegen Mar­cus Held im Sand ver­lau­fen könn­ten“, sag­tet CDU-Chef Peter Pfau. „Die heu­ti­ge Nach­richt zeigt zunächst ein­mal, dass wir Ver­trau­en in die Poli­tik und die ermit­teln­den Behör­den haben kön­nen.“ Mar­cus Held ste­he auch nicht allein dar, „jetzt wer­den sich vie­le Leu­te Gedan­ken machen müs­sen, mit wem sie sich da ein­ge­las­sen haben“. Die CDU wer­de abwar­ten, was da noch alles hoch­kommt. „Nach der Som­mer­pau­se machen wir, wie ange­kün­digt, eine Mit­glie­der­ver­samm­lung. Und dann wer­den wir bera­ten, wie es wei­ter­geht und wie wir wei­ter­ma­chen.“

Ein Gedanke zu „Abwarten, was da noch auf den Tisch kommt

  1. K.Podesta

    Mich wür­de auch ein­mal inter­es­sie­ren, wel­che Rol­le Herr Pen­zer hier spielt und wie tief er da in die­sem Skan­dal steckt! Herr Pen­zer wur­de damals ja nur auf Held’s Gna­den der Kan­di­dat und dann der VG-Bür­ger­meis­ter, weil Guts­herr Held nicht woll­te! Die Ver­bin­dun­gen waren eng, sind sie es noch? Oder wer hat sich distan­ziert, Held oder Pen­zer? Da ist auch noch de „Pla­nungs­ru­di“ gleich­zei­tig auch de „Immo­ru­di“ der Held die Stan­ge hält, aus Angst oder Über­zeu­gung, das ist hier die Fra­ge! Zitat: Es ist fast unmög­lich, eine Fackel der Wahr­heit durch ein Gedrän­ge zu tra­gen, ohne jeman­dem den Bart zu sen­gen! Zitat Ende! Oder: Die schlimms­te Art de Unge­rech­tig­keit ist die vor­ge­spiel­te Gerech­tig­keit! Mir ist die „Ent­rüs­tung“ der Prot­ago­nis­ten ein­fach zu bil­lig! Das konn­te Frau Roth von den Grü­nen deut­lich bes­ser, die war zwar über alles und jeden ent­rüs­tet, aber man nahm ihr das ab!

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